Champions Cup rugby kehrt zurück – eine weitere packende Saison steht vor der Tür
Es gibt diese Saison zwei neue Regeln: Nur noch die drei besten Teams jeder Gruppe sind sicher im Achtelfinale, und den offensiven Bonuspunkt gibt es erst ab drei Versuchen Vorsprung.
Bordeaux beginnt die Titelverteidigung in Gloucester
Der europäische Klubwettbewerb startet in die neue Saison, zum ersten Mal seit 2018 wieder im Oktober. Französische Klubs haben den Champions Cup sechsmal in Folge gewonnen, und bei den Buchmachern liegen auch diesmal Toulouse und Bordeaux-Bègles vorn. Das Finale findet am 22. Mai in Lyon statt.
Die Favoriten
Die Buchmacher führen Toulouse und Bordeaux-Bègles mit einer Quote von jeweils 13:5, dahinter folgen Leinster, Bath, Northampton und Montpellier. Der Guardian zählt außerdem die Stormers und Glasgow zum erweiterten Kreis und nennt Pau als Außenseiter. In den letzten sechs Ausgaben des Champion Cups gewannen La Rochelle, Toulouse und Bordeaux-Bègles je zweimal.
Was sich in dieser Saison ändert
Der Auftakt wurde von Dezember auf Mitte Oktober vorgezogen, um besseres Wetter und mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Die 24 Teams spielen in vier Gruppen mit je sechs Mannschaften. Nur noch die drei besten jeder Gruppe kommen automatisch ins Achtelfinale, bisher waren es vier. Die übrigen vier Plätze gehen an die Teams mit den meisten Tabellenpunkten, egal aus welcher Gruppe sie kommen. Bei Punktgleichheit entscheidet zuerst die Zahl der Siege, danach die Punktdifferenz. Damit soll sich nicht wiederholen, was in der Vorsaison geschah: Leicester und die Bulls kamen mit nur einem Sieg aus vier Gruppenspielen weiter, die Sharks schieden mit zwei Siegen aus.
Den offensiven Bonuspunkt gibt es nur noch, wenn ein Team mindestens drei Versuche mehr erzielt als der Gegner. Bisher reichten vier eigene Versuche. Die Regel stammt aus der Top 14, laut EPCR sollen die Spiele so länger offen bleiben. Den defensiven Bonuspunkt gibt es weiterhin bei einer Niederlage mit höchstens sieben Punkten Unterschied.
Der Scotsman hält die Änderungen für kosmetisch und erwartet, dass die neue Bonusregel eher den ohnehin starken Klubs nützt. Weiterhin erreichen 16 der 24 Teams die K.-o.-Runde, vier weitere wechseln in den Challenge Cup. Es braucht also 48 Spiele, um vier Klubs aus dem Europapokal zu werfen. Das aktuelle Format gilt eigentlich bis 2030, doch Yann Roubert, Präsident der französischen Ligue Nationale de Rugby, will den Wettbewerb auf 16 Teams verkleinern: je fünf aus der URC, der Top 14 und der Premiership sowie den Titelverteidiger.
Gloucester gegen Bordeaux-Bègles (Fr 16.10., 21:00 Uhr, Kingsholm Stadium)
Bordeaux-Bègles hat den Titel zweimal in Folge gewonnen, zuletzt im Mai in Bilbao mit 41:19 gegen Leinster. Gloucester führt die Premiership an, nachdem es in der Vorsaison nur Achter wurde. Vor weniger als vier Jahren gewann Gloucester in Bordeaux 26:17.
Bordeaux fehlt Matthieu Jalibert. Maxime Lucu rückt deshalb vom Gedrängehalb auf die 10, Martin Page-Relo spielt auf der 9. Prop Ben Tameifuna (148 kg) bestreitet sein erstes Saisonspiel und steht in der zweiten Reihe neben Cameron Woki. Auf der Bank sitzt kein gelernter Halbspieler. Bei Gloucester beginnen die Neuzugänge Dewi Lake als Kapitän, Jac Morgan und Jean Kleyn. Außendreiviertel Ben Loader hat in den ersten drei Premiership-Spielen drei Versuche erzielt: „Wenn wir nicht glauben würden, dass wir gewinnen können, hätte es keinen Sinn anzutreten.“
Sale gegen Glasgow (Sa 17.10., 14:00 Uhr, CorpAcq Stadium)
Glasgow ist der einzige schottische Klub im Champions Cup. In der Vorsaison gewann das Team von Franco Smith alle vier Gruppenspiele mit Bonuspunkt, darunter ein Comeback-Sieg gegen Toulouse in Scotstoun. Als Zweiter der Setzliste schied Glasgow dann im Viertelfinale zu Hause gegen Toulon aus.
