Irland hat auch sein drittes Spiel im Six Nations gewonnen, aber ohne Glanz: Der 27:18-Sieg bei Wales stand erst in der Schlussphase fest. Wales geht ohne Tabellenpunkt aus dem Spiel, der Defensivbonus für eine Niederlage mit höchstens sieben Punkten Abstand blieb aus.
Wales hält mit
Im Vorpass-Podcast (Folge 237) hatten wir mit einer Niederlage von mehr als 20 Punkten gerechnet. Nach dem 0:43 in Frankreich und dem 15:22 in Italien war das keine kühne Annahme. Stattdessen blieb Wales lange auf Augenhöhe. Nach unserer Einschätzung hatte die Mannschaft mehr Ballbesitz, mehr Läufe, mehr Durchbrüche und mehr Pässe als Irland, und beide Teams legten je zwei Versuche. Ein weiterer walisischer Versuch wurde nach Videoprüfung wegen eines Vorballs zurückgenommen, es ging um Millimeter. Mit einem Versuch mehr wäre das Spiel anders ausgegangen.
Dass Wales so auftreten konnte, hing auch an der Besetzung. Verbinder Gareth Anscombe steuerte das Spiel, entschied zwischen Kick und Angriff und ordnete die Stürmer. Ben Thomas spielte auf der 12 und damit dort, wo er mehr zu Hause ist. Faletau machte ein sehr gutes Spiel, und mit Jac Morgan und Tommy Reffell standen beide Balljäger gleichzeitig auf dem Platz. Dass Anscombe erst jetzt von Beginn an spielte, hätte aus unserer Sicht schon in den Wochen davor passieren sollen.
Irland löst es spät
Irland ging in der ersten Halbzeit schlampig mit seinen Chancen um und hat Wales offenbar unterschätzt. Dazu kamen Probleme in der eigenen Besetzung: Conan ging zur Pause raus, ein Spieler fehlte, und Ryan Baird rückte kurzfristig auf die Bank. Tighthead Clarkson hatte im Gedränge Mühe. Die Hintermannschaft musste improvisieren, und das gelang gut.
In den letzten rund 14 Minuten trafen die Iren dreimal per Straftritt durch Prendergast, der nach durchwachsener erster Halbzeit eine sehr starke zweite spielte. Ein ruhiger Arbeitssieg unter schwierigen Umständen ist genau das, was Spitzenteams langfristig auszeichnet.
Was bleibt
Für Wales stellt sich weniger die Frage nach der Leistung als nach dem Ertrag. Die Mannschaft stellt mit 11 Punkten pro Spiel den schwächsten Angriff und mit 30,7 Gegenpunkten pro Spiel die schwächste Verteidigung des Turniers. Zuvor hatte sie fünf Spiele in Folge verloren. Wir meinen: Wenn alle Schüler durchfallen, liegt das Problem eher beim Lehrer. Gatlands Abgang war richtig, kam aber zu spät. Die Spielweise aus diesen Wochen trug die Mannschaft nicht weit genug, und im Podcast war unsere Lesart, dass Wales besser ist, als es zuletzt dargestellt wurde.
Irland hat nach drei Spielen drei Siege, den zweitbesten Angriff und die zweitbeste Verteidigung des Turniers. Wales spielt am Samstag, 8. März, um 17:45 Uhr bei Schottland, Irland empfängt am selben Tag um 15:15 Uhr Frankreich.
Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt.