Der Berliner RC hat das Nachholspiel des 4. Spieltags der 1. Rugby-Bundesliga gegen die RG Heidelberg mit 19:61 verloren. Auf dem Sportplatz Sachtlebenstraße legten die Gäste am Samstag bei Wind und Nässe neun Versuche, die Gastgeber drei. Zur Pause lag die RGH bereits deutlich vorn.
Lomauri eröffnet früh
Den ersten Versuch legte der Heidelberger Kapitän, und es blieb nicht sein letzter. Schon im ersten Angriff arbeiteten beide Sturmreihen um jeden Meter. Aus einem Paket lösten sich die Heidelberger, und nach knapp fünf Minuten drückte Levan Lomauri den Ball im Malfeld ab. Gedrängehalb Luca Meffert erhöhte zum 0:7.
Kurz darauf führte ein Diagonalkick ins Malfeld, doch der Versuch zählte nicht: Schiedsrichter Paul Warman hatte vorher abgepfiffen. Die Gäste blieben im Angriff. Nach gut einer Viertelstunde legte Verbinder Bastian van der Bosch nach, Luca Meffert erhöhte zum 0:14.
Drei Versuche während der Zeitstrafe
Nach etwa 20 Minuten musste Berlins Prop Falefatu Tamotu mit Gelb vom Feld. Diese Phase nutzte die RGH. Binnen weniger Minuten legten Zweite Reihe William Hale, erneut van der Bosch und Prop Anthony Bigley jeweils einen Versuch. Luca Meffert erhöhte jedes Mal, nach 26 Minuten stand es 0:35.
Einer der beiden Versuche van der Boschs begann mit einem gewonnenen Kampf am Kontaktpunkt. Die Heidelberger Hintermannschaft forderte den Ball, der Angriff lief von links nach rechts, und van der Bosch, 7er-Nationalspieler, nahm den Ball direkt aus dem Kontakt auf. Er schlug zwei Haken und war durch die Berliner Verteidigung.
Danach öffneten sich in der Berliner Abwehr Lücken. Auf der linken Seite spielten die Gäste eine Überzahl aus. Einmal stemmte sich der BRC auf der eigenen Mallinie gegen den Angriff, doch auch dort kamen die Heidelberger durch. Lomauri vollendete zwei weitere Angriffe zum Hattrick, dazwischen sah Innendreiviertel Gabriel Hellstern die zweite Gelbe Karte für die Gastgeber. Außendreiviertel Vincent Peterburs stellte auf 0:54.
Berliner Antwort erst nach der Pause
Danach war der BRC am Zug, obwohl mit Zweite Reihe Emmanuel Plattard und Außendreiviertel De Matheo Halsch zwei weitere Berliner Gelb sahen. Außendreiviertel Quentin Hickstein legte den ersten Versuch der Gastgeber, Verbinder Paul Andrè Steinau erhöhte.
Hicksteins zweiter Versuch begann mit einem Angriff über die kurze Seite. Daran war Hellstern beteiligt, der zuvor in List und gegen den HRK jeweils drei Versuche gelegt hatte und diesmal als Vorbereiter auftrat. Hickstein spielte einen Chip-Kick, setzte nach, fing den Ball selbst und legte ab. Steinau verfehlte die Erhöhung. Nach der Pause legte der für Johann Lüders eingewechselte Alfredo Strollo den dritten Berliner Versuch, Steinau erhöhte zum 19:54.
Ein Versuch nach dem Wechsel
Die zweite Halbzeit verlief anders. Nach 54 Punkten vor der Pause ließ der BRC nur noch einen Versuch zu: Prop Mustafa-Cem Bayram legte ihn für die RGH, Luca Meffert erhöhte zum Endstand von 19:61. Die Berliner kamen erst nach dem Wechsel zu Punkten.
Bester Punktesammler war Luca Meffert mit 16 Punkten aus acht Erhöhungen, Lomauri kam auf 15. Beim BRC sammelte Hickstein mit seinem Doppelpack zehn Punkte.
Faktenbox
Endstand: Berliner RC – RG Heidelberg 19:61 (Halbzeit 19:54)
Punkte Berliner RC (19): Versuche: Hickstein (2), Strollo; Erhöhungen: Steinau (2)
Punkte RG Heidelberg (61): Versuche: Lomauri (3), van der Bosch (2), Hale, Bigley, Peterburs, Mustafa-Cem Bayram; Erhöhungen: Luca Meffert (8)
Gelbe Karten: Tamotu, Hellstern, Plattard, Halsch (alle Berliner RC)

