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Vorpass · Folge 82

Rugby in der DDR, #icare, Inklusion und der CVC 6Nations Deal

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Hauptthema des Pods ist heute Rugby in der DDR bzw. ein Buch was darüber von Henric Lewkowitz und Walter Gebhard geschrieben wurde. Wir freuen uns, dass wir Henric Lewkowitz als Gast heute dabei hatten. Wir gehen gemeinsam auf seine Rugby Biografie, seine Spieler- und Funktionärskarriere in Berlin und Deutschland ein und wie es dazu kam, dass das Buch geschrieben wurde. Wie kam es dazu, dass Stahl Henningsdorf Rekordmeister wurde, in welchen anderen Regionen war Rugby populär, wie sehr wurde Rugby gefördert und wie wurde die Wende in der Rugby Gemeinschaft wahrgenommen? Schaut auch gerne mal im 1. Deutschen Rugby Museum vorbei. Das Buch bekommt ihr unter rugbymuseum@t-online.de. Außerdem gehen wir auf die #icare Debatte, den CVC 6Nations Deal und Inklusion im Rugby ein. Viel Spaß!

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Transkript

Automatisch erstellt, kann Fehler enthalten. Stand: 02.10.2026. Klick auf eine Zeitmarke spielt die Folge ab dieser Stelle.

0:14 Ja, hallo und herzlich willkommen zu unserem Podcast Vorpass. Wir sind ja wieder da. Wir hatten ja ein bisschen über Weihnachten zur Pause. Vivian und ich waren letzte Woche wieder zusammen und diese Woche sind wir zu dritt. schon wieder. Big G und Vivian sind wieder am Start und noch dazu haben wir einen sehr special Guest, aber dazu kann Big G uns noch mehr sagen. Big G, wen hast du für uns organisiert schon wieder? Wir haben Hendrik heute organisiert, der ein Buch herausgegeben hat, Rugby in der DDR und das auch zum Teil mit verfasst hat und ich habe das, glaube ich, gesehen irgendwie auf einem Facebook-Post oder so vielleicht vom DRV und ich dachte mir so, oh Rugby in der DDR, das hatten wir auch schon mal angedacht, dass wir darüber einen Podcast machen und da habe ich halt Henrik angeschrieben und er hat es dankenswerterweise bereit erklärt, heute als Gast hier zu sein, um uns ein paar Minuten Einblicke zu geben über das Buch, was er geschrieben hat.

1:17 Henrik, herzlich willkommen. Willkommen, hallo. Hallo, danke, dass du da bist. fang doch mal ganz kurz mit deiner Biografie an. Wie bist du zum Rugby gekommen? Wo wohnst du? Wer bist du? Ganz kurz einen Einblick geben, deine Verbindung zu Rugby Deutschland. Also ich bin 1949 geboren, also schon etwas betagter und bin mit 16 Jahren zum Rugby gekommen. habe in Amerika ein bisschen American Football gespielt, in der Straße, also nicht mit ihrer Schutzkleidung, sondern nur so, so wie man hier mit dem Fußball knödelt, so spielt man in den USA so American Football. Und dann kam ich nach Berlin zurück nach den Schulferien und dachte, naja, jetzt suchst du dir mal einen Football-Club. Und dann gab es keinen damals.

2:08 Das war so 1966, 1967. Und dann habe ich aber einen Rugby-Club gefunden, den Berliner Rugby-Club. und bin da hingegangen zum Training und habe dann da mitgemacht. Und das war mein Einstieg. Und da die damals keine Jugend hatten oder wenig Jugendliche, musste ich gleich mit 16, 17 Jahren so bei den Herren trainieren. Und das war der Anfang mit dem Rugby. Ist der Berliner Rugby-Club noch der Berliner Rugby-Club, den wir heute kennen, der in der ersten Bundesliga spielt? Also vom Namen her schon, aber damals war das alles ein bisschen anders. Da war man froh, wenn man 15 Leute zum Wochenende zusammenbekommen hat. Auswechslspieler gab es damals noch nicht oder höchstens zwei. Also war man so mit 17, 18 Mann immer unterwegs, wenn man dann irgendwo hingefahren ist. Aber es waren ganz andere Verhältnisse damals.

2:57 Aber es ist im Endeffekt noch wirklich der gleiche Verein, ja? Ist der gleiche Verein, ja. Wie lange ging denn dann deine Spielerkarriere dann? Bis 26 habe ich gespielt, verschiedene Positionen in dem Klub. Ich habe angefangen, wie man anfängt, so in dem Alter als Eckdreiviertel und später dritte Reihe, Außenstürmer. und mit 26 habe ich mich dann in einem Spiel gegen die Briten verletzt, habe eine Meniskusverletzung gehabt und musste dann aufhören. Und mit der Verletzung wollte ich aber trotzdem beim Rugby bleiben irgendwie und habe dann schon bald angefangen, Kinder zu trainieren beim BRC. Sie hatten eine C-Schülermannschaft und war dann der C-Schüler-Trainer für zwei Jahre ungefähr. Und dann habe ich mich so ein bisschen bei den Schülern um die Schiedsrichterei gekümmert, also habe Schülerspiele gepfiffen und in Berlin gab es dann so eine Schiedsrichtervereinigung, die auch Ausbildung gemacht hat.

4:01 Ich habe das gemacht und habe dann mit denen, also später bis zur C2-Lizenz als Schiedsrichter dann mich da hochgearbeitet. Dann habe ich später dann immer wieder bis zur zweiten Bundesliga-Spiel gefissen. Ah, okay. Und du bist dann also immer noch über Jahre, Jahrzehnte hinweg nach deiner Verletzung mit 26, sag ich mal so, immer dem Rugby-Sport verbunden geblieben. und dann 2018 fand ja der allgemeine deutsche Rugbytag oder wie hieß es nochmal? Also die Sportgeschichte ging ja weiter. Auf einer anderen Ebene, der Rugbyclub war dann noch an der Freien Universität engagiert. Da gab es Hochschulsport und da gab es immer Hochschulkurse und die hat normalerweise immer Fritz Feierheim geleitet. Das war der langjährige Vorsitzende und Trainer beim BAC.

4:57 Und den habe ich dann mal vertreten beim Hochschulsport als Trainer und habe ihn später übernommen, weil das war ihm dann auch zu viel. Der hat ja dann noch mehr Jugendliche bekommen, eine Herrenmannschaft und dann noch Hochschulsport, das war also ihm zu viel. Und ich habe dann später den Hochschulsport übernommen. Und in dem Hochschulsport waren dann schon einige, die schon alle vom Raketen hatten, die aber alle beim Berliner Sportclub gespielt haben, beim BSC. Ja, kenn ich. Und weil dann die Connections oder die Verbindung zu den Spielern relativ gut war, wir haben dann am Hochschulturnier teilgenommen bei deutschen Meisterschaften, da war ich dann als Trainer bei, von der Hochschulmannschaft, habe ich dann den Verein gewechselt und war dann Trainer vom BSC.

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5:45 Und das war ich dann so etwa 15 Jahre lang. und war also eigentlich so als Schiedsrichter und als Trainer engagiert. Und dann bin ich auch noch ein bisschen ins Management eingestiegen. Ich war dann zeitweise zweiter Vorsitzender beim Raktivverband und später auch Pressewart beim Deutschen Raktivverband. Wo warst du zweiter Vorsitzender? Das habe ich jetzt nicht verstanden. Vielleicht die anderen, aber... Ich war zweiter Vorsitzender beim Berliner Raktivverband und blieb das ein paar Jahre mit Peter Welsch zusammen, der war der erste Vorsitzende und als er 1995 aufgehört hat, wurde ich dann erster Vorsitzender beim Magdino Rugby-Verband. Also habe ich eine ganze Packung von Jobs da gehabt beim Rugby.

