Frankreich gewinnt 35:16 gegen Schottland und beendet die Six Nations mit vier Siegen und einer Niederlage. Der Ankick war am Samstagabend um 21:00 Uhr deutscher Zeit. Danach ging es weniger um den klaren Ausgang als um eine Szene nach einem Pfiff, die der Schiedsrichter mit zehn Minuten Zeitstrafe ahndete.
Eine Karte, die nicht reicht
Im Vorpass-Podcast (Folge 239) waren wir uns einig: Der Kopfstoß gegen den am Boden liegenden White hatte mit einem Tackle nichts zu tun. Er wäre direkt Rot gewesen, mit einer längeren Sperre. Als Erklärung für die milde Entscheidung kommt uns die Verunsicherung der Schiedsrichter in den Sinn. Sie haben in dieser Saison viele rote Karten in anderen Situationen gezeigt, und das Kartensystem wurde mitten in der Saison geändert. Das halten wir für schlampig, denn wer die Regeln im laufenden Wettbewerb verschiebt, bekommt ausgerechnet bei echten roten Karten Zögern statt Klarheit.
Frankreichs Saison
Sportlich ist wenig an diesem Sieg zu deuteln. Frankreich stellt in dieser Six Nations den besten Angriff der Liga mit 43,6 Punkten pro Spiel und die beste Verteidigung mit 18,6 Gegenpunkten. Vor dem Spiel hatte die Mannschaft in Irland 42:27 und in Italien 73:24 gewonnen. Den Grand Slam, für den alle fünf Spiele gewonnen sein müssen, hatte sie schon am 8. Februar mit dem 25:26 in England verspielt. Im Podcast halten wir Frankreich trotzdem für den verdienten Champion, sehen aber ein Turnier, in dem mehr drin war. Gerade bei dieser Mannschaft müsste der Grand Slam in den vergangenen Jahren häufiger gelungen sein.
Schottland bleibt unter den Möglichkeiten
Schottland konnte nach unserer Einschätzung phasenweise mithalten, am Ende war der Abstand aber deutlich. Die Bilanz von zwei Siegen und drei Niederlagen passt dazu. Den drittschwächsten Angriff der Liga mit 23 Punkten pro Spiel kombiniert die Mannschaft mit der drittschwächsten Verteidigung bei 26,2 Gegenpunkten. Auswärts blieb sie in dieser Six Nations ohne Sieg. Dabei reicht das spielerische Potenzial vom ersten bis zum fünfzehnten Mann für mehr, nur nutzt Schottland es nicht konstant genug für einen Platz im oberen Bereich. Ob es mit Trainer Gregor Townsend so weitergehen soll, sehen wir schwierig.
Was bleibt
Für Frankreich bleibt ein Turnier mit der besten Offensive und der besten Defensive, aber ohne Grand Slam, und ein Kopfstoß, der als Gelb in den Büchern steht. Für Schottland bleibt die Frage, warum eine Mannschaft mit diesem Potenzial immer wieder in der Mitte der Liga landet. Frankreich spielt am Samstag, 5. Juli, auswärts gegen Neuseeland, Schottland tritt eine Woche später, am Samstag, 12. Juli, auswärts gegen Fidschi an.
Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt.