VorpassPodcast
Vorpass · Folge 30

#RWC2019: Japans Party geht weiter

34 minZum Transkript
0:00–:–

Die Sensation ist eingetreten. Der Gastgeber Japan zieht ungeschlagen ins Viertelfinale des Rugby World Cup ein und Schottland muss nach Hause fahren. In einem hoch emotionalen, hoch intensiven Spiel setzte sich Japan am Ende gegen Schottland durch. Die Schotten dagegen zeigten eine insgesamt enttäuschende Vorrunde und fahren verdient nach Hause. In den zwei anderen Spielen siegte Wales gegen Uruguay und Tonga setzte sich gegen die USA durch. Andreas Thies bespricht mit seinen Experten Donal Peoples und Georg Molz die Partien des Sonntags. Schottland war angetreten im Wissen, gegen Japan mit mindestens acht Punkten gewinnen zu müssen. Die Japaner hingegen waren voller Selbstvertrauen nach ihren drei Siegen unter anderem gegen Irland. Und Japan legte los wie die Feuerwehr. Als Fukuoka kurz nach der Halbzeit auf 28-7 erhöhte, war die Vorentscheidung gefallen. Schottland kam zwar noch etwas näher, aber die Defensive der Japaner hielt und zum ersten Mal in der WM-Geschichte zieht ein asiatisches Team ins Viertelfinale ein. Wales hatte eine ganze Menge gegen Uruguay zu tun. Ein Sieg reichte für Wales, um die Gruppe zu gewinnen. Doch nach einigen Wechseln und mit dem zweiten Anzug taten sich die Waliser gegen aufopferungsvolle Uruguayer sehr schwer. Tonga gewann gegen die USA. Es war ein lange Zeit sehr offenes Spiel, doch Tonga konnte in der zweiten Halbzeit gegen müde werdende US-Boys das Spiel an sich ziehen.

Folg uns bei Spotify oder Apple Podcasts und lass eine Bewertung da. So finden mehr Leute zum Rugby.

Transkript

Automatisch erstellt, kann Fehler enthalten. Stand: 02.10.2026. Klick auf eine Zeitmarke spielt die Folge ab dieser Stelle.

0:00 Gut, gut, gut, gut, mein, vorpass, vorpass Spezial, der Podcast zur Rugby-WM in Japan auf meinsportpodcast.de. Die Rugby-Party in Japan geht weiter. Japan, der Gastgeber, zieht ungeschlagen ins Viertelfinale ein und kann auch noch als letztes Spiel gegen Schottland gewinnen und gewinnt die Gruppe A deutlich. Das ist eine große Sensation und über solche Sensationen müssen wir hier bei Vorpass Spezial natürlich sprechen. Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe mit dem letzten Vorrundentag an meiner Seite. Später unser Experte Georg Molz, jetzt aber für das Spiel Japan gegen Schottland und für Uruguay gegen Wales, Donal Peoples. Hallo Donal. Hey Andres. Wir haben in unserer Vorschau damals gesagt, Japan gegen Schottland, das letzte Spiel, könnte das Entscheidende sein.

0:54 Es ist das Entscheidende geworden. Japan zieht durch einen 28 zu 21 gegen Schottland ins Viertelfinale ein. Und vor allen Dingen bleiben sie in einer Gruppe mit Irland, Schottland und Samoa ungeschlagen. Was für eine Leistung der Japaner. Ja, das ist einfach unfassbar. Wir haben einfach im Preview gesagt, dass es auf dieses Spiel drauf ankommen wird. Also ich hätte nicht gedacht, dass Japan durch die ganze Gruppenphase natürlich ungeschlagen geht. Das glaube ich mal hat ja keiner damit gerechnet. Aber wir wussten schon, dass es hart auf hart kommen wird für dieses Spiel. und was für ein Spektakel haben wir gerade so zu sehen bekommen. Das Spektakel war tatsächlich am Ende das 28 zu 21 gegen die Schotten für Japan und es stand auf der Kippe, dieses Spiel. Erst heute Nacht so gegen halb zwei gab es dann das Feedback von den World Rugby Organisatoren, diese Spiele werden über die Bühne gehen. Kanada gegen Namibia kann nicht gespielt werden, weil dort oben im Norden der Taifun gerade erst durch war. Dort war nicht möglich, Rugby zu spielen. Es gab sehr schöne Szenen, dass die kanadische Nationalmannschaft sich an den Aufräumarbeiten hinter oder nach dem Taifun beteiligt hat. Also auch eine sehr schöne Aktion, aber wir wussten, dass das Spiel stattfinden würde zwischen Schottland und Japan. Schottland musste gewinnen. Schottland musste mit mindestens acht Punkten gewinnen, um dann auch dafür zu sorgen,

2:12 dass Japan keinen Bonuspunkt bekommen würde. Und sie haben eigentlich dann auch losgelegt wie die Feuerwehr. Sie gingen mit 7 zu 0 in Führung. Nach der sechsten Minute, als Finn Russell den ersten Versuch gelegt hat und Greg Ladlow dann auch für die erste Erhöhung gesorgt hat. Doch diese Erführung, die dauerte nicht lange, weil in der 17. Minute konnte Kotaro Matsushima mit einer Erhöhung von Yuta Mola dann ausgleichen und von dem Moment an kann ich das richtig sagen, spielte nur noch Japan? Ab der 20. Minute spielte nur noch Japan? Ja, so kannst du schon mal sagen. Man hat einfach gesehen von der allerersten Sekunde, allein schon, wie Japaner quasi diesen Ankick hat gemacht haben, dass die schon mehr und mehr und mehr über dieses Spiel nachgedacht haben. Die haben so die Zähnen wahrscheinlich, Minute für eine Minute sind die schon durch dieses Spiel durchgegangen, was für Konsequenzen das haben könnte.

