XXL-Folge heute mit Timo Vollenkemper über Wiedenbrück, Heidelberg, Frankreich und Rugby in Deutschland
In der heutigen Folge ist Timo Vollenkemper zu Gast bei Vorpass. Timo hat sich lange Zeit für uns genommen, was wir sehr zu schätzen wissen und Danke dafür sagen. Aus Wiedenbrück stammend hat Timo in Ostwestfalen mit dem Rugby angefangen. Als Spieler war Timo in mehreren deutschen Rugby Hochburgen aktiv, u.a. in Frankfurt, Berlin, Frankreich, Pforzheim und Heidelberg. Wir sprechen darüber wie es mit Rugby in Wiedenbrück angefangen hat und seit wann es überhaupt Rugby in Wiedenbrück gibt. Was waren dann die ausschlaggebenden Gründe für ihn nach Frankfurt zu wechseln. Danach ist Timo nach Frankreich gegangen und wir haben darüber gesprochen wie man als Spieler in Frankreich klar kommen muss und wie er sich gefühlt hat. Von den Vizemeisterschaften in FFM und Pforzheim ging es dann zum HRK, mit dem er die deutsche Meisterschaft errungen hat. Abschließend sprechen wir noch über seine Zeit in der deutschen Nationalmannschaft, den Qualifikationsspielen für die WM 2015, den Spielen gegen Samoa 2018 und der darauffolgenden Repechage und seiner Zukunft in Wiedenbrück. Viel Spaß!
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Transkript
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0:14 Herzlich willkommen zu unserer neuesten Ausgabe der Podcast Vorpass. Diese Woche habe ich nicht nur Vivian und George dabei, sondern einen special Guest. Aber bevor wir zu dem special Guest kommen, wollte ich einfach mal herzlich willkommen sagen zu Vivian aus England. Wir werden herzlich willkommen. Wie geht's dir? Hallo, sehr gut. Wie geht's dir? Alles gut, alles gut. Und Bec G, du bist auch in Berlin, zufälligerweise. Herzlichen Glückwunsch. Ja, weiß nicht. Die Leute aus Bayern würden mich nicht Glückwünschen, dass ich hier bin. Aber ich bin froh, hier zu sein. Man wird mal nicht voll gepöbelt, wenn man bei Rot auf die Ampel geht. Das ist eine angenehme Abwechslung in Berlin manchmal. George, darf ich fragen, wie du hierher gekommen bist?
0:54 Also wie du nach Berlin gekommen bist? reiten wieder. Und war? Ja, mit Maske. Ist das wieder normal? Na, man muss halt, also der Zug ist schon so halb voll und die Bahnauslastung ist auch ein bisschen anders, wird die angezeigt. Und man darf ja wieder reisen, also ich bin auch auf der Arbeit hier. Man darf wieder reisen und im Zug hatte ich jetzt niemanden neben mir sitzen. Also von daher war das okay, denke ich. Mit Maske halt. die ganze Zeit. Tapetenwechsel ist auch mal ganz schön. Ja, Donne, wie geht's dir? Donne? Donne hat keinen Bock mehr. Das fängt schon gut an. Unser Special Guest, der musste nirgendwo hin reisen, sondern du hockst jetzt schon eine ganze Weile ganz deutsch. Ich weiß das Bescheid, wenn wir diese Stadt erwähnen, von wem besprechen. Aus Reda Wienbrück, Timo von Körber ist am Start bei Podcast. Herzlich willkommen.
2:01 Einen wunderschönen guten Tag. Wie ist die Stimmung in Wienbrück? Wie ist die Lage dort? Sehr ruhig im Moment. Wir sind gerade dabei, uns wieder ins Trainingsgeschehen mit dem Verein hier so ein bisschen vorzubereiten. NRW hat ja relativ lockere Corona-Regeln. Das merken wir auch beim Sport, dass wir ein bisschen mehr mittlerweile dürfen als andere. Aber ich sage mal, dieser Damoklesschwert-Coronavirus steht halt immer noch über uns allen so ein bisschen und keiner weiß zurecht, was man machen darf, was man machen soll. Dementsprechend sind natürlich auch die Läden hier und die ganzen Bars oder Restaurants relativ mau besucht noch. Also es ist so ein kleiner Schlafmantel um uns hier gehüllt.
2:57 Für unsere Hörer, wo liegt denn Wienbrück? Nee, George, leg los. Wienbrück ist einer der schönsten Orte, die es in Deutschland natürlich gibt, das soll ich auch andere sagen, liegt im wunderschönen Kreis Gütersloh in der Nähe von Bielefeld und Münster, also genau in der Mitte eigentlich, der letzte Zipfel Nordrhein-Westfalen. Wie viele Menschen wohnen denn da? Da hast du mich jetzt auf dem kalten Fuß erwischt. Ich glaube, irgendwas zwischen 45.000 und 50.000 Menschen sind wir hier. Also wenn mich Ausländer fragen, was in Deutschland sehen wollen, dann legen Gütersloh, Bielefeld, Münster, sind so immer die ersten Dinge, die mir einfallen oder so. Da sage ich auch, auf jeden Fall nach Hannover oder Dortmund fliegen oder so und dann diese Ecke da in Niedersachsen NRW besuchen, sage ich mal so.
3:47 Ja, genau. Das ist halt eine der schönsten Regionen, die wir in Deutschland zu bieten haben, würde ich mal behaupten. Und das muss man auf jeden Fall in so einer Packette stehen haben. Und du hast da angefangen, Rugby zu spielen. Genau. Ich komme aus Reda-Wiedenbrück, bin ja auch dann bis zu meinem 18. Lebensjahr zur Schule gegangen und bin durch einen witzigen Zufall zum Rugby gekommen. Vor, wie alt war ich da? 1998 mit sechs, sieben Jahren ungefähr. Aber ja, es war halt ein witziger Zufall. Rugby war mir eigentlich überhaupt gar kein Begriff. Ich kannte nur Fußball, wollte auch dann damals Fußballprofi werden. Wie das, glaube ich, alle Sechsjährigen wollen zu dem Zeitpunkt. Und ja, seitdem irgendwie immer dabei geblieben.
4:36 Wie hat denn Rugby überhaupt da angefangen? Also seit wann gibt es da so den Verein? Wir haben dieses Jahr unser 50-jähriges Jubiläum. 50 Jahre. 50 Jahre, wuhu. Und zwar ist es angefangen damals aus einer Schul-AG tatsächlich. 1970, also oder sogar späte 60er, muss man ja sagen, aus einer Schul-AG hervorgehen. Ja, ich glaube, diese AG wurde dann wirklich 70 ins Leben gerufen, wenn ich mich richtig erinnere. Und zwar war das ein Lehrer, also wie es auch immer so oft ist, wie ein Lehrer, der Beziehungen auch hatte nach England, den Sport auch mitgebracht hat, verschiedene Schulen auch irgendwie in Köln, glaube ich, besucht hatte und ist dann nach Wiedenbrück gekommen und hat dann gesagt, hier, Rugby ist eine gute Sportart und ich mache da eine Rugby-AG raus und hat dann die ganzen Schüler damals dazu mehr oder weniger genötigt, Rugby zu spielen und ich fand das so gut, dass ich dann, glaube ich, fünf Jahre später halt daraus der Verein dann, oder beziehungsweise die Rugby-Abteilung hier in Wiedenbrücker TV ein bisschen entwickelt hatte, aber Wir nehmen natürlich immer, weil es auch eigentlich eine ganz schöne Geschichte ist, die Anfangszeit zur Rugby AG eigentlich immer ganz gerne.
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5:55 Weil da wirklich die Anfänge gelegt wurden. Und seitdem ging es halt immer auf und ab so ein bisschen mit dem Erfolg Wiedenbrücks. Ja, aber mittlerweile stehen wir ganz gut da. Wir haben eine Herrenmannschaft, die in der zweiten Bundesliga spielt, Norden. dann eine Frauenmannschaft und bis jetzt, glaube ich, sogar alle Altersklassen von der U18 bis in die U6 sogar belegt. Das ist ja der Wahnsinn. Also für so eine Kleinstadt ist das schon richtig gut. Krass dann zu sehen, was natürlich so eine Einzelperson damals bewirkt hat, muss man ja sagen. Also an dem wird es ja schon gehangen haben. Ich kann mir den schon vorstellen, wie der da sagt, alle die Klumpfüße im Fußball haben, keinen Handball werfen können, Basketball auch nicht groß genug sind, die kommen jetzt mal alle mit, ich habe eine super Sportart für euch oder so.
6:49 Ja, ich war nicht dabei, aber genau so kann ich es mir auch vorstellen ungefähr. So hat es bei Big G angefangen, Temo, also mach dir keine Gedanken. Aber vielleicht so deine Frühen, also du hattest ja gesagt, du bist halt relativ früh dazugekommen, wie war es quasi in den Anfangsjahren, also war es viele Leute, also viele Kinder mit denen zu tun hast? Also wie bist du überhaupt dabei geblieben? Das war bestimmt schon mit den, also du hattest ja auch gesagt, dass Rugby und so war auch ein Sportart. Also wie war quasi der, wie gesagt, den Kreis sozusagen? Also wie habt ihr Leute irgendwie noch dazu begeistert, außer natürlich die einfach zu zwingen zu spielen? Das ist auch eine gute Frage, weil es gibt hier nicht die oder den Rugbyweg, den wir hier gehen können, weil wir einfach auch so viele Wege oder so viele Geschichten auch irgendwie im Verein haben, da gibt es natürlich die Familientradition, da hat der Papa dann auch angefangen, Rugby zu spielen, als er dann in der Schule war, vielleicht sogar bei dieser Rugby AG, die damals ins Leben gerufen wurde, bei dem anderen war es halt dann purer Zufall, also wie dann bei mir, manche sind dann auch wirklich die Schularbeit dabei geblieben, also dann sind dann wirklich damals schon in in den 2000er, 90er Jahren dann Leute auch in die Schulen gegangen haben, versucht Leute zu generieren.
8:15 Aber es gab jetzt nie wirklich jetzt diesen traditionellen, starken Weg, dass wenn Papa oder Mama Rugby gespielt haben, dass natürlich dann alle anderen Kinder auch weiter mit Rugby spielen. Das war jetzt eigentlich immer so, ich würde nicht sagen Zufall, aber ich glaube sehr, sehr viel harte Manpower, die damals von den Verantwortlichen übernommen wurden, um halt eben Rugby in Wiedenbrück am Leben zu halten. Also das heißt dann auch für dich, du warst einmal so ein bisschen gebissen vom Fieber und bist einfach so auch selber so dabei gelebt und hast dich selber so ein bisschen selber begeistert, selber engagiert, dann wahrscheinlich am Anfang auch in den jungen Jahren. Also mit sechs, ob ich da jetzt so in der Lage war, mich selber zu begeistern, das weiß ich nicht mehr.
8:57 Ich glaube, es lag auch ein bisschen an meinen Eltern. Ich habe, wie gesagt, ja auch Fußball gespielt. Ich habe sämtliche Sportarten auch durchprobiert, von Basketball, Überschwimmen, Karate, was es halt alles hier so auch gab. Und im Rugby war ich eigentlich im Vergleich zu den anderen Sportarten schon proportionell besser als meine Mitspieler. Das lag vielleicht auch ein bisschen daran, dass ich damals schon ein bisschen größer war als meine gleichaltigen Altersgenossen. Vielleicht auch ein bisschen stärker war es schon. Und das bringt natürlich unserer Sportart dann auch dementsprechend einen Vorteil, wenn man dann einfach ein bisschen körperlicher schon ist. Wie groß bist du jetzt? Ich messe, also mein Personal aus dem Beispiel steht 1,96 Meter.
9:44 Und ich müsste im Moment so bei 118, 119 Kilo liegen. Sauber. Timo, deine Schwester spielt ja auch Wackri. Ist sie dir dann sozusagen rugbymäßig gefolgt? Oder habt ihr das beide zusammen angefangen zu spielen? Also wie das halt, also meine Schwester ist anderthalb Jahre älter als ich und wie das dann auch bei einigermaßen gleichaltrigen Geschwistern, also ich sage jetzt anderthalb Jahre ist noch ungefähr in der gleichen Altersspanne, immer so ist, da gönnt man ja dem anderen irgendwie nicht den Dreck unter den Fingernägeln und hat dann gesehen, dass ich im Rugby relativ gut war und ich dann auch viel gespielt habe. Wir sind natürlich auch damals viel gereist. Ich glaube, eines der größten Turniere war damals sogar in Berlin, auf dem Maifeld, hinten am Olympiastadion.
10:36 Ich weiß gerade gar nicht den Namen mehr. Aber meine Schwester war dann so ein bisschen neidisch, dass ihr kleiner blöder Bruder doch was ganz gut kann. Und sie wollte natürlich nicht einen kleinen Ball geben, hat dann gesagt, was der kann, kann ich sowieso dreimal besser. Und hat sich dann auch angemeldet und war auch beim Training. Und dann haben wir uns immer gegenseitig... Ist ja auch übelst erfolgreich. Ja, total. Also sie hat eigentlich fast alles richtig gemacht. Sie hat ja einen Mann geheiratet, der in der britischen Armee hier war. Und die sind versetzt worden, oder er ist versetzt worden wieder zurück nach Schottland. Und da ist sie natürlich mitgegangen. Und hat, als sie ihre Rugby-Karriere eigentlich schon aufgeben wollte, hat dann wieder in Schottland angefangen. Natürlich, weil es auch ein bisschen diesem Socializing-Aspekt ging. Und ja, da hat sie sich so bewiesen und war dann auch so erfolgreich, dass sie mittlerweile da in der ersten schottischen Frauenliga spielt.
11:34 Und auch weiterhin von dort aus nach Deutschland fliegt und für die Deutschlandnationalmannschaft weiterhin spielt. Was sie ja auch schon dann zu U18, oder nicht U18, aber zu super jungen Jahren noch gemacht hat, oder? Also sie hat ja auch mit 18, 19 angefangen für die Nationalmannschaft zu spielen. Ja, ich weiß gar nicht, Vivian, da bist du glaube ich Schwester informiert, wie das mit dem Spielbetrieb da ist. Ja, und es geht auch gar nicht mit deiner Schwester. Ja, es geht um dich, Tim. Heute ist der Fanboy-Podcast. Familie geht vor, Donal, sorry. Okay, okay, okay. Aber ja, also natürlich hat sich sozusagen in Wienburg so eine Rugby-Familie sozusagen etabliert. Auf jeden Fall den Namen, also ihr habt ja den Namen, kennt man schon, wenn man es schon mit Rugby zu tun hat, also von deiner Schwester oder von dir hat man schon auf jeden Fall gehört.
12:25 in den jungen Jahren. Dann hast du ja gesagt, also mit sechs hast du angefangen, so eine Weile da gespielt. Wie ging es halt so weiter? Also wie war es in deinen Teenage-Jahren? Also was war quasi deine erste Entwicklung sozusagen? Wir wissen, wir kommen dann später dazu, dass du vielleicht mal für eine andere Mannschaft gespielt hast. Aber wie war es so die ersten Teenage-Jahren im Rugby in Wiedenburg überhaupt? Ja, das Problem ist halt, wie das der George schon vorhin angesprochen hat, Rugby ist halt so mitten im Nichts und wir haben eine Stunde bis Hannover, die wir fahren müssen. In den Süden brauchen wir ungefähr zwei Stunden bis nach Köln. Das heißt, um uns herum ist relativ wenig Möglichkeit, sich in jungen Jahren entwickeln zu können.
13:13 Aber wir hatten wirklich wenig Spielzeit, in Anführungszeichen. Und wir mussten dann wirklich gucken, dass wir nach Niedersachsen kommen, um in Hannover dann Jugendturniere zu spielen. und das ist halt natürlich ab einer gewissen ja, wir sind ja auch nicht der größte Verein das ist natürlich dann immer lästig immer wirklich mindestens immer eine Stunde irgendwo hinzufahren, um Rugby spielen zu können deshalb war das dann zu der Zeit auch nicht dann immer so appealing für alle, die Rugby gespielt haben, weil der Samstag, wenn man ein Turnier hatte in Hannover, ist dann trotzdem der ganze Samstag halt dann draufgegangen und das war dann halt immer so ein bisschen blöd. Besser wurde das dann, als wir so in den U14 und U16 Bereich gekommen sind, da haben wir in NRW einen relativ großen Spieler- oder Spielpool bekommen, weil plötzlich Mannschaften auf der Landkarte erschienen sind, mit Essen, mit Bonn, Köln natürlich auch, die waren auch dann relativ nahe in Anführungszeichen um uns und da konnten wir so eine Jugend, NRW Jugendliga hieß das glaube ich damals spielen. Wir hatten halt das Glück, dass wir damals die britische Kasernen Güters so hatten, also hier im Nachbardorf.
14:29 Und da sind natürlich die ganzen Jugendlichen auch immer zum Rakdyspielen gekommen. Also hatten wir dann auch eine relativ starke Mannschaft. Nach diesem NRW-Liga... Ja? Em? Mich interessiert jetzt nur... Weißt du, du hast gesagt, das ist nicht mal so einfach und müssen mal so viel Aufwand auf sich nehmen, um überhaupt um Rugby zu spielen. Viele brechen da wahrscheinlich auch vor allem in den Jugendjahren weg. Aber warum bist du halt dann nicht weggebrochen? Also warum hast du trotzdem dir diese Samstage aufgeheißt und bist durch die Rumpel-League gereist, um Rugby zu spielen? Also warst du da schon immer, sag ich mal, vielleicht auch ein guter Rugby-Spieler, wo du dann gemerkt hast, okay, ich hätte dann besonders viel Spaß daran.
15:14 Weil er mit zwei Metern 120 Kilo wahrscheinlich alle zerstört hat. Die armen 17-Jährigen in NRW. Ja, wir sind ja alle groß gewachsen hier. Ich bin ja hier gar nichts Besonderes. Also große Menschen gibt es dir ja genug. Nee, tatsächlich war es wirklich an diesem Mannschaftsgefüge, das mir so Spaß gemacht hat. Also wie ich es gerade schon gesagt habe, durch die Kaserne und die britische Nähe immer, war es halt auch immer cool, halt plötzlich außerhalb von seinem Schulalltag neue Leute kennenzulernen. Natürlich ist die englische Sprache dann zu dem Zeitpunkt auch irgendwie interessant gewesen. Das war dann halt auch nochmal ein Bonus. Auch vielleicht, also das klingt jetzt auch wieder ein bisschen blöd, aber so dieses Englisch ist jetzt nicht fremd, aber schon so ein bisschen eine fremdere Kultur, mit der man dann in Verbindung kommt, was man dann auch irgendwie interessant findet.
16:01 Und das hat man halt in keiner anderen Sportart so gehabt. Also im Fußball fährt man dann, sag mal, zwei Straßen weiter zum nächsten Dorfverein. Und das ist nicht so. Also wir haben dann die coolen Reisen, in Anführungszeichen, gemacht nach Berlin, Hannover, dann auch mal in den Süden. Da waren halt alle auch immer so ein bisschen neidisch darum, dass man halt auch wirklich dann auch diese großen Schlechter angefahren hat. War das dann quasi auch teilweise, du hattest ja gesagt, mit den Reisen und solches, aber war das dann auch ein Punkt, wieso du dann auch den Verein wechseln wolltest? Du bist dann ja irgendwie nach Frankfurt gekommen oder was war quasi ein bisschen der Grund dafür? Ja, ich wollte halt schon erfolgreich sein und ich wollte halt schon ausprobieren, bis wohin ich halt gehen kann, also bis wohin schaffe ich es denn eigentlich?
16:52 Und wenn man halt ehrlich ist, wenn man hier in der Rugby-Peripherie groß wird und wirklich wenig Spiele hat, schon damals dann in eine Jugendnationalmannschaft durch Zufall mehr oder weniger eingeladen wird, weil man irgendwo mal gesehen wurde, das ist ja nicht so befriedigend als Leistungs- oder mit dem Leistungsgedanken hier Rugby zu spielen. Und ich wollte halt ein bisschen mehr erreichen. Ich wollte gucken, wohin es geht, was man dazu machen kann. Hatte dann ja auch ein, zwei Aufenthalte auch in Frankreich schon in meiner Jugend, um zu gucken, ist das was, ins Ausland zu gehen? Ja, nein. Und da war halt mit 18 der logische Schritt, wenn man halt erfolgreich sein will, dass man hier halt zu den Vereinen geht, die erfolgreich und leistungsmäßig diesen Sport betreiben wollen.
17:40 Was zu dem Zeitpunkt Frankfurt 80 halt auch war. Ja, klar. Und darüber reden wir im zweiten Teil, würde ich sagen, von Vopass. Vopass. Gerne. Vopass. Willkommen zurück. Wir sind ja zusammen mit Vivian Big G, haben wir Timo zu Gast, Team Forum Camper. Timo, du hattest ja schon im Teil 1 erwähnt, es ging ja zu Frankfurt, weil du auf jeden Fall dich messen wurdest auf dem höchsten Niveau. du warst aber relativ jung, warst ja 18, als du da hingekommen bist, wie war es quasi für dich, dich auf wirklich das beste Level zu messen, weil Frankfurt war ja die beste Mannschaft, wie war es im Training zu sehen, die anderen Herrenspieler dann sozusagen. Und ich würde auch noch fragen, eine Frage, die da mit reinspielt, wie war das dann, warst du dann fertig mit Schule und hast dann gesagt, du studierst oder arbeitest in Frankfurt, das würde mich auch interessieren, aber kannst ja beides vielleicht zusammen beantworten. Ich glaube, das kriege ich ganz gut hin.
18:36 Ja, fangen wir mit der Schule an. Schule war, also ich habe mein Abitur in Frankfurt gemacht, ich bin zur Oberstufe gewechselt. Ich hatte natürlich dann mit Frankfurt natürlich auch die Leute, die das halt auch dann möglich gemacht haben, eigentlich so kurz vor dem Abitur, ist das ja ungewöhnlich, zu wechseln. Aber die haben dann das auch dann für mich geregelt, dass es dann auch möglich ist, dann aufs Gymnasium zu kommen. Manchmal ist das ja so ein bisschen Vertrag mit den verschiedenen Schulsystemen in den Bundesländern. Das ist ja nicht immer gleich wie beim nächsten. Und da musste man so ein paar Knöpfchen drehen, aber das ging dann auch. Also ja, ich habe mein Abitur da gemacht, habe nicht parallel gearbeitet, sondern wirklich nur zur Schule gegangen.
19:16 Und vom Niveau her war das natürlich was komplett anderes. Ich hatte die Möglichkeit ja noch, in den Sommerferien zuvor nach Südafrika zu fliegen von der Wild Rackbier Akademie. Die haben mich ja für zwei Monate damals nach Südafrika geschickt. Deshalb wusste ich ungefähr, wie sich so ein Profi-Alltag in Anführungszeichen anfühlt, auch wenn dann auch Leute da sind, die schon dominanter sind und schon eigentlich die besseren Hackbyspieler sind. Aber wie gesagt, mit 18 ist es halt alles so viel und es sind so viele Eindrücke. Da habe ich mich nicht wirklich abschrecken lassen. Ich fand es super interessant, einfach dabei zu sein. Und so würde ich jetzt sagen, war es dann auch bei Frankfurt. Ich habe da, wie gesagt, mein erstes Herrenspiel gemacht mit 18 Jahren in der 1. Bundesliga.
20:01 Und ich würde schon behaupten, dass ich mehr oder weniger nur mitgeschwommen bin und habe im Fahrwasser der wirklichen richtig guten Leute, die ich da kennengelernt habe, wie ein Andrew Porter, wie ein Sam Biddles, Adam Clarkes, auch die meiner Wartow-Brüder. Das waren einfach Leute um einen herum, die so eine Erfahrung hatten. Da kann man einfach nur profitieren als 18-Jähriger. Und da habe ich, glaube ich, auch meines Erachtens den größten sportlichen Sprung gemacht, weil, da ich das Leistungsniveau so hoch war, hatte man gar keine andere Möglichkeit mitzumachen. Ansonsten wäre man halt eben auf der Strecke geblieben. Was hast du da gespielt zu der Zeit? Da habe ich dritte Reihe gespielt. Also ich bin ja als Acht groß geworden hier in Wiedenbrück und das war eigentlich immer so mehr oder weniger meine Position.
20:54 Entweder Flänker Acht und wenn wir wirklich mal Not am Mann hatten, dann mal in die zweite Reihe. Aber da war Frankfurt damals so gut aufgestellt, dass ich mehr oder weniger in der dritten Reihe war. Wo du da ja bei Frankfurt warst, war es auch quasi, also ich weiß noch zu damals, war es sehr wahrscheinlich so professionell oder so semi-professionell der ganzen Struktur. Du als quasi jüngere Spieler hattest du da irgendwie, du hattest ja am Anfang gesagt, du wolltest ja Profi-Fußballer werden. Hattest du da für dich irgendwie so gefühlt nach, wo du halt gesehen hattest, okay, ich bin auf dem Level komplett nicht verloren hier, also ich gehöre da hin. War es für dich irgendwie so in Aussicht, dass du sagen könntest, okay, damals habe ich mir schon Gedanken gemacht, kann man sich, ja, abhängig nach der Schule, kann man davon irgendwie so ein Karrier da aufbauen für dich?
21:43 Waren das so irgendwelche Gedanken, die in deinen Kopf gingen? Die waren ja vorher schon da. Also wenn ich solche Gedanken nicht gehabt hätte, wäre es ja auch schwachfindig gewesen, in Wienbrück wegzugehen. Also nur ins Blaue hinaus irgendwo hinzugehen und Leistungssport zu treiben und sich nicht erhoffen oder dafür zu arbeiten, dass man eine Karriere aufbauen kann, das widerspricht sich ja, finde ich. Natürlich war es zu dem Zeitpunkt als 18-Jähriger noch gefühlt ganz, ganz weit weg, weil, wie gesagt, man halt auch gesehen hat, wie die wirklichen damals Frankfurt-Profis trainiert haben, was sie für einen Lifestyle auch gefahren haben. Das konnte ich halt zu dem Zeitpunkt nicht. Also da war halt Schule noch so ein bisschen Priorität mehr, dass ich das Abitur bekomme, weil ich immer auch auf Ausbildung gesetzt habe.
22:27 Es war mir immer ganz persönlich wichtig, dass ich halt auch akademisch einiges aus mir mache oder zumindest versuche, das Beste aus mir zu machen. Und der Sport muss dann halt parallel immer laufen. Ja. Wir haben ja... Ich finde das... Sorry, Vivi, nee. Ich wollte nur sagen, dass ich das super krass finde. Wenn man sich das so überlegt, so ein 18-Jähriger zieht von zu Hause weg in eine andere Stadt, um da so ein Abi zu machen. Also ich fand die Abi-Jahre übelst schwer. Also ich fand, es war für mich alleine zu Hause schon vor der Akt, das durchzustehen. Und dann ziehst du weg und gehst in so eine halb professionelle Mannschaft. Also wenn ich so darüber nachdenke. Ich kenne deine Geschichte auch schon lange.
23:09 Und wenn ich mir das jetzt so anhöre, dann finde ich das schon übelst krass, was du damals so gemacht hast. Oder? Also es ist für so jeden Jahr ein Jungen ein extrem großer Schritt. Ja, voll. Wie finden die beiden das so? Wir sind begeistert. Also ich bin hart begeistert. Fanboy. Ich sehe hier die Herzen bei den beiden einfach. Fanboy-Fordcast. nicht. Aber wir haben... Ich muss auch dazu sagen, dass der Schritt halt auch von der Kleinstadt zur Großstadt halt eben auch extrem war. Also jetzt nicht nur die Schule, dann weg von zu Hause, sondern auch wirklich, also hier sagt sich gefühlt Huhn und Fuchs, nachts gute Nacht. Und in Frankfurt ist halt, naja... Frankfurt Hauptbahnhof kommt man an und denkt man an, what the fuck.
23:50 Genau, und das halt als 18-Jähriger, der eigentlich schon, für den schon Zigarettenrauchen fast kriminell ist, dann in so eine Großstadt zu kommen, ist es halt auch nochmal so ein wirklicher Kulturschock zu dem Zeitpunkt gewesen. Aber wir kennen uns ja von Berlin, du hast ja kurzeitig bei uns gespielt, ja beim RK, du warst ja vorher bei Frankfurt, also wie kam es dazu, dass du quasi dann da weg wurdest, also was waren so die Bewegungsgründe dazu? Und über welche Jahre reden wir eigentlich überhaupt jetzt gerade? Also 2000er, späte 2000er Jahre oder wann war das? Also ich bin damals nach Frankfurt gewechselt 2009. Das war nachdem wir bei der U18 Europameisterschaft gewonnen hatten. Dann war es dann relativ klar, dass ich dann den nächsten Schritt in die Großstadt gehen wollen würde.
24:37 Da in der U18, in dem U18-Bereich habe ich dann auch Christian Lilja kennengelernt. Der ist ja auch vom RK03. War ja lange Zeit unser Nationalmannschaftstrainer. Und ich habe 2011 mein Abitur dann gemacht in Frankfurt. Und wollte halt, wie gesagt, weil es damals halt noch nicht danach aussah, dass ich eine Karriere oder nur mit dem Leben nur mit dem Sport aufbauen könnte, wollte ich halt studieren. Damals hatte halt der RK03 hervorragende Beziehung mit dem Olympiastützpunkt und damit halt auch in die Universitätenlandschaft. Und dann habe ich von Christian wurde ich gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, nach Berlin zu kommen und in Berlin zu studieren und dann auch Aktiv zu spielen. Und deshalb war ich in Berlin.
25:22 Und wer hat in Berlin gefallen? Berlin war, also ich bin ja leider in Anführungszeichen, ich glaube, keine zwei Monate da gewesen, weil ich ja dann doch... Krass, so cool. Ja, es war wirklich sehr, sehr kurz. Es fühlte sich länger an für mich in meinem Herzen. Ja, also gefühlt war das wirklich so, also weil in Berlin hat sich das halt auch sehr nach, ich klinge jetzt das soll ich jetzt nicht falsch verstehen, das hat sich sehr nach Wiedenbrück und zu Hause angefühlt. Es war wirklich obwohl ich neu war, vielleicht habe ich Vorschluss mit Lorbeeren irgendwie gehabt, aber ich hoffe nicht, bin ich in eine neue Stadt, ein neues Vereinsumfeld gekommen und ich wurde ja wirklich direkt aufgenommen und so herzlich von allen sich um mich gekümmert, dass es sich wirklich nach viel, viel länger angefühlt hat, als es tatsächlich war.
26:18 Aber dann bist du ja weitergezogen, was war quasi der nächste Schritt auf deine Reise, wo bist du dann hingegangen? Nach Berlin hatte ich ja, weil ich ja immer mit meiner U18 Europameisterschaftskarriere, als wir da gut waren, immer Kontakt hatte mit Spielervermittlern, wurde ich auch zwischenzeitlich mal zu einem Probetraining eingeladen und dann bin ich tatsächlich dann nach Anfrage nach Toulon gegangen, habe dann dafür, damals war das die U23, Espoir heißt sie glaube ich, Ja, und habe Vertrag genommen, ist falsch. Vertrag hatte ich nicht. Aber die wollten, dass ich ganz gerne für sie spiele und haben dementsprechend alles möglich gemacht, dass ich dann halt dort ein kleines Auskommen habe und da umsonst wohnen kann.
27:06 Und dann war ich ein halbes Jahr lang in Frankreich. Könntest du schon Französisch spielen? Das war jetzt direkt nach Berlin, oder? Das war direkt nach Berlin. Ah, okay. Ja, also mein Plan war es da auch. ich konnte kein Französisch, ich hatte Latein in der Schule und das auch nicht wirklich erfolgreich abgeschlossen. Ich kannte halt kein Französisch, hatte nur meine Rugby-Kenntnisse. Mir war es dann wieder wichtig, dass das mit der Ausbildung oder mit dem Studium dann auch wieder funktioniert. Also war eigentlich eine Bedingung, dass ich mich halt eben in der Universität dort einschreiben kann, vielleicht irgendwas Internationales machen konnte, um halt dann auch, wie gesagt, mein zweites Standbein in jedem Sport halt immer aufrecht zu erhalten.
27:49 Und das waren so die Bedingungen, warum ich nach Frankreich gegangen bin. Aber es ist das eingetroffen, was so oft gesagt wird, oder? Also eine Erfahrung, die wir, glaube ich, viele deutsche Spiele gemacht haben, dass man nach Frankreich geht, sich viel verhofft und dann doch nicht so viel davon eintritt, oder? Also so dreamy, wie sich das jetzt anhört, war es dann doch nicht, oder? Nee, also da muss man wirklich sagen, dass die Franzosen uns auch in ihrem Umgang einiges voraus sind. Also da ist es halt knallhartes Profibusiness. Das kannte ich halt aus meiner familiären Rugby-Zeit aus Deutschland halt auch so nicht. Da sind dann auch viele Unwirkbarkeiten dann auf mich zugekommen. Viele Versprechungen, die eigentlich für mich einfach zu halten gewesen wären, wurden nicht eingehalten.
28:38 Dann wurde ich halt so ein bisschen nicht aufs Abstellgleis gebracht, aber schon in so eine Situation, wo ich mich halt entscheiden habe, müssen, ob ich jetzt mir weiter mich da quäle, in Anführungszeichen, um zu gucken, dass ich da irgendwie in diesem Traum festhalte oder ob ich dann sage, nee, pass auf, jetzt ist mal die Reißleine gezogen und es hat halt auch keinen Sinn mehr und das muss man auch mal akzeptieren. Hast du aber trotzdem rugby-mäßig was mitgenommen aus der Zeit? Sorry, George. Ja, doch, also es wäre ja falsch zu sagen, dass auch so eine Erfahrung einem nicht helfen würde. Also sowohl sportlich als auch menschlich hat man dann auch ganz viel gelernt. Deshalb ist es jetzt auch kein verschwendetes Jahr oder ist auch nicht schade, weil ich da auch eine gute Zeit in Anführungszeichen hatte.
29:31 Sportlich ist es vielleicht nicht, aber halt interkulturell dann schon. Und man lernt halt auch ein anderes Rugby-Verständnis. Wir hatten ja das Glück, dass wir damals als Espoir, immer so ein bisschen als Trainings-Dummy gegen die erste Mannschaft antreten sollte, durfte. In Vorbereitung für irgendwelche Ligaspiele, die sie dann da hatten. Und wenn man da mit Johnny Wilkinson zusammen in der Kabine steht oder Philippe Contepomi dann irgendwie sich darüber scherzt, dass sie ja damals Deutschland gegen Argentinien Fußball 4-1 oder 4-0 gewonnen hat bei irgendeinem Turnier. Das sind ja auch schon wieder so Momente, also wie viele von euch hatten das mal so in die Runde gestellt? Ich nicht. Ich stand mit dir einmal in Kabine, Timo, das hat mich gereicht.
30:25 Das war sein Highlight seiner Ressentur. Das ist das Team Conte Pomi-Vergleich. Timo, was war vielleicht dann der entscheidende Moment, wo du gesagt hast, okay, das ist jetzt doch nicht das, was ich will. Ich werde jetzt kein Französisch lernen und hier studieren, sondern vielleicht ist es doch wieder der Weg zurück nach Deutschland. In dem Moment war es eigentlich wirklich, dass ich halt da in Frankreich keine Perspektive gesehen habe, weil ich vielleicht auch zu Unrecht, keine Ahnung, mich aber ungerecht behandelt gefühlt habe. Das nicht so war, wie es versprochen wurde. Und dann hatte ich halt erstmal auch gar keinen Lust mehr auf Rakt gespielt. Das war ja wirklich dann auch so ein Knick, so ein persönlicher Knick, dass es ja dann irgendwie doch nicht gut genug ist.
31:10 Oder dass es halt doch diese Profi-Welt ja nicht das ist, so wie ich mir das vorgestellt habe. Und bin dann ja auch erstmal wieder zurück nach Hause, also wieder nach Wien zurückgegangen, um mich dann halt wieder neu zu sortieren und dann halt mich hier nochmal für ein Studium zu bewerben. Hast du dich ein bisschen alleingelassen gefühlt in Frankreich? Frankreich, der Grund, warum ich frage, also wenn ich immer wieder darüber lese, über Frankreich generell und Ausländer, die da spielen, lese ich oftmals des Leuten aus Pacific Island Nations, gerade eher so in der zweiten oder dritten Liga, die werden da hingefrachtet und die sollen halt gut spielen und so, denen zahlt man jetzt auch nicht unbedingt so viel und die haben da anscheinend sehr große Probleme immer. Kannst du das auch so bestätigen oder wie ist da dein Gefühl so?
31:54 Also ich würde schon sagen, dass ich es bestätigen kann. Man fühlt sich wirklich relativ oft alleine, gerade wirklich in den Momenten, wo Sport nicht die Prämisse hat, sondern wirklich das kulturelle Leben da ist. Ich war in so einem Studentenwohnheim untergebracht. Da hatte ich das Glück, dass da wieder ein paar Studenten dabei waren, die dann auch das Deutsche interessant fanden, weil es ja auch dann nicht so gewöhnlich ist, dass dann ein Deutscher, der kein Französisch spricht, in Frankreich ist. Da wird man schon zu der einen oder anderen Party mitgenommen oder auch mal zum Essen eingeladen. Aber im Großen und Ganzen ist es halt eben nicht so, wie dein Freundeskreis, den du halt dann mal anrufst und sagst, hast du Bock auf ein Bier rumzukommen und man hat irgendwelche Anekdoten, die man da sich erzählen kann.
32:43 Das gab es halt nicht. Das war sehr still in den Momenten. Ja, okay, okay. Dann ging es wieder zurück nach Wiedenbrück. Restart, darüber reden wir im nächsten Teil, oder? Jawohl. Vorpass. Brian Jones, Gründer der Rolling Stones, liegt tot in seinem Swimmingpool. Offiziell ist es ein Unglücksfall, doch dann tauchen Zweifel auf. Neue Aussagen, ein Mordverdacht und Jahrzehnte später sogar ein angebliches Geständnis. Plötzlich scheint klar zu sein, was in dieser Nacht passiert ist. Nur gibt es da ein Problem. Je genauer die Geschichte wird, desto weniger lässt sich davon wirklich beweisen. Brian Jones, die Wahrheit versinkt im Pool jetzt bei Tatort Musik überall, wo es Podcasts gibt. Willkommen zurück bei Vorpass, ja Teil 3, wir haben ja Timo Vollenkamp am Start.
33:40 Timo, du hattest ja gesagt, dass die Zeit in Frankreich, ja, da hast du bestimmt was daraus gelernt, aber dann kamst du zurück nach Deutschland, so ein bisschen Project Restart. Wie ging es dann weiter? Also du warst so ein bisschen, ja, du hattest so ein bisschen Rugby satt wahrscheinlich und wolltest so ein bisschen Abstand, aber irgendwie kamst du wieder zurück in die Rugby-Welt. Wie ist das überhaupt entstanden? Ja, ich musste erst mal so meine Schulden, die ich mir so ein bisschen angehäuft hatte, wieder zurückarbeiten und dann war, wie gesagt, erst mal Arbeiten hier in Wiedenbrück angesagt, dass ich wieder ein bisschen flüssiger werde. Und wenn man ja einmal in diesen Kreisen Jugendnationalmannschaft, Bundesliga ist, dann wird man ja auch eigentlich nicht so schnell vergessen.
34:28 Gerade weil ich ja mal perspektivisch schon im Nationalkader mittrainiert habe, aber noch kein Länderspiel gemacht hatte. Es ist aber auch natürlich das Angebot von deutschen Spielern, die auf einem Bundesliganiveau mitspielen können, in Deutschland ja, ich sage mal jetzt nicht übermäßig breit. und da kam halt dann jemand aus Pforzheim auf mich zu und hat dann gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, halt in Pforzheim zu spielen. Pforzheim war dann auch so meines Erachtens damals der Project Frankfurt Teil 2, oder? Also es war auch ein Versuch, ganz viele großen Leute da hinzuziehen, also das war auch nicht so, also es ist ja keine so große Nation da, aber das Wort hat das Werden, oder? Das war so ein bisschen mein Gefühl zumindest.
35:12 Ja, genau. Das hast du eigentlich ganz gut beschrieben. Die sind, glaube ich, im Jahr zuvor aufgestiegen in die erste Bundesliga oder haben dann schon ein Jahr gespielt. Ich weiß das gerade gar nicht mehr. Aber das war auf jeden Fall auch der Plan, dass man halt dann wirklich sehr, sehr gute Leute holt und dann versucht, Pforzheim so aufzustellen, dass sie in der ersten Bundesliga halt dann auch überleben. Also dann hattest du wieder deinen Kontakt zu den Top-Leuten sozusagen um dich drumherum letzten Endes, also aus Spielkameraden dann. Genau, da waren ja auch ganz viele Deutsche, von denen ich auch noch, Mustafa Güngör hat dann auch da, glaube ich, schon ein Jahr da gespielt oder zwei. Und wenn man so jemanden dann auch wieder neben sich hat, von dem man unglaublich viel lernt, auch was für ein Spielwitz Musti da auch gespielt hat und welche Erfahrung, welche Ruhe und welche Leadership-Qualitäten er immer so mitgebracht hat, das waren auch wieder so Aspekte.
36:02 Ja, es war einfach nur super, mit so jemanden zusammenspielen zu dürfen. Du hattest ja gesagt, es war auch in den Zeiten, wo du wahrscheinlich Nationalmannschaft war, schon ein Thema. Wie war quasi der Einstieg in diese Welt? Also es läuft so ein bisschen immer parallel dazu. Ja, immer wieder so Höhepunkten. Vielleicht kommen wir später nochmal dazu. Aber war das so ein großer Schritt für dich? Du hattest ja schon mit Frankfurt und mit Vortzheim Mannschaften, wo du Nationalspiele um dich rum musst. War das auch so ein anderes Level oder war das so eine andere Kultur in der Nationalmannschaft damals am Anfang? Ja, es war auch wieder was komplett Neues. Ich habe mein erstes Länderspiel 2013 dann, glaube ich, sogar schon gehabt oder 2014 in der Tschechei.
36:58 Ja, es war plötzlich mit den besten Spielern, die es halt in Deutschland gibt, auf dem Platz zu stehen. Und auch das mit, also ich kannte natürlich auch diesen Lehrgangscharakter und Länderspielcharakter dann auch in Jugendnationalmannschaften. Nahmannschaften, aber trotzdem war es ja was anderes, sich auf ein Spiel so explizit vorzubereiten und dann wie ein Snako Widika, ein Benni Danso, muss die Keo Brenner, wenn die dann alle neben einem stehen und die helfen und die erklären, wie was zu machen hat, ist auch noch mal eigentlich fast unbeschreiblich, weil man so dankbar ist für diese ganzen Tipps und für diese ganze Unterstützung, die man als, ich würde sagen, als da noch junger Spieler mit mit Anfang 20.
37:42 Ja, ist überragend gewesen. War das dann relativ schnell wieder vorbei, sag ich mal, dein Low, was du hattest nach Frankreich und als du dann wieder zurück in Wienbrück warst und dann kamst du nach Pforzheim und warst so, boah, doch, das ist genau das, was ich machen will. Und dann auch gerade dann mit dabei zu sein, bei deiner Dynamisch, mit diesen Leuten zusammen zu spielen. Ist das dann so ein Push einfach für dich persönlich gewesen? Ja, also wie gesagt, auch am Anfang mit diesem Leistungssport oder diesen Leistungsgedanke, der hat mich halt immer irgendwo gefesselt und ich fand es halt immer, also die Leistung und sich anstrengen macht Spaß, also das klingt zwar vielleicht verrückt für den einen oder anderen, aber sich wirklich einfach morgens vor der Uni oder vor der Schule sich in den Kraftraum zu stellen oder sich wirklich da zu schingen, in Anführungszeichen und versuchen wirklich alles dafür zu tun, dass man ja besser wird und mithalten kann und Leistung zeigen kann.
38:39 Das hat einfach mir sehr, sehr geholfen, aus diesem Loch wieder rauszukommen, diese Negativität so ein bisschen wegzuarbeiten. Und da war halt Pforzheim in dem Fall schon so ein Anlaufpunkt, wo das halt auch geholfen hat, auch mit dem Umfeld dann wiederum, die auch alle Sport machen wollten, die Spaß daran hatten, sich zu challengen. Und da war wirklich einfach Rugby der perfekte Katalysator und dann halt wieder positiver in die Zukunft zu schauen. Was war vielleicht so der größte Unterschied von Pforzheim zu den Vereinen, bei denen du vorher warst? Tja, das ist akustisch gerade nicht verstanden. Sorry, der größte Unterschied zwischen Pforzheim und den Vereinen, wo du vorher warst? Ja, bei Pforzheim ging es halt wirklich auch um Leistung.
39:28 Also ähnlich wie in Frankfurt, das verpasst der Vergleich mit dem Frankfurt 2.0 schon eigentlich, weil da ging es auch darum, erfolgreich zu sein, um Leistung zu bringen. Das war in Wienbrück nicht so. In Wienbrück ging es halt wirklich darum, Breitensport zu bedienen und die Rugby-Schule vielleicht mehr oder weniger zu leben und in die Gesellschaft zu bringen. In Berlin gab es auch den Leistungsgedanken, aber der war in dem Fall nie so prominent. Also den gab es, aber der wurde nie so prominent ausgeschöpft, würde ich jetzt mal behaupten. Oder vielleicht genug verbreitet. Also es waren wahrscheinlich nicht so in dem Ausmaß den Mengen an Leuten in der Mannschaft, oder? Genau, also Berlin, also RK30, immer noch einen breiten Sportverein, der natürlich in der ersten Bundesliga spielt.
40:22 Und natürlich muss man in der ersten Bundesliga Leistungen zeigen und bringen. Ansonsten würde man halt da auch nicht spielen. aber das ist halt eben dieser Spagat den man halt gehen muss zwischen Breitensport und Leistungssport dass man es halt eben nicht schafft oder man darf nicht die Breite vernachlässigen nur um die Leistung zu fördern und andersrum genauso und diesen Spagat den hat RK03 finde ich sehr sehr gut hingekriegt aber das ist halt immer ein Unterschied zu jemandem der halt wirklich rein auf Leistung geht Fudi ja du hattest ja diese Nationalmannschaft, also wir springen ein bisschen so hin und her, aber für mich Thema Nationalmannschaft, also was war das eine besondere Erfahrung für dich, für die Nationalmannschaft zu spielen? Also hast du wirklich diese, ja, war es so ein Ehrenwert für dich, da nicht nur nominiert zu werden, aber wirklich bei Topspielen dabei zu sein, also vielleicht dazu irgendwas? Ja, das war ja damals, haben wir in der zweiten Division gespielt.
41:27 Ja, und wir waren ja schon eigentlich ganz gut. Aber es war ja noch, glaube ich, noch nicht der Durchbruch, um dann wirklich oben in die A-Division zu kommen. Und ich muss sagen, ich dachte ja, dass ich mit meinen was war ich da, 22, 23 Jahren und schon mehr Bundesligaspielen und verlorenen deutschen Meisterschaftsfinalen ja schon eigentlich ganz viel wissen würde und auch mich ganz gut unter Kontrolle hatte. Aber in dem Moment, wo man dann beim Länderspiel gegen Tschechien in Prag spielt, war gefühlt alles vergessen. Also ich habe, glaube ich, im Warm-up von Nervosität noch nie so viele Bälle fallen lassen, war so nervös und wie so ein kopfloses Thun bin ich da mehr oder weniger beim Aufwärmen die ganze Zeit rumgelaufen.
42:17 Und trotzdem hast du so lange die National-Navestoff-Geschön. Ja, danach ging es ja wieder. Danach war ja in Ordnung. zwei Minuten bin ich da am Ende noch reingekommen, ein Vorball und einmal ein Tor getackelt. Das waren meine Inputs zum Spiel. Das ist wie Donal in 80 Minuten eigentlich. Das ist die Beschreibung von meiner ganzen Karriere. Also als du für Deutschland aufgelaufen bist in Tschechien, in Prag, gegen Tschechien in Prag, da hast du gerade bei in Pforzheim gespielt, als normaler Bundesligaspieler. Und vorher hast du schon mal Jugendmannschaften durchlaufen. unter anderem, hast du gesagt, weil dich irgendwann mal irgendwer gesehen hat, oder? In Anführungszeichen. Okay, und wie hast du denn damals eigentlich, wer war denn damals eigentlich Nationalmannschaftstrainer?
43:04 Von der Herren jetzt oder von den Jugendmannschaften? Von der Herrenmannschaft, bei dem Spiel gegen Prag. Thorsten Schippe müsste das gewesen sein, aus Hannover. Aha, ja. Die Kombination Thorsten Schippe, Corbus Podgita war damals die Kombination. Und hast du das auch schon so ein bisschen erwartet, den Ruf in die A-Nationalmannschaft, also in die Nationalmannschaft oder kann das jetzt super überraschend für dich? Also super überraschend nicht und aber auch jetzt nicht, dass ich das jetzt verlangt hätte. Wie gesagt, wenn man damals zu den 25 besten Spielern Deutschlands zählt, also da, wenn man sich überlegt, jede Mannschaft hat ja mindestens 20 und da halt sich durchzusetzen und dann immer ja auch mit dazu zu gehören, ist halt nicht selbstverständlich, aber dass es ja darauf hinaus gearbeitet habe.
43:57 Man hat es gehofft. Ich habe mir immer alles dafür getan, dass ich halt mal die Chance bekomme. Und im Endeffekt habe ich dann die Chance bekommen und war auch sehr glücklich damit. Wie war denn das, als Sie sich kontaktiert haben? Wie erfährt man so, dass man dann spielt? Ist das so eine E-Mail oder ein Anruf, eine SMS oder so? Nee, man kriegt eine... Also man wird ja schon in so einem erweiterten Kreis der Spieler, die in Frage kämen, für die Nationalstaatschaft zu spielen. Das sind dann auch damals, waren das dann Montagstrainings in Heidelberg, wo man dann eingeladen wurde, wo man dann eine Stunde lang mit der Nationalstaats- oder mit dem Sturm zum Beispiel trainieren kann. Dann kommt man ja in diesen Dunstkreis und dann spricht halt dann der Nationaltrainer mit einem, dass man gerne für Höheres oder dass er einen gerne für Höheres mitnehmen möchte.
44:50 Und dann kommt halt die E-Mail mit der Nominierung drauf und dann heißt es offi. Ich habe sogar früher noch Briefe bekommen mit der Nominierung. Die hast du schon auch bekommen, oder? Früher waren das noch richtige Briefe. Ja, war das... Also ich kann mich erinnern, dass ich mit 18 schon... Ich kann mich erinnern, dass wir mit 18 schon E-Mails bekommen haben. Echt? Ja, ich glaube, das war so 18, 19 waren so die letzten Briefe, das kann sein. In Friesern hatte man damals noch gar kein Internet. Da hatte man noch die Karten. Wir haben damals die Zugkarten per Post geschickt bekommen. Und da waren halt dann die Freistellung und die Nominierungsschreiben, aber die eine Nominierung, das hat man glaube ich vorher schon bekommen.
45:44 Okay, du hast dann im Länderspiel zwei Minuten in Prag absolviert und warst dann noch in Pforzheim und bis dato warst du mit Pforzheim Vizedeutscher Meister geworden, oder? Ja, zweimal sogar. Was ja schon mal bedeutende Karriere-Highlights sind, also Berufung in die Nationalmannschaft und ins Finale vorzustoßen, ist ja schon was, oder? Das habe ich in Frankfurt aber auch geschafft. In Frankfurt war ich auch damals zweimal im Deutschen Meisterschaftsfinale, einmal Pokalfinale, Jawohl, den Pokal haben wir gewonnen und dann haben wir zweimal gegen den HAK damals verloren. Thema HAK und dann kam die Wende, oder? Also vom Vizemeister zum Meister, oder? Ja, mir wurde dann immer unterstellt, dass ich, ich weiß nicht, how I met your mother, sagt euch bestimmt was.
46:33 Da gibt es eine Folge mit dem Blitz. Wenn er geht, dann passieren immer die schönen Sachen. Und wenn er da ist, passieren nur die langweiligen Sachen. und da hatte ich so ein bisschen diesen Ruf des Blitzes, weil ich ja damals ja schon viermal Vize war und es nie geschafft habe für den Titel und dann, als ich dann zwei Jahre, also nach zwei Jahren Pforzheim, ging es ja auch so dann in die Richtung, dass die Wild Rugby Akademie ihre Nationalspieler ja ein bisschen mehr fördern wollte. Darunter habe ich ja dann auch in dem Moment gezählt und dann war es für mich einfacher, in Heidelberg zu wohnen und zu studieren und nicht mehr das Pendeln und deshalb war halt dann der Schritt nach Heidelberg auch dann so enorm wichtig.
47:18 Und ja, weil durch die Nationalmannschaftsspiele, die ich damals schon hatte in Pforzheim, war natürlich auch der Bezug zu den HAK-Lern, weil die ja den großen Teil der Nationalmannschaft ausgemacht haben. Ja, auch da und dann war es auch für mich der kleinste Schritt dann zu sagen, dann wechsle ich halt den Verein und spiele für den HAK effektivisch zur Nationalmannschaft halt. Wie hast du dich denn in Fortheim in Anführungszeichen über Wasser gehalten mit Studium, Nebenjob, Geld generell? Ja, ich habe ja studiert nebenbei. Also wie gesagt, das ist ja immer die Konstante in meinem Leben, dass ich versucht habe, immer zu studieren. Habe dann halt einen Studienkredit aufgenommen und dann Wohnen habe ich umsonst gekonnt in Fortheim.
48:04 Und dann ging das schon ganz okay. Und die Zeit dann quasi beim HAK, da kamen die Highlights, würde ich mal sagen, also Titeln und mit der Nationalmannschaft. Da kam das große Geld. Fame, alles. Wenn ihr wüsstet, wie ich hier in meinem Chateau in diesem Internetflügel wüsste, dann würdet ihr verstehen, warum ich das gemacht habe. Nein, also ich bin nie reich mit Rugby geworden. Also das ist auch vermessen, sowas anzunehmen, dass es in Deutschland damals auch so gegangen ist. Und ich finde mal sehr erstaunlich, dann halt auch mal die ganzen Internet-Experten zu lesen, die dann halt einem unterstellen, dass man ja gar nicht mehr weiß, wohin mit seinen Millionen, die man im deutschen Rugby verdient. Also das ist ja amüsant gewesen damals.
48:57 Für mich war sowieso ein bisschen die Frage, die in Vorbereitungen vorkam, das ganze Thema, das Spiel für, also jetzt ein bisschen fast forward zu 2019, beziehungsweise WM-Qualifikationen. Ja, hat Deutschland ja klar gegen Samoa gespielt. Wie ging das ganze ja Hin- und Ruckspiel für dich? Wie hast du das erlebt? Das würde mich tierisch interessieren. Donal, springst du da jetzt nicht ein bisschen weit nach vorne? Ja, das springst du weit nach vorne. Jetzt wollten wir noch mal kurz über den HAK reden und Nationalmannschaft generell, vielleicht im vierten Teil. Jetzt machen wir eine kurze Pause bei Vopass. So, weil es das Sprech so interessant ist mit Timo, gibt es noch einen vierten Teil. Und bevor wir zu weit an die Zukunft sprechen, ein Wort hat auf jeden Fall Timo seinen Ruf loswerden, dass er immer zum falschen Moment in dem falschen Team stand.
49:50 Und ja, natürlich bei HAK nicht nur einmal den Meistertitel gewonnen hat. Also always the bridesmaid, never the bride, aber dann am Ende doch mal den Meistertitel gewonnen, Timo. Jawohl, zweimal. habe ich es hingekriegt. Also dann hast du doch deinen Ruf jetzt weg. Ja, den habe ich weg. Den habe ich mir dann hart erarbeitet und durfte auch den Bronzeball zweimal in die Luft heben. Suga einmal in Berlin, oder? Ich glaube zweimal. War es zweimal in Berlin? Beim HRK hast du dich dann so gefühlt, jetzt ist das schon Pinnacle meiner Karriere wahrscheinlich, also es ging immer weiter nach oben und bisher noch nicht mehr ein nicht-deutscher Meister geworden, aber jetzt halt endlich mal Deutsche Meisterschaft und natürlich, HLK hat einen Großteil der Nationalmannschaftsspieler gestellt. Also hat man sich, ja, hat sich das gut angefühlt? Ja, natürlich hat sich das gut angefühlt. Also wenn man halt, wenn man die höchste nationale Trophäe in seiner Sportart, ich glaube, egal welcher Sport es ist, in den Händen hält und sagt, jawohl, das ist wirklich so ein Moment, wo man sagen kann, in dem Jahr war einfach keine deutsche Mannschaft besser als man selber. Und das ist natürlich so ein Gefühl, das ist ja unbeschreibbar und wiegt natürlich auch die ganzen Entbehrungen halt auch in der Vergangenheit dann auch auf.
51:11 Das ganze harte Training, auch der Schritt von Wiedenbrück nach Frankfurt in die Großstadt, in die große Rugby-Welt, das sind ja alles Momente, die kommen einem dann ja hoch, wenn man den dann wirklich mal in der Hand hält und sich dann mal zwei Minuten da mit mal grad auseinandersetzt, was es eigentlich gerade mir in dem Moment dann gelungen ist. Und ich kann es nur jedem empfehlen, der Lust hat, Sport zu machen. Das leistungsmäßig für so einen Moment lohnt es auf jeden Fall. Timo, das war ja dann eine extreme Phase von, du hast am HAK gespielt, ihr wurdet Deutscher Meister, mit der Wild Rugby Akademie wart ihr erfolgreich. Und das war, hattest du das Gefühl, das wurde in Deutschland nicht überall immer so positiv gesehen, was ihr in Heidelberg macht oder ihr beim HK macht?
52:04 Ja, ich glaube, es wurde zu eindimensional gesehen. Und das ist jetzt überhaupt gar kein Vorwurf, aber es war einfach auch dann, glaube ich, schlecht kommuniziert. Weil der Punkt, an dem wir uns ja damals befunden haben, der ist ja nicht von heute auf morgen gekommen, weil ja irgendein Superstar aus dem Ausgang wurde. Vielleicht kannst du das auch nochmal erklären. Ihr habt ja auf dem europäischen Level gespielt. Vielleicht kannst du auch nochmal das erklären, wie da der Zusammenhang besteht für die Zuhörer, die jetzt nicht genau die Details kennen. Mach ich. Also ich versuche gerade ein bisschen weiter auszuholen, aber ich versuche das kurz zu halten. Weil damals ging es ja wirklich los, dass ich mit 18 Jahren von dieser Wild Rugby Akademie die Förderung genossen habe und wir unter anderem nach Südafrika geschickt wurden, Trainingslehrgänge nach England geschickt wurden.
52:51 Und zwar nicht nur ein, zwei Leute, sondern da wurde ja wirklich in der Jugend halt bereits ausgebildet. Und da rede ich jetzt wirklich vom Großteil der damaligen U18-Nationalmannschaften, der wir Europameister geworden sind, von dem 100 Prozent, glaube ich fast 100 Prozent, in die Nationalmannschaften sowohl 15 als auch 7 in der Rakti einberufen wurden. also ein Sam Ranger, ein Basti Himmer, ein Sammy Füchsel, ein Mikatiumenev, Björn Schröder, alle wie sie heißen, die haben ja damals mit 18 davon profitiert, dass wir von der Wild Rakti Akademie in diese Jugend gefördert haben. Und diese Jugend, die ist dann jetzt ja die Spieler, die jetzt halt eben damals mit dem HAK gespielt haben oder bei der RGH gespielt haben und entweder 7 oder 15 Rakti gespielt haben für Deutschland.
53:35 und das ist halt dann schon schade, wenn dann Leute sagen, naja, die blöden HAKAler, die blöden Profis, die kriegen halt ihr Geld, werden reich und das ist ja eigentlich nur eine Blase, aber was wir damit eigentlich für Rugby Deutschland gemacht haben, beziehungsweise die Entbehrung, die wir zehn Jahre lang auf uns genommen haben, um an diesen Punkt zu kommen, die sieht halt keiner und das ist halt eben dieser Eisberg Metapher, dass man wirklich nur die Spitze sieht und die schönen Spiele gegen Rumänien in Offenbach auf dem Biberer Berg, wo man dann gegen Rumänien gewinnt, sich dadurch natürlich in der Rugby-Welt-Community irgendwie nahe macht, plötzlich die Chance bekommt, an einem internationalen Vereinswettbewerb, damals ja der Continental Shield war das ja, eingeladen zu werden, der uns dann ja dann hätte befähigt, im Challenge Cup zu spielen, wo wir uns da sportlich qualifiziert haben.
54:24 Nur wurden wir disqualifiziert aufgrund der Integrität, weil ja unser Hauptsponsor Carpio Sonne auch von Paris damals Hauptsponsor war. Ja, das ist halt dann schon so ein bisschen niederschmetternd, sowas dann halt zu hören, zu sehen und ja, diese Eindimensität gefällt mir einfach in dem Moment nicht. Wie war das für dich in diesem ganzen, ja, in diesem riesen Konzept so mit dabei zu sein? ich finde das manchmal auch, wenn wir jetzt auch drüber sprechen, das ist so komplex auch irgendwie. Also ihr habt in diesem europäischen Wettkampf mitgespielt, dann gab es die Nationalmannschaft, dann gab es den HAK. Wenn du darauf zurückblickst, war das noch irgendwie eine schöne Zeit oder war es auch echt anstrengend?
55:17 Wieso oder? Also beides. Also es ist super aufregend, in so einem Prozess auch dabei zu sein, auch hinter den Kulissen zu gucken. wir sind ja eine relativ kleine Truppe gewesen, also jetzt vom Management-Staff bis zu den Spielern, waren wir, glaube ich, nie mehr als 40 Personen und das so auf die Beine zu stellen und da rede ich jetzt wirklich von einem Kader, einem Spielkader von 25, 30 Personen, mit denen wir trainiert haben, plus dann halt noch die Organisatoren, Teammanager, Physios, Ärzte, Trainer, da sind wir, glaube ich, nie über 40 Personen gekommen und das dann so zu leisten in den zwei Jahren, ist einfach überragend Da musste man sich auch gegenseitig helfen. Da sind wir bei diesen Rugby-Werten, dass man solidarisch ist und auch versucht, dem anderen die Arbeit so einfach wie möglich zu machen.
56:04 Ja, super aufregende Zeit. Und da teil gewesen zu sein, ist natürlich, nichts gegen die vergangenen Rugby-Generationen, aber es war ja zu dem Zeitpunkt ja auch noch nie eine Rugby-Mannschaft so erfolgreich, wie wir das zu dem Zeitpunkt waren. Ohne jetzt den Erfolg anderer Generationen und Mannschaften abzusprechen. Aber zu dem Zeitpunkt gab es einfach nicht die Möglichkeit, international mit einem Verein so zu spielen, wie wir das getan haben. Sowohl Bundesliga als auch dann wirklich Challenge Cup oder Continental Shield und dann auch Nationalmannschaft in dem ausmeicht, so erfolgreich spielen zu können. Das war eine once in a lifetime opportunity. Team. Okay, ich glaube, ja, wir haben alle verstanden, relativ eindimensional.
56:49 Also das ist ein gutes Beispiel, was du da gesagt hast, die Entbehrung von zehn Jahren, die hat halt kein Mensch gesehen. Genau. Wenn man über die Nationalmannschaft spricht, wie ist das verlaufen, wie ist so deine Sichtweise von deinem ersten Spiel bis dann vielleicht zu diesem Quali-Spiel gegen Samoa? Du hast schon gesagt, Rumänien war da vielleicht schon so ein Highlight in Offenbach, die man geschlagen hat, was ein bisschen auf der Rugby-Landkarte Weltkarte nach oben katapultiert hat? Gab es dann noch was anderes? Ja, ich würde mal behaupten, dass jedes Spiel so seine Schönheit oder seine Charme hatte. Was mir jetzt spontan einfällt, das war da, wo wir, glaube ich, in der Six Nations Bay aufgestiegen sind, beziehungsweise den ersten Platz gemacht haben und dann durften wir das allererste Mal so ein Rapid Charge Turnier spielen.
57:44 Das war ein anderer Modus, glaube ich, damals. Und zwar haben wir als Zweite gegen den Gewinner der dritten Liga gespielt. Das war damals Holland, da mussten wir nach Amsterdam. Haben dann unter strömenden Regen irgendwie es geschafft, gegen die Niederländer zu gewinnen. Das war so ein kleiner Dämpfer für uns, weil wir ja schon eigentlich gedachten, das ist eine schlechtere Liga und wir sind halt so viel besser. Waren wir aber nicht. Und dann zwei Wochen später haben wir gegen Russland gespielt in Hamburg. und da haben wir, glaube ich, auch wieder fünf Minuten vor Schluss noch knapp geführt oder waren noch fünf Punkte weg und haben dann, glaube ich, in den zwei Minuten noch von deren Außen, glaube ich, noch zwei Dinger eingeschenkt bekommen und da haben sie dann sich wieder rehabilitiert gegen uns Deutsche und dann sind sie auch zu der Weltmeisterschaft gefahren.
58:28 Sind sie oder haben sie da nicht gegen Uruguay verloren? 2005? Du redest für die WM 2015, oder? Ja, genau, genau, genau. Doch, du hast recht. Ich glaube, die haben relativ überraschend, die Russen haben Deutschland geschlagen und mussten dann gegen Uruguay ran, weil Uruguay ja meistens immer Zweiter in Südamerika ist. Und irgendwie ist da so ein, Uruguay hat Russland, glaube ich, in Russland, in Sibirien irgendwo einen krassen Neujahrs, oder ich weiß nicht mehr, das war relativ überraschend geschlagen. Und dann haben die Urus 2015 an der WM in England teilgenommen, genau, und haben da jetzt semi-gut auch nur abgeschnitten. Aber naja, gut. Ach ja, das war dieses Spiel, davor dann Holland und dann gegen Russland in Hamburg.
59:13 Genau, das war auch so ein Highlight. Wo man auch sagen könnte, man war zwei Spiele oder drei Spiele von der WM schon weg. Klar, also ob wir jetzt besser abgeschnitten hätten als die Azurus, das hat sich auch mal so in den Raum gestellt. Aber ja, das war schon die ersten Momente, wo man auch geschnuppert hat an der großen Rugby-Luft, wo man eigentlich auch gemerkt hat, wenn wir hart arbeiten und uns alle wirklich auf dieses Ziel fokussieren, dann kriegen wir das auch hin. Da sind wir auch gut genug, das da mitzuhalten. Ja, und dann kam 2018. Das ist jetzt Donalds Lieblingsfrage, ne Donal? Ja, auf jeden Fall. Ich war so aufgeregt. Wie warst du? Warst du auch aufgeregt? gegen Samoa? Tatsächlich nee, nicht so extrem.
1:00:08 Also man hatte immer so eine gewisse Grundaufgeregtheit vor großen Spielen. Das ist glaube ich auch vollkommen normal und ich glaube, das ist auch wichtig. Weil man, also sonst wäre es ja einem egal. Also ich hatte eine Grundaufgeregtheit, aber ich war nicht wie bei meinem ersten Länderspiel in Tschechien, dass sich ein lauter Bälle hat fallen lassen. Man muss auch dazu sagen, dass wir in Samoa ja das erste Spiel hatten und da waren wir einfach allgemein als Mannschaft nicht so gut drauf und dann haben wir auch, glaube ich, die Samoaner auch eine Niederlagsserie gehabt und die wollten dann auch vor heimischem Publikum beweisen, dass sie doch rugby spielen können und da haben wir auch wirklich gut kassiert. Das war bei 100 gefühlt 50% Luftfeuchtigkeit, tropische Sonne, das hat keinen Spaß gemacht.
1:00:54 Die Reise allein schon dahin, so hat es ein paar Tage gedauert, Also mit dem Schiff bestimmt, oder? Ich weiß nicht, ob wir mit dem Schiff noch schneller gewesen wären, weiß ich gar nicht. Ich glaube, insgesamt hatten wir eine Reisezeit von, ich glaube, Frankfurt nach Doha waren ich glaube sieben Stunden, von Doha nach Auckland nochmal 19. 19 Stunden fliegen und dann nochmal von Auckland zweieinhalb Stunden nach Samoa. Da kommt mein Arzt und das komplett im Arsch. Und ich kann mich auch noch erinnern, dass entweder der König von Samoa oder der ich glaube, der König war vielleicht gleichzeitig Rugby-Präsident oder so. Der Premierminister, glaube ich. Ah, oder so. Und ich kann noch mich erinnern, wie in den Medien stand, ja, wenn die Truppe verliert oder so, werden die halt alle aus dem Land geschmissen. Also, weil Samor davor so eine Niederlagenserie hatte.
1:01:42 Und klar, die werden ein bisschen die Haarspitzen motiviert gewesen sein. Aber sowas von. Aber nicht, dass es um Schrotz ging, es hat also ja klar, das war halt irgendwie schwierig, dass das erste Spiel auswärts war, aber dann war es halt ja, dann müssen die Samoaner die große Reise auf sich nehmen nach Deutschland und dann war es auf jeden Fall, glaube ich, hat so ein Moment, wo viele Leute gesehen haben, okay, vielleicht ist der Abstand vielleicht doch nicht so groß, oder Timo, also zum großen Nationen? Samoa ist ja unter den großen Rugby-Nationen ja auch, gibt es keine Übermacht. Also das ist jetzt nicht die All Blacks. Also um das jetzt auch mal in der Spitze so ein bisschen einzuordnen, aber wir waren ja, wir sind ja ganz weit weg eigentlich von den großen Rugby-Nationen immer auch tituliert worden in den Medien, dass wir ja auch eigentlich gar nichts zu suchen haben.
1:02:39 Wenn ich den Präsidenten, den Premier noch mal zitiere, hätte ich auch gesagt, wir können ja gar kein Rugby spielen in Deutschland, also wenn wir verlieren, wenn Samoa verliert, dann müssen sie ja ausgebürgert, ja, das wäre so der Grund dahinter. Ja, aber man hat das erste Mal gegen solche Kaliber überhaupt erstmal gespielt. Also das erste Mal gegen Premiership-Spieler oder Spieler aus der Top 14. Gegen sowas haben wir vorher nie in dem Ausmaß gespielt. Und klar mussten wir uns erstmal daran gewöhnen. Und ich glaube, dieses APIA-Spiel, das war wirklich jetzt nicht zum, also eigentlich war es zum Abgewöhnen, weil wir ja auch wirklich schlecht waren. Aber wir waren ja auch eine sehr jung durchmischte Mannschaft und da hat uns einfach auch die Erfahrung gefehlt.
1:03:21 Und dieses Wissen, was wir aus diesem Spiel in Samoa mitgenommen haben nach Heidelberg, hat dann auch den entsprechenden Führungsspielern auch die Kraft gegeben, zu sagen, ey, wir können das eigentlich, wenn wir unsere Hausaufgaben machen und so spielen, wie wir spielen können. Und dann natürlich vor heimischem Publikum im Rugby-Wohnzimmer in Heidelberg dann so zu bestehen, ist natürlich doppelt gut. Und wenn man einmal diesen Schwung hat, dieses Momentum, worüber alle immer sprechen und es irgendwie läuft, dann fühlt man sich auf diesem Rugbyplatz in dem Moment einfach auch fast unbesiegbar. Und ich meine, bis zum Ende war es halt, also es war relativ so eng sozusagen, dass nicht, dass irgendwie Welten auseinander euch getrennt haben dann, oder?
1:04:06 Nee, es war eine individuelle Klasse. Also wenn wir, allein ich glaube die ersten fünf Minuten, wo wir diesen schnellen Gegenversuch bekommen haben, hätten wir da einfach individuell besser verteidigt beziehungsweise hätten wir einfach, wenn wir individuell bessere Spieler gewesen wären, wäre das auch nicht so schnell, wenn wir nicht in den Rückstand gekommen wären. Aber wir haben uns halt nie aufgegeben und haben ja immer daran geglaubt, dass wir auch Rugby spielen könnten und dass wir halt auch uns beweisen wollen, dass wir Rugby spielen können. Und ich weiß nicht, ob Samoa nach dem schnellen Versuch schon so ein bisschen abgeschaltet hat, weiß ich nicht. Darf man sich beim Rugby eigentlich nicht erlauben, aber wir haben uns halt immer wieder reingekämpft und haben versucht halt, ja immer dran zu bleiben.
