#RWC2019 Tag 6: Uruguay überrascht Fidschi
Tag sechs der Rugby-WM sah ein Aufeinandertreffen von zwei Mannschaften der Gruppe D. Fidschi, das in ihrem ersten Spiel Australien lange Zeit Paroli geboten hatte, traf auf Uruguay. Für Südamerikas Nummer 2 war das Spiel im Kamaishi Recovery Memorial Stadium der Auftakt in die WM 2019. Das Spiel fand an einem besonderen Ort in Japan statt. Kamaishi war 2011 bei dem verheerenden Tsunami einer der am stärksten betroffenen Orte gewesen. Doch die Stadt hat sich langsam wieder von dieser Katastrophe erholt. Beide Mannschaften hatten vorher Erinnerungsstätten besucht und somit der Stadt ihre Ehre erwiesen. In Kamaishi wird noch ein zweites Spiel ausgetragen, am 13. Oktober werden Namibia und Kanada im kleinsten WM-Stadion auflaufen. Uruguay schaffte nach sehenswertem Spiel die große Überraschung und konnte den Favoriten mit 30-27 besiegen. Andreas Thies hat das Spiel zusammengefasst.
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Transkript
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0:00 Tag 6 der Rugby-WM sah ein Aufeinandertreffen von zwei Mannschaften der Gruppe D. Fiji, das in ihrem ersten Spiel Australien lange Zeit Paroli geboten hatte, traf auf Uruguay. Für Südamerikas Nummer 2 war das Spiel im Kamaishi Recovery Memorial Stadium der Auftakt in die WM 2019. Das Spiel fand an einem besonderen Ort in Japan statt. Kamaishi war 2011 bei den verheerenden Tsunami einer der am stärksten betroffenen Orte gewesen. Doch die Stadt hat sich langsam wieder von dieser Katastrophe erholt. Beide Mannschaften hatten vorher Erinnerungsstätten besucht und somit der Stadt ihre Ehre erwiesen. In Kamaishi wird noch ein zweites WM-Spiel ausgetragen. Am 13. Oktober werden Namibia und Kanada im kleinsten WM-Stadion auflaufen.
0:54 Zum Spiel. Fiji hatte vor dem Spiel das komplette Gesicht der Mannschaft verändert. John McKee, der Head Coach Fijis, hatte seine Mannschaft auf gleich zwölf Positionen verändert. Nur Domenico Wakani Boruto, Leone Nakaraba und Semi Ladradra blieben im Team. Auf allen anderen Positionen waren frische Spieler im Einsatz. Fiji hatte seit Spiel 1 nur vier Tage Pause. Im Gegensatz zu Russland hatte Fiji allerdings auch noch Alternativen in seinem Team. Uruguay dagegen ist eines der am stärksten verbesserten Teams der letzten Zeit. 2019 haben sie fünf Spiele hintereinander gewonnen und zum Beispiel in der Vorbereitung auf die WM auch die USA besiegt, denen sie letztes Jahr noch mit 42 Punkten unterlegen waren.
1:32 Für Fiji war das Spiel ein Must-Win-Game. Noch hatten sich Chancen, das Viertelfinale zu erreichen. Dafür war aber ein Sieg mit Bonuspunkt absolute Voraussetzung. Doch es kam anders. Es dauerte etwa sechs Minuten, bis Fiji das erste Mal ein schnelles Kombinationsspiel aufziehen und in die Hälfte der Uruguayer eindringen konnte. Veltukani hatte mit einem Chipkick die gesamte Defensive Uruguays vernascht und für sehr viel Raumgewinn gesorgt. Die Gasse danach konnte Fiji für den ersten Versuch nutzen. Nach dem Gasseneinwurf ging es ganz schnell und Misolame Dolokoto, der Hakler Fijis, konnte zum 5 zu 0 ablegen. Die Erhöhung danach klappte nicht. Uruguay konnte das Spiel danach für einige Minuten beruhigen und das Spielgeschehen von den eigenen Mahlstangen entfernt halten.
2:10 Fiji tat sich immer wieder schwer mit der sehr zupackenden Defensive Ogwais, die in der 14. Minute einen Passfehler zu ihrem ersten Versuch nutzen konnten. Santiago Arata war der Nutznießer von hervorragender Defensive von Reimann Kessler, der den Fijianern den Ball klaute und auf Arata ablegen konnte. Felipe Berkesi sorgte für die Erhöhung und für die 7-5-Führung Ogwais. Dadurch zeigte sich Fiji beeindruckt. Sie waren als Favorit in das Spiel gegangen, aber die Abstimmung nach 12 wechseln brauchte erst mal Zeit. In der 17. Minute verlagerte Fiji nach einem Strafkick das Spielgeschehen wieder in die 22 der Uruguayer. Kurze Passfolgen, die man aus dem Siebener-Rugby von Fiji kennt, führten zum nächsten Versuch für Fiji, die mit 12 zu 7 in Führung gingen.
2:51 Doch auch dieser Versuch brachte Fiji überhaupt keine Ruhe. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch in der Folge. Uruguay war immer wieder in der Lage, selbst ein variantenreiches Offensivspiel aufzuziehen und auch die Fehler Fijis auszunutzen. Die nächsten beiden Versuche gingen auf das Konto der Südamerikaner. Manuel Diana und Juan Manuel Kat sorgten für die Versuche, Berkesi für die Erhöhungen. Uruguay führte 21 zu 12. Sie machten auch in den letzten Minuten nicht den Eindruck, nachlassen zu wollen. Geklaute Gassen und Ballverluste Fijis machten das Leben leichter für Uruguay. Nach einem Strafkick konnte Berkesi sogar auf 24 zu 12 ausbauen, was zu diesem Zeitpunkt einer sehr großen Überraschung gleichkam.
3:29 Fiji war gefragt in der zweiten Halbzeit. Und sie kamen auch wie die Feuerwehr aus der Pause. Aber auch hier gab es immer wieder kleine Fehler, die Uruguay den Ball brachten bzw. den Spielfluss unterbrachen. Jede gelungene Aktion feierten die Südamerikaner wie einen Versuch oder einen Sieg. In der 45. Minute bekam Fiji einen Strafkick zugesprochen. Dass sie den Kick durch Josh Matavesi und damit die drei Punkte nahm, spricht für den Respekt, den Fiji vor der Defensive Uruguays zu diesem Zeitpunkt hatte. Dass dieser Kick von Matavesi an den Mahlstangen vorbeiking, war allerdings einer der Tiefpunkte unter 45 schwachen Minuten. Das war aber vielleicht der Wachmacher für die Mannschaft aus Ozeanien.
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4:05 Ape Iratuni Yawara nahm den Ball und konnte in der 48. Minute den nächsten Versuch für Fiji beisteuern. Matawisi setzte aber auch diese Erhöhung daneben. Es stand trotzdem nur noch 17 zu 24. Die Fehler auf Seiten Uruguays häuften sich etwas zu diesem Zeitpunkt und auch der Coach Fijis reagierte. Es brauchte einen zuverlässigen Kicker in den eigenen Reihen. So kam Ben Volavola ins Spiel, der gegen Australien überzeugt hatte. In der 55. Minute hatte Berkesi die Chance, wieder auf 10 Punkte Vorsprung zu kommen, doch Berkesi setzte seinen Straftritt deutlich zu kurz. Nach knapp 60 Minuten hatte Uruguay das Spiel wieder komplett in die gegnerische Hälfte verlagert. Viele Pick-and-Gos folgten. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Südamerikaner schon die Zuschauer auf ihre Seite gezogen.
4:46 Ein Strafkick nutzte Berkesi für drei weitere Punkte und das 27 zu 17. War das der Weckruf für Fiji? Man wartete immer darauf. In der 67. Minute konnten die Polynesier nach schöner Einzelleistung von Watubua ans Mahlfeld kommen, Matavalu schloss zum Versuch ab. Der eingewechselte Vola Vola übernahm jetzt die Erhöhung, aber auch er verfehlte. Er stand noch 27 zu 22 für Uruguay, zwölf Minuten vor Schluss. Uruguay fing sich aber wieder. Sie nutzten weiterhin Ballhandlingfehler der Fijianer, um an den Ball zu kommen. In der 75. Minute erhöhten sie wieder einen Strafkick und Berkisi sorgte mit den drei Punkten für die Vorentscheidung zum 30 zu 22. 19 Handlingfehler Fijis nach 76 Minuten sprachen eine deutliche Sprache.
5:28 Selbst wenn sie vielversprechende Durchbrüche schafften, rückte der Rest der Mannschaft nicht ordentlich nach. Spieler waren auf sich alleine gestellt und verloren dann den Ball. Fiji versuchte in den letzten Minuten nochmal alles, aber sie kamen nur noch zum Versuch, der sie ohne Erhöhung auf drei Punkte heranbrachte. Ein aufopferungsvoller Kampf Uruguays wurde mit einem der größeren Überraschungen in der Geschichte der Rugby-WM belohnt. Uruguay besiegt Fiji, die sich damit alle Chancen um einen Viertelfinaleinzug beraubten. Nach dem Spiel war der Coach von Fiji John McKee voll des Lobes über den Gegner. gifted them tries and we just didn't have the mental toughness to get back into the game.
6:25 What did you say to your team in half time? We thought we'd made some errors, they scored three tries off our errors basically but we hadn't been playing well. We were focusing on keeping the ball not turning the ball over. In the first half we turned the ball over on the edges too often and we really believed Fiji gegen Uruguay war das einzige Spiel des Tages. Morgen werden die beiden nordamerikanischen Vertreter USA und Kanada als letzte Teams in das WM-Geschehen eingreifen. Kanada trifft in einem vorentscheidenden Spiel der Gruppe B auf Italien. Es geht um Platz 3. Die USA ist gegen England großer Außenseiter. Auf meinsportpodcast.de werdet ihr natürlich auch über diese beiden Spiele im Vorpass-Spezial informiert.