#RWC2019, Tag 2: All Blacks setzen ein Zeichen
Der Rugby-Worldcup 2019 ist nur etwas mehr als 24 Stunden alt, doch Zuschauer und Beobachter sind jetzt schon sehr zufrieden mit dem Start. Am sogenannten "Super Saturday" an Tag zwei der WM gab es drei herausragende Spiele mit teils dramatisch knappem Ausgang, über die noch länger gesprochen werden. Australien siegte gegen Fidschi nach Startschwierigkeiten, Frankreich gewann ein hoch dramatisches Duell gegen Argentinien und Neuseeland setzte ein Zeichen gegen Südafrika. Andreas Thies fasst die Spiele mit Georg Molz, dem Experten aus "Vorpass", dem Rugby-Talk auf meinsportpodcast.de, zusammen. Australien wird auch in diesem Jahr wieder eine Favoritenrolle zuteil. Sie gewannen in einem der Vorbereitungsspiele auf die WM gegen Neuseeland. Dazu hat Manager Michael Cheika eine erfahrene Truppe beisammen. Doch in der ersten Halbzeit tat sich der Favorit schwer. Zu gut verteidigte Fidschi, zu schnell waren ihre Angriffe. Doch diese Herrlichkeit währte nur etwa 60 Minuten. Dann übernahm Australien das Kommando und siegte am Ende sicher mit 39-21. Im zweiten Spiel des Tages ging es am dramatischsten zu. Frankreich traf in der "Todesgruppe C" auf Argentinien. Zusammen mit England streiten sich hier drei Spitzenteams um die zwei Plätze fürs Viertelfinale. Das Spiel war eins der zwei Gesichter. In der ersten Halbzeit spielte Frankreich aus einem Guss, setzte mehrere wunderschöne Versuche. Doch Argentinien kam sehr gut in das Spiel zurück und hatte in der 80. Minute sogar noch die Chance, das Spiel zu gewinnen. Doch Boffelli setzte einen Strafkick an den Stangen vorbei. Frankreich gewann knapp. Im Spitzenspiel siegte Neuseeland gegen Südafrika. Einige Experten tippen darauf, dass man dieses Spiel auch im Finale wiedersehen wird. Ob es dazu kommt, werden wir in fünf Wochen wissen. Dieses Spiel jedenfalls entschieden die Neuseeländer für sich. Die ersten 20 Minuten gingen sie noch verhalten an, doch dann drehten sie einen 0-3 Rückstand binnen weniger Minuten in eine 17-3 Führung. Am Ende steht ein 23-13 für Neuseeland und ein dickes Ausrufezeichen der "All Blacks".
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Transkript
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0:00 Gut, gut, gut, gut, gut. Vorpass, Vorpass Spezial, der Podcast zur Rugby-WM in Japan. Auf meinsportpodcast.de. Australien brauchte eine Halbzeit, um sich auf Fiji einzustellen, gewann aber am Ende klar. Frankreich und Argentinien haben es bis zur letzten Sekunde ausgekämpft und Neuseeland hat ein Zeichen gesetzt gegen Südafrika. Es war fix was los an Tag 2 der Rugby-WM und diese Spiele, die drei, die heute liefen, die wollen wir hier zusammenfassen im Vorpass-Spezial. Mein Name ist Andreas Thies und bei mir einer der Experten aus der Sendung Vorpass, dem Rugby-Talk hier auf meinsportpodcast.de. Das ist Georg Molz. Hallo Georg. Hallo, wie geht's? Schön, deine Stimme zu hören. Schön, dass wir über die Spiele sprechen können. Ich freue mich.
0:46 Ja, ich freue mich auch sehr. Die drei Spiele heute, die hatten ja schon sehr viel Getöse vorher gehabt. Insgesamt hat der Tag doch einiges gehalten, was er versprochen hat, oder? Absolut, absolut. Ich war ein bisschen skeptisch, weil es drei Highlight-Spiele waren. Und ich dachte so, eins der Dinger wird vielleicht nicht so gut. Es wird dann vielleicht so ein zähe Spiel oder so. Aber ich habe mich mega gefreut. Ich bin um 6.30 Uhr schon automatisch aufgewacht. Da muss meine biologische Uhr, hat mir wahrscheinlich schon Signale gegeben. Und alle drei Spiele, denke ich, haben gehalten, was sie versprochen haben. 28 zu 13, so hieß das Spiel Australien gegen Fiji 2015. Es war damals eine relativ klare Sache für Australien, auch wenn sie in der ersten Halbzeit eine ganze Menge Zeit brauchten.
1:32 Das war das erste Spiel auch heute und es ging ähnlich aus. 39 zu 21 am Ende für Australien. Man hätte es fast übereinanderlegen können, diese beiden Spiele. Australien galt natürlich als Favorit, vor allen Dingen in ihrer Gruppe. Zusammen mit Wales sind die beiden Teams, Australien und Wales, die Favoriten in dieser Gruppe. Fiji hatte man aber einer Außenseiter-Chance hier zugetraut, vor allen Dingen, weil sie in den letzten Monaten und Jahren ordentliche Ergebnisse gebracht hatten. Aber es hieß dann auch, ja, 55, 60 Minuten kann Fiji ordentlich bis gut mithalten und dann werden sie Probleme mit der Kondition bekommen. Georg, dieses Spiel von Australien gegen Fiji, war das genau das, was du vorher erwartet hast?
2:09 Weil Australien hat sich mit Fiji in der ersten Halbzeit besonders schwer getan. Also ich, also ja, Fiji, denke ich, kann man schon sagen, dass die so als Dark Horse gelten. Gute Ergebnisse, die haben letztens mal innerhalb des letzten Jahres in Frankreich gewonnen. Die Vorbereitung war so ein bisschen so lala. Die hatten, glaube ich, zwei Spiele gegen die Modi All Blacks. Einmal in Fiji, einmal in Neuseeland. Die hatten jetzt nicht so großen, wirklich wichtigen Charakter. Also Fiji hat da, glaube ich, auch beide Spiele verloren. Deswegen konnte man darauf nicht so viel geben. Ich habe auf Australien plus zwölf Punkte getippt, dass es dann doch so zäh geworden ist. oder am Anfang, dass sich Australien so schwer getan hat.
2:50 Ja, ich dachte, Australien würde ein bisschen besser reinkommen ins Spiel. Also ich glaube, die waren sehr überrascht, die ersten 20 Minuten, wie Fiji die unter Druck gesetzt hat. Also Rush-Defense von Fiji, immer so die ersten drei, vier Verteidiger, sind in den 10-, 12er-Channel, du hast gesehen, wie fit die waren und wie Australien damit am Anfang nicht klargekommen ist. Insgesamt, denke ich, hat sich aber die Abgeklärtheit von Australien einfach durchgesetzt. Die spielen mehr Spiele auf höherem Niveau, sind dem Druck eher gewöhnt als Fiji und viele Tier 2 und Tier 3 Nations. Bezeichnet deswegen auch, denke ich, dass der Hooker ja auch man of a match geworden ist und jetzt kein anderer Spieler.
3:32 Tier 2, Tier 3 Matches müssen wir gerade noch erklären. Tier 1 sind die Nationen rund um Australien, Südafrika, Neuseeland. Tier 2 Teams, das sind so ein bisschen die Teams, die unterhalb dieser ganz großen Top-Teams sind. Und dazu gehört halt auch Fiji. Die waren aber mit 8 zu 0 in Führung gegangen, nachdem Ben Volavola als erstes einen Penalty-Kick, einen Strafkick durch die Stangen buxiert hat, führten sie 3 zu 0 und dann ein wunderbarer Versuch von Pekeliato zum 8 zu 0. Es waren sieben Minuten gespielt und bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Australier noch so gar nicht richtig Fuß gefasst in diesem Spiel. Erst als Michael Hooper dann in der 17. Minute den Versuch gelegt hat, mit der Erhöhung durch Christian Lea Lifano zum 7 zu 8 verkürzert, da konnte man dann sehen, dass die Australier auf jeden Fall im Spiel waren.
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4:19 Aber es gab dann nochmal zwei Strafkicks durch Ben Vola Vola zum 14 zu 7 und es dauerte bis zur 35. Minute bis zum 14 zu 12 durch den Versuch von Reece Hodge, dass die Australier auf jeden Fall wieder dran waren. Aber Fiji führte zur Halbzeit. Was genau hat Fiji so viel besser gemacht in der ersten Halbzeit als in der zweiten Halbzeit? Oder man könnte fragen, was hat Australien so viel schlechter gemacht? Also die haben oft, also Fiji habe ich gesehen, erstmal viel Druck aufgebaut, wie schon gesagt. Sehr fit gewesen die Leute, da sind ja auch ein, zwei Olympiasieger dabei gewesen aus einem Siebener-Team, die Olympisches Gold vor ein paar Jahren geholt haben. Damit ist Australien nicht klargekommen.
5:00 Australien, ich glaube Nick White, der Scrum Half, den man extra von Exeter Chiefs aus England wieder rüber geholt hat nach Australien, damit er spielberechtigt ist, der hatte auch keinen super Tag. Auch David Pocock, die gesamte Backroll-Reihe, war ich auch nicht so begeistert von, muss ich sagen. Einer der Knackpunkte für mich war wirklich, als sie 21,12 hinten lagen, neun Punkte hinten, und dann hat Hooper, also der Kapitän, entschieden, zu den Goldstangen zu kicken, anstatt ins Auszug kicken, um vielleicht eine mögliche Chance auf einen Versuch zu haben. Und dabei hat er auch, glaube ich, noch so ein bisschen Trash-Talk mit einem Fiji-Spieler gehabt und meinte, ja, wir werden jetzt die Conversion machen, drei Punkte holen und danach werden wir den Versuch legen. Und genau so ist es gekommen.
5:52 Und diese Abgeklärtheit hat Australien manchmal so ein bisschen gefehlt in den letzten Jahren. Dass die dann immer versucht haben, zum Line-Out zu gehen und dadurch dann Punkte zu erzielen. Aber ich glaube, jetzt so im Kopf konnte man sagen, okay, wir können dieses Spiel noch gewinnen, wir haben ja unsere Struktur und wir gehen jetzt für die drei Punkte und dann arbeiten wir uns hier ganz langsam zurück, anstatt so mit der Brechstange um die Ecke zu kommen, was sie in den letzten ein, zwei Jahren oft gemacht haben, immer zum Line-Out zu kicken. Also das war so in der ersten Hälfte das, was ich, also da, das war wirklich der endgültige Wendepunkt, würde ich sagen, für mich. Ja, die Fiji war mit 21 zu 12 in Führung gegangen, weil Waysia Nawakalevu noch einen Versuch gelegt hat, Ben Wola Wola dann mit der Erhöhung 21 zu 12, stand es nach 45 Minuten und dann, du hast es gesagt, Ries Hodge hat dann den nächsten Strafkick durch die Stangen gesetzt, 15 zu 21 und dann als Tolulatu, der Hakler, die Nummer 2 der Australier, den Versuch gelegt hat zum 20 zu 21 und dann auch gleich den zweiten Versuch, 5 Minuten später.
6:51 Da war es so ein bisschen vorbei dann auch mit der Herrlichkeit von Fiji, weil dann war so ein bisschen auch ein Klassenunterschied festzustellen, oder? Ich glaube, also ich hatte so körpersprachemäßig, wie du sagst, der zweite Versuch von Tololato von dem Hooker. 61. Minute, glaube ich, ne? Da habe ich bei Fiji dann gesehen, die Körpersprache sich so ein bisschen hängen lassen oder so. Obwohl da ja eigentlich noch alles drin ist von den Punkten oder so. Aber da hat man so ein bisschen gemerkt, also da fehlt wieder diese Abgeklärtheit. Die Groji spiele öfters gegen große Nationen oder so. Theoretisch hätten die ja noch alle Chancen gehabt. Australien ist ja jetzt nicht 40, 40 Punkte weggezogen gewesen oder so.
7:26 ja, aber ich denke, das macht halt eine Tier-One-Nation verglichen mit einer Tier-Zwei-Nation aus. Fiji hat halt nicht diese Spiele in der Rugby Championship oder so. Die haben nicht die großen Test-Matches gegen andere Nationen und das hat halt Australien einfach. Ja. Tololato hat zwei Versuche hintereinander gelegt. 25 zu 21, dann gab es in der 68 Minute von Samu Kerewi den nächsten Versuch. 30 zu 21, Matt Tomu hat dann zum 32 zu 21 noch erhöht und dann Marika Koubeite hat den letzten Versuch gelegt in der 71. Minute. Die Erhöhung konnte dann auch wieder Matt Tumour höher beziehungsweise den Versuch konnte er erhöhen zum 39 zu 21. In der zweiten Halbzeit, die Fiji wollte dann ja auch auswechseln, aber ich habe auch so ein bisschen das Gefühl oder trügt mich dieser Eindruck, dass sie nicht gleichwertig einsetzen können oder beziehungsweise von der Bank Spieler holen können. Wenn man das gesehen hat, bei Südafrika gegen Neuseeland, Da gab es kaum einen Qualitätsabfall bei Wechseln.
8:26 Und das hatte ich das Gefühl, das war bei Fiji so, dass sie nicht auf oder gleichwertig dann auch die Spieler 16 bis 23 einsetzen können. Das sehe ich eh nicht. Also ich glaube, die Backline ist ja wirklich Weltklasse von Fiji. Ich glaube, fast alle bis auf ein oder zwei Spieler spielen außerhalb von Fiji. Ich glaube, viele in Frankreich. Da sind ja Weltklasse-Flügelspieler dabei. Da einer hat Rugby League früher gespielt. Aber die Qualität hat dann die Bank halt einfach nicht. Also ja, das sehe ich ganz genauso. Aber Fiji hat hier einen guten Eindruck hinterlassen. Mit diesem 21 zu 39, sie haben 60 Minuten lang komplett dagegen gehalten. Wie gesagt, in den letzten 20, 25 Minuten war es dann so, dass quasi nur noch Australien gespielt hat.
9:09 Du hast es eben schon erwähnt, Australien hat die Ruhe bewahrt, hat auch nach dem 12 zu 21 nicht in irgendeiner Weise hektisch reagiert. Ist das so ein bisschen dann auch der Evolutionssprung von dieser australischen Mannschaft, dass sie sagen, okay, wir haben ein gutes Team, wir sind hier in diesem Spiel noch drin und wir müssen hier noch nicht auf die Brechstange gehen? Ja, genau. Früher, obwohl Michael Hooper ja schon eigentlich super, also der Kapitän, der entscheidet ja immer, ob jetzt Kicken zum Goal oder zum Line-Out. Der hat eigentlich schon super viel Erfahrung für seine 27-Jahre. Der hat schon 80, 90 Testmatches. Ich glaube, der wird jetzt vielleicht seine 100 voll machen, wenn die weit kommen.
9:48 Aber trotzdem haben die die letzten zwei Jahre dann, anstatt dass man dann sagt, sich selber backing up, also dass man sagt, okay, wir haben noch 30 Minuten, wir haben jetzt alle Zeit der Welt. Das hat man die letzten ein, zwei Jahre nicht so gemacht. Also ich kann mich noch erinnern an einige Spiele, wo die australischen Kommentatoren, die auch mal alle früher irgendwie Weltmeister waren oder so, die haben die Hände über den Kopf zusammengeschlagen, was die australische Volleyball-Mannschaft manchmal für Entscheidungen auf dem Feld getroffen hat. im Sinne von, wir kicken jetzt immer zum Line-Out und wollen dann schnell die Punkte machen. Und dann hat man den Ball verloren und dann wurde der Druck immer größer.
10:25 Also das war heute für mich wirklich so einer der Knackpunkte, entscheidungsmäßig vom Kopf her, dass man auch da war oder so. Australien hat auf jeden Fall dieses erste Spiel gewonnen, hat auch dann den Zusatzpunkt geholt, den Offensivpunkt für vier erzielte Versuche. Fünf Punkte haben sie jetzt in dieser Gruppe. Fiji hat null Punkte. Wales wird am Montag gegen Georgien eröffnen und wird dann mal sehen, ob sie ein ähnliches Spiel hinlegen können, wie jetzt zum Beispiel dann auch Australien gegen Fiji. Wales vielleicht mit dem etwas leichteren Gegner noch als Australien gegen Fiji. Das war auf jeden Fall die Gruppe D, die heute eröffnet hat. Wir haben noch zwei Spiele, um die kümmern wir uns gleich.
11:16 Der wöchentliche Podcast zu Borussia Dortmund mit Julius Eid und Christoph Albers. Voller echter Liebe auf mein-sport-podcast.de Frankreich gegen Argentinien. Das wurde von vornherein schon als ein bisschen vorentscheidend in seiner Gruppe gesehen. Frankreich, England und Argentinien sind in der Gruppe des Todes zusammen. Und man hatte schon gesagt, wow, wer dieses Spiel Frankreich gegen Argentinien gewinnt, der hat eine sehr gute Chance, vielleicht zusammen mit England ins Viertelfinale einzuziehen. Frankreich hat das Spiel gewonnen mit 23 zu 21. Und Georg, ich persönlich war begeistert. Ich persönlich war begeistert von der ersten Halbzeit der Franzosen. Ich war persönlich begeistert von der Aufholjagd der Argentinier.
12:01 Und wie nervenstark die Franzosen das am Ende durchgezogen haben, dass sie das noch gewonnen haben. Mich hat dieses Spiel komplett begeistert. Wie ging es dir? Das sehe ich ähnlich. sagen, ich habe auf Argentinien 12 plus getippt. War am Anfang auch schon sehr enttäuscht von Argentinien. Ob die nervös waren, ich weiß es nicht genau. Aber das Spiel, also es war ja bis zur letzten Minute wirklich hochdramatisch. Und das sind ja auch gute Spiele. Also es ist ja mitreißend, es ist knapp, das wollen die Leute sehen. Niemand will ja irgendwie so einen 20, 30 Punkte Vorsprung in den letzten 10 Minuten sehen oder so. Insgesamt, ja, ich bin ein bisschen enttäuscht von Argentinien, auch wenn die jetzt zurückgekommen sind, hätten wir ein bisschen mehr erwartet.
12:45 Bin gespannt, wie die weiter in der Gruppe kommen. Ich meine, Argentinien hat letztes, bei der letzten WM in England, sind die bis in das Halbfinale vorgestoßen, haben davor noch Ölern geschlagen. Ich weiß jetzt nicht, also wenn die so weiterspielen, auch so schlecht ins Spiel kommen, dann wird das natürlich ganz schwer. Sie müssen halt noch gegen England spielen und sie müssten gegen England am besten dann auch noch gewinnen, um hier am Ende was zu holen. Sie haben den einen Defensivpunkt geholt, dadurch, dass sie nur mit zwei Punkten Unterschied verloren haben. Aber sie werden sich gewaltig strecken müssen, um hier in der Gruppe dann noch rauszukommen. Was hast du vorher für ein Spiel erwartet zwischen Frankreich und Argentinien?
13:25 Ja, mit Frankreich ist es, also viele Leute sagen ja, bei Frankreich ist es immer eine 50-50-Sache. Die können einen super Tag haben, die können manchmal auch komplett neben der Spur sein. Also das hat man ja auch manchmal in Six Nations gesehen. Also das Turnier, was immer im Februar, im März stattfindet in Europa. Dass die halt manchmal Spiele super zaubern, viele Offloads, französisches Flair zeigen und manch andere Tage, insbesondere auswärts, ist eine absolute Katastrophe, denen zuzuschauen. Ich glaube, ein bisschen überraschend war die Scrum-Half- und Fly-Half-Auswahl von Frankreich. Relativ junge Leute aufgestellt. Außerdem Frankreich hat, glaube ich, soweit ich das verstanden habe, ein Assistant-Coach wird noch neuer Coach nach der WM.
14:13 Also ich frage mich, wie das Coaching-Setup da ist, wenn du halt schon weißt, dass dein Nachfolger mit dir im Raum sitzt oder so, ob das Coaching da so gut läuft. Das habe ich mich auch gefragt vom Spiel. Aber es scheint ja gelaufen zu sein. Roman Tamak hast du erwähnt, die Nummer 10 der Franzosen, 21 Jahre alt. Und er hat jetzt so ein bisschen die Spielmacherbürde auf sich genommen. Dazu Antoine Dupont auf der Neuen. Es ist ein sehr junges Duo, das dort gespielt hat. Jacques Brunel als der Headcoach. Er wird nach dieser WM, wird er beerbt von seinem Assistant Coach. Du hast es gesagt. Das wurde dann heute auch in der Übertragung noch festgehalten. Aber um auf die erste Halbzeit nochmal zu sprechen zu kommen.
14:54 Du hast es eben gesagt, sie haben zwei verschiedene Gesichter, die Franzosen. Auf der einen Seite bei Auswärtsspielen manchmal das Hässliche, also dass sie wirklich überhaupt nichts auf die Reihe kriegen und dann zwischendurch das wunderschöne Spiel. Und das haben sie doch in der ersten Halbzeit gezeigt, oder? Dieser Versuch von Gail Ficou gleich in der 17. Minute zum 5 zu 3, nachdem Nicolas Sanchez den ersten Strafkick versenkt hatte, führten sie mit 5 zu 3. Tamak hat die Erhöhung geschafft und dann auch der zweite Versuch von Antoine Dupont. Ich fand die Franzosen in der ersten Halbzeit, fand ich so unglaublich schön anzuschauen, weil sie so schnell gespielt hat, mit so vielen tollen Offloads, mit so vielen tollen Pässen, kurzen Pässen, dass sie da wirklich ihr bestes Gesicht gezeigt haben.
15:32 Genau, immer Rucks vermeiden, hatte ich das Gefühl, war so die Ansage und immer Hände, Hände, Hände. Also und dann auch kurze Distanzpasse, so ein, zwei Meter, so ist ja auch der eine Versuch an Chai entstanden, wenn ich mich richtig erinnere, der ja auch super schön anzusehen war. Also kann man sich gerne nochmal die Highlights anschauen und Argentinien komplett von der Rolle. Man sieht ja auch, Wie du gesagt hast, Argentinien hat erstmal 3-0 in der 14. Minute Straftritt verwandelt durch Nicolas Sanchez. Und dann kam ja nur noch Frankreich bis zur 40. Minute. Die haben dann ja 20 Punkte in Folge gemacht. Ja, ein bisschen, also ich hoffe, dass Frankreich auch so die Leistung abrufen wird in den nächsten Spielen oder so.
16:15 Bin ich aber, wie wir jetzt vielleicht über die zweite Halbzeit sprechen, Also wenn es so schon in der zweiten Halbzeit so anders war, dann frage ich mich, wie das in den nächsten Spielen sein soll wird. Konsistenz ist das Wort, glaube ich, was mir gefehlt hat. Aber der Versuch von Antoine Dupont, den sollte man sich wirklich nochmal angucken, weil der war eine reine Schönheit mit vielen kurzen Pässen. Dupont ist dann auch mit mehreren Tacklings aus dem Weg gehen können und hat dann einen wunderschönen Versuch gelegt zum zwischenzeitlichen 12 zu 3, 14 zu 3, dann die Erhöhung von Tamak. Dann konnte Intermark dann noch zwei Strafkicks verwerten und damit führte Frankreich mit 20 zu 3. Wie gehst du als Argentinien in so einer Halbzeit, beziehungsweise was kannst du sagen nach einem 3 zu 20 Rückstand in einem vielleicht schon vorentscheidenden Match in dieser Gruppe, wie kannst du da in die zweite Halbzeit reingehen?
17:04 Das ist eine gute Frage. Ich habe noch nie Weltmeisterschaft gespielt und 23 hinten gelegen. Ja, 23, das sind zwei erhöhte Versuche. Ich weiß auch nicht. Also Momentum Swing ist ja immer so eine Sache in Rugby. Und Argentinien hat es auch, glaube ich, zu Hause mal oft erlebt, dass sie vorne lagen und dass sie dann auf einmal zu Hause in der Rugby Championship dann gespielt gegen Neuseeland oder Südafrika. Und da ist es ja auch genau umgekehrt passiert. Also man weiß, man kann es eigentlich schaffen. Es ist im Rugby so, es kann eine komplette zweite, andere Halbzeit immer geben. Und wenn man daran halt glaubt und immer noch an seine Strukturen glaubt, dann denke ich, sollte man nicht zu besorgt sein, wenn man ein Weltklasse-Team ist in der Halbzeit.
17:54 Und man sollte nicht in Panik verfallen, das ist es halt, glaube ich. Dass man dann halt versucht, guten Schuh runterzuspielen und bei seinem System und seinen Strukturen bleibt. Und das lief dann ja auch ganz gut, direkt nach der Pause. Absolut. Gleich in der 41. Minute gab es sofort den Versuch von Guido Petty mit der Erhöhung von Nicolas Sanchez. Und dann in der 53. Minute der Versuch von Julian Montoya, der dann nicht erhöht worden ist, aber er stand 15 zu 20. Und als dann Benjamin Oda Pieta zum 18 zu 20 und dann auch zum 21 zu 20 die erste Führung für Argentinien brachte, hat man gedacht, ja, das Spiel ist jetzt entschieden. Und auch danach, nach dieser 68. Minute, hatten die Argentinier noch Chancen, eventuell noch ein bisschen weiter davon zu ziehen. Es gab, glaube ich, sogar noch einen Straftritt, den konnten sie aber nicht verwerten. Und dann gab es in der 69. Minute ein wunderbares Dropgoal von Camille Lopez, der das 23 zu 21 und am Ende den Endstand brachte.
18:52 Danach haben es die Argentine noch ein paar Mal versucht und haben versucht, dieses Spiel nochmal zu drehen. Aber es hat nicht geklappt. 23 zu 21 und das Dropgoal von Camille Lopez, das war sehr abgezockt. Genau, der wurde ja gerade erst eingewechselt. Aber ich will nochmal vorher über den Versuch von Julian Montoya reden. Das war der Versuch zum 15 zu 20. Also die lagen ja 10 zu 20 hinten, dann 5 Punkte durch Montoya in der 53. Minute. und wie der Typ sich gefreut hat oder so. Also wie der richtig abgegangen ist. Und da hat man dann wahrscheinlich auch noch mehr Blut geleckt und wusste, okay, es sind jetzt nur noch fünf Punkte. Jetzt können wir hier noch was reißen oder so. Und dann auch sehr clever den Penalty genommen, sieben Minuten später.
19:36 Camille Lopez, wann wurde der eingewechselt? Also 69. Minute hat er das Dropgoal geschossen. 65. Minute. Ich glaube, der ist gerade erst davor reingekommen, oder? Camille Lopez ist in der 65. Minute reingekommen. Ja. Vier Minuten vorher, dann einfach Drop-Goal abziehen aus relativ, waren das 40 Meter? Ja, waren es. 40 Meter waren es ungefähr, ja. Ja genau, also die Nerven aus Stahl muss man erstmal haben oder so. Hatte wahrscheinlich auch keiner richtig auf dem Schirm oder so von denen. Ich hätte immer noch gedacht, also da hätte ich immer noch Geld auf Argentinien gesetzt. Obwohl der, ich meine es waren noch zehn Minuten zu spielen oder so. Ich dachte, ja gut, jetzt Dropgo, jetzt sind die vorne, aber trotzdem ein Penalty wieder und dann sind die wieder, dann sind die Argentinier wieder ein Punkt vorne.
20:27 Und sie hatten ja in der 80. Minute. Meine ganze Rugby-Tipp-Weltmeisterschaft ist eigentlich schon im Eimer durch das Spiel. Kann man gleich abschreiben. Da war ich schon bedient. Ja, sie hatten ja sogar noch die Chance in der 80. Minute. Buffelli hatte dann ja noch einen Strafkick gehabt, aber den hat er an den Stangen vorbeigesetzt und dann blieb es halt beim 23 zu 21 beim knappen Sieg für Frankreich gegen Argentinien. Ist das schon deiner Meinung nach so ein bisschen die Vorentscheidung in dieser Gruppe C, weil England ist da noch mit dabei und England wird ja allgemein zu den Top-Favoriten dann auch gezählt gegen Frankreich und Argentinien. Setzen sie sich durch oder hat Argentinien hier noch eine Chance weiterzukommen?
21:08 Ich würde immer noch sagen, die haben eine Chance. England kann man halt, ich meine, England spielt gegen Tonga am Morgen. Ich glaube, da erwarten einige Leute auch plus 50 Punkte. Habe ich von irgendwelchen englischen Rugby-Leuten auf Twitter gelesen, ehemalige Spieler oder so. Vielleicht wird es am Ende wirklich auf die Bonuspunkte ankommen oder so. Also ich denke schon, dass sie noch eine Chance haben. Ich will da jetzt gar nicht so viel in die, ich könnte jetzt einfach blau in die Zukunft raten oder so. ich halte trotzdem nach wie vor England für das stärkste Team in der Gruppe lasse mich aber gern eines Besseren belehren weil ich auch England nicht mag und eigentlich auch nicht will dass die weit kommen, aber Argentinien hat auf jeden Fall den Bonuspunkt jetzt schon mal geholt, den Defensivbonuspunkt dafür, dass sie ganz knapp verloren haben, Frankreich führt in dieser Gruppe mit vier Punkten, Argentinien einen Punkt und jetzt morgen, wie gesagt gibt es England gegen Tonga England ist klarer Favorit in diesem Match und in diesem Spiel und sie werden höchstwahrscheinlich dann auch den Bonuspunkt holen, wenn alles so läuft, wie es die Experten von vornherein vermutet haben.
22:11 Ein Spiel haben wir noch, das ist nämlich das The Big One gewesen heute. Neuseeland gegen Südafrika, alles hat so ein bisschen darauf hingefiebert. Erstens dadurch, dass es zwei der absoluten Top-Favoriten in dieser Gruppe gibt, beziehungsweise absolute Top-Favoriten auf dem WM-Titel, Neuseeland als zweifacher Titelverteidiger, Südafrika als Team, das dieses Jahr die Rugby Championship gewonnen hat, das dieses Jahr auch schon gegen Neuseeland gewonnen hat, dem man zugetraut hat, jetzt in den letzten Jahren, dass sie eventuell dann wirklich an dieser Vorherrschaft von Neuseeland rütteln können. Dadurch, dass sie einen neuen Coach haben, ein neues System implementiert haben, ein Team haben, was wirklich hervorragend aufeinander eingestellt ist.
22:49 Aber heute konnte Neuseeland nochmal zeigen, dass sie das beste Team der Welt und das Team to Beat sind. Sie haben mit 23 zu 13 gewonnen. Und das haben sie getan, nachdem sie mit 3 zu 0 zurückgelegen haben und dann in der ersten Halbzeit nochmal so richtig aufs Gas gedrückt haben. Wie entscheidend findest du diesen Sieg der Neuseeländer für den weiteren Turnierverlauf, dieses 23 zu 13? Oder ist das alles gar nicht so schlimm, weil wir vorher schon wussten, die beiden werden sich in ihrer Gruppe auf jeden Fall qualifizieren? Ich denke mal, es ist nicht schwierig vorauszusagen, dass die beiden eigentlich weiterkommen werden. Noch nie hat, glaube ich, ein Rugby-Weltmeister jedes Poolspiel bisher gewonnen.
23:36 Also alle vorangegangenen Weltmeisterschaften, soweit ich das richtig gesehen habe, der endgültige Weltmeister hat noch nie ein Poolspiel verloren. Also wenn es danach geht, dann sieht es schon schlecht aus für Südafrika jetzt. Ich war nicht so überrascht wie vielleicht viele andere Leute. Ich habe erwartet, dass Südafrika Druck aufbauen wird in den ersten Minuten. Auch so eine Rush-Defense. aber Neuseeland ist halt so, die saugen den Druck einfach auf. Also die haben die ersten 20 Minuten, ich glaube, es gab zwischen der ersten und der 22. Minute gar keine Punkte mehr. Neuseeland hat versucht zu spielen, mehr oder weniger gut, aber der Druck von Südafrika war zu groß, aber die sind damit halt gut klargekommen.
24:22 Und ich glaube, das macht sie neben allen anderen Skills, die sie haben, auch aus. Halt mit Druck umgehen. Und dann kommt es wieder dazu, wie vertraut man den eigenen Spielsystem. Gleich in der ersten Minute gab es den Straftritt für Südafrika. Andre Pollard hatte dann den Ball durch die Stangen gesetzt zum 3 zu 0. Dann dauerte es aber 21 Minuten, bis es die ersten Punkte dann wieder gab. Das war das 3 zu 3 durch Richie Mwanga. In der Zeit, fand ich persönlich, war Südafrika besser und da hat sich so ein bisschen Neuseeland einschüchtern lassen oder haben sie sich das erstmal angeguckt, was Südafrika hier veranstaltet? Weil Südafrika hat eine ganze Menge Aktion gebracht, aber nicht so richtig was Zählbares daraus bringen können. Sie führten halt, wie gesagt, nur mit 3 zu 0. Ist das eine Taktik von Neuseeland gewesen, dass sie dann gesagt haben, jetzt lass die erstmal machen und wir gucken uns das an und dann schauen wir, dass wir unser Spiel durchsetzen können?
25:15 Das ist eine gute Frage. Ob das nun wirklich eine Taktik ist, zu sagen, lass die halt erstmal kommen, weiß ich nicht genau. Auf jeden Fall können die halt sehr gut damit umgehen. Also das hat man halt gesehen. Und das hat man auch in vorigen Spielen gesehen, dass, wenn man sich die Statistiken mal von vielen Neuseeland-Spielen anguckt, auch in diesen High-Profile-Spielen gegen Australien, Südafrika und andere Tier-One-Nationen, es ist oft so, dass halt Ballbesitz und Raumbesitz immer zugunsten der anderen Mannschaft steht. aber halt Neuseeland mit denen, aus den wenigen Chancen, die sie haben, aus dem wenigen Ballbesitz und Raumbesitz, den sie im gesamten Spiel haben, daraus erzielen die dann halt Punkte.
26:00 Das heißt, die können damit umgehen, jetzt in der ersten oder der zweiten Halbzeit oder vor allem in der gegen Ende der zweiten Halbzeit, erst mal minutenlang nicht zu punkten oder so und dann sowohl den Druck aufzunehmen. Und ich denke, das ist eine der Qualitäten, die man braucht, um eine Weltmeisterschaft zu gewinnen, in so einem K.O.-System weiterzukommen. Ja, auf deine Frage, also ich kann nicht beantworten, ob die wirklich mit Absicht gesagt haben, okay, hier, wir lassen jetzt erst mal Südafrika spielen oder so. Das ist, weiß ich nicht, ob das vorher so besprochen wurde, das glaube ich jetzt nicht unbedingt. Die haben es wahrscheinlich aber schon so ein bisschen erwartet. Aber ich glaube, das hat man auch in der Rugby Championship gesehen, dass da Südafrika ähnliche Taktiker am Anfang angewendet hat.
26:45 High Pressure, High Tempo und da versucht hat, dann Neuseeland ein bisschen zu brechen, was ja auch teilweise geklappt hat. Die letzten drei Spiele waren einmal gesiegt, einmal unentschieden, einmal Niederlage und ich glaube, die Punktedifferenz war fast gleich. 82 zu 82 tatsächlich. Ja, genau, sogar genau gleich. Wie du schon gesagt hast, der neue Coach, Rassi Rasmus, ehemaliger Spieler, hat viele Leute zurück oder setzt viele Leute ein, die eigentlich hier in Europa spielen. Das macht halt schon einen Unterschied. Es ging halt sehr schnell, als die als die Neuseeländer in der ersten Halbzeit das Spiel übernommen haben, ging es sehr schnell. 22. Minute Richie Mwanga mit dem Straftritt zum 3 zu 3.
27:24 23. Minute der Versuch von George Bridge zum 8 zu 3, Erhöhung von Richie Mwanga zum 10 zu 3. 26. Minute der Versuch von Scott Barrett zum 15 zu 3 wurde erhöht von Richie Mwanga. Und dann war eigentlich erst mal, ja, haben viele dann auch gesagt, ja, jetzt ist die Messe gelesen, 17 zu 3. Das lassen sich die Neuseelern da überhaupt nicht mehr nehmen. Sie führen mit 14 Punkten. Ab jetzt werden sie es von vorne her spielen. Aber dann gab es in der 47. Minute, kurz nach der Halbzeit, gab es einen wunderbaren Versuch von Peter Steff-Dutois, der vorher eingeleitet worden war von Chesley Colby, der einen Durchbruch gehabt hat. Und dann stand es nur noch 17 zu 10. Und als dann Henry Pollard das Dropgoal in der 58. Minute zum 13 zu 17 gebracht hat, hatte man gedacht, ah, vielleicht sind die Südafrikaner hier dann doch noch drin in diesem Spiel.
28:09 Aber die Neuseeländer haben dann so ein bisschen den Deckel drauf gemacht, als Richie Monger in der 66. Minute den Straftritt zum 20 zu 13 versenkt hat und in der 71. Minute gab es dann nochmal einen Straftritt von Bowden Barrett zum 23 zu 13. Aber nach der 58. Minute gab es dann auch Chancen für Südafrika. Sie haben sie aber zwischendurch so ein bisschen doof hergegeben, diese Chancen, fand ich. Ja, wenn man nochmal auf die erste Halbzeit guckt. erst mal das 17.3, da dachte ich schon fast, die Messe ist schon gelesen. Da dachte ich, wenn die jetzt noch ein, zwei Versuche in der ersten Halbzeit machen, dann ist hier irgendwie 28.29.3, da ist für Südafrika der Zug dann schon abgefahren oder so.
28:50 Aber das macht ja auch dann wiederum Weltklasse-Team wie Südafrika aus, dass die sich nicht so wie vor zwei Jahren oder vor drei Jahren abschlachten lassen und da irgendwie 57.0 verlieren oder so, sondern dass die halt auch mit dem Druck umgehen können. Ich glaube, insgesamt war Neuseeland einfach cleverer, die haben halt ihre Chancen genutzt. Und wie du sagst, Südafrika hatte, nachdem sie rangekommen sind, auch Chancen und haben die dann halt so ein bisschen verplempert. Sind verschwenderisch damit umgegangen. So kann man es, glaube ich, ganz gut sagen. Ja, sie hatten tatsächlich zwischendurch noch Chancen. Wer mir unglaublich gut gefallen hat, waren die kleinen Leute beim Team Südafrika. Also Faf de Klerk, der ist bis zur 70. Minute auf dem Feld geblieben und Jesselyn Colby.
29:32 Die beiden haben eine ganze Menge Alarm gemacht. Faf de Klerk hat sie auch quasi in jedes Tackling reingeworfen, was sich ihm entgegengestellt hat. Aber insgesamt hat es nicht ganz gereicht, weil die Neuseeländer dann sehr abgeklärt waren und am Ende diesen Sieg nach Hause getragen haben. Sehen wir die beiden im Finale nochmal gegeneinander? Bold prediction jetzt. Also würde ich jetzt kält wetten müssen. Ich glaube, darauf würde ich auf diese Finalbegegnung würde ich momentan, also mit der Leistung von heute sehe ich kein anderes Team. Man muss mal auf England warten, auf Irland. Ich würde es mir wünschen, dass es nicht die beiden sind. Ich würde es mir wünschen, dass es ein Nordhemisphäre-Team vielleicht mal gewinnt oder auch zumindest wieder ins Finale kommt.
30:18 Dass Irland mal ins Halbfinale kommt. Vielleicht mal Wales ins Halbfinale oder Finale. Aber zum jetzigen Stand hier Samstagnachmittag mit der Abgeklärtheit und den Skills sehe ich die beiden eigentlich im Finale. Wir werden es sehen. Die WM ist sehr, sehr lang noch. Wir werden in sechs Wochen darüber sprechen, wenn es das Finale ansteht. Da wird noch sehr, sehr viel Wasser den Rhein bzw. die Flüsse in Japan runterlaufen. Auf jeden Fall hat Neuseeland dieses Spiel jetzt gewonnen mit 23 zu 13 und hat das erste Zeichen gesetzt. Das waren die Spiele von heute. Wer war so ein bisschen der Spieler des Tages für dich? Hattest du einen? Oh, des gesamten Tages? Ja. ähm also gute Leistung fand ich heute von Adi Savir äh für Neuseeland, der vielleicht auch den einige schon, also wenn der die Leistung abruft von dem letzten Jahr Super Rugby für die, wo er für die Hurricanes gespielt hat, ähm dann kann der hier Mann des Turniers werden sag ich mal so, ähm heute fand ich die Leistung solide, solide bis gut Ich meine, die haben halt immer ein sehr hohes Niveau.
31:34 Also wirklich Standout-Player? Du warst nicht auf die Frage vorbereitet, deswegen musst du sie jetzt nicht mal antworten. Adi Sabia ist auf jeden Fall zweite Reihe Stürmer bei den Neuseeländern. Er hat heute gegen Südafrika gespielt. Das waren die Spiele von heute und der Samstag ließ wirklich wenig zu wünschen übrig. Morgen haben wir nochmal einen relativ vollgepackten Tag. Italien gegen Namibia, so ein bisschen als Eröffnung. Italien das Six Nations Team, wo immer gesagt wird, ja, zu schlecht für die Six Nations, zu gut für das alles, was da drunter ist. Dann Irland gegen Schottland. Das entscheidende Spiel dann schon wahrscheinlich in der Gruppe A, wo wir sehen müssen, wie Japan gegen diese beiden Mannschaften zurechtkommt. Und dann England gegen Tonga. Was erwartest du von den Spielen morgen?
32:23 Ja, Italien, Namibia das ist so ein Spiel, das ist halt da Italien, ich meine die letzten Jahre haben die auch nicht so wirkliche Fortschritte gemacht, obwohl die ja zwei Teams, zwei professionelle Teams jetzt haben und die Team sind auch ein bisschen besser geworden, ich glaube die haben auch ein, zwei bessere Spieler, aber so richtig so richtig über die Fortschritte, die sich da einige erhofft haben gab es da nicht, also ich werde das Spiel auch gucken, ich bin froh, dass es um 7.30 Uhr anfängt und nicht um 6.45 Uhr Ich werde heute auch auf die Wiesen gehen. Also ich erwarte einen Bonuspunkt-Sieg von Italien. Alles andere wäre eigentlich eine Überraschung. Weil Namibia auch komplett die Erfahrung fehlt auf Spiele auf hohem Niveau.
33:07 Das ist es halt wieder, was auch Fidji, Tonga und anderen Nationen halt fehlt. Viele Spiele auf hohem Niveau. Wohingegen halt Italien die Six Nations schon mal hat. Was ja schon mal riesig was ausmacht. Du hast ja jedes Jahr im Kalender die Six Nations, an denen du teilnimmst. und die werden auch in den Autumn-Tests oder Summer-Tests spielen die auch gegen hochkarätige Gegner Italien. Mal in Australien, mal gegen Schottland und so weiter und so fort. Das fehlt Namibia komplett. Und die guten Spieler, ich glaube viele, die in Namibia in der Jugend gut sind, einige gehen offenbar nach Südafrika, weil sie da halt größere Entwicklungschancen sehen, was ich wahrscheinlich auch machen würde. 7.15 Uhr Italien gegen Namibia, 9.15 Uhr.
33:51 Ah, 7.15 Uhr, okay. 9.45 Uhr, Irland gegen Schottland. Ist das die Vorentscheidung in der Gruppe A? Wer das Spiel gewinnt, wird auch die Gruppe gewinnen? Ja, wahrscheinlich schon, wenn es keinen Upset-Sieg von Japan gibt. Vielleicht Japan gegen Schottland ist auch vielleicht so ein Ding. Vielleicht könnte Japan da gewinnen. Schottland, die Vorbereitungsspiele auf die WM, die waren auch so ein bunter Mix, weil die auch alle möglichen Spieler durchgetestet haben. oder so. Ich würde jetzt tippen, dass Öland das morgen gewinnt. Einfach bessere Mannschaft, bessere Spieler, besseres System. Vielleicht kein Bonuspunkt gewinnt. Ich glaube vielleicht plus sieben Punkte, plus fünf Punkte, plus fünf Punkte oder plus vier Punkte für Öland. Das ist also mein Tipp.
34:43 Auf jeden Fall das Highlight des Spieltags. Ich hoffe, das Spiel wird dann auch gut. 9.45 deutscher Zeit. Und dann um 12.15 denn dann noch der erste Auftritt von England, die gegen Tonga spielen werden? Tonga ist eine Mannschaft, die nicht mehr diese Klasse versprüht wie vielleicht noch in den 80er, 90er Jahren und die jetzt wohl nicht mehr mithalten können mit einem Team wie England, oder? Das sehe ich ähnlich. Also da irgendwie was zu erwarten. Ich habe vorhin noch bei Twitter geguckt, Andy Goode, früher Rugby-Spieler für England oder so, hat gesagt, alles andere als 50 plus wäre eine mega Enttäuschung. Ich weiß jetzt nicht, ob es zu 50 plus kommt. Die hatten ja ein Vorbereitungsspiel, das letzte in Neuseeland.
35:23 Da haben sie relativ, was war es, 97, 3 oder so, relativ hoch verloren, Tonga. Wahrscheinlich auch nicht die Start 15 auf dem Feld gehabt. Aber ich glaube schon, dass Tonga von den drei Island Nations sich am wenigsten entwickelt hat. Ich glaube, in Tonga wird Rugby League, die 13er Version, immer populärer. viele Leute spielen Rugby League, auch weil Australien so nah ist. Rugby League ist in Australien auch so berühmt. Ich kann es jetzt aus der Ferne schlecht einschätzen, aber es sieht so ein bisschen aus, als ob die insgesamt auf dem absteigenden Ast sind. Dazu kommt ja auch noch immer so ein bisschen Korruptionsprobleme. Spieler werden irgendwie nicht bezahlt. Das gab es auch mal bei Samoa.
36:09 Also die Bedingungen da sind nicht die besten. Obwohl die Leute eigentlich die Spieler hätten. Und dann gehen halt auch noch viele Spieler nach Neuseeland oder Australien oder Frankreich oder England zum Spielen und sind dann nach drei Jahren berechtigt, für eine andere Nationalmannschaft zu spielen. England gegen Tonga. Das trägt alles nicht dazu bei, dass Tonga besser wird, muss man sozusagen. Und dann England, Mutterland des Rugby, RFU, also die Union in England, also die Rugby Football Union hat so viel Geld für Spieleentwicklung und natürlich auch einen weltbesten Coach und Systeme und eine gute Liga. Das macht halt alles einen Riesenunterschied. Das Spiel gibt es dann morgen noch um 12.15 Uhr.
36:51 Und wir werden natürlich darüber auch berichten, hier bei MeinSport-Podcast und Vorpass-Spezial, unserem Special zu dieser Rugby-WM 2019. Das war Georg Molz mit seinen Einschätzungen zu diesen ersten drei Spielen des Samstags, beziehungsweise zu den Spielen 2 bis 4, die an diesem Samstag gewesen sind. Und es gab schon zwei oder drei richtig gute Spiele. Danke, Georg, für deine Zeit. Danke dir. Jetzt geht es auf Oktoberfest-Sevens und dann Wiesen. Viel Spaß dabei. Wir hören uns morgen wahrscheinlich. Ja, viel Spaß dabei. Danke fürs Zuhören, bis zum nächsten Mal. Auf Wiederhören. Tschüss. Brian Jones, die Wahrheit versinkt im Pool jetzt bei Tatort Musik überall, wo es Podcasts gibt. Vorpass, Vorpass Spezial, der Podcast zur Rugby-WM in Japan.
38:06 Andreas Thies liefert dir mit den Experten unseres Rugby-Talks Vorpass. Ja, das stimmt. Alles rund um das Rugby-Event des Jahres. Wird Neuseeland zum dritten Mal hintereinander Weltmeister? Wer kann die All Blacks gefährden? Und kann Gastgeber Japan auch 2019 überraschen? Sei dabei, wenn Vivian Wahlmann, Donal Peoples und Georg Molz die Rugby-WM für dich analysieren. Vorpass Spezial auf mein-sport-podcast.de