6:31 Da hast du eine Menge Sachen gehabt, vom Spieler bis alle Funktionärsdinger durch auf verschiedenen Ebenen, sag ich mal so. Club, Bundesland bzw. Stadt und dann auch noch das gesamte Land vertreten. Naja, ich war dann Vorstand des Deutschen Raktivverbandes ein paar Jahre und zwar als Pressewart und dann auch als Redakteur des Deutschen Raktivjournals. Es gab früher mal eine gedruckte Version. Ja, ich erinnere mich. Genau, da war ich jahrelang Redakteur. Und das ist auch ein guter Einstieg. Dann 2018, um jetzt den Bogen zu spannen, wurdest du angesprochen? Nee. Immer noch nicht, George. Ich war dann in der Funktion als Vertreter vom Berliner Sportclub bei deutschen Rugby-Tagen und zugleich auch manchmal als Mitglied des Vorstandes vom Deutschen Verband.

7:30 Und dann war ich auf den Rugby-Tagen und habe dann irgendwann mal den Walter Gebhardt kennengelernt. Ich glaube, darauf wolltest du hinaus. Genau, darauf wollte ich hinaus. Und wie ist es dann zur Kooperation gekommen? Also Walter Gebhardt ist eigentlich der Kurator des Deutschen Rugby-Sportmuseums in Heidelberg. Er wohnt eigentlich in Aachen und hat da den Aachen Rugby-Club mit aufgebaut und kümmert sich da um die alten Herren und so. und ist aber eigentlich vom SC Neuenheim und ist der Kurator des Museums und hat in beiden Städten dann gewirkt. Also und er hat immer zu den Rugby-Tagen, wenn nicht immer, aber ein paar Mal dann Ausstellungen gemacht. Also er hat dann Plakate ausgestellt oder Dokumente zu bestimmten Themen des Rugby-Sports.

8:19 Und da kamen wir ins Gespräch und da hielten wir uns und seine Projekte und so Und dann kamen wir mal unter anderem auf das Thema, naja, da nähert sich bald so ein Datum, 30 Jahre ist es her, dass sich der Deutsche Racktionsportverband der DDR aufgelöst hat, nämlich 1990. Das Datum ist sozusagen absehbar und nach 30 Jahren und es gibt eigentlich keine Zusammenschau, was ist aus dem Sport geworden, wie haben sich die Vereine entwickelt. Also es gab da nichts Gedrucktes oder wo man sich informieren konnte. Es gab ein Buch damals von Klaus-Peter Bach aus Heidelberg, der hat eine tolle Geschichte geschrieben, 100 Jahre deutscher Rugby-Sport. Da ist es im DDR-Sport, nimmt da ein ziemlich großes Kapitel ein.

9:07 Also das ist das Einzige, was es gibt, aber das Buch gibt es auch nicht mehr, ist vergriffen. Insofern, wenn man sich über den Rugby-Sport in der DDR informieren will, ist es ja nicht einfach. Also dann ist man so, ja, dann sucht man. Viel akribische Sucharbeit, wo einem Google wahrscheinlich nicht mehr so viel weiterhelfen wird. Naja, es gibt bei Wikipedia ein paar Einträge, die sind gar nicht so schlecht, aber es ist bald erschöpft. Wenn man, wer wissen will, dann wird es schwierig. Okay. Ja und, ja. Und das war 2018 und ihr hattet gesagt, okay, 2020 nähert sich das 30-jährige Jubiläum. und wie ging es dann weiter? Naja, uns ist dann klar geworden, das ist auch ein Alterungsprozess, das heißt also die Zeitzeugen, die Menschen die Entwicklung des DDR-Ragbysports begleitet haben, also ihnen aufgebaut, gepflegt haben, daran gearbeitet haben, ihnen weiter aufrecht zu erhalten und auch international eine Rolle zu spielen, die werden natürlich auch nicht jünger Also wurde es Zeit sozusagen mal zu gucken, wen gibt es da, wer hat da mitgewirkt, wer war wichtig in der Zeit.

10:21 Und man merkt ja auch, wenn die Leute nicht mehr da sind oder nicht mehr ansprechbar sind, mit denen verschwinden dann auch so Belege, Quellen, Dokumente, Auszeichnungen, Programmhefte, Erinnerungen. Irgendwann mal sind wir halt nicht mehr da. Auch die Zeitzeugen sind dann nicht mehr da. Und es wurde auch wirklich Zeit, also so finde ich, Gespräche zu führen und Informationen zu sammeln. Also alteraktive Fotos von den Vereinen aus der DDR zu suchen, zu sammeln oder Dokumente oder auch mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Das war so der Ansatzpunkt. Also die Frage ist, mit wem reden wir? Wen gibt es da? Wer kann uns da gut Auskunft erteilen? Wer ist da kompetent? Und wer hat da viel miterlebt vom Anfang, also so weit zurückgehend wie möglich.

11:16 Und dann kam man natürlich sofort auf den ersten Vorsitzenden, der lange Jahre lang den DDR-Ragbysport als Vorsitzender betreut hat. Das ist der Kern Charme. Und das war sozusagen der erste Gesprächspartner, den wir da hatten. Welche Fragen, was waren denn so eure Kernfragen, wo ihr angefangen habt, die euch interessiert haben, die im Vordergrund standen, die ihr beantwortet haben wolltet, unabhängig von den Akteuren. Was waren die drei, vier, fünf Kernfragen? Also diese Veröffentlichung, die wir da geplant oder gemacht haben, die hat sich weniger so den enzyklopädischen Anspruch gestellt. Also viele Veränderungen sind ja so Auflistung von Anzahl der Länderspiele, wie viele Meistertitel, wie viele Nationalspieler, wer hat wie viele Länderspiele gemacht. Also diesen Anspruch hatten wir da nicht. Das hat ja Klaus-Peter Wach damals schon ganz toll gemacht.

12:17 Wir haben ein bisschen was davon aus dem Buch übernommen, aber die Hauptform waren andere. Also die Frage ist, wie kam man überhaupt in der DDR zum Rackbysport? Das war ja noch weniger verbreitet in der DDR als im ehemaligen Westdeutscher, als in der BRD, wie man früher so schön gesagt hat. Es gab ja viel mehr Klubs im Westen als im Osten, aber die Frage ist, wie kam man überhaupt auf die Idee, diesen Sport zu betreiben? Und wenn man so eine Minderheitensportart hat, wie kann man sich da bei Wasser halten? Und was waren die Widerstände, gegen die man da kämpfen musste? Und wie hat man das trotzdem geschafft, Leben zu erhalten, neu zu gründen und sogar internationale Wettbewerb und Anerkennung zu erringen?

13:09 Also bei internationalen Wettbewerben teilzunehmen oder auch in der Technischen Kommission des Europäischen Rugby-Verbandes, da hat die DDR ja auch Leute entsandt, diese Kommission. Und das war ja wichtig auch. Und vor allem auch, was hat die Leute angetreten? Wie kamen sie zum Rugby? Wie wurden sie Rugby-Verrückte sozusagen, die zum großen Teil auch ihr Leben in dieser Sportart gewidmet haben? Und sie haben die ganzen Widerstände, die es da gab, oder es waren die Schwierigkeiten, es gab ja nicht nur Widerstände, es gab ja auch Förderung, es gab auch Unterstützung. Aber es ist natürlich für so eine Sportart, die nicht olympisch in der DDR war. Ja, genau. Das war sozusagen unsere Herangehensweise auf der einen Seite und zum anderen hat uns dann auch noch interessiert, dann kam ja die Wende 1989, die Frage, wie haben die das erlebt, die Sportkampagne in der DDR?

14:03 Was ist da mit denen passiert? Wie hat sich das alles verändert, ihre Sichtweise, ihre Arbeitsverhältnisse, also beruflich, aber auch sportlich natürlich. und zum Teil sind die Mannschaften ja auch zerfallen dann und viele sind abgewandert, entweder aus beruflichen Gründen oder sind zu Westdeutschen oder zu Westberliner Vereinen gegangen. Also es gab schon einen ganz großen Aderlass im DDR-Ragby. Okay, das waren also die Kernfragen. Ja, danke. Und ihr habt angefangen mit Gerd Schahn, der selbst bis ins hohe Alter noch selber gespielt hat, Anfang der 2000er Jahre sogar noch, in der Altherrenmannschaft in Brisbane gespielt hat. Ich würde jetzt erstmal ganz kurz eine Pause machen und dann nach der Pause auf die Interviews eingehen und die Anfänge vielleicht in der DDR.

14:57 Dann seid gespannt, liebe Zuhörer, bis gleich bei Vorpass. Herzlich willkommen zurück bei Vorpass. Wir sind hier im zweiten Teil. Henrik hat eben schon einen Einblick gegeben in die Motivation, warum das Buch geschrieben wurde, beziehungsweise angefangen wurde. Und ist auf den ersten Gesprächspartner eingegangen, den Gerd, der langjähriges Mitglied bei Stahl-Henningsdorf war. Und Stahl-Henningsdorf ist der DDR-Rekordmeister mit einer ganzen Menge Meisterschaften. Und jetzt würde ich gerne an die Anfänge in die 1950er Jahre zurückgehen oder vielleicht sogar noch früher. Wie kam es überhaupt dazu, Henrik, was ist da passiert in Henningsdorf und der Region um Berlin herum, dass die so viele Rugby-Vereine hervorgebracht haben? Und wer war da der maßgebliche Treiber am Anfang in den 1940er, 50er, 60er Jahren?

15:55 Also die Persönlichkeit, die verantwortlich ist, dass Rackbü überhaupt richtig Fuß gefasst hat, war Erwin Thieses. Ein Spieler, der früher bei Tennis Borussia, also der ist ein Länderspieler, hat 14 Länderspieler absolviert, war früher bei Tennis Borussia, war auch mal beim BSV 92 und hat seine Werkstatt, der hat in Berlin gelebt, aber nach Hennigsdorf verlegt. und hat dann, er war Schneidermeister gewesen und hat da gearbeitet, aber war immer dem Rakti verbunden gewesen. Und der hat mit Jungs, mit Schülern, mit Jungen angefangen, auf den Bötzower Wiesen, das sind so, die in der Nähe von Vorfeld von Hennigsdorf gelegen sind, auf den Wiesen-Rakti zu spielen. Und daraus ist dann später sozusagen eine Mannschaft gewachsen.

16:52 Das war sozusagen der Beginn. Und das war 1948 ungefähr? 48, 49 ging es da richtig los. Und man darf das ja gar nicht unterschätzen, er war fast 30 Jahre oder länger Trainer in Henningsdorf plus noch DDR-Nationaltrainer, der auch angestellt bzw. bezahlt wurde dafür zum Teil? Ja, er wurde vom Stahlwerk. Also das Stahlwerk hat sich da sehr engagiert und das war für die auch ein Aushängeschild, später so ein erfolgreicher Club, Markteclub dazu haben, der 27 DDR-Titel errungen hat. Also die vielen Pokalmeisterschaften weiß ich im Moment gar nicht. Aber die Region Oberhavel ist dann eigentlich zum Zentrum geworden, weil dann viele Leute aus der Hand sozusagen oder aus der Gruppe von Alvin Thieses, ja die wohnten ja nicht alle in Hennigsdorf, sondern auch in der Umgebung und hatten dann also auch angesprochen, Werbung für den Wackbisport zu machen.

17:58 Also später entstanden ja da Clubs in Birkenwerder, in Hohen Neuendorf, in Felden, ja, Legebruch. Also ich kann die gar nicht alle aufzählen. Und die waren alle in Oberhavel und das war eigentlich das Zentrum des DDR-Sports neben Leipzig. Leipzig war auch immer sehr stark gewesen. und später, also dann entstanden, gab es noch Clubs in Potsdam und in Brandenburg an der Havel, aber erst in den 50er Jahren später. Aber das wirkliche Zählen, also der Schwerpunkt war Leipzig und Oberhavel, die Gegend. Ich glaube, Leipzig ist auch mal viermal hintereinander Meister gewesen und ansonsten haben sich die Meisterschaften wirklich, da gab es nicht mehr viele andere Meister in der DDR, oder? Nein, ganz früher gab es noch den ASK Vorwärts, das ist der Militärsportverein, der Club. Dann gab es die Deutsche Hochschule für Körperkultur in Leipzig, die damals Meistertitel errungen hatte.

19:03 aber dann von, also seit 1962 eigentlich fast durchgängig bis 76 Hennisdorf. Einmal war Legebruch zwischen, das ist ein kleiner Ort auch im Oberhavel, aber manche sagen ja, das war eigentlich die zweite Mannschaft von Hennisdorf, die hat aufgelaufen. Das war 1972, ja. Ja, ja, die hatten dann mal sozusagen die Erfolgsstrecke von Hennisdorf unterbrochen. Aber auf dem Foto, glaube ich, von Legebruch ist, glaube ich, auch Erwin Thieses zu sehen. Also selbst da hat er seine Fingerbrunnen drin gehabt. Ja, und dann kam wieder Leipzig mit Lok Waren da, vier Titel da rum, und dann kam wieder Hennigsdorf. Also Hennigsdorf ist schon sozusagen der Leuchtturm. Und ursprünglich habe ich auch mal gedacht, naja, da wären die doch alle neidisch gewesen sein auf Hennigsdorf.

19:49 Aber eigentlich, wenn ich es dann so mal gefragt habe, dann sagten die, nee, also ganz anders. Die haben uns so unterstützt, auch die Klubs, dass die ab und zu mal Trainer, Gerd Scharn war auch als Trainer mal unterwegs bei den anderen Vereinen, um da zu unterstützen. Erwin Thieses selber fuhr in die anderen Clubs und hat dann das Training da geleitet und hat dann ein paar Ideen eingebracht, um praktisch da sozusagen kenntnisreicher zu vermitteln. Richtige DDR-Mentalität. Ja, ich denke schon. Also da haben sich irre viel Mühe gegeben. Und dann gab es ja auch noch die Ingenieursschule in Hennigsdorf. Da war Olaf Seidel tätig, der war Sprachlehrer. Ich weiß jetzt nicht, ich glaube, Französisch, Englisch.

20:28 hat er unterrichtet. Und der hat die Ingenieursschüler auch zum Rugby animiert, dass sie ja mitmachen. Und die hatten dann auch eine eigene Mannschaft, also die Ingenieursschule. Die waren zwar nicht so stark und haben dann nicht in der ersten Liga mitgemacht, aber haben natürlich auch zur Verbreitung beigetragen damit. Ja, und es gab natürlich auch, also Rugby war kein olympischer Sport in der DDR. Und wurde auch dementsprechend nicht gefördert, obwohl teilweise hat man auch Fahrten bezahlt bekommen. Aber es war jetzt nicht so, dass da die vollen Geldkübel ausgeschüttet wurden. Aber wenn ich das richtig verstehe, ich meine, es hat auch ein bisschen der sportliche Wettkampf später gefehlt, oder?

21:16 Es gab dann drei Spieler in Schweden, die, ich weiß nicht, war das Anfang der 60er? Die sind dann nach Dänemark geflüchtet. Und dann durfte man fünf Jahre nicht gegen irgendwelche anderen Mannschaften antreten, oder? Ist das richtig? Ja, also es gab natürlich, wenn man jetzt historisch vorgeht, dann gab es natürlich auch einen internationalen und nationalen Spielverkehr. Also die DDR-Auswahlmannschaft, die hat unter anderem in den Anfangsjahren beispielsweise gegen eine australische Auswahlmannschaft gespielt. Dann haben sie gegen eine französische Gewerkschaftsauswahl. Das war 51 gegen die Australier und ab 55 gegen die französischen Gewerkschaften. Das waren schon internationale Kontakte. Und das war schon ganz gut.

22:04 Und bis 61, bis zum Mauerbau, gab es auch immer wieder Kontakte mit Westberliner und westdeutschen Mannschaften. Also da gab es schon sozusagen einen Austausch über den Tellerrand hinaus. 61 wurde es natürlich schwerer. Und dann als die drei Spieler dann aus Schweden, aus Malmö, Also da war ein Turnier gegen Polen, gegen Schweden und ich weiß nicht, noch eine Mannschaft, gegen Rumänien glaube ich. Das war 64, gegen Dänemark, Polen, Schweden und Rumänien. Also in Rumänien haben sie in Görlitz gespielt, aber in Malmö gab es drei Länderspiele und da sind die drei abgehauen. Und ja, einer ist nach Bodo Hirsch, ist nach West-Berlin gegangen. Einer ist nach Hannover gegangen und der andere ist auch zu Siemensstedt, glaube ich, gegangen.

22:54 Also das hat, wie du gesagt hast, schon Konsequenzen gehabt. Dann wurden Spiele gegen Mannschaften des kapitalistischen Auslandes also gestrichen. Und es hat dann auch so andere Einschränkungen gegeben. Aber das berichtet ja dann, ich habe also meistens nachgefragt bei den Interviews, welche Folgen das hatte und die Interviewpartner schon beschrieben, was das für Konsequenzen hatte. Aber vor allem, wie gesagt, der internationale Spielverkehr war dann stark unterbrochen worden dadurch. Was natürlich sehr schade ist, man bestimmt nicht der Rugby-Entwicklung förderlich war. Zudem werden wahrscheinlich Rumänien, Bulgarien, Polen, also die sozialistischen Länder da mehr Förderung erhalten haben, habe ich glaube ich irgendwo gelesen, oder?

23:42 Das hat mehr Förderung erhalten generell als Rugby in der DDR, was auch nicht dazu beigetragen hat, dass man vielleicht wettbewerbsfähig war. Also Rugby in Rumänien hat ja einen anderen Stärken gehabt als in der DDR. Die waren einfach stärker aufgestellt, stärker verbreitet, bessere Förderung. Also Rugby war in Rumänien schon eine ganz wichtige Sportart gewesen. In den anderen Ländern, was ich so gelernt habe aus den Gesprächen, war, dass sie zum Teil auch private Förderung hatten. Ich glaube, die Polen hatten jemand, der große Fleischfabriken seinen eigenen, oder sagen wir mal, großen Einfluss drauf hatte. Und da den Polen im Akt wie Sport gefördert hat. Und in der GSSR war wohl die Autoindustrie, also Tatra, die Werke, die Autoindustrie hat da wohl Unterstützung geleistet.

24:37 Also es war nicht so einfach für die DDR-Mannschaft, da immer Stand zu halten. Das waren schon schwierige sportliche Begegnungen gewesen. Okay, ja, das kann ich mir vorstellen. Was, ich meine, wenn wir jetzt schon mal ein bisschen weiter nach vorne gehen und vielleicht über die Wiedervereinigung sprechen, was, wie ist dein Eindruck von den Gesprächspartnern, sag ich mal so, was da passiert ist und wie haben die es empfunden, sag ich mal so. Kannst du das in wenigen Worten setzen, zusammenfassen? Ja, das ist schwierig. Ich glaube, in der DDR, da viele Mannschaften hatten höhere Erwartungen gehabt. Na ja, jetzt sind wir ein kleiner Verwandt. Wir hatten, glaube ich, ich glaube, es waren so, kurz vor der Wende waren ungefähr 18 oder 20 Sportgemeinschaften vorhanden in der DDR.

25:29 Und im Westen waren das so, ich glaube, 70 oder 90, so in der Größenordnung zumindest. Also so ungefähr. Also viel wesentlich größer. Und dann hat man natürlich gedacht, naja, wir schließen uns diesem Verband an. Wir werden vereint sozusagen, ein großer Verband. Und wir kriegen dann mehr Unterstützung. Und das war dann aber nicht leider der Fall, weil der Deutsche Raktivverband mit Sitzender Hofer war nicht so gut aufgestellt. Der musste ja auch immer kämpfen um seine Positionen. Und die Vereine waren auch nicht so riesig groß. Es gab auch viele sehr kleine Vereine. Ich glaube, man war auch sehr enttäuscht manchmal, dass da nicht mehr rübergekommen ist. Also sozusagen, es gab auch einen Zeitungsartikel, den wir abgedruckt haben, da war die Überschrift schon relativ vielsagend, ob nur moralische Hilfe aus dem Westen kommt. Und das war wohl alles.

26:27 und dann hat natürlich auch Henningsdorf, glaube ich, gehofft, gleich in die oberste Spielklasse aufzusteigen, aber sie mussten sich dann aber erst in einer Qualifikationsrunde bewähren. Ich glaube, das hat auch ein bisschen zu verärgerend, denn geführt, dass sozusagen der Rekord-DDA-Meister sozusagen von unten anfangen muss, sich in die oberste deutsche Spielklasse hochzuspielen. Also sie haben es ja auch geschafft dann, aber einen Umweg durch eine Qualifikationsrunde. Und das war, also es war, ja, also so richtig gut aufgestellt oder aufgenommen, hat man sich dabei wohl nicht gefühlt. Und es tauchten also auch die DDR-Nationalspieler, spielten in der deutschen Nationalmannschaft zunächst keine große Rolle.

27:19 Da gab es nur ganz wenige, die sozusagen da am Anfang gleich mitmischen konnten. Bei den Junioren war das anders. Relativ frühzeitig haben dann DDR-Junioren auch in der Juniorenauswahl für ganz Deutschland gespielt. Aber in der Herrenmannschaft war das am Anfang nicht so. Das war Peter Welsch, das ist der Berliner Vorsitzende zu der Zeit gewesen. Das ist ein ehemaliger, also immer noch BSV-Mitglied. Er war Vizepräsident des Deutschen Reaktivverbandes und hat die Gespräche zusammen mit Sportfreunden aus der DDR geführt, um diese beiden Verbände zu vereinen. Das war ja auch nicht ganz so einfach. Also es war nicht so schwierig, aber es war ein Prozess. Wir sind dann auch in die Geschäftsstelle des ehemaligen DDR-Verbandes gefahren und haben da Gespräche geführt.

28:15 Das war in der Rienstraße damals. Wir hatten zwei feste Angestellte, der Deutsche Racktelsportverband der DDR, die finanziert worden sind. Die konnten dann aber auch nur für kurze Zeit beim Deutschen Racktelsportverband weiter beschäftigt werden. Also es sind so Enttäuschungen, die sowohl auf persönlicher Ebene als auch auf organisatorischer Ebene stattgefunden haben. Das war schon nicht so einfach. Aber ich glaube, insgesamt war es dann doch ganz positiv, weil sozusagen mit einem Schlag sozusagen 1990 gab es auf einmal sozusagen eine Älterung der Perspektive. Auf einmal konnte man reisen, man konnte internationale Verknüpfungen aufbauen, man konnte auf einmal, was ja in der DDR gar nicht bestanden hatte, mit den alliierten Truppen, also es gab ja kaum Verbindung zu sowjetischen Armeen.

29:13 Also deutsch-sowjetische Freundschaft kann man da eigentlich nicht ganz groß auf die Fahne schreiben. Es gab im Kinderbereich ein bisschen Austausch, der da stattgefunden hat. Aber ganz wenig auch nur. Aber im Westen war das anders. Die Westberliner Vereine hatten und auch in Westdeutschland ganz große Kontakte zu den britischen Armee-Einheiten. Und wir haben in den Kasernen gespielt, die Westdeutschen und die Westberliner Mannschaften. Und dann gab es gleich, ich glaube 1990, gleich ein Spiel von Post-SV, also der heutige RK03. Der hat dann gegen ein Waliser-Regiment in Berlin-Klado gespielt. Also sie konnten dann einfach in die Kaserne einfahren, haben da auf dem Militärplatz gespielt, war im Offiziers-Casino, wurden da bewirtet und dann gab es eine Preisverleihung.

30:00 Es war der erste DDR-Kontakt sozusagen mit einer Militärmannschaft der alliierten Besatzungstruppen in West-Berlin. Das war ein schönes Erlebnis, muss ich sagen. Okay, ja. Und das hat sich dann weiter fortgeführt. Dann gab es eine Schiedsrichtervereinigung, eine Deutschalliierte. Da wurden dann die Schiedsrichter der DDR, also der ehemaligen DDR, Mitglieder, die konnten Mitglieder werden. Da gab es gemeinsame Lehrgänge, die standen auch in Kasernen statt. Also eine französische Einheit hat da gespielt, eine amerikanische Rugby-Mannschaft. Es gab zwei amerikanische Mannschaften hier in West-Berlin, ungefähr sieben oder acht britische Mannschaften. Also je nachdem, welche Regimenter da waren. Es gab auch immer nur Regimenter, die Fußball gespielt haben, also Rundball.

30:53 Aber wir hatten auch immer Liedeinheiten der britischen Armee, die Pausen machten, wenn sie Militäreinsätze hatten. Die kamen dann oft nach West-Berlin. Und das waren oft Walisa-Regimente. Und in Wales ist Rackbier wirklich immer noch der Nationalsport Nummer eins. Und wenn die in Berlin waren, dann war das immer wirklich hochklassiges Rackbier, was hier geboten wurde. Und das war dann eine neue Erfahrung auch für die DDR-Mannschaften. Also Hennigsdorf hat viel auf dem Berliner Maifeld gespielt. gegen den Stadium Rugby Football Club oder gegen die Welsh Guards oder die Schotten oder die Iren, die hier waren. Also das war schon eine Erweiterung der Perspektive. Also sowohl, wie soll ich sagen, sowohl sportlich von der Anforderung her, aber auch von einem kulturellen Zusammenhang.

31:41 Es war eine ganz andere Perspektive, die man plötzlich hatte. Ich hatte mal vielleicht noch eine Frage. Du hast es ja gerade erwähnt mit dem sportlichen Teil. Also hast gesagt, wahrscheinlich organisatorisch war es halt irgendwie komisch, die beiden Länder da zusammenzufueren oder was verloren ging mit Henningsdorf muss von unten sozusagen anfangen. Wie war es halt sportlich für die Spieler an sich, die quasi diese geschlossene Liga unter sich gespielt haben und dann plötzlich, wie du auch gesagt hast, also nach der Wende, dann war es halt viel mehr Mannschaften. Wie war es für die Leute? Also die haben sich mit anderen Leuten dann messen können. Wie war quasi diese Vereinigung sozusagen? Also das fanden alle großartig.

32:25 Sowohl die Briten fanden das ganz toll, dass sie auch... Also in West-Berlin gab es ja eigentlich nur vier, manchmal fünf Vereine. Also deutsche Vereine. Es war ja auch nicht viel im Grunde genommen in West-Berlin. und auf einmal kommen da sieben, acht Klubs aus der ehemaligen DDR und ganz neue Gegner im Grunde genommen, also eine ganz andere Spielkultur auch. Erwin Thieses, der DDR-Trainer, der hat sich nach der ranzösischen Spielweise und nach der rumänischen Spielweise orientiert, während die Briten ja ein ganz anderes Rackbill gespielt haben. Also viel Sturm betonter, nicht so French Flair-mäßig, sondern das war ein bisschen sehr ruppig, erste Reihe hart. Sturm getriebenes wie England. Und dann darf man nicht vergessen, es sind oft Berufssoldaten gewesen, die Breten, also ob die nun verletzt waren oder nicht, die hatten da wenig Hemmung oder so.

33:28 Dann sind die halt ins Hospital gekommen, wenn sie sich verletzt hatten. Aber wenn man im Berufsleben steht und vielleicht einen Job sucht oder so, dann guckt man schon, wie hart man in so ein Spiel reingeht. Das waren schon kleine, wie soll ich sagen, spielkulturelle Unterschiede. Aber es hat nichts gemacht. Ich denke, man haben alle, also eigentlich war es eine ganz schöne Zeit gewesen. Die Engländer hatten auch oft die Mannschaften eingeladen, hinterher zur dritten Zeit ins Casino. Und das kostete nicht viel Geld damals. Das war ja alles subventioniert. Also es war eine nette, aufregende Zeit. Mein Club, der Sportclub, wir haben relativ früh Kontakt aufgenommen zu Potsdam. Da gab es die Pädagogische Hochschule, die hat später fusioniert mit dem Polizeisportverein, was heute der USV Potsdam sozusagen der Nachfolgeklub ist.

34:21 Und wir haben relativ früh, ich glaube auch 1990, gleich gegeneinander gespiegelt, sozusagen zwei Hochschulmannschaften der Belgiener Sportclub, der fast nur als Studenten bestand. und Potsdam. Das war auch ganz schön gewesen. Wir haben gefeiert bis morgens um vier, glaube ich. Oder sagen, die dritte Halbzeit ist immer noch wichtig in Potsdam, glaube ich. Ja, aber sie hatten ihren Sportclub, ihren Club zum Feiern, in den Comments, im Schloss unten. Und das war also eine Mordsfete. Ich glaube, wir sind dann mit der S-Bahn irgendwie nach West-Berlin zurückgekommen. Das war schon sehr, sehr, sehr... Das vergessen wir alle nicht, glaube ich, diese Erlebnisse. Wir haben damals im Ernst-Thielmann-Stadion gespielt.

35:04 Das war das Stadion, das es heute nicht mehr gibt, wo heute dieses Mercure-Hotel steht. Da war ein Stadion, was auch für Rugby genutzt worden ist. Naja, es war eine aufregende Zeit, muss man sagen. Danke für die Einblicke. Eine Frage habe ich noch, eine Frage zum Abschluss, bevor wir zum Ende kommen, wie man das Buch, wo man das bekommt. Ich hatte auf Wikipedia, glaube ich, gelesen, dass die beiden deutschen Mannschaften eigentlich nie gegeneinander gespielt haben. Aber ich glaube, bei euch heißt es, dass es doch ein Spiel in Hannover gab. Aber die DDR-Spieler, es waren nicht mehr genügend Leute da. Die Top-Leute sind halt schon irgendwie weggegangen oder so. Ist das richtig? Ich habe das nicht richtig rausbekommen, ehrlich gesagt.

35:50 Irgendwo habe es ein Spiel gegeben, aber ich habe das nicht Paragraphen gesagt. Ich weiß nicht, was da war. Ah gut, okay, okay. Das letzte Spiel, was ich weiß, es war eigentlich ein Spiel vorgesehen gegen Dänemark. Das hat nicht stattgefunden. Die Themen, glaube ich, hatten keine Ausreisepässe in die DDR bekommen. Das war, glaube ich, noch DDR-Zeit. Und dann ist eine britische Militärmannschaft aus West-Berlin hingefahren, um dieses Spiel von Norddeutschland auszutragen. Ganz kurzfristig darüber. Ja, ganz kurzfristig. Das waren Valise am Ende sogar. Ja, also ganz kurz wurde sie eingesprungen dafür. Super. Ja, gut, dann wird das wohl ewig im Dunkeln bleiben, glaube ich, weil es niemand Licht reinbringen kann.

36:42 Ich habe es im Moment nicht parat. Irgendwas gab es da, aber ich habe im Moment weder Resultat noch Boos stattgefunden hat. Na gut, okay. Sorry. Nee, nee, nee, alles gut. Wie kann man denn dein Buch, Das ist nicht mein Buch. Das ist ein gemeinsames Projekt mit Walter Gebhardt, muss man wirklich daran erinnern. Die Idee, die Ursprungsidee kam von Walter. Und ich habe das erste Interview geführt und da haben wir gemerkt, diese Interviews bringen viel. Und es ist auch wichtig, dass man diese Persönlichkeiten, mit denen wir diese Gespräche geführt haben, sind ja also nicht unwichtig. Wir hatten ja Gerd Schubert, Rekordnationalspieler und das war uns auch wichtig, dass er dabei ist, weil er auch Leipzig sozusagen repräsentiert.

37:26 Also nicht nur die Gegend um Hennigsdorf, Oberhavel dabei ist oder nicht in Potsdam. Wir haben ja auch eine Biografie von Detlef Krüger drin, der ja auch mal Nationaltrainer der DDR-Mannschaft, der Nachfolger von Erwin Thieses gewesen war. Und das ist uns auch wichtig gewesen, mit diesen Persönlichkeiten, die wir sprechen, mit Dieter Schmidt, war das auch so wichtig, dass es der Übergangspräsident, der ist 90 Präsidenten des DRSV gewählt worden und war dann später zugleich Vizepräsident im Deutschen Praktivverband, also im Gesamtdeutschen. Und der hat sich dann also auch um die DDR, die ehemaligen DDR-Spieler und die Landschaften da gekümmert. Also auch diese Biografien finde ich ja hochspannend, wie die dazu gekommen sind, in diesen Sport einzusteigen.

38:16 Und das kann man auch nachlesen bei euch im Buch? Das kann man nachlesen. Genau. Genau. Und was sehr spannend war, ist Bodo Hirsch Geschichte. Also einer, der aus Schweden nach West Berlin geflüchtet ist. Also viele, mit denen wir hinterher, also nachdem es veröffentlicht war, gesprochen haben, die wussten zwar, dass die geflüchtet sind, aber sie wussten nicht die Motivation, warum die das gemacht haben. Das war immer nicht bekannt. Das war kein Gesprächsthema irgendwie. Und es war auch nicht klar, was aus denen eigentlich richtig geworden ist. Man hat dann so gemut, dass der eine eine ist abgeworben worden zu Hannover 78. Aber da wird also drin beschrieben, wie es konkret gemacht haben. Es ist beschrieben worden, warum Bodo Hürth diese Flucht unternommen hat, relativ kurzfristig.

39:00 Also es war nicht lange vorgeplant, erzählte er. Und auch wie es dann später ergangen ist. Er ist dann von vielen Leuten dann noch angefeindet worden. Also die haben das übel genommen, dass er die DDR verlassen hat. Also nicht unbedingt, dass er dann geflüchtet ist, sondern die negativen Folgen für den Wackbisport in der DDR. Diese Folgen, das fanden wir so wirklich nun, ja, es war auch nicht schön, also für die Mannschaften, die in der DDR waren, für die Nationalmannschaften. Also es hat natürlich zu vielen Verwerfungen geführt. Ich glaube, wir können alle sehr froh sein, dass jemand diese Interviews geführt hat und dass ihr diese Geschichten aufgeschrieben habt, dieses Gemeinschaftswerk erstellt habt.

39:41 Henrik, du hattest Angst, du hast nicht genug zu erzählen. Ich glaube, da hast du dich getäuscht. Es gibt viel zu erzählen zu dem Thema. Jörg Rau gar nicht erwähnt. Wir haben uns dann auch mit Jörg Rau in Verbindung gesetzt. Das müssen unsere Zuhörer jetzt nachlesen. Okay, gut. Die müssen ja auch noch einen Einreiz haben, um sich das Buch zu holen. Da kannst du uns aber noch mal weiterhelfen. Wie kommt man denn dazu? Ist es dann schon auch zu kaufen, zu erwerben? Ja, ja, es ist zu erwerben bei unserem Deutschen Rugby-Museum. Die haben eine E-Mail-Adresse. Und zwar rugby-museum in einem Wort, at t-online.de. rugby-museum at t-online.de, wobei rugby-museum in einem Wort geschrieben wird. Und den schreibt man einfach, dass man ein Buch haben möchte und dann kriegt man das auch als gedruckte Version oder als PDF?

40:39 Nein, nein, nein. Also als gedruckte Version, das ist ein Sonderformat, das ist ein Zwischenformat zwischen DIN A5 und DIN A4. Wir mussten leider etwas kleiner werden als geplant, weil manche Bilder nicht die Druckqualität hatten, um sie ganz gut zu drucken. Das hat 80 Seiten, das Buch, und kostet 10 Euro plus Porto und wird dann aus Heidelberg verschickt. Ich finde, man sollte sich auf jeden Fall diese 10 Euro ans Bein binden und sich dieses Buch holen. Also eine Mail kriegt jetzt diese E-Mail-Adresse von mir. Ich hole mir dieses Buch auf jeden Fall. Sehr schön. Oder du kannst es auch bei mir bestellen unter h.levkowitz.yahoo.de. Ich habe auch noch ein paar Exemplare hier und kann die auch verschicken.

41:28 Mit Autogramm. Mit Autogramm, wenn es gewünscht wird, ja. Aber wie gesagt, das ist eine Gemeinschaftsproduktion zusammen mit Walter Gebhardt. Dann einfach auch für den Walter unterschreiben. Einfach für den Walter unterschreiben. Okay, gut. Ja, vielen lieben Dank für die Zeit. Auf jeden Fall. Also wie George gesagt hat, hat es auf jeden Fall, und wie wir ihn auch gesagt haben, das ist auf jeden Fall locker die Zeit geführt. Vielen lieben Dank für die Einblicke und dass du für uns die Zeit nehmen könntest. Okay, prima. Freut mich. Damit beenden wir den zweiten Teil von Vorpass und hören uns wahrscheinlich wieder. Bis dann bei Vorpass. Bei Arjen Robben gab es fast seine ganze Karriere lang Gründe, an ihm zu zweifeln.

42:15 Der Körper zu verletzungsanfällig, der berühmteste Move zu berechenbar und nach vergebenen Chancen im WM-Finale 2010 und beim Finale Daheim 2012 schien er auch nicht der Mann für die ganz großen Momente zu sein. Keiner dieser Zweifel war erfunden, nur die Schlussfolgerungen daraus waren falsch, denn Arjen Robben kam trotzdem durch. Und wie? Seine Geschichte jetzt in den 100 Fußballlegenden. Ja, willkommen zurück zu unserer abschließenden Runde. Vielen Dank an Henrik für die tolle, tolle Infos und Informationen. Ja, Big G, Vivian, Big G, erstmal vielen Dank für die ganze Orga dahinter. Natürlich sehr, sehr nett von dir, dass du es organisiert hast in deiner Freizeit natürlich. Ich fand es auf jeden Fall mega spannend. Also ich hatte vorher so irgendwie ein bisschen Angst, wo es halt hingeht oder wie, wo wir wirklich am besten die Details rauskitzeln können.

43:12 Aber der Hendrik war so ein tolles Gesprächspartner, dass es ein sehr einfaches Gespräch war, oder? What a guy, what a lad. What a lad. Der hatte echt viel zu erzählen. Ja, ich wusste schon, wenn man halt ein ganzes Buch schreibt über dieses Thema, dann wird man schon was zu erzählen haben, sage ich mal so. Auch wenn er jetzt nicht aktiv als Spieler in der DDR da war. Ja, ich denke, wir hätten auch noch eine Stunde länger sprechen können über einzelne Themen noch tiefer legen können, aber das wäre dann ausgeartet. Ist, glaube ich, eine gute Sache, wer auch immer sich ein bisschen für Rugby interessiert, diese Ausgabe dafür 10 Euro plus Porto über die Online-E-Mail-Adresse zu beziehen. Kann ich nur jedem empfehlen, ich habe es auch schon gelesen.

43:55 Und das ist auch ein Stück deutscher Rugby-Kultur. Genau, wir haben schon mal so ein Black reingeworfen, da sind noch wirklich starke Bilder drin von den alten Rugby-Mannschaften aus der DDR mit so Oldschool-Trikots. Da ist zum Beispiel auch das Foto drin, was von dem alten DDR-Nationalmannschaftstrikot, was auch bei uns im Clubhouse hängt, beim Erkernhof bei Berlin. Also es ist echt so ein bisschen deutsche Rugby-Geschichte, die man sich zu Hause ins Bücherregal stellen kann. Und ich glaube, was auch nochmal so spannend ist, was ihr schon angedeutet habt, oder ihr beide auch, diese Fluchtgeschichten auch teilweise. Also man hat dann nicht nur da diese Rugby-Geschichte, sondern auch diese DDR-Geschichte wirklich.

44:34 Und das ist auf jeden Fall, Da sind in dem Buch echt ein paar krasse Storys drin, was manche Spieler und Sportler damals so getrieben haben. Ja, auf jeden Fall lohnt sich. Haben wir vielleicht noch im Anschluss ein, zwei andere Themen? Wir haben nicht mehr so viel Zeit, die Uhr tickt. Aber Vivi, du hattest noch ein, zwei Nachrichten aus der Frauenrugby-Welt. Ja, die habt ihr auch mitbekommen, Das ist einmal wieder, also vor kurzem haben wir darüber gesprochen, da gab es einmal diese Aktion I am enough der Deutschen, oder nicht der Deutschen, sondern der Rugby-Frauen auf der Welt sozusagen. und jetzt gibt es wieder ein Hashtag, der viral gegangen ist, nämlich Hashtag I Care und das ging ja echt in den sozialen Medien total wieder durch die Decke, berechtigt, denn Eleanor Snowsill, wenn ich den Namen richtig ausspreche, eine walisische Nationalspielerin und Spielerin von Bristol, hat gepostet, dass die Six Nations der Frauen verschoben werden aufgrund der Pandemie, dass auch die englischen Premiership-Spiele der Frauen erstmal für ein paar Wochen ausgesetzt werden und verschoben werden müssen.