3:06 Hat gleich irgendwie Schottland unter Druck gesetzt. Ja klar, also Schottland hat diesen Versuch gelegt, aber irgendwie danach in der ersten Halbzeit war extrem wenig von Schottland zu sehen. Die mussten extrem viele Tackling setzen und genau, also extrem viele Straftat weggeben. Das hat einfach Japan immer wieder in Szene gesetzt. Und irgendwie war es so, obwohl, das wussten wir schon alle, dass Japan mit richtig Feuer und Flamme für dieses Spiel rauskommen wird, Schottland hatte irgendwie so ein bisschen Ideen los, was sie hat dagegen tun können. Ich weiß, das hat leicht gesagt, also getan, aber man wusste schon, Japan würde wirklich Gas geben. Aber es schien mir so, dass Schottland wirklich keine Ideen hatten, wie der durchkommen. Oft ist es irgendwie so mit diesem Druck, was quasi auf Finn Russell ausgeholt wurde, wussten die dann nicht, was sie machen könnten.

4:01 Und das hat mich extrem viel daran erinnert an verschiedene Spiele, wo man wirklich, wenn man Russell aus dem Spiel nehmen kann, also wirklich der Verbinder hat, seine Wirkung hat, minimieren kann, dann hat Schottland wenig machen können, besonders im Angriff auf jeden Fall. Du hast gerade eben die Aktion beim Ankick angesprochen. Japan hatte den Ankick und hat einen ganz, ganz kurzen, flachen Kick auf die 10-Meter-Linie dann gebracht, um dann einfach nur den Ball ins Spiel zu bringen und den Ball sofort zu erobern. Das war so ein bisschen die erste Kampfansage dann gleich, oder? Ja, das war, womit du nicht rechnest, also von 1000 Mal machst du 999 einfach ganz normal, entweder kurz hoch in der Luft bei der 10-Meter-Linie oder ganz tief quasi, dass der gegen das wegkicken muss und das hat keiner in Schottland damit gerechnet und deshalb waren sie ein bisschen überrascht und gleich mit dem Vorwurf quasi oder vor war der Ball verloren und dann Japan wirklich hat gesagt, okay jetzt geht's los und ich glaube das, den Versuch von Schottland war eher so die Ausnahme für die erste Halbzeit so die haben Glück, dass sie irgendwie doch mal fünf Minuten halt Gas geben könnten, aber wie gesagt, danach war es wirklich nur alles von Japan und ja das, also für mich war es halt keine Überraschung, dass sie loslegen wurden, wie die Feuerwehr. Ja, sie haben dann ja weitergemacht wie die Feuerwehr. Keita Inagaki

5:24 hat den nächsten Versuch gelegt in der 25. Minute erhöht, wieder von Juta Mula und dann in der 39. Minute nochmal der Man of the Match, Kenki Fukuoka zum 19 zu 7 und der wurde dann auch nochmal erhöht zum 21 zu 7. Nach der, oder nach den ersten 40 Minuten war klar, wenn die Schotten hier noch ins Viertelfinale einziehen wollen würden, dann müssten sie mindestens noch drei Versuche legen müssen, um den Offensivpunkt zu holen. Und dann auch mit mehr als sieben Punkten gewinnen. Das war zu dem Zeitpunkt schon eine relativ unlösbare Aufgabe für Schottland. Was haben die Japaner so viel besser gemacht in der ersten Halbzeit? Ich hatte das Gefühl, da waren auch zwei Tempoklassen dabei. Auf der einen Seite Japan, die mit unglaublichem Tempo gespielt haben.

Ganzes Transkript lesen (35 weitere Abschnitte)

6:10 Auf der anderen Seite, und das wurde im deutschen Fernsehen dann auch kritisiert, Greg Ladlow, der immer wieder das Spiel langsam gemacht hat für die Schott. Ja, genau. Also das ist halt quasi der Nachteil von Lade Lord, dass er halt wirklich genau nicht für dieses Spiel hat, der der Richtige war. Also er wurde auch relativ vorausgewechselt. Zum Nachgehen kann man halt sagen, wahrscheinlich nicht das richtige Aufstellung gewesen, weil Magenali, der Kapitän, saß auch auf der Bank. Und dann war halt Lade Lord drin, dass er Kapitän ist und so. Genau, hast du richtig gesagt, das ist einfach, das Tempo war einfach ein anderes. also Schottland-Worte hat eher so eine taktische, klassische Spiel spielen und irgendwie so in den Ecken kicken und Japan unter Druck setzen quasi.

6:53 Aber Japan hat es einfach nicht zugelassen. Also was quasi der Unterschied zwischen den beiden Mannschaften war. Schottland hat gesagt, okay, wir werden so ein Rugby spielen, was hat jahrelang bewiesen, sich bewiesen hat und einfach mal in den Ecken den Ball kicken oder Boxkick setzen oder irgendwas. Aber die haben einen kleinen Schock bekommen, weil Japan hat gesagt, ihr könnt das versuchen, wir werden das aber nicht zulassen. Wir werden halt richtig hart draufkommen. Und das hat man gesehen, dass es hat so eine neue Variante zu spielen, dass man richtig hart mittig und dann auf den Ecken drauf spielt. Und man muss halt irgendwie den Ball ganz, ganz weit versuchen zu bringen oder kicken oder passen natürlich.

7:35 Das hat aber Japan einfach nicht zugelassen, weil er so stark hat die Verteidigungslinie nach vorne geschoben haben und mit Tempo wirklich, wie gesagt, Finn Russell unter Druck gesetzt haben. Ich muss aber dazu sagen, dass ich schon trotz der schlechten Leistungen in Schottland, habe ich gedacht, dass auf jeden Fall Schottland das Ding drehen könnte. Auch mit der Schreie-Niederlage oder beziehungsweise Rückstand, meine ich. 7 zu 21, ich bin mir sicher, dass sie auch das gedacht haben. Was für mich der Schlussmoment war, wirklich hat diese Unaufmerksamkeit gleich nach der Halbzeit, diesen Versuch, weil drei Versuche zu legen, um das irgendwie zum, oder also Gewinn zu bringen, beziehungsweise zwei zum Ausgleich, wäre hart noch möglich gewesen, aber der Vorteil dabei, dass hat erstens Japan hatte den Bonuspunkt sicher, also war relativ hoch wahrscheinlich, dass die dann weiterkommen wurden, egal wie es halt ausgeht, aber was als Schlüsselpunkt dafür war, war wirklich, dass Japan wussten, hey, auch wenn Schottland jetzt noch zwei, drei Versuche legt. Wir können das Spiel bestimmen, wenn wir einfach Schottland unter Druck setzen. Das haben die dann gemacht. Also Japan hat einfach gesagt, von eure 22 werdet ihr keine Versuche legen und die haben gesagt, ihr werdet auch den Ball nicht kicken. Und deshalb haben die Japaner einfach mal Schottland in den 22 gehalten und könnten halt Schottland irgendwie

8:55 wenig draus machen, dann ganz zum Schluss. Du hast es gesagt, in der 42. Minute gab es den Versuch nach einer Unaufmerksamkeit. Kinko Fukuoka konnte quasi über das halbe Feld sprinten und den nächsten Versuch legen. Es war sein zweiter Versuch und er ist ganz, ganz verdient zum Man of the Match geworden. Es stand 28 zu 7. Dann kamen die Schotten zwar noch ran durch einen Versuch von William Nehl und dem nächsten Versuch dann nochmal von einem Erste-Reihe-Stürmer Sander Faggason hatte dann nochmal zum 28 zu 19 gelegt und Finn Russell mit der Erhöhung zum 28 zu 21. Ab der 55. Minute hat man gedacht, es sind noch 25 Minuten und unmöglich ist so etwas nicht. Aber dann setzte wieder diese unglaubliche Defensive der Japaner ein.

9:40 Und was mich halt fasziniert hat an dieser Defensive war, dass du niemals eine Lücke dort gefunden hast. Die Japaner waren unfassbar diszipliniert, wenn es hieß, wieder in die Verteidigungslinie zurückzugehen. Und es gab nie, nie eine Chance, für die Schotten dort durchzukommen. Ja, also das, was sie gesagt haben, die haben einfach gesagt, hier in Schottland, ihr könnt gerne den Ball haben, aber ihr werdet höchstwahrscheinlich in eurer eigenen Hälfte das haben und wir werden einfach verteidigen, bis es halt nicht mehr geht und das hat man gesehen. Natürlich die Versuche von Schottland einfach super ausgearbeitete Sachen, aber im Großen und Ganzen würde ich sagen, die Verteidigungsleistung von Japan war einfach unglaublich, also mega gut, das hätte keiner damit gerechnet, würde ich halt sagen.

10:27 Also wirklich die Verteidigungsleistung, da ist auf jeden Fall der Defense-Coach kriegt auf jeden Fall dafür einen Pokal. Ja, absolut. Absolut. Die Japaner hielten diesen Vorsprung bis zum Schluss. Sie konnten immer mal wieder dann auch Ballverluste von den Schotten forcieren. Sie haben es geschafft, dann auch selber dann Aktionen zu setzen. Sie haben sogar es geschafft, zwischendurch das Tempo ein bisschen rauszunehmen, um ein paar Minuten dann auch noch zu machen. Und das war insgesamt eine höchst beeindruckende Leistung. Wir müssen nochmal über den Man of the Match, Kenke Fukuoka, und natürlich auch über Kotaro Matsushima sprechen. Die beiden, ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass wir denen bei dieser WM dabei zugeschaut haben, wie sie Stars geworden sind.

11:10 Ja, also Matsushima war ein bisschen ruhiger heute als vielleicht in den vorherigen Spielen, aber trotzdem immer, wo er den Ball hatte, also die Aufgabe war heute ein bisschen mehr in der Verteidigung natürlich, aber er hat auch das, also den einen Mal relativ früh, wo einfach, ich glaube, danach kam gleich der Versuch in der ersten Halbzeit, wo irgendwie geht durch zwei Leute, die tackling ihn, aber Sitz hat nicht richtig oder setzt nochmal an. Und wenn er einmal so durch den Tackling kommt, hat er so eine Beschleunigung, dass er halt gleich irgendwie zehn Meter weiterkommt und man hofft, dass der Schluss oder zweite Verteidigungslinie oder irgendjemand fängt. Man kann ihm einfach so keinen Meter Platz geben.