Zum dritten Mal in Folge beginnt Glasgow gegen Sale, die beiden vorigen Duelle gewann Glasgow. Danach folgen in Pool 1 Heimspiele gegen Pau und Leicester sowie ein Auswärtsspiel in Clermont. Ein schottischer Klub hat den Wettbewerb noch nie gewonnen oder das Finale erreicht, am weitesten kam Edinburgh 2012 mit dem Halbfinale.
Bulls gegen Stade Français (Sa 17.10., 14:00 Uhr, Loftus Versfeld)
Die Bulls gewannen am vergangenen Wochenende in der URC mit acht Versuchen 57:15 gegen die Lions. Trainer Johan Ackermann warnt davor, sich darauf auszuruhen: „Siege geben Selbstvertrauen, aber es besteht die Gefahr, dass sie selbstgefällig machen.“ Stade Français hält er für unberechenbar und gefährlich, auch nach Gassen und im Standardspiel. In der Vorsaison schieden die Bulls im Achtelfinale knapp in Glasgow aus.
Ackermann nimmt mehrere Wechsel vor. Handré Pollard beginnt statt Curwin Bosch, Cobus Wiese rückt von der Bank in die zweite Reihe, Marco van Staden spielt wieder in der dritten Reihe und Cheswill Jooste auf der linken Ecke. Schlussmann ist Luan Giliomee, der vor knapp zwei Wochen von den Sharks kam. Ackermann hofft, Stade Français an einem warmen Nachmittag müde zu spielen und den schnellen Hintermannschaftsspielern Raum zu verschaffen.
Clermont gegen Leinster (Sa 17.10., 16:15 Uhr, Stade Marcel-Michelin)
Leinster verlor im Mai das Finale gegen Bordeaux-Bègles und hat 31 Gruppenspiele im Champions Cup in Folge gewonnen. Im Sommer gingen James Lowe, Rieko Ioane, Rabah Slimani und Ciaran Frawley. Den Titel gewann Leinster zuletzt 2018, für Trainer Leo Cullen ist es die letzte Saison.
Stormers gegen Bristol (Sa 17.10., 16:15 Uhr, DHL Stadium)
Die Stormers schieden in der Vorsaison im Achtelfinale mit 27:28 in Toulon aus. Drittreihenstürmer Ruan Ackermann sagt, die Mannschaft sei diesmal „all in“. In der Vorsaison habe man am Ende Fehler aus der Gruppenphase bereut. Zuletzt gewannen die Stormers in der URC gegen die Sharks, neu im Kader sind unter anderem Siya Kolisi, Wilco Louw und Cheslin Kolbe. Laut Ackermann bringen Spieler, die WM-Finals gewonnen haben, Ruhe in die Woche.
Connacht gegen Saracens (Sa 17.10., 18:30 Uhr, Dexcom Stadium)
In Connachts Gruppe spielen mit Saracens, Exeter, Toulouse und La Rochelle vier Klubs, die zusammen acht der letzten elf Titel gewonnen haben. In der Liga hat Connacht eines von drei Spielen gewonnen, Probleme gibt es im Gedränge und bei der Disziplin.
La Rochelle gegen Lions (Sa 17.10., 18:30 Uhr, Stade Marcel Deflandre)
Für die Lions ist es das erste Spiel im Champions Cup. „Für uns als Lions ist es eine Herausforderung, zu sehen, wo wir stehen. Wir wollen hier bleiben“, sagt Kapitän Francke Horn. Seit südafrikanische Teams 2022/23 in den Wettbewerb kamen, ist keines über das Viertelfinale hinausgekommen. Laut Horn muss man dafür in der Gruppe ein Auswärtsspiel und beide Heimspiele gewinnen, um in der K.-o.-Runde Heimrecht zu haben. Die weiteren Gruppengegner der Lions sind Toulouse am 12. Dezember im Ellis Park, Saracens am 10. Januar in London und Exeter am 16. Januar zu Hause.
La Rochelle hat den Titel in den letzten sechs Ausgaben des Champion Cups zweimal gewonnen.
Munster gegen Racing 92 (Sa 17.10., 21:00 Uhr, SuperValu Páirc Uí Chaoimh)
Munster fehlt Jack Crowley mindestens in den ersten Gruppenspielen. In der Vorsaison schied Munster nach einer Heimniederlage gegen Castres im letzten Gruppenspiel aus. Ein K.-o.-Spiel zu Hause hat Munster seit vier Spielzeiten nicht mehr bestritten.
Bath gegen Montpellier (Sa 17.10., 21:00 Uhr, The Rec)
Bath scheiterte in der Vorsaison im Halbfinale an Bordeaux-Bègles und will diesmal ins Finale. Ob Kapitän Ben Spencer nach seiner Schulteroperation erstmals in dieser Saison spielt, entscheidet Trainer Johann van Graan erst spät in der Woche. Miles Reid fehlt nach einem nicht bestandenen Kopfverletzungstest beim 48:71 in Northampton, auch Sam Underhill ist verletzt. Louie Hennessey trainiert wieder voll mit. Der Guardian sieht Bath und Northampton als die einzigen englischen Teams, die zum Auftakt favorisiert sind.
Pau gegen Leicester (So 18.10., 14:00 Uhr, Stade du Hameau)
Pau steht in der Top 14 nach sechs Runden auf Platz zwei hinter Toulouse. Beide Teams spielen in Pool 1, zu dem auch Glasgow, Sale, Clermont und Leinster gehören.
Leicester gewann am vergangenen Wochenende in der Premiership gegen Gloucester. Trainer Geoff Parling war mit 65 Minuten zufrieden, mit den ersten zehn und den letzten fünf nicht: „In unserem Spiel ist noch viel Luft nach oben.“ Pau nennt er eine starke und gefährliche Mannschaft, die zwar wenige Stars habe, aber gute Spieler wie den früheren Leicester-Spieler Julián Montoya. Um in Frankreich zu gewinnen, müsse man die Grundlagen sehr gut beherrschen, das eigene Spiel durchsetzen und das Publikum früh zum Schweigen bringen.
Toulouse gegen Exeter (So 18.10., 16:15 Uhr, Stadium de Toulouse)
Toulouse gewann am vergangenen Wochenende 45:34 gegen Bayonne, Antoine Dupont erzielte zwei Versuche. Anthony Jelonch, Peato Mauvaka und Paul Mallez trainieren nach Verletzungen wieder voll mit und kommen für das Spiel in Frage. Weiter fehlen Thomas Ramos und Jack Willis.
In der zweiten Reihe fallen Clément Vergé (Kreuzbandriss, bis zum Frühjahr 2027), Emmanuel Meafou (Außenbandriss, bis Ende Dezember oder Januar) und Thibaud Flament (Schulter, mehrere Wochen) aus. Laut L'Équipe hat sich Toulouse deshalb mit dem 34-jährigen tongaischen Nationalspieler Jimmy Tupou als medizinischem Joker geeinigt, vorbehaltlich der medizinischen Untersuchungen. Er wird Anfang nächster Woche erwartet.
Northampton gegen Cardiff (So 18.10., 18:30 Uhr, Franklin's Gardens)
Northampton schlug Bath am vergangenen Wochenende in der Premiership 71:48, das Ergebnis löste eine Debatte über den aktuellen Zustand des Spiels aus. Cardiff will als erstes walisisches Team seit 2023 ein Spiel im Champions Cup gewinnen.
Quellen
- The Guardian · Champions Cup has a jeopardy problem: can anyone stop the Top 14 giants? ↗
- Talking Rugby Union · URC Focus: Mindset shift and maul madness offer positives for Dragons ahead of Europe ↗
- RugbyPass · Tameifuna shifts outside of front-row as Bordeaux forced into bizarre calls ↗
- RugbyPass · Ben Loader: Gloucester want to be a team that fights for everything as European champions loom ↗
- RugbyPass · Johann van Graan faces a big selection call for Bath's clash with Montpellier ↗
- L'Équipe · Anthony Jelonch et Peato Mauvaka postulent avec Toulouse pour affronter Exeter en Coupe des champions ↗
- Blog RCT · Toulouse a trouvé son joker médical : Il s'agit d'un Néo-Zélandais de 34 ans ↗
- BBC Sport · How are the Irish provinces shaping up for Europe? ↗
- EPCR · Watch: How does the Investec Champions Cup and EPCR Challenge Cup pool draws work ↗
- SA Rugby Magazine · Ackers: Bulls must reset mindset ↗
- SA Rugby Magazine · Horn: Every South African wants to compete ↗
- SA Rugby Magazine · Stormers ‘all in’ on Champions Cup ↗
- The Scotsman · Can changes save the Investec Champions Cup’s unloved pool stage? ↗
- Leicester Tigers · Parling - 'There's loads to grow in our game' ↗
Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt.

