Rugby Europe Trophy: Litauen vs Deutschland
Nach dem Abstieg aus der Championship beginnen die deutschen Rugby-Männer am Samstag in Litauen ihre Saison in der Trophy. Für Cheftrainer Michael Poppmeier ist es das erste Pflichtspiel, die Gastgeber gewannen in der vergangenen Saison eines von fünf Spielen.
Men's Trophy: Deutschland beginnt in Šiauliai
Mit Litauen gegen Deutschland beginnt am Samstag, 31. Oktober, die Rugby Europe Men's Trophy 2026/27. Anstoß im Rugby Stadium Gardino in Šiauliai ist um 13 Uhr deutscher Zeit. Rugby Europe TV überträgt das Spiel live. Zur Trophy gehören in dieser Saison sechs Mannschaften: Litauen und Deutschland, Titelverteidiger Tschechien, Schweden, Dänemark und Malta, das sich in einem Play-off gegen Österreich den Aufstieg aus der Conference sicherte.
Der Abstieg
In der Rugby Europe Championship 2026 gewann Deutschland das erste Spiel, 30:24 gegen Rumänien in Heidelberg, und verlor die übrigen vier. Es folgten ein 12:68 gegen Portugal in Dessau und ein 3:18 in Belgien, in der Platzierungsrunde ein 25:35 in der Schweiz und ein 7:76 gegen die Niederlande im Spiel um Platz sieben in Madrid. In der Zweijahreswertung aus 2025 und 2026 wurde Deutschland Letzter und stieg ab.
Neuer Trainer
Mark Kuhlmann trat Ende April nach sieben Jahren als Cheftrainer zurück. Nachfolger wurde sein bisheriger Assistent Michael Poppmeier. Der 43-Jährige ist in Südafrika geboren und bestritt 48 Länderspiele für Deutschland. Er war Kapitän der Nationalmannschaft. Im November 2018 spielte Deutschland in Marseille ein Repechage-Turnier um den letzten Startplatz der WM 2019. Nach dem 26:9 zum Auftakt gegen Hongkong sei das Spiel gegen Kanada „wie unser Finale“ gewesen, sagte Poppmeier im Mai, kurz nach seiner Ernennung. Deutschland verlor 10:29, Poppmeier spielte in der zweiten Reihe. Kanada gewann das Turnier und fuhr zur WM, Deutschland besiegte zum Abschluss noch Kenia 43:6. Als Trainer arbeitete er beim Heidelberger RK, beim RSV Köln und bei Tel Aviv Heat im Rugby Europe Super Cup. Zum Trainerstab des SC Frankfurt 1880 gehört er weiterhin, das war laut Poppmeier Teil der Absprachen bei seiner Ernennung.
Poppmeier will dauerhaft auf junge Spieler aus Deutschland und aus den französischen Espoirs-Teams setzen, statt bekannte Namen nur für einzelne Spiele zu holen. Lücken sah er im Mai beim Verbinder und in der ersten Reihe, als mögliche Verstärkungen nannte er Albert Lindner (Connacht) und Christopher Hennig (Grenoble). Beide stehen nicht im Kader für Litauen. Hans-Peter Wild, Eigentümer von Stade Français, unterstützt das deutsche Rugby nicht mehr finanziell. Mit dem Ende der Wild Rugby Academy sei auch das Geld für das deutsche Rugby weggebrochen, sagte Poppmeier.
Poppmeier kündigte an, das Spiel schneller machen zu wollen. Die Geschwindigkeit an den Rucks sei in der Championship nicht gut genug gewesen. Große Spieler habe Deutschland nicht, Vorbild sei Portugal, das ebenfalls mit kleineren Spielern und hohem Tempo spiele. Einen Vorteil sieht er im Termin der Trophy: Sie beginnt im Herbst, wenn die Spieler aus der Bundesliga im Spielrhythmus sind. Vor der Championship lagen zwischen dem letzten Ligaspiel Ende November und dem Auftakt gegen Rumänien im Februar mehr als zwei Monate ohne Spiel. Dass die Mannschaft nach dem Sieg gegen Rumänien nicht nachlegen konnte, sieht er als mentales Problem.