11:50 Das ist super gefährlich. wie gesagt, für mich war er heute viel mehr in der Defensive, heute aktiv, aber das ist auch manchmal so, man muss auch manchmal ran, aber für Gouke, das war einfach so, ja, also das ist, was er da gemacht hat, die Meter nach vorne, was er gemacht hat, natürlich aussagekräftig davor, wo er halt am Ball geklaut hat und einfach durchleucht, aber auch 110 Meter gemacht, irgendwie Punkte gelegt ohne Ende, die Offloads, was er halt gemacht hat, also das ist einfach das war Rugby von einem anderen Planet, was wir da gesehen haben von denen und die ganze Mannschaft kann man herausheben, also Fugouke war das Spiel des Tages natürlich, aber ich glaube, diese Ära hatten extrem viele Leute auf der japanischen Seite verdient, Michael Leach zum Beispiel auch extrem geil, also alles, was er gemacht hat, bis zu seinen 70 Minuten hat er richtig Gas gegeben, war unglaublich gut.

12:49 Eine unglaublich gute Leistung der Japaner, die 2015, schon kurz davor waren, ins Viertelfinale einzuziehen, damals drei Siege auf dem Konto hatten, aber damals gegen Schottland dann auch ausgeschieden sind. Schottland kam damals weiter, dieses Mal sind sie nicht weitergekommen. Und wir müssen darüber sprechen, dass die Vorrunde der Schotten wirklich sehr, sehr enttäuschend war. Sie haben gegen Irland ganz, ganz klar verloren, haben dann zwei Siege geholt, hatten noch die Möglichkeit, jetzt gegen Japan nachzulegen, aber insgesamt muss man noch sagen, das ist eine sehr, sehr schwache Leistung gewesen, dieser, ähm, der Schotten. Ja, die haben sich nicht gut verkauft, also haben irgendwie ein bisschen geschlafen in dem Spiel gegen Irland, hatten bestimmt vielleicht auch damit gerechnet, dass sie vielleicht irgendwie das Spiel gegen Irland verlieren, aber dachten, okay, wir werden uns wieder sammeln und einfach die anderen Gegner aus dem Weg räumen, haben aber nicht auf dem Schirm gehabt, dass Japan viel stärker ist, als sie alle erwartet hätten.

13:44 Ja, also phasenweise haben wir super Sachen gesehen von Schottland, aber ich weiß nicht, ob wir schon vor dem Turnier darüber gesprochen haben, aber phasenweise reicht halt nicht mal aus. Also Schottland ist auch, wie wir auch gesagt haben, manchmal wie Frankreich, also phasenweise oder für eine Hälfte irgendwie Weltklasse und eine Hälfte absolut geschlafen. Und dann, wie gesagt, hier hat es einfach nicht gereicht. Also wahrscheinlich ein ganzes Spiel gegen Irland ein bisschen gepennt. Und dann hatten die extrem schwierige Aufgabe. Ich meine, dieses Spiel wäre auch anders gewesen, wenn die halt nicht so eine Aufgabe vor sich hatten. Also die wussten schon vorher, wir mussten nicht nur gewinnen, aber auch dafür sorgen, dass Japan keine doppelte Bonuspunkung kriegt und etc.

14:25 Also das waren irgendwie, wenn es nur wer gewinnt das Spiel, wäre es vielleicht anders gewesen, auch im Vorher, auch vielleicht während des Spiels. Aber die haben sich einfach so eine Mammutaufgabe vorgestellt. Und genau, wie gesagt, phasenweise reicht das einfach nicht mehr bei der Klasse, in der wir uns befinden. Greg Ledlow wird jetzt dann wohl auch seinen Rücktritt erklären. Er ist 34 Jahre alt, bis zum nächsten WM wird er wohl nicht mehr dabei sein. Da wird es einen Umbruch im schottischen Rugby geben und wir können gespannt sein, welche Mannschaft beziehungsweise auch welcher Manager dann bei der Six Nations 2020 auf der Bank sitzt. Ja, das ist schwierig zu schätzen. Da muss man es erstmal vielleicht ein bisschen sacken lassen und dann ein bisschen das ganze Revue passieren lassen, was passiert ist beim schottischen Rugby.

15:15 Also da wären auf jeden Fall das für schon geführt. Wir werden es sehen. Wir werden es natürlich dann auch beobachten. Ein Spiel hatten wir noch heute Morgen. Das war dann Wales gegen Uruguay. Da ging es um nichts mehr, beziehungsweise Wales. Wenn sie gewinnen, können sie auf Platz 1 ziehen. Und Uruguay hatte ein super Spiel gegen Fiji, was sie gewonnen haben. Ansonsten haben sie einen großen Fortschritt gegenüber 2015 gezeigt, wo sie dann doch sehr viele klare Niederlagen einstecken mussten. Dieses Mal haben sie sogar einen Sieg geholt. Wales hat sich durchgesetzt, aber es war eine lange Zeit sehr knapp und sehr eng. Zum Beispiel nur 7 zu 6 zur Halbzeit für Wales. 35 zu 13 haben sie am Ende gewonnen. Das war eine enge Nummer und ich könnte mir vorstellen, dass Uruguay relativ zufrieden aus diesem Turnier rausgeht. Wie ging es dir?

16:04 Also ich fand das Spiel, also sorry, dass ich schlecht reden will, aber ich fand das Spiel richtig grauenhaft. Es war nicht schön, Ich weiß, ja. Es war echt, hätte lieber zugeguckt, wie Farbe an der Wand trocknet. Es war echt grauenvoll. Liegt auch einfach grundsätzlich daran, dass sie einfach mal 13 Mal durchgewechselt haben. Da haben Jungs auf Positionen gespielt, wo die halt nicht normalerweise gehören, weil Warren Gatlin wurde natürlich seine Topspieler hat schon. Und das haben wir auch im Fernseher gesehen von ITV, quasi im englischen Fernsehen, sagten, die hat zum höchstwahrscheinlich werden, hat von der Mannschaft gerade höchstens drei oder vier Jungs im Kader, beziehungsweise in den ersten 15 stehen, also je weniger wir über dieses Spiel sprechen müssen, desto besser, glaube ich mal, für die Wales Perspektive, für Uruguay war es halt mega, also ich fand das extrem gut, wie die tatsächlich das Leben schwer gemacht haben für Wales, jede Breakdown war irgendwie unsauber, Wales hat keinen schönen Ball bekommen, die haben sich immer in den Lücken gestellt, um den Offload sind so zu unterbinden.

17:09 Worldwide haben sich sehr gut verkauft und kann auf jeden Fall nach Haus reisen und froh sein, dass sie eine megaschöne Überraschung geschafft haben gegen Fiji und sich sehr, sehr gut präsentiert haben. Das ist, glaube ich, mein Fazit vom Gruppenspielen bisher, dass die eher schwachen Mannschaften sich sehr, sehr gut präsentiert haben. Manchmal leider haben das eine oder andere starke oder Favorit-Mannschaften sich sehr schlecht verkauft. Aber man sagt einfach, dass man an den Gruppenspielen, so in Jahren, man denkt halt nicht zurück in den Gruppenspielen, sondern eher in den Knockout-Spielen. Also das haben wir uns hinter uns, genau, das können wir uns freuen auf die Spiele, die jetzt nächstes Wochenende stattfinden.

17:54 Aber aus Uruguay der Mann mit dem schönsten Fokuhila und dem schönsten Schnauzbart, Hermann Kessler, hat noch einen Versuch gelegt zum zwischenzeitlichen 11 zu 21. Das können wir noch dazu sagen. Die Viertelfinals stehen fest und da können wir jetzt mal gerade einen Blick drauf werfen, denn wir werden am nächsten Samstag um 9.15 Uhr England gegen Australien erleben, danach um 12.15 Uhr Neuseeland gegen Irland, der Sonntag Wales gegen Frankreich um 9.15 Uhr und um 12.15 Uhr Japan gegen Südafrika. Und ist es nicht eine wunderschöne Laune der Natur, dass wir, nachdem wir 2015 den japanischen Sensationssieg gegen Südafrika gesehen haben, dieses Spiel jetzt nochmal im Viertelfinale sehen? Ja, auf jeden Fall wahrscheinlich hat Südafrika eine Rechnung offen.

18:37 Japan ist auf jeden Fall stärker geworden in den vier Jahren, aber Südafrika ist auch eine andere Mannschaft zu das, was vier Jahre aufgetreten ist. Und gerade mit Razia Rasmussen, richtig ärztenehmende Gegner. Also das wird, wenn du vor, keine Ahnung, zehn Jahren gesagt hattest, Japan gegen Südafrika, dann hast du gesagt, okay, geht deutlich auseinander. Das Spiel ist auf jeden Fall schwierig zu prognostizieren, wie das halt ausgeht. Also besonders mit dem Heimvorteil, mit dem Wind in dem Segel, was gerade Japan hat, mit der Stimmung in dem Land. Also es wird schwierig für Südafrika sein. Doch, würde ich trotzdem eher so als Südafrika tippen. aber könnte halt auf jeden Fall eine enge Kiste werden.

19:17 Und wir müssen gerade noch darüber sprechen, Irland spielt gegen Neuseeland nächste Woche. Was ist dein Gefühl jetzt, eine Woche vor dem Spiel? Mussten wir darüber sprechen? Also ich glaube, weil ich hätte, ich wäre mehr sicher über das Japan Südafrika schlägt, als das Irland Neuseeland schlägt, ehrlich gesagt. also ich wusste halt nicht, Irland hat immer also innerlich, also mein Herz sagt, Irland hat immer so eine richtig tolle Performance drin und so an einem Tag kann Irland Weltklasse aussehen und jede Mannschaft richtig vernichten, haben wir gesehen in Amerika, beim Spiel in Chicago gegen Neuseeland und auch in 2018 gegen Neuseeland, ist es halt machbar, halt ich habe bisher keine Daten, also ich bin schon ein datengetriebener Mensch und ich habe bisher keine Daten oder keine Beweise dafür gesehen, wieso oder was dafür spricht, dass Irland Neuseelands schlägt.

20:16 Also das ist Neuseelands auf jeden Fall stark Favorit jetzt. Wir werden es sehen und wir werden natürlich dann nächste Woche darüber sprechen über diese Spiele. Wir haben ein Spiel noch, das von USA gegen Tonga. Darüber spreche ich gleich mit dem Kollegen Georg Molz. Dear Donal, vielen Dank für deine Expertise hier dann auch während der gesamten Vorrunde. Viertelfinale bist du nicht dabei, aber aber dann vielleicht können wir uns dann ja wieder im Halbfinale sprechen. Danke, Donal. Dankeschön. Bei Arjen Robben gab es fast seine ganze Karriere lang Gründe, an ihm zu zweifeln. Der Körper zu verletzungsanfällig, der berühmteste Move zu berechenbar und nach vergebenen Chancen im WM-Finale 2010 und beim Finale Daheim 2012 schien er auch nicht der Mann für die ganz großen Momente zu sein.

21:00 Keiner dieser Zweifel war erfunden, nur die Schlussfolgerungen daraus waren falsch, denn Arjen Robben kam trotzdem durch. Und wie? Seine Geschichte jetzt in den 100 Fußballlegenden. Challenger Corner auf meinsportpodcast.de Ein Spiel hatten wir noch am heutigen Tag. Das war nämlich das Spiel zwischen Tonga und den USA. In der Gruppe C war das Rennen alles entschieden. England gegen Frankreich und England und Frankreich haben sich ja schon qualifiziert fürs Viertelfinale. Argentinien ist Dritter, Tonga und USA, da ging es nur noch um Platz 4. Und darüber spreche ich jetzt mit unserem anderen Experten hier bei Vorpass Spezial mit Georg Molz. Hallo Georg. Hallo, grüß dich. Schön, dass ich hier sein darf.

22:06 Georg, bevor wir über Tonga gegen USA sprechen, Le Crunch ist ausgefallen, England gegen Frankreich. Dann ja auch wegen des Wetters ist es ausgefallen. Wie sahst du denn jetzt die Absage, beziehungsweise es war schon sehr schade, dass dieses Spiel abgesagt werden musste, oder? Ja, ist natürlich enttäuschend, aber man muss verstehen, ich meine, so eine Wetterbedingung, das passiert ja nicht. Das passiert nicht alle Tage. Wie ich das verstanden habe, ist, dass dieser Taifun, es ist normalerweise nicht Taifun-Season, so wie ich das verstanden habe. Und da muss man halt, also viele Leute werden verärgert sein. Ich kenne auch Leute, die selber da waren und zu dem Spiel gegangen wären, vor allem Engländer.

22:41 Aber ich meine, da geht halt die Sicherheit der Menschen einfach vor. Vielleicht hätte man es auch noch auf einen anderen Ort verschieben können, aber ich weiß immer nicht, wie logistisch, wie schwierig sowas ist. Wir haben auf jeden Fall dieses Spiel, was ausgefallen ist. England und Frankreich sind trotzdem qualifiziert und werden nächste Woche dann auch beim Viertelfinale dabei sein. Frankreich hätte noch die Chance gehabt, an England vorbeizuziehen, wobei England wohl der Favorit gewesen wäre. Aber das ist alles Spekulation und deswegen lass uns über das Spiel sprechen, was es heute gegeben hat. Nämlich zwischen USA und Tonga, beide bislang ohne Sieg. Das war so ein bisschen erwartet worden in dieser Gruppe des Todes.

23:17 Am Ende ist es 31 zu 19 für Tonga ausgegangen. Wie fällt dein Gesamtfazit dieses Spiels aus? Ja, ich hätte gedacht, dass Tonga sich ein bisschen besser aus der Affäre zieht. Vor allem, wenn man die Tatsache in Betracht zieht, dass sie ja nur ganz knapp gegen Frankreich verloren haben mit zwei Punkten. Ich hätte erwartet, dass der Sieg insgesamt deutlicher ausfällt. Aber man hat gemerkt, dass Tonga, die haben ja die letzten Spiele immer so ein bisschen verschlafen. Die lagen immer relativ schnell mit mehr als 20 Punkten hinten, vor allem gegen Frankreich und Argentinien. Und da haben sie jetzt mehr dran gearbeitet, obwohl sie es am Anfang auch nicht in Punkte umgemünzt haben im Spiel. Lass uns mal in die erste Halbzeit gehen, weil die Tonga gingen in der 16. Minute in Führung durch Siegfried Fisihoi, der ja schon mal ein paar Spiele für den Heidelberger RK bestritten hat in diesem Jahr.

24:05 Der hat den ersten Versuch gelegt für Tonga und sie führten dann mit 7 zu 0. Allerdings hatte das Spiel dann so ein bisschen eine Wendung genommen, weil die USA sehr gut da mitgehalten haben. Plus, Tonga hat sehr häufig den letzten Pass einfach weggeschmissen. Genau, das war immer so ein bisschen unkonzentrierter. Also Tonga hätte schon nach den ersten 20 Minuten viel höher führen müssen oder so. Und dann kam ja, also ich glaube, niemand hat damit gerechnet, dass die USA dann punkten oder geschweige denn in Führung gehen. Also das Spiel wurde ja mehr oder weniger ein bisschen auf den Kopf gestellt und hat dann aber zum Glück ein bisschen an Aufregung gewonnen, fand ich eigentlich. Weil wenn es jetzt einfach so gewesen wäre, dass Tonga weiter den Schuh runtergespielt hätte, wäre es halt ein bisschen langweilig gewesen.

24:47 Mike Thio hat nämlich zwei Versuche für die USA gelegt. Einmal in der 20. Minute und einmal in der 25. Minute. Mike Thio war erst in der 19. Minute überhaupt auf den Platz gekommen, weil nämlich Blaine Scully dann runter musste. Und Mike Thio hat dann aus seinen sechs Minuten, in denen er auf dem Feld stand, das meiste gemacht hat, gleich zwei Versuche gelegt. Und einer war schöner als der andere. Das war sehr gut gemacht, gerade so zwischen der 20. und der 40. Minute, dass die Amerikaner dort wirklich sehr, sehr stark gespielt haben, meiner Meinung nach. Wie ging es dir? Genau, das sehe ich ähnlich. Der hat davon profitiert, dass es ja erst seit zwei Jahren, also der Theo hat davon profitiert, dass es profitiert davon, dass es seit zwei Jahren ja erst wieder eine professionelle, halbprofessionelle Rugby-Liga in den USA gibt.

