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Sean Armstrong, der Kapitän beim 41:38 gegen Rumänien

Mit 20 kam er aus Australien nach Heidelberg, mit 23 war er Kapitän des HRK, später führte er Deutschland zum Sieg über Rumänien und durch die WM-Qualifikation 2018.

Von Lesezeit 5 Min.
Foto: KI-generierte Illustration

Als Marcel Coetzee am 11. Februar 2017 in Offenbach kurz vor Schluss den Versuch zum 41:38 gegen Rumänien legt, führt die deutsche Nummer 9 die Mannschaft als Kapitän an. Sean Armstrong, Gedrängehalb des Heidelberger Ruderklubs, nannte den Sieg danach laut der Nachrichtenagentur AFP „verrückt, historisch“ (übersetzt). Deutschland hatte zur Pause 20:24 zurückgelegen und zum ersten Mal seit 1972 gegen Rumänien gewonnen. Die Zusammenfassung des Spiels zeigt World Rugby auf YouTube. Armstrong ist kein Deutscher von Geburt. Er kam als 20-Jähriger aus Australien nach Heidelberg und blieb über ein Jahrzehnt. In dieser Zeit wurde er zum Gesicht einer Mannschaft, die zum ersten Mal ernsthaft auf eine Weltmeisterschaft hinarbeitete.

Mit 20 nach Heidelberg

Armstrong ist Jahrgang 1986 und in Australien aufgewachsen. Über seine Jugend dort und seine Vereine vor dem Umzug haben wir keine verlässlichen Angaben gefunden. Belegt ist, dass er 2007 nach Deutschland kam und beim Heidelberger RK anfing. Im selben Jahr, im Oktober 2007, gründete Hans-Peter Wild in Heidelberg die Wild Rugby Academy, die in den folgenden Jahren Spieler und Trainer in Vollzeit beschäftigte. Was Wilds Geld für das deutsche Rugby bedeutete, erzählt unser Text über Hans-Peter Wild und das deutsche Rugby.

Für die Nationalmannschaft spielberechtigt wurde Armstrong über die Wohnsitzregel, also durch die Jahre, die er in Deutschland lebte und spielte. Das berichtete das irische Portal The42 im März 2017.

Kapitän mit 23

Beim HRK übernahm Armstrong früh Verantwortung. In der Saison 2009/10 führte er die Mannschaft als Kapitän aufs Feld, mit 23 Jahren und unter dem Cheftrainer Murray Archibald. Das Portal TotalRugby zählte ihn im Januar 2010 zu den stärksten Halbspielern, die je in der Bundesliga gespielt haben, und lobte sein Passspiel, sein Kickspiel und seinen Antritt in kleine Lücken. Es erwähnte aber auch, dass ihn immer wieder Verletzungen zurückwarfen.

Im Jahr davor hatte der HRK das Finale noch 8:11 gegen den SC 1880 Frankfurt verloren. 2010 gewann der Klub das Endspiel gegen denselben Gegner 39:22 nach Verlängerung und holte den ersten Meistertitel seit 1986. Danach kamen fünf weitere in Folge bis 2015 und zwei weitere 2017 und 2018. Im Finale am 2. Juni 2018 schlug der HRK die RG Heidelberg 47:12, und Armstrong legte laut Sport1 selbst Versuche. Neben dem Spielen arbeitete er für die Akademie als Trainer und besuchte nach eigenen Angaben jede Woche ein Dutzend Schulen, um Kinder für Rugby zu gewinnen. „Wir reden in Deutschland von einer Rugby-Gemeinde von 20.000 Leuten“, sagte er The42 (übersetzt). Jeder, den man für den Sport interessiere, zähle deshalb.

40 Länderspiele für Deutschland

Im November 2011 berief Bundestrainer Torsten Schippe acht Spieler ohne Länderspiel in den Kader für den European Nations Cup, darunter Armstrong und Raynor Parkinson. Armstrong stand gegen die Niederlande in der Startformation. Bis 2018 kam er nach der Statistik von ESPN auf 40 Länderspiele, 37 davon von Beginn an, mit acht Versuchen, also 40 Punkten. Spätestens 2016 war er Kapitän der Nationalmannschaft, etwa beim Spiel gegen Spanien im März 2016 in Köln. Unter Kobus Potgieter, dessen Weg wir im Porträt über Kobus Potgieter erzählen, war er auf der Position 9 gesetzt.

Für uns liegt Armstrongs Wert für diese Mannschaft in seiner Doppelrolle. Ein großer Teil des Kaders trainierte in Heidelberg täglich zusammen, viele Spieler kamen aus Südafrika oder anderen Ländern. Der Kapitän kannte beide Seiten, den Kluballtag in der Bundesliga und den Profibetrieb der Akademie. „Egal woher wir kommen, uns verbindet dieses eine Ziel“, sagte er im März 2017 über die WM-Qualifikation (übersetzt).

Der Streik im November 2017

Im Herbst 2017 zerbrach die Zusammenarbeit zwischen Wild und dem Deutschen Rugby-Verband (DRV). Nach dem Länderspiel gegen die USA am 18. November erklärten die Kapitäne Armstrong und Michael Poppmeier im Namen der Spieler, dass sie für das Spiel gegen Chile nicht zur Verfügung stehen. Sie warfen dem Verband fehlende Kommunikation vor und forderten erste Änderungen bis zum Spieltag. In einer Erklärung hieß es laut Americas Rugby News, die Spieler wollten Veränderungen, die dem 15er-Rugby in Deutschland eine Zukunft sichern (übersetzt). DRV-Präsident Klaus Blank nannte den Schritt laut Sport1 „nicht akzeptabel“. Eine Ersatzauswahl verlor am 25. November in Offenbach 10:32 gegen Chile.

Wer in diesem Streit recht hatte, bewerten wir hier nicht. Armstrong war in diesen Wochen der Sprecher der Mannschaft, und der Konflikt kostete Deutschland bis zum Sommer 2018 fast alle Stammspieler.

Samoa und Marseille

Im Juni 2018 kehrten die Akademiespieler zurück. Nach dem 16:13 gegen Portugal in Heidelberg spielte Deutschland gegen Samoa um ein WM-Ticket. Nach dem 15:66 in Apia sagte Armstrong, damals Vizekapitän, dem Samoa Observer, die Mannschaft ärgere sich vor allem darüber, dass sie ihren Plan nicht umgesetzt habe (übersetzt). Zum Rückspiel im Juli in Heidelberg führte er die Mannschaft wieder als Kapitän an, Deutschland verlor 28:42.

Im November 2018 stand der damals 32-Jährige beim Repechage in Marseille in der Mannschaft von Mike Ford. Deutschland schlug Hongkong 26:9 und Kenia 43:6 und unterlag Kanada 10:29. Gegenüber World Rugby sagte Armstrong danach, die Mannschaft sei noch nie drei Wochen am Stück zusammen gewesen und habe gezeigt, was im deutschen Rugby steckt. Das Potenzial sei riesig (übersetzt). Eine WM als Spieler blieb ihm verwehrt, Marseille war die letzte Chance auf Japan 2019.

Was bleibt

Armstrong ist in Heidelberg geblieben. Der Heidelberger RK führt ihn heute im Trainerteam seiner Herrenmannschaft. Von seinen Jahren als Spieler bleiben acht deutsche Meistertitel des HRK, die alle in seine Zeit fallen, und 40 Länderspiele mit dem Sieg über Rumänien als Höhepunkt. Wie lange das deutsche Rugby auf einen solchen Erfolg warten musste, steht in unserer Geschichte des Rugby in Deutschland. Am 8. Februar 2026 schlug Deutschland Rumänien in Heidelberg erneut, diesmal 30:24.

Quellen

  1. The42 · One team, one goal: German rugby working hard to make World Cup dream a reality ↗
  2. TotalRugby · TotalRugby-XV der Hinrunde 2009/2010 - Gedrängehalb ↗
  3. TotalRugby · Nach Kader-Nominierung für die WM-Quali: Was ist unsere stärkste DRV XV? ↗
  4. Wikipedia · Germany at the 2010–2012 European Nations Cup ↗
  5. The Namibian (Nampa-AFP) · Germany claim historic shock win over Romania ↗
  6. Sport1 · 15er Rugby: Spieler bestreiken Länderspiel gegen Chile ↗
  7. taz · Streik im deutschen Rugby: Streit ums Ei ↗
  8. Americas Rugby News · Germany call Replacements as Top Players Strike ↗
  9. Samoa Observer · Germany now better prepared for Samoa ↗
  10. World Rugby · Armstrong wants „huge potential“ of German rugby to be unlocked ↗
  11. Sport1 · 15er-Rugby: Heidelberger RK verteidigt Meistertitel gegen RG Heidelberg ↗
  12. Heidelberger RK · Rugby-Bundesliga in Heidelberg - Heidelberger RK (HRK) Herren ↗
  13. Wikipedia · Liste der Test Matches der rumänischen Rugby-Union-Nationalmannschaft ↗

Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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