45:51 Und dann kriegt sie halt so auf Twitter, glaube ich, so Kommentare dazu. Who cares about it? Oder sowas. Also wer kümmert sich drum, ob jetzt diese Frauenspiele verschoben werden? Und dann hat sie so einen Post aufgesetzt und hat gesagt, ey, genau jemand wie du, der jetzt dazu kommentiert, ist ja jemand, der sich genau um sowas schert. Weil du könntest einfach weiter scrollen, aber nein, du machst dir Mühe und machst das Kommentar hier. Und das hat total Anklang gefunden bei Rugby-Spielerinnen weltweit. Jeder hat jetzt Bilder gepostet mit dem Hashtag I care und ja, damit wird einfach mal wieder so gezeigt, was eigentlich immer noch so in den Kopfen herrscht, so im Frauensport. Wem interessiert es eigentlich, aber eigentlich, dass dann solche Hashtags, solche Aktionen so durch die Decke gehen, zeigt auch, dass Frauenrugby schon ein großes Thema ist.

46:44 Ja, definitiv. Du hattest ja auch gesagt zum Thema wieder bei den Frauen. Siebener-Liga, wurdest du auch da in der Info für den Hot-of-the-Press-Infos? Ja, genau. Also es hängt alles immer gerade mit der Pandemie zusammen. Wir hatten letzte Woche doch ultra lange darüber gesprochen, wie das jetzt aussieht. Sollten diese Wettkämpfe stattfinden? Was ist mit den Six Nations? Wie läuft das ab, wenn die verschoben werden? Jetzt habe ich es gerade schon gesagt, die Frauen-Six-Nations werden verschoben auf Frühling oder Sommer. Da clasht es dann aber wieder wahrscheinlich mit der Frauen-Rugby-WM, die dieses Jahr stattfinden soll. Die soll losgehen am 18. September. Das heißt, wohin will man diese Six-Nations verschieben?

47:29 Da sind die Mannschaften dann auch irgendwann in der Vorbereitung zu der Weltmeisterschaft. Die können ja nicht eine Six-Nation spielen, was ein ultra krasses Turnier ist, wo die in Top-Form sein müssen. wo es Verletzungen geben wird, wo man Verschleiß hat, die man auskurieren muss. Da kann man ja nicht so einen kurzen Abstand nur zur Weltmeisterschaft haben. Lange Rede gar keinen Sinn. In Deutschland hat man jetzt mal wirklich eine Ansage gemacht und die Divisionen der deutschen Siemerliga der Frauen hat entschieden, dass es in dieser Saison keine Runde, keine Rückrunde wird gesagt. Es gab aber eigentlich schon auch keine Hinrunde, Aber es wird keine Rückrunde mehr angefiffen. Also normalerweise ist ja jetzt Winterpause und dann würde unsere Saison für die Siemerliga der Frauen im März wieder losgehen.

48:17 Dann spielt man bis in den Sommer rein, hat dann meistens so die deutsche Meisterschaft im Mai, Juni. Und das wird nicht stattfinden. Da wird keine Saison mehr angefiffen. Ist ein klares Statement. Ich finde das persönlich cool. Wir haben, wie gesagt, neulich darüber gesprochen. Ich glaube, wenn man da frühzeitig Ansagen macht und nicht jede Woche aufs Neue hofft, dass man wieder anfangen kann, anfangen kann zu spielen, ist es einfach irgendwie nervig. Und ich glaube, damit setzt man ein Zeichen für andere Dinge, sind vielleicht auch gerade wichtiger, als jetzt sich irgendwie das übers Knie zu brechen, im März eine Liga anzufangen. Was halt irgendwie angedacht ist, dass wenn es die aktuelle Lage erlaubt, dass man vielleicht mal dann an einem Wochenende ein Spiel macht, jetzt zum Beispiel hier, ich spreche mal für Berlin, dass man sich mit ein oder zwei anderen Mannschaften trifft, vielleicht mal im Sommer und vielleicht mal ein kleines Turnier macht.

49:06 aber ohne, dass man durch die ganze Republik reist. Vielleicht erst mal nur im Touch-Rugby-Bereich, dass man diesen Kontakt nicht da hat. Da wird jetzt auch schon ganz viel darüber gesprochen, dass Kontaktsport so gefährlich sein sollte. Ich glaube, so grundsätzlich sind kreative Lösungen, hat erwünscht dann, wenn es halt irgendwie abzusehen ist, wann theoretische Sportarten im Amateurbereich möglich sind. Ja, genau, dass man einfach dann guckt, was ist im kleinen Raum möglich. Ich glaube, bei den Männern steht die Entscheidung noch aus. Da findet jetzt auch eine Tagung statt, wo dann das entschieden wird. Aber die Frauen sind damit auf jeden Fall schon einen kleinen Schritt weiter. Da findet am Wochenende eine Arbeitstagung der deutschen Rugbyfrauen statt.

49:50 Und auch interessant, nur eine kurze Erwähnung, dass dort nochmal über eine Arbeitsgruppe gesprochen wird, die zum Thema Transgender zusammenkommen wird. Denn der Weltrugbyverband hat ja letztes Jahr im November entschieden, dass Transgenderfrauen nicht im Profisport mitmachen dürfen. Also eine Transgenderfrau darf nicht im Frauenrugby mitmachen. Aber auf der Amateurebene dürfen das die Verbände selber entscheiden. Und da hat sich jetzt eine Arbeitsgruppe gebildet bei uns im DRV. Und da wird es auch jetzt Fortschritte geben. Die kommen jetzt zusammen und werden sich überlegen, wie wir als Deutscher Rugbyverband uns da aufstellen. Wie machen wir das in unseren Siemerligern, in unserer Bundesliga der Frauen?

50:42 Wie sieht es da aus? Dürfen da Transgenderfrauen mitspielen oder nicht? Die Engländer sind da schon vorgeprächt. die erlauben, dass in ihren Ligen außerhalb der Nationalmannschaft das Transgender-Frauen mitspielen dürfen. Und ich kann mir vorstellen, dass wir hier im DAV ähnliche Entscheidungen treffen werden. Wie bist du da involviert, Vivian? Ich bin in dieser Transgender-Arbeitsgruppe jetzt nicht involviert und auch beim DRT, bei der DAF nicht. Vivian, da reif auch mal als Connections, Uber, A, Big G. Ja, ach so. Journalistin, Connections, sie ruft halt einfach Leute an und kriegt halt einfach Sachen. Du hast auch schon mal einen Artikel bei NTV geschrieben, oder? RTL? Ach so, ja, über diese Transgender-Sache, genau, da bin ich doch sehr informiert einfach. Ich habe jetzt mit der Arbeitstagung nichts zu tun, obwohl ich auch schon mir gedacht habe, dass ich vielleicht auch die Gesprächspandam, die ich hatte, die Transgender-Frauen, mit denen ich gesprochen hatte, die kann man vielleicht da auch nochmal dazuholen, da so ein bisschen Input zu geben, was das bedeutet und die kennen sich da sehr gut aus, was das für, oder ja, einfach so Studien haben die auch oder die kennen die Studienlage sehr gut.

51:52 Was wurden jetzt eigentlich schon getestet? Ist jetzt wirklich eine Transgenderfrau so viel gefährlicher für eine andere Frau, für eine Cis-Frau oder nicht? Also da können die sehr gut was sagen und ich glaube, das ist dann irgendwie noch mal ganz wichtig, um das ordentlich zu argumentieren. Ja, aber hier bei den RK nur drei Frauen, da ist ja Ela schlagt die Divisionsleitung der Division Ost und da kriegen wir hier immer sehr gute Informationen. Alles, was da entschieden wird, kommt immer relativ schnell zu uns, zu uns Spielerinnen und von daher bin ich da up to date. Nice. Und Big G, du wolltest uns nicht hängen lassen und hast auch noch ein saftiges Thema, den du jetzt groß anschneiden willst.

52:37 Ich möchte eher sagen, dass wir vom Podcast, denke ich, ganz klar für Inklusion stehen und dass jeder wirklich am Spielbetrieb teilhaben sollte, egal welchen Hintergrund eine Person hatte. Das war mir nochmal sehr wichtig zu sagen und dass man niemanden ausschließt. Ja, finde ich cool, George. Ja, was ist sonst so passiert in der Welt? CBC, Rugby Deal, hat das jemand mitbekommen? 405 Millionen Euro für einen 14,5-prozentigen Anteil an den Six Nations. Das heißt, diese private Investmentfirma hat sich da eingekauft. Das bedeutet für die teilnehmenden Nationen der Six Nations, dass die eine Art Finanzspritze bekommen. Natürlich bekommt Italien nicht so viel wie England oder Frankreich. Die bekommen natürlich weniger.

53:23 Was ich mich frage, was wir jetzt nicht beantworten können, ist aber, welche Auswirkungen solche Deals auf das Spiel an sich haben werden. auf die Regeln, dass man halt das Rugby attraktiver machen muss, weil die Leute werden nur Geld investieren, wenn die denken, dass sie einen höheren Return zurückbekommen. Soll ich mal so, Return on Investment. Und dazu werden die vielleicht irgendwann sagen, das Spiel muss attraktiver werden, let's get rid of scrums. Weiß nicht. Stop it. Definitiv nicht. Ja? Das hat damit nichts zu tun. Das ist ich habe heute nicht aufgegessen, morgen regnet es, Thierry, weil das ist halt, die kaufen sich als Teil von den Six Nations, sie sind quasi wie eine siebte Nation sozusagen und haben nur an dem Sachen Anteil, ansonsten haben nichts, diese haben nichts an, wie Wade, Rockwee hat agiert, die kaufen sich stückweise halt so ein und deren Interesse ist halt natürlich, Sachen hat durch, ja, wahrscheinlich kann ich mir nur zumuten, Pay TV zum Beispiel hat, deren Geld zurückzuholen und da zu sehen, dass Fußball zum Beispiel weltweit mit Fernsehrechten sehr, sehr große Umsätze hat, umschlägt und da sehen die auch deren Geld drin.

54:44 Die sind ja auch ja in der englischen Premiership investiert und auch in Pro 14 und so und die wollen halt nicht das Spiel irgendwie ändern, sondern sehen, wie die halt mehr Geld rausmachen können und denken wahrscheinlich... Also indem mehr Leute es im Fernsehen gucken? Nee, also mehr Leute das im Fernsehen gucken, wofür die bezahlt haben, schätze ich mal. Das wäre halt meine Hoffnung. Aber es ist ja so, dass World Rugby an sich auch schon daran interessiert ist, das Rugby immer attraktiver zu machen und deswegen werden ja auch erstens attraktiver zu machen, aber vor allem auch sicherer, verletzungsunanfälliger sozusagen, um es dadurch auch für Neugenerationen attraktiver zu machen. Und ich glaube, das ist eh, das Interesse von World Rugby ganz unabhängig von Sponsoren, oder? Also, dass die dann nochmal einen extra Einfluss haben, ja, kann sein, aber ich glaube... Nicht direkt und kurzfristig, aber ich denke halt langfristig und...

55:44 Man kann es halt wahrscheinlich, also ich würde halt sagen, bevor wir halt komplett den Rahmen springen, aber man kann es ja vergleichen mit Anfang der 90er, die Änderung von Sky Television zum Beispiel zum Fußball-Premiership in England, was das verändert hat. Also da war diese First Division verändert zu der Premiership, wie wir es heutzutage kennen vom Fußball oder nicht. Und das hat einfach die ganze Welt, also das hat einfach mal, die durften Fußball, die durften damals Fußball vermarkten. Und dann hast du es nicht mehr 15 Uhr am Samstag gesehen, sondern die haben einfach mal gesagt, okay, es macht Sinn, Freitagabend ein Spiel zu haben, Samstagabend, Samstagstag, Super, Sonntagstag, Super, Super Sunday, vier Spiele hintereinander und solche Sachen.

56:26 das könnte ja ein Impact sein, aber das Spiel an sich müssen die nur vermarkten also das sind Firmen aus meinem Business-Knowledge das sind Firmen, die das besser verpacken wollen und das kann dir wahrscheinlich Vivian mehr davon erzählen mit BT Sports und Sky Sports und so aber das ist deren Job, das sexy zu machen sozusagen und um das an mehr Leute zu verticken Don, das hast du sehr gut erklärt, finde ich das war ein guter Vergleich ich jetzt gerade mit Sky und Premiere damals und so weiter. Ja, da kann man echt abwarten, was das genau, was deren Einfluss jetzt bewirkt, aber da habt ihr beide auch recht, dass man das dann langfristig sehen kann. Aber dann ist man immer langfristig dann, in ein paar Jahren haben wir dann so das Ergebnis, so und so wird es umgestellt und das liegt dann daran, dass jetzt 2021 sie diese Prozente bekommen haben, diese Anteile an den Six Nations.

57:19 Ja, es ist bitter und ich muss ehrlich sagen, das springt auf den Rahmen, nur mein Ein kurzer Gedanke, den ich dazu noch teilen möchte, ist, dass ich es aktuell ganz extrem schlimm finde, wie diese sportrechte Verhältnisse gerade sind. Also ich finde das ganz anstrengend. Wo darf ich jetzt Rugby gucken? Bei welchem Sender? Das gleiche ist mit Fußball. Das gleiche ist mit englischer Liga, mit deutscher Liga. Man braucht circa zehn Abonnements bei Unabonnements. Also ich, ganz kurz nur noch, ich kenne einige Engländer aus München und deren Eltern oder deren Väter öfter, öfters, zwei, drei, die meinten, All-Tonations Cup gucken sie sich überhaupt nicht an, weil sie überhaupt gar keine Lust haben, sich bei Amazon Prime zu registrieren.

58:03 Das nervt die halt einfach. Auch wenn es da wahrscheinlich eine Probemitgliedschaft gibt für sieben Pfund oder acht Pfund oder so, aber die sagen, nee. Total verständlich. Genauso bei BT und Sky und so, du weißt halt nicht, wer hat Champions Cup und wer hat dieses Spiel. Ach nee, das Spiel habe ich nicht. Jetzt muss ich in die Kneipe gehen. und 20 Euro ausgeben und Bier zu trinken und so und dann vernächtest du das Ganze. Also das kann ich dir sagen, dass das in Irland einfach, das ist schon seit ein paar Jahren ein großes Problem. Ja, und es wird hier umso mehr. Ja, und auch, man merkt ja auch, wie die Spieler und die Vereine darunter leiden, dass halt wie halt die Spiele gelegt werden, dass die so einen krassen, ich weiß gar nicht, ja, also dass einfach so Spiele, denn so viele Spiele so nah beieinander liegen, dass die innerhalb von einer Woche drei Monate hintereinander, drei Spiele in einer Woche haben.

58:55 Du hast zu oft mit Jürgen Klopp gesprochen, glaube ich mal. Stimmt, der sagt das auch oft. Aber ich finde das also... Am Abend und dann Samstag früh wieder spielen, hat er sich beklagt auf jeden Fall. Ja, und dann am Montag wieder. Also es ist verrückt. Wir sprengen auf jeden Fall den Rahmen, aber wir sind ja natürlich nächste Woche für euch wieder da und dann haben wir umso mehr Ideen, wie es weitergeht, Thema Lions und solches hat im Sommer und ja, am Ende stehen auch einige saftige Spiele an. Sag ich mal, Lancer gegen Monsters, auf jeden Fall ein Most-Sieg-Spiel. Für euch zu Hause muss es heute wohl reichen für uns. Wir müssen auch ins Bett gehen und uns auf Wiedersehen sagen. Was uns auf jeden Fall helfen würde, wenn ihr das bei euren Podcast Apps bewerten könntet, vielleicht einen kurzen Review, kurzen Sternebewertungen abgeben, das hilft uns ja immer wieder so in den Charts hoch zu bleiben, natürlich.

59:52 Genau, aber ansonsten diese Stelle, Big G, wunderschöne Arbeit heute Abend, fand ich toll. Vivian, wie immer wunderschön, deine Stimme zu hören und euch zu Hause immer schön euch vorzustellen, wie ihr euch freut über unseren Podcast. Herzlichen Dank für das Zuhören und bis bald bei Vorpass.