25:33 Es gab schon mal einen Versuch, der wurde vor vier, fünf Jahren gestartet, ist dann nach einem Jahr pleite gegangen. Der war damals schon einer der Spieler, der wirklich im Sevens-Programm auch auf sich aufmerksam gemacht hat und der auch wirklich davon gut profitiert hat, wie gesagt, dass er jetzt eine professionelle Liga gegeben hat. Der hat auch in Neuseeland, schon mal in der Taranaki-Region in einem Development-Programm mitgemacht. Wäre natürlich noch schöner, wenn es in den USA noch mehr professionelle Strukturen geben würde. Dann hätten die USA mehr mithalten können, auch in der ersten Halbzeit schon. Blaine Scully war runtergekommen, wie gesagt, Mike Thio war raufgekommen. Du hast es gerade gesagt, es wäre schön, wenn die professionellen Strukturen dort zunehmen würden.

26:13 Es gibt ja Gerüchte, dass sich die USA dann eventuell auch um die WM 2027 bewirbt. Das wäre natürlich dann ein guter Plan, oder? Genau, das passt ganz gut rein. 2026 wird die Fußball-Weltmeisterschaft in den Staaten sein und 2028 wird Olympia sein. Ich meine, die USA haben schon vor Jahren oder haben schon immer bewiesen, dass sie große Events abhalten können. Da fehlt natürlich jetzt so ein bisschen die Begeisterung. Ich glaube, das hat auch der Coach, der amerikanische Coach gesagt, dass die gerne die Leute mehr mitnehmen würden und dass die natürlich auch in solchen Spielen, die sie vielleicht mal gewinnen können gegen Tonga, dass sie auch ein bisschen Werbung machen können, dass da vielleicht Sponsoren ein bisschen mehr dazukommen, dass da ein bisschen die Aufmerksamkeit erhöht wird.

26:52 Und ja, haben sich okay aus der Affäre gezogen, aber hätte vielleicht auch noch besser sein können. Ich glaube, die USA sehen sich so ein bisschen als das Vorbild an, was die Entwicklung angeht. Dass man halt sagt, okay, vor 20 Jahren war Japan oder vor 25 Jahren 1995 noch relativ unterdurchschnittlich. Und dann hat man 2015 schon mal Südafrika geschlagen. Ich glaube aber, mit Japan und den USA, dass es einfach nicht zu vergleichen ist. In der Halbzeit auf jeden Fall führten die USA mit 12 zu 7. Um das einmal gerade einzuordnen für die WM 2027, gibt es im Moment drei Bewerberländer. Das sind Argentinien, das sind Australien und Russland. Da die nächsten drei oder die letzte und die nächsten beiden Weltmeisterschaften in der nördlichen Hemisphäre ausgetragen werden, geht man davon aus, dass es entweder in eine Emerging Nation, also eventuell die USA geht, oder dann in ein Südhemisphärenland. Das nur zur Einordnung.

27:46 Zur zweiten Halbzeit dann nochmal gerade. Es sah die ganze Zeit danach aus, als könnten die Amerikaner weiter Druck machen. Und es gab dann noch ein Penalty von Sonatanen Takulua zum 12 zu 10. Aber zu dem Zeitpunkt hatte man immer noch das Gefühl, dass die Amerikaner am Drücker waren. Es war eine sehr lange Angriffsphase der Amerikaner, aber die wurde dann durchbrochen und die wurde gestört. und da wurde der Ball intercepted von den Tongaren, die dann einen ganz schnellen Versuch über das komplette Feld gelegt haben. War das so ein bisschen der Knackpunkt des Spiels? Ja, ich denke schon. Das war jetzt zehn Meter vor der Mahlinie vor Tonga, haben die USA da den Ball verloren, dann relativ schnell gespielt, dann wurde, glaube ich, gekickt und dann hat die zwölf oder dreizehn den Versuch da gelegt.

28:32 Das ist natürlich, wenn man so Druck aufgebaut hat für mehrere Minuten, vier, fünf Minuten oder so und dann muss man sich eigentlich belohnen mit den Punkten und dann verliert man den Ball erstmal, das ist schon sehr nervig und dann schafft es die gegnerische Mannschaft aus der eigenen 22 da den Ball rauszukriegen und daraus direkt den Versuch zu erzielen, das ist schon extrem demoralisierend würde ich sagen und das kann einem wirklich für ein paar Minuten das Genick brechen und auch so einen Momentumswing dann natürlich einleiten. Malietoa Hingano hatte dann den Versuch gelegt, zum 15 zu 12, Sonatane Takuluwa mit der Erhöhung zum 17 zu 12 und dann gab es den nächsten Versuch dann in der 61. Minute, vier Minuten später noch von Siale Piotr, der dann erhöht worden ist von James Faieva. Salio Piotr hat dann auch am Ende die letzte Erhöhung dann noch gekickt, eigentlich ist er kein Kicker, aber er hatte heute Geburtstag und er hat heute sein letztes Länderspiel gemacht, 34 Jahre alt, einer der Spieler, die in den letzten drei Weltmeisterschaften jetzt dabei waren, das war heute sein zwölfter Einsatz bei einer Weltmeisterschaft für Piu Tao.

29:40 Und er ist dann tatsächlich mit einem schönen Erhöhungskick verabschiedet worden. Auf jeden Fall führten die Tonga mit 24 zu 12. Dann kamen die Amerikaner nochmal ran mit einem Versuch von Tony Lamborn in der 76. Minute, AJ McGinty mit der Erhöhung. Und da hatte man für zwei Sekunden vielleicht noch das Gefühl, die Amerikaner könnten hier vielleicht noch was schaffen. Aber in der 80. Minute dann Telusa Vejaino mit dem Versuch. und wie gesagt, Siale Piotr mit der Erhöhung zum 31 zu 19. Am Ende können wir sagen, es war standesgemäß, oder? Ja, würde ich schon sagen, dass es am Ende standesgemäß war. Ich denke, man konnte von den USA vielleicht auch nicht mehr erwarten, ohne das jetzt böse zu meinen.

30:22 Wie gesagt, wir haben schon darüber geredet, die haben ganz andere Strukturen. Die meisten Spieler aus Tonga spielen in Neuseeland, Australien, Frankreich. Die trainieren zwar nicht oft zusammen, aber das Talent ist halt viel größer. Und ich habe halt auch auf Tonga getippt. Ich weiß jetzt gar nicht mehr, wie. Ich glaube, so 12 Punkte Unterschied oder so. Was ist genau? Ich habe Tonga plus 13 getippt. Ah, okay. Nicht schlecht, nicht schlecht, nicht schlecht. Also USA gut aus der Affäre gezogen. Die haben jetzt allerdings zehnmal hintereinander, glaube ich, verloren. Ja. Bei den letzten. Also die letzten zehn vergangenen Weltmeisterschaftsspiele haben die alle verloren. Was natürlich in so einem Land wie den USA keine gute Werbung ist für vielleicht, dass man die Weltmeisterschaft im eigenen Land haben will in 8 Jahren.

31:02 Ja, absolut. Absolut. Tonga hat hier jetzt sechs Punkte geholt in dieser Weltmeisterschaft, einen Defensivbonuspunkt und jetzt diesen Sieg mit den vier Versuchen mit Bonuspunkt. Sie haben die sechs Punkte geholt. Tonga Samoa, wir hatten gestern schon über Samoa gesprochen, dass sie in ihrer Entwicklung so ein bisschen stagnieren. Auch Tonga macht nicht die allergrößten Fortschritte. Es ist das große Problem, dass Spieler aus Tonga dann in anderen Nationen ihr Glück versuchen und dort dann ja auch Profi-Verträge unterschreiben und dann am Ende in den Nationalmannschaften dort landen. Genau. Das berühmteste Beispiel ist natürlich der Bruder von Siale Pio Tau, den du eben schon angesprochen hattest, der ja für die All Blacks gespielt hat und dann, ich glaube, nach England gegangen ist, nach Bath zuerst, nach Bristol.

31:49 Ich glaube, über Ulster nach Bristol. Er hat einen Millionenvertrag bekommen und hat den Wunsch eigentlich auch geäußert, dass er nochmal gerne für Tonga auflaufen würde. Das ging aber nicht, weil er schon mal für die All Blacks gespielt hat und ich glaube, es wäre nur gegangen, hätte er nochmal für die Tonga 7er-Nationalmannschaft gespielt. Dann wäre er, glaube ich, nochmal für Tonga spielberechtigt gewesen, weil er eine Drei-Jahres-Pause hatte. Das hat dann aber leider nicht geklappt. Ich glaube, es gibt viele Spieler, die aus Tonga, Samoa, Fiji, Cook Islands, wo auch immer, ich meine, die nehmen die Chance natürlich wahr, in Neuseeland berühmt zu werden, dann vielleicht den Sprungbrett nach Europa zu schaffen, haben dann aber vielleicht schon mal gespielt für die All Blacks und dann ist es schwer, da nochmal rauszukommen, beziehungsweise wieder für das Heimatland zu spielen, obwohl sie, glaube ich, den Herzenswunsch haben, nochmal für das Land zu spielen. Aber das ist natürlich ein großes Problem mit dieser Drei-Jahres-Regel oder dann mit der Fünf-Jahres-Regel, mit dem Geld und so weiter und so fort. Das ist alles nicht ganz einfach. Charles Piotr, der 2015, 2016 für die Wasps gespielt hat, dann nach Alster gegangen ist und jetzt bei den Bristol Bears spielt, ist der Bruder von Siule Piotr, der dann auch für die All Blacks gespielt hat. Also, Also die Tonga jetzt mit sechs Punkten da raus, auch Samoa ist raus, auch Fiji ist raus, also die Inselstaaten, die die meisten Rugby-Profispieler stellen, die sind mit ihren Nationalmannschaften halt im Moment dann hinten dran.

33:11 Für die USA, du hast es gesagt, es ist keine gute Werbung für eine, ja vielleicht Bewerbung für die WM 2027. Man hatte gedacht, sie seien weiter, aber sie belegen jetzt den letzten Platz in dieser Gruppe. England und Frankreich sind im Viertelfinale dann in der nächsten Woche und wir werden dann nächste Woche natürlich auch über die Viertelfinale sprechen. Ab jetzt geht es um die Wurst, ab jetzt gibt es K.O.-Spiele und dann geht es dann auch mit den ganz großen Nationen weiter. Das war der heutige Tag, der sehr spektakulär war. Georg, dir vielen Dank für deine Expertise zu diesem Spiel. Danke dir, ich freue mich schon auf die nächsten Wochenenden. Ich mich auch. Vielen Dank fürs Zuhören, bis zum nächsten Mal.

33:50 Auf Wiederhören. Vorpass. Vorpass Spezial. Der Podcast zur Rugby-WM in Japan. Andreas Thies liefert dir mit den Experten unseres Rugby-Talks Vorpass. Alles rund um das Rugby-Event des Jahres. Wird Neuseeland zum dritten Mal hintereinander Weltmeister? Wer kann die All Blacks gefährden? Und kann Gastgeber Japan auch 2019 überraschen? Sei dabei, wenn Vivian Ballmann, Donal Peoples und Georg Molz hier Rugby WM für dich analysieren.