Im Juni sagte Poppmeier, derzeit sei „definitiv kein Geld“ da. Für Testspiele gebe es kein Budget. Einladungen der Vereinigten Arabischen Emirate und Simbabwes habe Deutschland abgelehnt, weil es die Flüge nicht bezahlen konnte. Auch eine Teammanagerin finanziert der Verband nicht mehr. Den Abstieg sieht Poppmeier nüchtern: „Wir sind da, wo wir hingehören.“ In der Championship spielten Profimannschaften, und wer dort regelmäßig mit 50, 60 oder 70 Punkten untergehe, verliere irgendwann das Interesse der besten Spieler in Frankreich.
Der Kader
Rugby Deutschland hat 25 Spieler nominiert, die Mannschaft reist am Freitag nach Šiauliai. 23 von ihnen spielen in Deutschland, acht davon beim deutschen Meister SC Frankfurt 1880. Aus dem Ausland kommen Darren Ferrar (UL Bohemians, Irland) und Prop Johannes Polomsky, der in der Akademie von Stade Français spielt. Bei der U18-Europameisterschaft 2025, die Deutschland als Fünfter abschloss, war er neben Karl Kasper einer der Führungsspieler der deutschen Mannschaft. Geleitet wird die Nachwuchsausbildung des Pariser Klubs von Kobus Potgieter, der die deutsche Nationalmannschaft von 2013 bis 2018 trainierte und die Wild Rugby Academy in Heidelberg leitete.
Im Juni hatte Poppmeier gesagt, der Verband wolle mehr in Deutschland spielende Spieler einsetzen. Er selbst verlange, dass jeder Nominierte für alle fünf Trophy-Spiele zur Verfügung stehe. Stade Français habe zugesagt, seine jungen deutschen Spieler freizugeben, Erste-Reihe-Spieler je nach Termin ausgenommen. Im Kader steht mit Polomsky nur einer von ihnen. Für die Spiele im November-Länderspielfenster nannte Poppmeier neben Hennig auch Shawn Ingle und Daniel Hamilton-Strong, die in der Championship 2026 zum Kader gehörten. Auch sie fehlen.
Von den 23 Spielern im Spieltagskader beim 30:24 gegen Rumänien im Februar stehen sechs im aktuellen Kader. Gedrängehalb Oliver Paine stand in der Startformation, Ferrar, Christopher Howells, Hassan Rayan, Toby Bauer und Aidan Dixon saßen auf der Bank. Nicht im Kader steht unter anderem Justin Renc, Kapitän in der Championship. Es fehlt auch Karl Kasper von Stade Français, der laut Poppmeier in der Championship mit 18 Jahren sein erstes Länderspiel bestritt.
Der Gegner
Litauen wurde in der Trophy 2025/26 Vierter. Den einzigen Sieg holte die Mannschaft zum Saisonabschluss mit 47:8 zu Hause gegen Kroatien. Davor verlor sie 8:41 in Šiauliai gegen Polen, 3:38 in Schweden und 5:87 in Tschechien. In Dänemark unterlag Litauen 34:38 und holte damit einen defensiven Bonuspunkt. Cheftrainer war in der vergangenen Saison Gediminas Marcišauskas, Kapitän Tautvydas Krasauskas. Einen Kader für Samstag hat Litauen noch nicht veröffentlicht.
Das letzte Duell
Beide bisherigen Länderspiele gewann Deutschland: 1993 in Berlin mit 31:5, es war Litauens erstes offizielles Länderspiel, und am 30. Oktober 2021 in Šiauliai mit 46:16. Damals ging Litauen in Führung. Schlussspieler Donatas Vilimavicius traf mit zwei Straftritten zum 6:0 (5.). Deutschland drehte das Spiel mit drei Versuchen in zehn Minuten: Prop Jörn Schröder (19.), Achter Timo Vollenkemper (22.) und Verbinder Maximilian Kopp, dessen Versuch Paine erhöhte (29.). Nach einem Straftritt von Verbinder Eimantas Bagarauskas stand es zur Pause 17:9 für Deutschland.
Nach dem Wechsel legte Außendreiviertel Felix Lammers den vierten deutschen Versuch (42.). Litauens Zweite-Reihe-Stürmer Paulius Strigunas sah Gelb (47.), in Unterzahl traf Paine mit einem Straftritt (50.). Den einzigen litauischen Versuch legte Flanker Domantas Tautkus (55.), Bagarauskas erhöhte. Danach traf der eingewechselte Nico Windemuth zweimal, sein zweiter Versuch wurde zum 41:16 erhöht (66.). Den letzten Versuch legte Außendreiviertel Zani Dembele in der Nachspielzeit zum 46:16 (81.), auch dieser Versuch fiel in Unterzahl, nach Gelb gegen den eingewechselten Rokas Lipnickas (78.). Paine kam mit vier Erhöhungen und einem Straftritt auf elf Punkte. Vor 450 Zuschauern auf nassem Platz leitete Gert Visser das Spiel.
Drei Spieler von damals stehen auch jetzt im deutschen Kader: Paine, Hassan Rayan, 2021 in der zweiten Reihe, und Robert Lehmann, damals Flanker. Bei Litauen spielte Tautvydas Krasauskas, Kapitän der vergangenen Saison, damals als Gedrängehalb. Die Trophy 2021/22 beendete Deutschland als Dritter.
Ausblick
Das erste Heimspiel bestreitet Deutschland am 14. November gegen Dänemark in Köln. Am Samstag empfängt außerdem Schweden den Titelverteidiger Tschechien (14 Uhr deutscher Zeit).
Der Trophy-Sieg allein führt nicht zurück in die Championship. Nach der vergangenen Saison stieg nicht Trophy-Sieger Tschechien auf, sondern Polen, weil Rugby Europe den Aufstieg über einen Zweijahreszyklus vergibt.
Kader Deutschland
SC Frankfurt 1880: Cosmos Zymvragos, Hassan Rayan, Aidan Dixon, Makonnen Amekuedi, Christopher Howells, Christophe Edene, Vinzenz Maier, Oliver Paine.
SC Neuenheim: Nikolai Klewinghaus-Hacker, Anton Troch, Enrich Bülow, Mattes Bachmann, Robert Lehmann.
RG Heidelberg: Nikias von der Lohe, Nick Hill, Asafo Fau, Felix Meffert.
Hannover 78: Toby Bauer, Jan Piosik, Alexander Brosowski.
TSV Handschuhsheim: Niklas Bechtel. Hamburger RC: Nils Kanngießer. RC Unterföhring: Younes Zahag. Stade Français Paris: Johannes Polomsky. UL Bohemians: Darren Ferrar.
Cheftrainer: Michael Poppmeier.
Quellen
- Rugby Europe · Lithuania v Germany ↗
- Rugby Deutschland · 15er Herren Nationalmannschaft: Mit diesem Kader geht es für die schwarzen Adler nach Litauen ↗
- Rugby Europe · 26/27 Fixtures announced for Trophy and Conference Divisions ↗
- Rugby Europe · The return of the Men's Rugby Europe Trophy ↗
- Rugby Europe · Germany v Romania (2026) ↗
- Rugby Europe · Spain win the U18 Championship for the first time ↗
- All.Rugby · Paris rugby team players for 2026/2027 ↗
- Stade Français · Les U21 ↗
- LinkedIn (Kobus Potgieter) · Kobus Potgieter ↗
- All Things Rugby · Germany bet on momentum as youth-focused REC squad targets survival ↗
- Rugby Europe · Lithuania v Germany (2021) ↗
- World Rugby · Lithuania v Germany, Rugby Europe Trophy 2021/22 ↗
- RugbyPass · South African Michael Poppmeier unveiled as Germany's new head coach ↗
- Ruck · Ex-Junior Springbok lands first international head coach role ↗
- Rugby TTL (YouTube) · Germany's New Head Coach Mike Poppmeier: Rebuilding, Funding & Rugby Europe ↗
- What's All The Ruckus? (Spotify) · New Germany head coach speaks after appointment ↗
- ran · Rugby Europe Championship 2026: Deutschland mit runderneuertem Kader ↗
- Wikipedia · 2019 Rugby World Cup – play-off qualifications ↗
- Wikipedia · 2026 Rugby Europe Championship ↗
- Wikipedia · 2025–26 Rugby Europe Trophy ↗
- Wikipedia · 2021–22 Rugby Europe Trophy ↗
- Wikipedia · Lithuania national rugby union team ↗
Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt.