Frankreich gewinnt am fünften Spieltag des Six Nations im Stade de France 48:46, die Entscheidung fällt erst in den letzten Sekunden. England geht trotzdem nicht leer aus: Mit nur zwei Punkten Rückstand holt die Mannschaft den Defensivbonus, den es für eine Niederlage mit höchstens sieben Punkten Abstand gibt. Die Gastgeber hatten eine Woche zuvor in Schottland 40:50 verloren, England ging mit drei Niederlagen in Folge in dieses Spiel.
Zehn Minuten, 21 Punkte
Kurz nach Wiederbeginn musste Englands Genge für zehn Minuten raus. In dieser Phase holte Frankreich 21 Punkte, darunter einen Versuch. Im Vorpass-Podcast (Folge 279) waren wir uns einig, dass hier das Spiel kippte, und dass es kein Zufall war. Englands größtes Problem im Turnier ist aus unserer Sicht die Disziplin: sehr viele Karten, zu viele Straftritte. Wer in zehn Minuten 21 Punkte abgibt, macht sich ein Spiel selbst schwer.
Auf französischer Seite fiel Flügelspieler Bielle-Biarrey mit vier Versuchen auf. Die Achse mit Verbinder Jalibert und dessen Kickspiel funktionierte, beide kennen sich aus Bordeaux.
England kommt zurück
Das Spiel war damit nicht entschieden. Oli Chessum fing einen Ball ab und lief zum Versuch. Marcus Smith legte nach seiner Einwechslung ebenfalls einen Versuch, und Gedrängehalb Van Poortvliet brachte von der Bank Tempo und Druck auf Frankreichs Verteidigung. Auch das Paket setzte England stark ein und holte damit Meter oder Straftritte. Frankreichs Gedränge war dagegen phasenweise das beste des Turniers.
In der Schlussphase gewann Pollock den Ball zurück, versuchte aber einen Pass im Fallen nach vorn. Es war ein Vorball, Frankreich bekam den Ball und gewann das Spiel in den letzten Sekunden. Wir halten diesen Pass für unnötig, ein erfahrener Spieler hätte den Ball gehalten. Dazu passt unser Eindruck aus dem Podcast: Mit ein, zwei Kleinigkeiten weniger hätte England gewonnen. Dass die Mannschaft im Schnitt 30,2 Gegenpunkte pro Spiel kassiert, die zweitschwächste Verteidigung der Liga, erklärt den Rest.
Was bleibt
Frankreich führt die Tabelle mit 21 Punkten an, 13 Punkte und vier Plätze vor England, das mit acht Punkten Fünfter ist. Die Gastgeber stellen mit 42,2 Punkten pro Spiel den besten Angriff der Liga. Gegen Schottland und England kassierten sie aber 50 und 46 Punkte. Im Podcast haben wir das als Hausaufgabe benannt: Am Ruck nahe der eigenen Mallinie fehlt teils der Wille zur Grundarbeit. Im Vorjahr hatte England das direkte Duell 26:25 gewonnen.
Für England lohnt der Blick nach vorn, der Kader hat viele gute Optionen und braucht vor allem ein klares Konzept. Als Nächstes spielt Frankreich am Samstag, 4. Juli 2026, in der Nations Championship auswärts gegen Neuseeland, England trifft am selben Tag auswärts auf Südafrika.
Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt.