Der SC Neuenheim 1902 hat am 6. Spieltag der 1. Rugby-Bundesliga den München RFC mit 36:0 (17:0) geschlagen. Bei Herbstwetter und auf weichem Boden legten die Gastgeber am 17. Oktober auf dem Museumsplatz in Heidelberg sechs Versuche, jeden durch einen anderen Spieler. Wie schon eine Woche zuvor beim 50:0 gegen Handschuhsheim gab Neuenheim keinen Punkt ab.
Die Partie brachte sechs Gelbe Karten, je drei pro Team. Fünf davon fielen nach der Pause, und Neuenheim spielte lange Phasen der zweiten Halbzeit in Unterzahl.
Frühe Führung für Neuenheim
München hatte den Ankick, und zunächst mussten sich die Gastgeber aus der eigenen 22 befreien. Nach neun Minuten legte Till Sengewitz aus der Zweiten Reihe den ersten Versuch. Finn Schwager erhöhte zum 7:0. Die Gäste mussten früh umstellen: Nach elf Minuten kam Odirile Losaba für Hakler Andrey Azimov.
Nach einem hohen Tackling bekam Neuenheim einen Straftritt zugesprochen. Verbinder Nikolai Klewinghaus Hacker führte ihn schnell aus, lief die letzten Meter selbst und drückte den Ball im Malfeld ab. Schwager verfehlte die Erhöhung, es stand 12:0.
Nach 25 Minuten sah Münchens Innendreiviertel Louis Steib Gelb. Neuenheims Sturm arbeitete sich in der Überzahl bis vor die Mallinie, und die Gastgeber hielten den Ball. Auf der linken Seite war Platz: Schlussspieler Schwager lief außen herum zum dritten Versuch. Seine Erhöhung ging daneben, es stand 17:0.
Kurz vor der Pause stand Neuenheim wieder in der Münchner 22. Die Gastgeber griffen Phase um Phase an und spielten dann den Ball nach außen, doch die Münchner Abwehr verteidigte ihre Linie. Am Ende hielt ein Neuenheimer den Ball am Boden fest. München bekam den Straftritt und trat ihn ins Aus. Mit 17:0 ging es in die Pause.
Karten nach dem Wiederanpfiff
Zur zweiten Halbzeit kam Lucas Daujam für Prop Salustiano Santacruz. Zunächst gewann München eine Gasse. Dann hob Achter Anton Troch einen Gegenspieler im Tackling über die Horizontale und sah Gelb. Kurz darauf gerieten Münchens Prop Luca Foster und Neuenheims Flanker Mateo Trabuco Cruz aneinander. Schiedsrichter Paul Warman schickte beide auf die Strafbank. Für einige Minuten standen 13 Neuenheimer gegen 14 Münchner auf dem Feld.
Punkte fielen in dieser Phase nicht, ein Lauf von Klewinghaus Hacker wurde im Mittelfeld gestoppt. Seit dem 17:0 war fast eine halbe Stunde vergangen, ohne dass sich am Spielstand etwas änderte.
Drei Versuche in der Schlussphase
Das änderte sich nach 55 Minuten. Nach einer Gasse der Gastgeber legte Troch, gerade zurück von der Strafbank, den vierten Versuch. Schwager erhöhte zum 24:0.
Wenig später traf es den dritten Neuenheimer: Außendreiviertel Samuel Hooper tackelte einen Gegenspieler ohne Ball und sah Gelb. Auch in Unterzahl blieben die Gastgeber im Angriff. Ein Vorteil brachte nichts ein, ein Kick quer über das Feld fand keinen Abnehmer. In der 63. Minute legte Innendreiviertel Manuel Covella den fünften Versuch, und Schwager erhöhte zum 31:0.
Den letzten Versuch legte Flanker Agustin Aversa in der 73. Minute. Wie Klewinghaus Hacker vor der Pause führte er einen Straftritt schnell aus und legte selbst ab. Die Erhöhung verfehlte Schwager, es stand 36:0.
In der 80. Minute sah Münchens Innendreiviertel Finn Malley noch Gelb, die fünfte Karte der zweiten Halbzeit. Ein letzter Angriff der Gäste endete mit einem Vorpass. Die meisten Punkte sammelte Schwager mit elf: einem Versuch und drei Erhöhungen.
Faktenbox
Endstand: SC Neuenheim 1902 – München RFC 36:0 (17:0)
Punkte SC Neuenheim 1902 (36): Versuche: Sengewitz, Klewinghaus Hacker, Schwager, Troch, Covella, Aversa; Erhöhungen: Schwager (3)
Punkte München RFC (0): –
Karten: Gelb: Troch, Trabuco Cruz, Hooper (alle Neuenheim); Steib, Foster, Malley (alle München)

