Irland gewinnt in Twickenham 42:21, und das sagt mehr über Englands erste halbe Stunde aus als über irische Angriffskunst. Twickenham gilt traditionell als schwere Auswärtsstation für Irland. Diesmal hielten die Gäste dort dem Druck stand, bis ihm die Luft ausging. Wie wir im Vorpass-Podcast (Folge 274) besprochen haben, war das eine brillante Leistung von Irland.
Viel Ball, keine Punkte
In den ersten 20 bis 30 Minuten hatte England fast nur den Ball, Irland verteidigte, und England kam trotzdem nicht zu Punkten. Eine Szene zeigt, wie das passierte: George Ford traf bei einem Straftritt nicht ins Aus. Statt einer Gasse an der Fünf-Meter-Linie gab es eine an der Mittellinie, und Irland kam aus der eigenen 22 heraus. Der Druck war weg.
Dazu kamen Fehler, die Irland nutzte. Guy Pepper ging an der irischen Fünf-Meter-Linie durch den Ruck, es gab einen Straftritt für die Gäste. Jamison Gibson Park spielte einen schnellen Straftritt und lief durch, weil Curry und Chessum nicht reagierten. Freddie Steward musste nach einer Gelben Karte für zehn Minuten raus, kehrte zurück und wurde in der 39. Minute ausgewechselt. Wir halten das für schlechtes Management: Man hätte bis zur Halbzeit warten und den Wechsel dort erklären können.
Was England fehlte
Im Podcast waren wir uns einig, dass Englands Probleme vor allem individuell waren. Es gab vermeidbare Straftritte, schlechte Zuordnung in der Verteidigung, Handlingfehler und fehlende Tackles. Als der Plan nicht aufging, fehlte eine Alternative, und die Führungsspieler wussten nicht weiter. Irland griff gezielt im Raum der Positionen 10, 12 und 13 an, wo Ford, Lawrence und Dingwall nicht eingespielt wirkten. Ford war einer der besten Ballträger Englands, traf aber schlechte Entscheidungen.
In der Schlussphase stoppte Stuart McCloskey den durchgebrochenen Marcus Smith. Ab der 69. Minute verließen Zuschauer das Stadion. Nach dem 20:31 in Schottland war eine Reaktion vor eigenem Publikum zu erwarten, sie blieb aus. Die Art der Niederlage und die Aufstellung setzen für uns ein Fragezeichen hinter Trainer Steve Borthwick.
Was bleibt
England war im Vorjahr Tabellenerster, steht nach drei Spielen aber bei einem Sieg und zwei Niederlagen. Mit 26,7 Gegenpunkten pro Spiel stellt es die zweitschwächste Verteidigung des Turniers. Zwei Niederlagen in Folge folgten auf das 48:7 gegen Wales. Irland hat nach dem 14:36 in Frankreich nun zwei Siege hintereinander und kommt auf zwei Siege bei einer Niederlage. Das letzte Duell im Februar 2025 hatte Irland als Gastgeber 27:22 gewonnen.
Irland empfängt am Freitag, 06.03.2026, um 21:10 Uhr Wales, England tritt am Samstag, 07.03.2026, um 17:40 Uhr in Italien an.
Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt.