Vorpass schaut auf Vivian's Rugby Highlights zurück
Da es momentan wenig Live Rugby gibt quetschen Donal und Georg Vivian aus. Wie ist sie überhaupt zum Rugby gekommen? Wo hat sie angefangen? Welche Turniere und Momente waren ihre Highlights und welche Rückschläge gab es zu verkraften? Angefangen in Berlin hat Vivian in Dubai, Australien, Iran und England die Stiefel für verschiedene Mannschaften geschnürt. Gewohnt süffisant führen Donal und Georg durch das Programm.
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Transkript
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0:17 Herzlich willkommen zu unserem Podcast Vorpass. Wir sind wieder dabei, Vivian, Big G und ich. sind jetzt in Corona-Zeiten, wo wir alle zu Hause sind, sind wir wieder live via die Magie von Technologie zusammen. Obwohl wir nicht in einem Raum sind, glaube ich mal, dass ein rege Diskussion zu Bestand kommen wird. Und da es halt momentan gar keinen Sport live gibt, wollen wir, wie versprochen, über ein paar Highlights aus den vergangenen Jahren sprechen. Also herzlich willkommen zu unserer Vorpass-Special WWN This Is Your Life, würde ich mal das nennen. Ja, hallo Donnel. This is your life. Es ist halt so eine Fernsehshow, wo die quasi, ich weiß nicht, gab es vielleicht nicht in Deutschland, aber in England oder in Irland auf jeden Fall.
1:05 Es werden auch echt viele Iren den deutschen Podrugby-Podcast hören, denke ich. Glaube ich auch. Die immer so die Leute rausgebracht haben und dann haben sie so Leuten aus der Vergangenheit geholt oder Bilder oder Geschichten so erzählt und dann haben gesagt, hey, this is your life. Und dann, so, Vivian, da, wir das mit dir machen. Also, aber herzlich willkommen, Big G und Vivian erstmal. Danke, Don. Ja, danke. Wie geht's euch? Ja, wunderschön. Wir sind, also ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf deine Highlights aus deiner Karriere bisher, deiner laufenden Karriere. Ja, vor allem habe ich auch so ein bisschen so nachgedacht und das sind ja auch schon jetzt 17 Jahre, die ich mag, wie ich spiele.
1:55 Wie lange spielt ihr bei dir denn schon? Das wollte ich auch mal an der Stelle wissen. Ich habe es 2007 angefangen und habe jetzt also eigentlich letztes Jahr schon aufgehört, also auch zu 12 Jahren. Letztes Jahr schon aufgehört. Ganz ehrlich, so richtig aufgehört, das kann man jetzt nicht so ernst nehmen, oder? Meinst du wirklich? du wirst gar nicht mehr Wacken spielen? Nee, also so aktiv nicht mehr. Es hat mit meiner Verletzung die Gefahr zu groß, dass irgendwas das ernsthafter daraus kommt sozusagen. Das macht ein Wacken, oder? Ich frage mich, also ich habe auf jeden Fall auch so Kindermannschaften betreut und die Frauenmannschaften. Ich glaube, ich würde mich freuen, so war das mit meinem Baby und so ein bisschen, bis sie ein bisschen größer wird und ein bisschen konstant ist unser Rhythmus, dann würde ich auf jeden Fall gerne wieder einsteigen auf der Trainerseite. Ja, stimmt.
2:53 Das ist auch eine ganz coole Sache. Hast du ja eh immer gemacht. George, wie lange spielst du hier in den Schuhen? Auch 11, 12, 13 Jahre würde ich sagen. Ja, genau. Und über 35. Also ich habe schon das Angebot bekommen, Masters zu spielen. Also Masters ist ja über 35. Ja, ich glaube, es gibt in München so einen Old Boys Club oder so und auch woanders. Aber ich glaube, Da bin ich dann wirklich noch der fitteste, ohne jetzt irgendwem zu nahe treten zu wollen. Trägst du dann eine goldene Hose? Nee, das ist, glaube ich, Ü65. Die dürfen nicht getackelt werden, oder? Gibt es da rote, weiße, goldene Hosen oder so? Keine Ahnung. Eine goldene, ja, aber ich glaube sogar, die gibt es schon ab einem früheren Alter.
3:35 Also ab Ü50, würde ich mal. Ü65, meine Frasse, wer stellt sich da nur mit Ü65 auf den Platz? Ich meinte aber nur, weil Big G so eine krasse Maschine ist und keiner kann sowieso decken. Ja, weiß nicht. Die Zeiten sind, glaube ich, vorbei. Man merkt schon Mitte 30 und Ende 20, sage ich mal so. Also ich wollte noch ein bisschen spielen, aber es wird natürlich immer schwerer, die Regenerationszeit. So Donnerstagstraining, dann Samstag spielen, sonntags wie vom Bus überfahren. Vorher hat man das locker weggesteckt oder so. Samstag gab es eine Kantine noch dazu. Oder auch die Busrückfahrt zurück, alle Leute wieder kistenweise Bier. aber alles responsible. Also responsible drinking ist ganz wichtig.
4:21 Das ist einfach richtig geil. Das würde jetzt gut tun, so ein Wochenende. Nee, auf gar keinen Fall. Also nach so einem Auswärtsspiel dann vier Stunden Busfahrt und dann irgendwie Pfeffi, Eierlikör, Wodka und vier Kisten Bier und dann läuft die alle halt nackt und so. Ich weiß nicht. Es sind keine Szenen, die wir mal sehen. Ja, Vivien. Der hat richtig Bock auf sowas. Vivien, wie bist du denn zum Rugby gekommen? Weißensee, 2000, die Jahrtausendwende, die Nullerjahre, 2003, Zarte, 15, 11 Jahre alt. Und deine Mutter dachte, die ist so aktiv, überaktiv, ich schicke die zum RK03. Ich war wirklich hyperaktiv. Einmal mal unheimlich froh, dass ich angefangen habe mit Rugby spielen. Das hat die Jahre danach immer wieder gesagt, endlich kommst du nicht nach Hause und willst nicht mit mir kämpeln, sondern du bist jetzt endlich mal ausgelastet und kaputt.
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5:28 Nee, aber das war über Schulwerbung. Ich war in der sechsten Klasse und Christian Will sagt euch ja allen was. Der kam damals in unsere Klasse und hat dann was über Rugby erzählt und hat uns alle zum Probetraining eingeladen. und dann ist die ganze Klasse das im Probetraining und geblieben sind dann Steffi und ich, also ein anderes Mädel und ich, wir beide sind geblieben als Einzige aus der ganzen Klasse und haben dann die ganze Jugendmannschaften zusammen mit den Jungs beim RK gespielt. So hat das angefangen. Christian Lekamz. Auch eine Maschine. Steffi Kausch? Auch eine Maschine. Auch eine Maschine, genau. War mega cool, mit der zusammenzuspielen. die ersten, das war echt cool. So zu zweit als Mädels, auch wenn bei den Jungs dann da so irgendwie zusammen das zu machen, war schon mega cool. Gute Schule, muss ich sagen, mit den Jungs am Anfang zusammen zu spielen, glaube ich.
6:25 Bis zu wieviel im Jahr habt ihr da zusammengespielt? Bis 16. Also mit 16 musste man dann wechseln, weil der Unterschied dann so krass war und dann trennen die die Mannschaften. Und dann bin ich zu den Frauen, zu der Frauenschaft gegangen. Bert Burtzlaff war dann Frauentrainer zu der Zeit. Und ich fand das super komisch, dann auf einmal mit den Frauen zusammen zu spielen. Ich hatte da keinen Bock so richtig drauf. Ich erinnere mich, dass ich da echt so eine Phase hatte, wo ich das irgendwie total komisch fand. Und dann bin ich auch so ein paar Wochen nicht zum Training und war so irgendwie so kurz vorm Aufhören irgendwie. Da hatte ich irgendwie so eine kurze Phase gehabt, weil ich irgendwie da nicht so Spaß hatte.
7:01 Aber wie gesagt, Bert war Trainer. Und ich weiß noch, wie ich zu Hause saß und mitbekommen habe, wie meine Mama einen Anruf bekommen hat. Und die hat so mit jemandem gesprochen, wo ich wusste, oh mein Gott, das hört sich so an wie, als wenn das einer meiner Trainer ist. Und ich saß nebendran im Zimmer und hab gewartet, bis sie fertig war, hab so ein bisschen gelauscht, aber nicht so viel mitbekommen. Und die hat zehn Minuten, jetzt weiß ich's, mit Bert telefoniert und Bert hat meine Mama halt dazu gebracht oder hat sie versucht, dazu zu überzeugen, dass ich wieder zum Rugby-Training kommen soll. Und meine Mama kam dann nur rüber ins Zimmer und meinte, ja, wie wenn, das war Bert. Und er hat gesagt, du musst auf jeden Fall zum Training kommen.
7:41 Und dann bin ich so, okay, dann mache ich das. Und dann bin ich wieder zum Training gegangen. So einfach war das. Und seitdem konnte ich halt nicht mehr aufhören. Das war einmal so eine Phase, die irgendwie so mitten auch in der Pubertät und keine Ahnung was da, da wollte ich lieber an den Orangesee-Bahn gehen, irgendwie im Sommer. Ein Training hat man für eine kurze Zeit doof, aber das war genau so in dieser Zeit, wo man dann zu den Frauen gewechselt ist. Wir haben ja gehört über deine Highlights deiner Karriere, wir haben das kurz mal angeschnitten, letztes Mal, und du hattest ja mit Andreas auch quasi teilweise darüber gesprochen, also in unserer anderen Folge. Wir haben aber eigentlich gesagt, dass von uns zu dritt bist du derjenige, der am meisten Erfahrung hast, auch dann weltweit, weil George und ich haben auch so Erfahrungen, aber irgendwie nicht so bunte, gemischte Sachen wie du und dann habe ich einfach gedacht, es wäre schon spannend zu sehen, was so richtig Highlights für dich waren in deiner Karriere natürlich, indem du schon relativ lange dabei bist und ja weltweit mit so vielen verschiedenen Leuten mitgemacht hast du da so, hast du dir erst so ein paar Gedanken gemacht, was für dich wirklich in Erinnerung geblieben ist?
8:56 Was war denn dein erstes Highlight? Mein erstes Highlight war Deutscher Meister zu werden mit den Frauen vom RK03 Berlin 2011 im Siemer Rugby. Da sind wir nach Wiedenbrück gefahren und irgendwie, ja, keine Ahnung, man spielt dann auch nicht so viele Turniere deutschlandweit und kann das gar nicht so richtig einschätzen irgendwie, aber wir hatten irgendwie ein geiles, ein megageiles Team zu der Saison, also wenn ich auf die Folies angucke, also wirklich eine extrem gute Mannschaft, muss man sagen, mit so Spielerinnen wie Daniela Schleuth, Nicole Lohn, die einfach auch alle Nationalspielerinnen waren, Anne Lormes, also hammergeiles Team und wir sitzen so im Auto auf dem Weg nach Wiedenbrück irgendwie Wo ist Wiedenbrück?
9:44 Wiedenbrück ist irgendwo in NRW Da wo Timo Vollenkämper ist Ja genau Timo Vollenkämper kommt der her der ist wieder zurück auch in der Heimat und Vanessa Vollenkämper damals Vollenkämper, mittlerweile hat sie geheiratet sie ist nicht mehr Vollenkämper aber die beiden auch Nationalspieler gewesen. Dafür kannte man immer so ein bisschen Wiedenbrück, ne? Für die beiden, also für Timo so, genau. Ja, als von den hübschesten Männer Deutschlands, hätte ich gesagt. Oder vielleicht... Hübschesten Radbyspielern. Ja, okay. Und ich glaube sogar, dass wir morgens losgefahren sind. Um vier Uhr haben wir uns getroffen, um nach Wiedenbrück morgens mit so einem kleinen Bus zu fahren. Und mit so zwei kleinen Bussen.
10:29 Und ich habe einfach mal fett verpennt, glaube ich. Ich glaube, dass ich dann angerufen wurde und die waren alle am Treffpunkt am SEZ in Berlin und ich lag noch im Bett und die haben mich angerufen und ich so scheiße, ich hab verschlafen und dann meinte die so, Vivian, beeil dich, wir sind in fünf Minuten da, wir holen dich ab und dann verpennt gehabt, aber dann sind wir noch punktlos gekommen und Jan Süde war damals unser Trainer und der ist immer noch unser Trainer, aber der fragt mich dann so in der Busfahrt, was meinst du denn, wie schneiden wir denn ab bei dem Turnier und dann Habe ich so kurz überlegt, es war so kurz Stille. Und dann meinte ich so, ja, wir gewinnen das Ding. Und ich, aber irgendwie, ich habe das so gesagt.
11:10 Und wir haben das Ding dann auch gewonnen. Aber eigentlich, ich weiß nicht, ich konnte das gar nicht witzig, ich konnte das gar nicht einschätzen eigentlich, weil wir kannten die anderen Mannschaften nicht. Aber wie gesagt, wir waren halt so ein geiles Team, so eine reine Mannschaft. Und ich dachte mir, ey, wir rocken das, weil wir sind einfach hier gut drauf gerade. Und ja, da gibt es, ich glaube, ich weiß gar nicht, wie das ist, aber wir haben das Finale halt irgendwann gefilmt. und dann ist so der Abpfiff von dem Spiel, wir haben auch gegen Wiedenbrück dann im Finale gespielt und das Spiel wird abgefiffen und ich weiß gar nicht, ob Jan das Video gemacht hat, so ein Handyvideo oder so aber man hört so, wie er so ganz leise auf einmal so singt, glaube ich wie er so singt Deutscher Meister aber so ist ja das Stimme, wo man so ein bisschen, man hört so, da sind die Tränen im Auge, glaube ich, also man so echt gerührt und man hört dann so, wie er das so singt Ich glaube, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ist das so gewesen.
12:02 Aber ja, wir sind zurückgefahren nach Berlin. Ich weiß nicht aus welchem Grund, aber die Herrenspieler, ganz viele Herrenspieler waren in der Stadion Buschallee und wir sind dahin und haben die ganze Nacht da gefeiert und gefühlt die ganze Woche gefeiert, dass sie Deutscher Meister wurden. Also das war ganz geil, ja. Ja, das ist Highlight, kann man schon so sagen. Sehr, sehr geil. Wie war die Rückfahrt? Karsten Bier, Karsten Pfeffi Pfeffi schon, bestimmt eher dann so Sekt und sowas Hugo, Hugo trinken wir Mädels Wie alt warst du da? 19 19 Und da hast du dann durchgeleckt? Wie sagt man? Was hat man geleckt? War dir dann klar, okay, ich kann jetzt hier was reißen wenn ich noch härter trainiere und mich richtig reinhänge?
12:57 Das kam schon ein bisschen früher, muss ich sagen. Also weil einfach bei uns, beim AK, als ich noch kleiner war, war immer klar, da gibt es überall, so bei den Herren, in den Jugendmannschaften, gibt es Nationalspieler. Als ich 15, 16 war, dann sind wir zu Ostern, haben wir in diese Jugendfahrten gehabt, sind nach Frankreich gefahren, sind nach Italien gefahren, haben dann so Trainingslager da gehabt, haben dann Spiele gegen ausländische Mannschaften dort gehabt und haben dann auch gleichzeitig dort immer die U18-Europameisterspiele uns angeguckt. Und da haben dann immer die Jungs von unserem Verein auch gespielt. Und das war immer so im Kopf so, boah, Nationalmannschaft. Und das hatte ich schon relativ früh im Kopf, weil halt in meinem Umfeld Leute viel Nationalmannschaft gespielt haben.
13:39 Und auch so, ich sage mal, Christian Will hat da schon auch eine große Rolle gespielt, muss ich sagen. der war schon ein großes Vorbild, weil er einfach immer so... Oh nein, das darfst du bloß nicht hören. Oh Gott. Ja, ist leider so. Ich weiß, dass... Nicht leider, aber... War das beste Jahr meines Lebens, wenn ich... George, aufstehen, schneller! Aber alle haben... Also ich weiß, dass das nicht so so viel an... ich weiß nicht, an Zustimmung immer gefunden hatte, aber ich fand das immer cool, wie ernst er das genommen hat. Und er ist ja auch irgendwie damit erfolgreich gewesen. Er ist ja mal ein fitter Typ so gewesen. Oder? Er hat auf jeden Fall einen Anspruch an Leistungen, weil er es einfach so vielleicht mal woanders gesehen hat und das war der Einfluss, was er reingebracht hat.
14:41 Und ich glaube, das hat nicht nur für dich, sondern einen anderen einfach so die Latte hochgelegt und da hast du auf jeden Fall einen neuen Horizont dann bestimmt gesehen und vielleicht wollen wir da noch um das so flüssig die Übergabe oder zuzumachen also du hattest einfach nicht nur in Deutschland ganz viel Erfahrung gesammelt, aber auch relativ, sagen wir mal, Europa und weltweit, hast du da noch so ein Highlight aus den vergangenen Jahren von eher so weltweit. Du hattest auch letztens angeschrieben mit diesem Tribe. Ich habe eine Frage vorher. Okay, gerne. Das ist your life, Vivian. Alle Fragen. Ich wollte mal wissen, wenn man so 19 ist, Rugby spielt, das ist 2011 und so, gab es da mal blöde Sprüche von irgendwelchen Jungs oder von irgendwelchen Leuten, so, was willst du denn Rugby spielen oder so?
15:36 Können Frauen immer Rugby spielen? Also wenn man das so in einem Umfeld erzählt, wo man nicht mit Rugby-Fueler zusammen ist, dann war das in den frühen Jahren bei mir noch ganz extrem so, dass die Leute das erstens häufig noch gar nicht kannten, die Sportart und dann wirklich, man sagt das und dann sieht man sofort, wie dann so ein Blick kommt, wie denn man so abgecheckt wird von oben bis unten und dann so, du bist eine Frau, du spielst Rugby, das ist doch ein harter Sport und dann auch so, was ist mit Frauen-Rugby? Und so in der Richtung. Aber da war das dann eh auch so, nicht so, du als Frau spielst Rugby, sondern es gibt Rugby und das gibt es dann auch für Frauen Fragezeichen, so da war das noch viel größer das Ding, dass man die Sportart gar nicht kannte und da muss ich sagen, dass man das ganz krass merkt oder dass ich das ganz krass merke, dass es heute ganz anders ist.
16:29 Wenn man das heute erzählt, dann kennen die Leute immer eigentlich Rugby. Also es wird manchmal noch so ein bisschen verwechselt mit Football und so, aber nicht so schlimm wie früher. Nicht so schlimm wie früher, also man muss viel weniger muss sich überhaupt erst erklären, was Rugby ist. Das ist echt ganz angenehm und das hat sich positiv entwickelt, muss ich sagen. Und sonst in unserem Umfeld, im Rugby-Kreis und auch bei uns im Verein, muss ich sagen, dass unser Verein echt immer eigentlich ganz cool drauf ist, was das angeht. Also wir als Frauenmannschaft sind halt auch seit Jahren unheimlich erfolgreich, kann man so sagen. So eine Strecke von fünf, sechs Jahren, wo wir unsere Liga immer als Sieger beendet haben, wo wir keine Spiele verloren haben und deswegen haben wir uns echt ein gutes Ansehen bei uns im Verein auf jeden Fall erarbeitet und wir haben immer, der Bert hat uns trainiert, Jan trainiert uns seit Jahren und ich finde, das sind so Sachen, das haben andere Vereine nicht, da müssen die Frauen sich selber trainieren und dass wir das haben, das ist schon ganz cool, also es ist nicht immer einfach, man muss auch viel kämpfen, auch bei uns im Verein, dass man gewisse Sachen, dass man einen Anspruch kriegt auf, ich sag mal, dass wir auch was Trainingsplätze angeht.
17:40 Weißt du, so Sachen. Aber so grundsätzlich, muss ich sagen, geht es uns, glaube ich, ganz gut bei uns im Verein. Bevor wir weitermachen, wollen wir erstmal kurz Pause machen, bevor wir ins zweiten Teil gehen? Ja, auf jeden Fall. Jetzt wäre Zeit für eine kurze Pause und dann gucken wir mal auf die internationale Erfolge von Vivian in Teil 2 gleich. Bis gleich. Ja, willkommen zurück. Teil 2 von unserem This is your life Podcast mit Vivian bei unserem Podcast Vorpass. Wie wir im ersten Teil haben wir eher so angeschaut, was seine lokale beziehungsweise deutschlandweite Fokus war oder Erfolge waren. Du bist ja aber schon ein bisschen rumgekommen weltweit. Du warst ja in Australien und Amerika. Vielleicht hast du da so ein, zwei Geschichten aus deiner weltweiten Erfahrung.
18:28 Du hast letztes Mal auch angeschnitten mit Tribes, diese Ausfahrmannschaften und so. Hast du da vielleicht so ein paar coole Storys für uns aus deinem Live-Torrenten? Donal, ey, das sind so viele Storys, also jetzt auch ohne, dass ich das übertrieben sage, aber wenn ich so drüber nachdenke, denke ich mir manchmal, boah, jetzt hast du echt viel Racken gespielt, also irgendwie an so vielen Orten und natürlich Tribe war ein Riesending, ich habe einmal eine Spring Season in Australien gespielt, die ganze Ostküste lang, an jeder Stadt gibt es da ein Turnier, das haben wir dann komplett mitgenommen, das war natürlich geil. Danach habe ich letztes Mal erzählt, Einmal ein Trainingslager in Irland gemacht mit Drop Sevens, haben dann in Dublin gegen die irische Nationalstift da gespielt gehabt, so ein Trainingsmatch, das war ganz cool und dann im Anschluss eine Woche später Dubai Sevens, das war diese ganze Geschichte.
19:21 aber ich sage mal so europaweit was natürlich, das habe ich jetzt im Vorfeld, habe ich das gar nicht so auf dem Schirm gehabt, aber ein Riesen-Highlight war natürlich, dass wir mit dem RK 03 auch immer auf so internationalen Turnieren versuchen, auch mitzumachen also wir haben uns in den letzten Jahren immer so im Sommer ein großes Turnier gesucht wo man dann mal auf einem größeren Parkett irgendwie Spielerfahrung sammelt und da haben wir einmal die als Klubmannschaft die norwegische Nationalmannschaft geschlagen. Das war natürlich dann so für uns als Mannschaft ein Riesending. Das war echt hammergeil. In Frankreich haben wir eine norwegische Nationalmannschaft geschlagen. Und wir haben noch eine Nationalmannschaft geschlagen.
20:08 Boah, Jan bringt mich um, wenn mir das jetzt nicht einfällt. Ach, der hat das auch schon wieder vergessen. Nee, auf gar keinen Fall hat der das vergessen. Der hört es ja nicht zu. eh nicht. Nee, aber das sind natürlich so Momente, die man mit der Mannschaft erlebt, mit der man irgendwie seit Jahren dann irgendwie so zusammen ist und das ist halt so krass, weil irgendwie war natürlich mit so vielen verschiedenen Mannschaften weltweit unterwegs, aber dann hast du halt wirklich, dieser Anker ist halt wirklich schon wieder, er kann nur drei Berlin und im Sommer spielt man dann mit denen, auch die großen Turniere, wir haben zusammen so viele Turniere auch erlebt, als du uns trainiert hast, also ja, das ist dann schon krass.
20:46 Was ist dir so aufgefallen, weil Big G und ich haben letztens ein bisschen geschnitten, dass wir natürlich in Australien gespielt haben und mir war natürlich in den sechs Monaten, wo ich da war, aufgefahren, so ein bisschen einen anderen Stil, wie die da gespielt haben oder Kultur. Ist dir da was aufgefahren? Du warst ja in Amerika oder Dubai oder Australien oder überall. Ist dir was aufgefahren, dass es halt irgendwie, also der Kultur wie Rugby gelebt oder gespielt wird, ist es halt anders wie hier in Deutschland? Ist es dir aufgefahren vielleicht? Ja, es gibt schon so Unterschiede. Also in Australien so das Siebener-Wugby, das wird schon nochmal ganz anders gespielt, als wir das jetzt hier machen, weil die einfach bessere Skills haben. Die ganzen Frauenspielerinnen kommen meist aus dem Touch-Wugby.
