Der SC Frankfurt 1880 hat am 6. Spieltag der 1. Rugby-Bundesliga beim Rugby Club Luxembourg mit 12:46 (7:32) gewonnen. Schiedsrichter Nils Radtke brach die Partie am 17. Oktober in der 63. Minute ab, nachdem sich bei den Gastgebern, die ohne Ersatzspieler angetreten waren, zu viele Spieler verletzt hatten. Der Spielstand beim Abbruch gilt als Endstand, und der Tabellenführer bleibt in dieser Saison ungeschlagen.
Der Grund dafür lag beim Nationalteam. Für den 17. Oktober waren zehn Spieler des Rugby Club Luxembourg für die luxemburgische Nationalmannschaft nominiert, die am selben Tag in Estland antrat und 106:5 gewann. Der Verein hatte deshalb um eine Verlegung der Partie gebeten, der SC Frankfurt 1880 stimmte dem nicht zu.
Frühe Zeitstrafe, Frankfurt zieht davon
Frankfurt führte einen Straftritt schnell aus, und der Ballträger wurde zu hoch getackelt. Radtke zeigte Luxemburgs Zweite-Reihe-Stürmer Gaspard Heckel die Gelbe Karte. Zehn Minuten lang mussten die Gastgeber zu dreizehnt verteidigen.
Frankfurt suchte die Räume in der Breite. Die Gäste hatten bereits zwei Versuche gelegt, beide ohne Erhöhung, als sie an Luxemburgs Zehn-Meter-Linie eine Gasse gewannen. Der Ball lief sofort von rechts nach links durch die Hintermannschaft, und ganz außen links legte ein Frankfurter zum 0:15 ab. Wenig später spielten die Gäste den freien Mann auf außen aus. Es stand 0:20, wieder ohne Erhöhung.
Schroeder bricht durch, das Paket antwortet
Nach gut einer halben Stunde kamen die Gastgeber zu ihren ersten Punkten. Innendreiviertel Alfonso Schroeder brach durch die Frankfurter Abwehr und legte den Versuch. Kapitän und Verbinder Eamon Reily erhöhte zum 7:20.
Frankfurt antwortete mit seinem Sturm. Das Paket hielt den Ball fest, setzte immer wieder neu an und schob sich fast 40 Meter über den Platz bis ins Malfeld. Verbinder Oliver Paine erhöhte zum 7:27.
Kurz vor der Pause ließ Luxemburg den Ball über mehrere Stationen laufen und versuchte es dann mit einem Chip-Kick. Der Ball landete direkt bei einem Frankfurter. Die Gäste konterten, der letzte Pass kam an, und der nächste Versuch fiel. Paine verfehlte die Erhöhung, zur Pause stand es 7:32.
Zwei Ballgewinne, zwei Versuche
Die zweite Halbzeit begann mit einem Vorteil für Luxemburg, weil Paines Ankick misslang. Die Gastgeber suchten trotz Unterzahl das Spiel mit dem Ball. In ihrer Hintermannschaft fehlte jedoch für einen Moment die Abstimmung. Frankfurt fing einen langen Pass ab und lief zum Versuch durch, Paine erhöhte zum 7:39.
Beim folgenden Ankick versuchte es Luxemburg mit der kurzen Variante. Diesmal sicherte Frankfurt den Ball. Nach einem kurzen Ruck warf sich ein Frankfurter mit Wucht ins Malfeld, und Paine erhöhte zum 7:46.
Schroeders Doppelpack, dann der Abbruch
Luxemburg kam noch einmal zum Zug. Nach einem Gedränge ging der Angriff auf die kurze Seite. Achter Casmier Yandall nahm den Ball am Gedränge auf und spielte ihn direkt nach außen, wo Schroeder in der Ecke zum Doppelpack ablegte. Die Erhöhung blieb aus, es stand 12:46.
Frankfurt blieb danach im Angriff. In der Schlussphase sah Frankfurts Zweite-Reihe-Stürmer Carlos Heil die Gelbe Karte, und zum ersten Mal an diesem Nachmittag standen beide Teams mit 14 Spielern auf dem Platz. Kurz darauf, in der 63. Minute, brach Radtke die Partie ab.
Damit bleibt Frankfurt in der Saison 2026/27 ohne Niederlage und führt weiter die Tabelle an.
Faktenbox
Endstand: Rugby Club Luxembourg – SC Frankfurt 1880 12:46 (7:32), Spielabbruch in der 63. Minute
Punkte Rugby Club Luxembourg (12): Versuche: Schroeder (2); Erhöhung: Reily
Punkte SC Frankfurt 1880 (46): Versuche: 8 (Versuchsleger nicht bekannt); Erhöhungen: Paine (3)
Gelbe Karten: Heckel (Rugby Club Luxembourg), Heil (SC Frankfurt 1880)