21:30 Die haben alle einen 50 Meter langen Pass, so ungefähr, und haben einfach unfassbare Fitness. Dadurch ist es dann natürlich ein viel kontaktärmeres Spiel als unsere Siebener-Liga in Deutschland. Es gab ein Turnier, was ich in den USA gespielt habe, mit vielen Amerikanerinnen, also die New York Sevens. das war dann auch wieder ein bisschen kontaktreicher, weil die auch alle hauptsächlich 15er-Racken spielen und genauso ist es in England, da habe ich mit der Uni-Mannschaft die Sevens-Meisterschaften gespielt und das dann auch nochmal ein bisschen Kontakt stärker, weil die halt auch alle, also deren Fokus ist halt komplett auf 15er-Racken und das kriegen die dann auch gar nicht raus so und das muss man sagen, dass in Australien das ganz krass war, dass die halt viel mehr dieses athletischere Simaragli-Spiel, was ich auch absolut total bevorzugen würde.
22:23 Ich ja auch athletisch. Das ist ja mein zweiter Vorname. Ich glaube, ich könnte, also ich habe im Vergleich zum Simaragli so viel wenigere 15er-Spieler eigentlich absolviert, dass ich da voll dieses weite, schnelle Simaragli voll liebe. Und das ist halt auch mal in Australien so krass. Wenn du jetzt Australien sagst und Dubai und so, Tribe 7 mal ganz kurz, damit auch unsere Hörer das verstehen. Was ist das Tribe 7? Wie kommt man da rein? Wurdest du da angerufen und sagst, wir zahlen dir jetzt mal einen Flug dahin und du spielst jetzt mal mit denen mit oder so. Wie fing das an, sage ich mal so? Es fing so an. Tribe 7 ist eine internationale Auswahlmannschaft. Die hat der Don Kesslick gegründet.
23:08 Das ist der Vater von Charlotte Kesslick. Die ist ja Olympia. Olympionikin hat Gold mit Australien geholt. Die haben halt so ein krasses Siemer-Fördersystem in Australien und der Vater wollte einfach selber eine Siemer-Mannschaft gründen, um dann halt die Spielerinnen zu fördern. Und dann reisen die zu verschiedenen Turnieren weltweit. Damals war das so, immer die Hoffnung dann das Turnier zu gewinnen, Preisgeld zu gewinnen. Wie viel Preisgeld? Ungefähr. Also ich glaube, es gibt Turniere, wo man dann halt so 10.000 Dollar irgendwo gewinnen kann. Es gibt Turniere 5.000, manchmal 2.000 Dollar. so in dem Dreh ist das meist. Oder wenn man halt irgendwie einen unteren Platz macht, dann sind es halt einfach mal 500 Dollar oder sowas, so in dem Dreh.
23:52 Deswegen war das immer sehr, sehr leistungsorientiert, weil wir wussten so, wir wollen halt irgendwie was zurückgeben dafür, dass halt wir viel bezahlt bekommen und dann will man natürlich dann irgendwie gewinnen und dieses Preisgeld gewinnen. Das habe ich auch so in der Art und Weise überhaupt nur mit Tribe 7 uns erlebt, dass die da halt schon so, das war immer super lustig mit denen, das war die beste Zeit überhaupt, aber es war schon sehr leistungsorientiert, aber ich fand das halt auch cool und wir alle fanden das cool, wir waren alle so, okay, wir dürfen hier spielen, wir sind eine nominierte Mannschaft und da will man natürlich dann auch abliefern. Aber ja, soll ich nochmal einmal sagen, wie das so, wie ich da reinkommen bin? Ja, du warst die einzige Deutsche da, oder? Haben die dich angerufen oder auf Facebook angeschrieben oder auf Insta oder hat dich der Nationaltrainer angesprochen?
24:40 die hatten die deutsche Nationalmannschaft kontaktiert, weil die in Europa eine Tour gemacht haben, haben in Frankreich ein paar Turniere gespielt und in England und diese Nachricht ging dann auch bei uns rum, hat die Nationaltrainerin uns weitergeleitet, aber wir hatten selber unseren eigenen deutschen Spielbetrieb oder den internationalen Spielbetrieb mit der deutschen Nationalmannschaft und die Nationaltrainerin wollte damals keine Spielerinnen abstellen so an die Tribe 7. Ich kam aber gerade aus einer super langen Verletzung, ich kam in die Sportfördergruppe der Bundeswehr, auch nochmal eine Geschichte, und hatte mir beim zweiten Training mit der Nationalmannschaft einen Fuß gebrochen und war dann irgendwie fast zwei Jahre raus, hab fast zwei Jahre keinen Nackt-Bee gespielt und auf einmal kam halt diese Nachricht, dass die Tribe 7s Leute Spielerinnen suchen.
25:27 dann hat mein Vertrag aufgehört mit der Bundeswehr nach zwei Jahren und dann hab ich die Tribe 7s nochmal kontaktiert und meinte, ey, ihr habt doch mal die Spielerinnen gesucht. ich war jetzt zwei Jahre professionelle Spielerin und unsere Saison ist gerade vorbei und ich habe Zeit und kann spielen, so ungefähr. Und da meinten die, ja, wir sind jetzt zurück in Australien, aber komm doch rum und spiele mit uns die Spring Season. So lief das. Und dann habe ich einen Flug gebucht nach Brisbane und habe dann dort komplett drei Monate halt mit denen, so bei denen zu Hause gelebt, bei Don Keswick und Charlotte Keswick zusammen und die haben halt komplett diese drei Monate finanziert plus die ganzen Flüge innerhalb Australien. Ich habe nur den Hin- und Rückflug damals zahlen müssen, was halt echt eine coole Sache war und habe dann da mit denen gespielt und wenn du dann natürlich einmal in dem Team mit drin bist, dann wurde ich halt, die nächsten Sommer waren die dann in Europa unterwegs und dann war ich dann wieder mit dem Team dabei in Europa.
26:30 Ja, da haben wir in Europa ein paar Turniere zusammengespielt, ja. Und mein Turnier in London gespielt, das haben wir dann auch gewonnen, das war irgendwie, das war London Social Rugby Sevens und wir haben sechs Spiele am Tag gemacht, haben das Turnier gewonnen und da hatte eine Trainerin aus England, die Tribe Sevens an dem Tag sozusagen trainiert, also nicht nur die Spieler kommen immer so international dazu, sondern auch die Trainer ganz oft und die Trainerin, Emily Ryle, die hatte dann mich kontaktiert nach dem Turnier nach dem Turnier meinte, ey, du bist in Deutschland, hast du nicht Bock, irgendwie nach England zu kommen und hier irgendwie zu studieren für ein Jahr und für die Cheltenham Tigers zu spielen. Und das habe ich dann angenommen, dieses Angebot, und war dann daraufhin ein Jahr in England, habe für die Cheltenham Tigers gespielt. Wo liegt Cheltenham?
27:21 Cheltenham liegt so zweieinhalb Stunden nördlich von London zwischen Birmingham und Bristol. Zwischen Birmingham und Bristol. Ja. Und das war, Ja, das war auf jeden Fall eine geile Zeit, aber um da tiefer einzusteigen, müssen wir eine kurze Unterbrechung machen, so eine kurze Werbepause. Und dann, weil es so spannend ist, glaube ich mal, das geht dann in Teil 3 weiter. Also bleibt dabei. Bei Arjen Robben gab es fast seine ganze Karriere lang Gründe, an ihm zu zweifeln. Der Körper zu verletzungsanfällig, der berühmteste Move zu berechenbar und nach vergebenen Chancen im WM-Finale 2010 und beim Finale daheim 2012 schien er auch nicht der Mann für die ganz großen Momente zu sein. Keiner dieser Zweifel war erfunden, nur die Schlussfolgerungen daraus waren falsch, denn Arjen Robben kam trotzdem durch.
28:15 Und wie? Seine Geschichte jetzt in den 100 Fußballlegenden. Willkommen zurück, Teil 3 von unserem Podcast als Special mit Vivian zusammen. Vivian, wir haben jetzt so ein paar Stories über dich gehört jetzt sind wir quasi in deinen Laufbahnen ungefähr bei so 2015 würde ich sagen, du wurdest halt eingeladen in England zu spielen und Big G wurde auch so ein bisschen wissen, hat auch ein bisschen am Anfang angeschnitten was sind so witzige Stories die da rausgekommen sind und ich glaube mal in England hast du bestimmt auch ein paar witzige Sachen erlebt England war auf jeden Fall eine crazy Zeit. Also muss ich echt sagen, weil ja auch das ganze Uni-Leben hier nochmal so ein ganz eigenes ist, was viel krasser ist als irgendwie in Deutschland.
29:11 Ich habe dann für Cheltenham Tigers gespielt und dann haben die halt auch eine mega coole Uni in Cheltenham Gloucester in der Gegend. Hat dann auch für das Uni-Team gespielt und das war dann wirklich immer so jeden Tag eigentlich Rugby-Training, morgens dann auch mit der Uni Krafttraining gehabt, mittwochs immer mit der Uni-Mannschaft gespielt und Samstag mit den Charlotte and Tigers Rugby gespielt. Also die Uni spielte immer unterhalb der Woche. Es war auf jeden Fall eine knackige Zeit. Und dann natürlich immer Mittwochabends nach dem Spiel fährst du wieder nach Hause und dann halt fett Mittwoch Sports Night. Du warst ja auch einmal hier, hast dich besucht. Und es ist immer ein Big Dress-Up.
29:53 Also es gibt immer ein ein Thema und die ganze Mannschaft muss sich so verkleiden und das war für mich so der krankeste Kulturschock, weil ja, die ganze Mannschaft trifft sich dann, jeder hat dann so einen Trichter vor der Nase mit Bier und dann gibt es halt so Spiele, so richtig Hardcore-Trink-Spiele, die man dann machen muss und es war dann halt wirklich so, dass ich halt überhaupt gar keine Spiele kannte und dann halt irgendwie die ersten Wochen halt wirklich jeden Mittwoch komplett abgeführt wurde von der ganzen Mannschaft mit der so nach und nach wo habe ich denn die Spiele gerascht und so. Aber das ist natürlich so, da musst du dann durch. Jeder, der irgendwie das erste Jahr in der Uni hat, muss da durch.
30:33 Für mich war nochmal doppelt schwieriger, weil dann auch wieder andere Sprache und so und viele Sachen verstehst du nicht. Aber das war krass. Da kann man auch gar nicht im Detail genau erklären. Das muss man auch irgendwie so erlebt haben. Und das sind dann auch so interne Sachen, die, weiß ich nicht, man freut sich, dass die dann auch so intern so zelebriert werden. Aber... Dass da keine Fotos auf Instagram gibt. Ja, das hätte... Auf gar keinen Fall. Prince Harry hätte es sich ausgewünscht, bestimmt. Da gab es dann in unserer Mannschaft auch Spielerinnen, die dann... Sarah Byrne, die spielt heute für England. Die war immer ganz krass. Leute, keine Fotos, keine Fotos und so. Das war schon immer echt ein bisschen serious.
31:12 Millie Wood hat auch für DeSima englische Nationalmannschaft gespielt oder spielt auch noch. Das war schon krass. Die musste immer krass aufpassen, dass dann irgendwie nichts auf Instagram landet. Aber wenn dann so die ganze Mannschaft auf einmal in so Army-Outfits ist oder in eine Nacht, das war ganz cool, haben wir dann einen German-Night gemacht und alle waren so in deutschen Klamotten angezogen und so. Die sind dann auch wirklich, die nehmen das so ernst, die gehen los und kaufen sich Zeug und jeder hat dann irgendwie so ein kariertes Shirt an und irgendeine Lederhose von weiß ich woher die auskramen und man sieht dann aus wie das Oktoberfest. Plötzlich so Mittwochabend in Cheltenham, kleines Oktoberfest.
31:49 Aber das waren so krasse Geschichten. Eine Sache, die richtig lustig ist, eine Spielerin von uns, kann ich jetzt auch nicht sagen, wer, weil ich glaube, sie hat das auch ihren Eltern nicht erzählt, aber sie hat sich, sie wurde, eine Spielerin von uns wurde Spielerin des Spiels, als die Mannschaft in Twickenham so das große Endspiel der Uniliga hatte. Ein Jahr, bevor ich nach England gegangen bin, haben die dann das Finale der Unimannschaften in Trickenham ausgespielt. Sie wurde Spielerin des Spiels und hat sich diesen Titel, Spielerin des Turniers 2014, auf ihren Hintern tätowieren lassen. Also das sah aus, dieses Tätowier. Hat die das betrunken gemacht oder nüchtern? Nüchtern. Da ist sie ganz stolz drauf.
32:40 In der Kabine, wenn die duschen geht, sieht man halt diesen Titel. Player of the Match 2014, Trickenham, Bucks Final. Das ist echt viel. Ist das halt quasi ein Pobacke oder beides? Es ist eher so ein quadratisches Format sozusagen auf einer Pobacke, ja. Krass. Blütig. Auf jeden Fall. Und quasi die da hast du auch dann 15er gespielt, ne? In England? Ja, es war komplett 15er. Wie war für dich quasi die Umstellung? Weil natürlich in Deutschland hast du eher den Fokus quasi auf 7er gehabt und dann plötzlich stellt halt alles um auf quasi hauptsächlich Prozent. Wie war das für dich? Es war schon krass manchmal. Also in manchen ich fand es nicht so einfach. Ich habe dann viel auf 9 und auf 12 gespielt. 9 war immer easy, fand ich.
33:36 Und ich habe das geliebt, aber es war für mich immer, jedes Spiel war schon eine neue Herausforderung und ich war dann nicht so abgeklärt wie die anderen, glaube ich. Aber ich war trotzdem eigentlich meistens in der Startaufstellung bei allen wichtigen Spielen auch und so und ich habe dann irgendwie, glaube ich, dann mit meinen trotzdem mit meinen Skills das Wissen, was mir vielleicht im 15. ein bisschen gefehlt hatte zu der Zeit, habe ich dann das so ein bisschen wettgemacht, indem ich einfach dann irgendwie gut passen kann und kicken kann und durch Simak ja auch ein gutes Spielverständnis habe, so, aber das 15. Ich musste das halt lernen, ich muss halt auf Kontakt gehen und ich kann dann nicht irgendwie nach irgendwelchen Lücken suchen, die nicht da sind, musste ich schmerzhaft lernen.
34:15 Donnel und ich müssen das auch noch lernen. Immer noch, jedes Spiel. Was war denn mit diesem Spiel im Iran? Darüber hat man letztes Mal schon mal geredet, mit der deutschen Nationalmannschaft. 15er. Das war Siebener Rugby. Ach, das war Siebener. Genau, und es gibt so eine Initiative Bürger Europas. Ganz ausführlich erkläre ich das in einem Podcast mit Andrea, Spiel meines Lebens, aus der Podcast, das kommt in ein paar Wochen, glaube ich, online. Hashtag Werbung. Schlechtwerbung, genau. Aber ganz kurz dazu, die deutsche Nationalmannschaft hatte so ein bisschen Probleme, ein Team in den Iran zu schicken, weil das einfach rein rechtlich und mit den, war das so ein bisschen schwer, das zu organisieren, weil wir, im Endeffekt ist dann eine Berliner Auswahl in Vertretung der deutschen Mannschaft sozusagen dahin geflogen und wir haben dann auch im Vorfeldtreffen mit dem Auswärtigen Amt in Berlin gehabt und es war ganz gut, dass wir alle irgendwie gebündet in Berlin die ganze Zeit waren.
35:13 und dort diese Vorbereitungstreffen auch machen konnten. Das wäre für die deutsche Nationalmannschaft so, glaube ich, ziemlich schwer gewesen, das zu organisieren. Aber wir waren im Endeffekt dann... Wie ist denn das zustande gekommen? Ja, das war die Initiative Bürger Europas. Die kümmern sich so um so einen internationalen Austausch. Ach, austauschmäßig. Genau. Und die haben davon erfahren, dass es eine iranische Rugby-Mannschaft gibt und haben ein Jahr, bevor wir hingeflogen sind, bei die iranische Mannschaft, die U18 und die Frauen in Berlin und haben so gegen die U18-Nationalmannschaft in Berlin gespielt, so ein mini friendly tournament und auch ein kleines Turnier gegen Berliner Mannschaften dort gespielt und dann sollte dann ein Jahr später der Rückaustausch stattfinden. Das war von vornherein so geplant, dass die einmal herkommen und wir einmal hinfliegen und World Rugby hat auch darüber berichtet, weil wir echt die erste Mannschaft sind, die jemals überhaupt Frauen und Männer im Iran nach Iran geflogen sind und dort zu spielen.
36:10 und wie genau das war, das muss man dann auf jeden Fall, das ist auch, habe ich eine Stunde mit Andreas drüber gearbeitet, also es war schon eine krise Erfahrung. Da kann man auf jeden Fall, das lohnt sich auf jeden Fall reinzuhören. Vielleicht wollen wir halt noch für heute einfach mal so offen zur Zusammenfassung kommen, also Big G hatte auch so eine Frage, wegen, gab es auch so Punkte, wo du dran gezweifelt hast, also wir wollen halt nicht mit dem Lowlight aufhören, aber vielleicht das kurz anschneiden und dann können wir aufhören mit einem Höhepunkt, aber gab es halt so ein paar Sachen, die nicht so gelaufen sind? Du hast ja vorher erwähnt, ein, zwei Verletzungen, wo du halt so ein, zwei Jahre insgesamt irgendwie so gelitten hast. Gab es irgendwas, worauf du verzichten musstest oder war dein Leben irgendwie beeinträchtigt, indem du halt, keine Ahnung, mit Krücken rumgelaufen bist oder dein Job irgendwie beeinträchtigt wurde?
37:06 Also im Großen, also Also diese Verletzung, die ich hatte zu Beginn der Sportstudiatorenzeit, das war halt auf jeden Fall bitter, weil ich habe den Fuß gebrochen und war quasi echt anderthalb Jahre raus. Das hat sich irgendwie so kompliziert entwickelt gehabt, dass ich so lange nicht spielen konnte. Das war natürlich bitter. Ich war Sportstudiatin, war in Köln, habe anderthalb Jahre wie bekloppt meine zwei bis drei Einheiten pro Tag gemacht und konnte aber kein einziges Turnier oder Spiel spielen in der Zeit. Das war bitter, aber trotzdem muss ich sagen, war ich danach so fit und so schnell, wie ich vorher nie zuvor war. Und es war trotzdem gut, dass ich dann in der Zeit Sportlerdatin war und ein gutes Training genossen habe.
37:51 Ich habe das immer so gern gemacht, dieses Leistungssportler-Ding. Und auch als Nichtsportlerdatin versuche ich jeden Tag, mein Training zu machen. Und habe irgendwie nie aufgehört, das immer so übelst professionell zu sehen, muss ich sagen. Ich habe dadurch natürlich auch, also es gibt so eine Sache, die ich auf jeden Fall, auf die ich verzichtet habe, was ich auch heute bereue, muss ich sagen. Ich hatte einen Lehrgang mit der Nationalmannschaft und habe dafür eine Hochzeit abgesagt. Und das würde ich jetzt, da war ich irgendwie 19 Jahre alt. Falk Duwe hatte auch zu der Zeit einen Lehrgang und wir beide haben die gleiche Hochzeit abgesagt von einem guten Freund von, ich habe sie schon erwähnt, Nicole Lohden, hat Marc Lohden geheiratet.
38:37 und diese Hochzeit habe ich abgesagt für einen Lehrgang und das bereue ich schon, muss ich sagen. Das sind so Sachen, das würde ich heute nicht mehr machen. Ich habe zum Beispiel jahrelang als Jugendliche kein Ostern zu Hause verbracht, weil ich immer einen Lehrgang hatte zu den freien Tagen. Also ich habe schon wenig, also viel auf Familie und sowas verzichten müssen. Ich habe auf jeden Fall ein schlechteres Abitur gemacht, weil ich alle meine Wochenenden für Lehrgänge in Heideberg verbracht habe. Ich habe gar kein Abitur. Das stimmt. Okay. Ja, das sind so Sachen, die man verzichten musste. Ja, klar, das war beeinträchtig. Bis aber auf die Hochzeit, muss ich sagen, würde ich auch nichts anderes machen. Also ich habe im Großen und Ganzen hat mir das Rugby schon gut getan. Also auch abseits des Sports. Also was ich daraus mitgenommen habe, so für mich menschlich, was ich für Leute geschroffen habe, was man für Erfahrungen gemacht hat, das will ich auch gar kein Vermissen.
39:35 Wir wollen ja mit einem Höhepunkt aufhören, denn du hattest schon ganz viele Höhepunkte und hast jetzt extrem viel uns mitgeteilt oder erzählt. Hast du irgendwas noch, womit wir gut aufhören könnten? Also was du noch uns sagen willst oder was du bisher gesagt hast? Ich glaube, ich habe jetzt so, also grundsätzlich muss ich sagen, das habe ich gerade schon gesagt, es hört sich auch so ekelhaft cheesy an, aber dass ich so Rugby gespielt, dass ich überhaupt damit angefangen habe, ist das in so vielen Dingen so das Beste, was ich machen konnte, weil ich weiß nicht, also ich kann es hier nicht mein ganzes Leben erzählen, will ich auch gar nicht, aber es hat mich in so vielen Dingen, habe ich da so viel daraus mitgenommen und vielleicht ist es auch einfach so dieses, man könnte sagen, es ist so dieses Mannschaftssport-Ding, wo man halt so viel draus sieht, ich meine, ihr habt es beide letzte Woche oder bei der letzten Ausgabe erzählt, was ihr so aus dieser Zeit mitgenommen habt, als ihr in Australien gespielt habt, Das ist halt so ein krasser familiärer Mannschaftssport, der einfach für sich spricht und deswegen wir das halt so lieben.
40:43 Vielleicht ein Spiel, was ich halt nochmal rauspicken würde, ist das erste Spiel, was ich für die 15er-Nationalmannschaft gemacht habe, weil das bei uns im Stadion Buschallee in Berlin stattgefunden hat. Und da war ich, als ich das gehört habe, dass das so stattfindet, dass das Spiel in Berlin stattfindet, auf dem Platz, wo ich angefangen habe, Rugby zu spielen, war natürlich ein mega Highlight für mich. Also ich habe in einem Spiel einen Versuch gelegt, also besser hätte alles nicht kommen können. Das war schon einer meiner absoluten Highlights. So die ganzen, so Jan war da, meine Mama war da und ja, das war cool. Warst du auch da? Ja. Ja, cool. Also ich war da auf jeden Fall natürlich, vielen Dank auf jeden Fall für deine Zeit und deine Worte. Natürlich hast du extrem viel erzählt und wir durften extrem viele Fragen stellen. Ich glaube, wir hätten auf jeden Fall noch fünf Stunden verbringen können, aber wir haben versucht, auf jeden Fall so kompakt wie möglich zu schaffen.
41:42 Ja, ich hätte es auch versucht. Große Danke auf jeden Fall ausrechnen. Ja, danke. Auch von mir. Ja, gerne. Cool, dass wir das machen konnten. Ich erzähle auch gerne davon. Vielleicht hat man das mitbekommen. ja, nee, also ja, fand ich cool das war auf jeden Fall dein Leben im Rugby bisher die Geschichte geht aber weiter eine Stunde das war alles in den letzten 17 Jahren in einer Stunde ja, bisher geht meine Geschichte noch weiter ich habe noch nicht aufgehört mit Spielen ich habe keine Fragen mehr vielleicht schaffe ich es jetzt mal die Folge hochzuladen, bevor eine Woche vergeht. Das wäre schon ein Erfolg für mich. Ich denke gerade schon weiter. Das musst du rausschneiden, Josh. Nee, auf gar keinen Fall.
42:35 Auf jeden Fall vielen lieben Dank für die Zeit, Vivian. Vielen lieben Dank an euch fürs Zuhören und hoffentlich bis bald in der nächsten Ausgabe. Bis bald. Bis dann. Tschüss.