1:04:44 Ja. Das war auf jeden Fall ein schönes Erlebnis, auch im Fernseher alles zu gucken. Also ich glaube, eine gute Werbung für den Sport in Deutschland war es auf jeden Fall. Hast du dann eigentlich noch in dem Rapid Charge-Ding gegen Kanada und Hongkong und so teilgenommen? Genau, ja. Ja, ich habe ja eigentlich nach dem Samoa-Spiel habe ich ja eigentlich gesagt, dass ich erstmal nicht mehr aktiv spielen will, weil das ja auch wirklich emotional und psychisch ganz extrem an mir geknackst hat, dass ja damals der Gönner die Wildrackbierakademie aufgelöst hat und man kommt ja aus diesem Hoch von Qualifikation zum Challenge Cup und Gewinn der Deutschen Meisterschaft eine Woche später ins Büro und dann wird einem verkündet, dass aufgrund der Differenzen zwischen Sportlandschaft und Sponsor, die das Anglöschen auch eingestellt wird, Aus diesem Hoch kommt man plötzlich in ein ganz, ganz tiefes Tief.
1:05:47 Und das war auch so ein Punkt, wo ich dann gesagt habe, okay, das Samoa, das nehme ich jetzt noch mit, weil da ich mich halt auch schon darauf vorbereitet habe, auch mental, dass ich das auf jeden Fall mitmachen will. Und danach war ja dann eigentlich klar, dass wir in den kürzesten Weg nicht gehen können. Wollte dann auch, wie gesagt, erstmal wieder nichts damit zu tun haben und brauchte dann auch Zeit für mich, weil ich ja auch mit meinem Studium ja noch nicht fertig war. Das musste ja auch noch kurz vor knapp dann auch fertig geschrieben werden. Bis ich dann wirklich mit mehreren Telefonaten und Gesprächen jetzt nicht wirklich überredet worden bin dazu, weil das wäre auch falsch. Aber ich habe da wirklich mit Kobo Spotteater damals, zu dem ich immer noch ein gutes Verhältnis habe und auch damals ein sehr, sehr gutes Verhältnis hatte, haben uns lange unterhalten, lange getroffen, gute Gespräche gehabt.
1:06:32 Und dann hat er mich dann im Endeffekt schon überreden können, dann auch zu sagen, dieses Rapid Charge Turnier, das ist auch nochmal so eine Tour. da würde ich mich 20 Jahre später in den Arsch beißen, wenn ich dich mitgefahren wäre und wir würden das Ding gewinnen. Und deshalb war dann der Stutz ja doch relativ kurz. Wo du das gemacht hast? Ja, sehr. Also auch diese drei Wochen, die waren extrem lange. Also drei Wochen lang so eng und so aufeinander in so einer Turnierform waren extrem hart. Aber auch wieder in dem Moment war es dann auch teilweise nervig und dann hat dir der Zimmernachbar nicht gepasst oder dann hat das Essen dem nicht gepasst. Welcher Zimmernachbar hat dir nicht gepasst? Nee, meiner war es allgemein.
1:07:17 Das war jetzt allgemein gesprochen. Wem hattest du denn? Ich hatte den Marcel, mein Zimmernachbar war der Marcel. Wer hat es nochmal weiter? Fläche auf Frankfurt. Ah, nee. Nee, nee, nee. Hen, Marcel Hen. Boah, peinlich. Marcel Henn war mein Trimmernachbar, der war relativ oft mein Trimmernachbar sogar, der war wirklich sehr, sehr angenehm, aber es war jetzt allgemein gesprochen, diese drei Wochen wenn man so, da kriegt man einfach einen Lagerkoller und da kommt eine Kleinigkeit und dann ist der eine genervt und dann ist es dann manchmal wirklich wie so ein Hühnerhaufen, der dann irgendwie sich gegenseitig anzickt und dann ist es aber nach zehn Minuten wieder gut weil alle sich halt wirklich auf dieses Ziel halt WM-Qualifikationen halt auch wieder fokussiert haben und wir haben auch wirklich gute Psychologen dabei gehabt und Colin Janna als Head of Physical Performance war natürlich auch vergeben, dass er auch immer ein gutes Input gegeben hat. Wir hatten auch viele One-on-One-Gespräche mit den Trainern und Betreuern. Das hat natürlich extrem geholfen und es war auch super wichtig und im Nachhinein waren diese drei Wochen auch eine der drei besten Wochen meines Lebens, weil auch dieses, das ist ja wirklich dieses Profitum, Parksalons, dass man halt im Hotel ist, sich quasi um alles gekümmert wird.
1:08:43 Also World Rugby hat ja wirklich alles in Gewährung gesetzt, dass uns dann nichts fehlt. Ja, man hat wirklich nur sich auf den Job konzentriert. Man hat Videoanalysen, Krafttraining, hatte dann ein, zwei Rugby-Sessions am Tag und das war's. Und dann war wirklich der Fokus, nächstes Spiel, nächstes Spiel. und ja. Und ich meine, die Enttäuschung wird ja schon tief sitzen, denke ich mal, dass das entscheidende Spiel gegen Kanada verloren wurde vielleicht. Aber du sagst, insgesamt hat sich Deutschland schon sehr professionell präsentiert und Leute haben auch daraus was gelernt und mitgenommen, oder? Ist das so richtig? Wenn ich das allgemein sagen würde, würde ich sagen, ja. Weil alleine so Leute wie den Moritz Botha und den Mike Ford vor einem stehen zu haben und einem wirklich die kleinen Details oder diese Detailliertheit dieses Spiels so nahe zu bringen, dass man es versteht und auf dieser gleichen Ebene mitschwimmen und das sofort umsetzen können, was so jemand mit so einem Rugby-Know-how hat.
1:09:49 Das sind auch wieder solche Momente, die kriegt man nicht geschenkt im Leben. Und wenn jemand einen herzlichen Glückwunsch bekommt, aber das muss man ja, muss man erlebt haben. Okay. Ich würde mal langsam zum Schluss kommen. Wir wollen dich nicht den ganzen Abend beschäftigen. Ich weiß ja nicht, Donal und Vivian. Zwei Sachen, ganz kurz noch. Nicht ganz kurz. Zum einen, wie siehst du Zukunft Rugby Deutschland? Kurz beschrieben aus deiner Sicht. Du hast ja jetzt viele Insights gehabt als Spieler. Wie siehst du Rugby Zukunft Deutschland aufgestellt? Was muss getan werden? Und was machst du in Wiedenbrück? wie geht es da weiter, weil da bist du jetzt zurück. Vielleicht fangen wir mit Rugby Deutschland an.
1:10:32 Vom Großen ins Kleine. Das hast du jetzt gesagt. Was ich sage, wie Deutschland zu tun muss. Wenn ich das wüsste, dann würde ich unserem Präsidenten Heß den Rang abstreitig machen. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß gar nicht, welche konkreten Schritte passieren müssen. Ist auch okay, nichts zu wissen. Ja, wir müssen es euch vormachen, Geld regiert die Welt. Wenn wir halt keine Kohle haben, können wir uns wieder vorbereiten, können wir uns wieder gegenseitig unterstützen. Dann ist es halt eben, sind wir halt wieder kleine Randsportart, die halt ganz schnell vergessen wird. Ich hoffe, dass in der Hinsicht sich was tut, dass wir wirklich liquide werden und dann wirklich sämtliche Nationalmannschaften so unterstützen können. Also ich rede jetzt wirklich auch von Frauen und Jugend, weil wenn wir uns wirklich so präsentieren wollen, wir unsere Rugby-Werte uns das vorleben, dann dürfen wir halt nicht nur Siebener und nicht nur Fünfzehner, sondern wir müssen auch dann gesamtheitlich auch mit den Schiedsrichtern so zusammenarbeiten, dass wir uns halt als Einheit komplett verbessern und nicht nur individuell im Siebener-Rugby oder im Fünfzehner-Märner-Rugby.
1:11:49 Das ist so vielleicht eine Idee, ein Ansatz, den ich hätte. und was sie hier in Wienbrück macht. Ich habe noch eine Frage, bevor du vielleicht zu Wienbrück kommst, noch eine Frage, weil ich finde, du hast ja diesen Weg ganz vorbildlich bestritten, dass du sagst, du warst immer Fan vom Leistungssport, du wolltest immer das Bestmögliche im Rugby erreichen. Und ich kenne persönlich auch viele Spieler, die ähnlich erfolgreich vielleicht in den Jugendzeiten waren, aber dann irgendwie nicht das Potenzial im Deutschen Rugby gesehen haben, vielleicht auch dachten, sie müssen nach Heidelberg um erfolgreich zu sein. Was würdest du denn jetzt so Nachwuchsspielern sagen, die 16, 17, 18 Jahre alt sind, die vielleicht das Potenzial haben, Nationalmannschaft zu spielen?
1:12:37 Ja, was würdest du denn sagen, was würdest du dir mit auf den Weg geben? Also ich habe immer so bis nach der Devise gelebt. Ich möchte mir mein Leben lang nicht vorwerfen, was ich nicht gemacht habe, sondern wenn ich mir was vorwerfe, dann halt, was ich gemacht habe. Einfach nur, um diese Erfahrung halt immer zu sammeln. Wenn ein Jugendlicher mich fragen würde, ob ich das machen würde, da würde ich sagen, ja, ich würde meinen Weg genauso, glaube ich, nochmal gehen, wie ich das damals gemacht habe, weil ich einfach auf dem Weg dahin so viele Momente erlebt habe in meinem Leben, die gibt es einfach selten. Ob das jetzt sein Weg sein muss, weiß ich nicht. Ich glaube, das wäre auch vermessen zu sagen, dass man das genauso machen müsste.
1:13:27 Wenn man aber erfolgreich sein will oder wenn man diesen Sport leistungsmäßig gestalten möchte, dann bleibt einem nicht die Möglichkeit, hier in der Rugby-Peripherie zu versauern. Also es wird niemand, wie es sich so romantisch immer anhört, mit einem Spielervertreter, der plötzlich durch Deutschland fährt, dich auf dem Rugby-Platz spielen sieht, ansprechen und sagen, ich möchte, dass du jetzt Profi wirst in England und du kriegst sofort sieben Millionen Pfund. Das wird nicht passieren. Deshalb ist es halt wirklich, wenn man das leistungsmäßig machen will und da Bock drauf hat und wir haben ja genug deutsche Talente, die das vorgemacht haben, dass es funktioniert mit dem Erik Marx, mit dem Chris Hilsenbeck, mit dem Julius Nostadt, die es auch in die Rugby, ja, auch Elite geschafft haben, dass es geht, dass es aber ein beschwerlicher Weg ist und das muss man sich von vornherein überlegen, dass es halt auch so ist.
1:14:25 Und man muss auch die Unterstützung haben, weil Unterstützung von zu Hause, vielleicht sogar dem Heimatverein, ist sowas halt auch als einzelne Person, das Individuum extrem schwer, wenn man dann keine Vertrauensperson um sich herum hat, die einen auch dann emotional so ein bisschen auffangen. Ja, apropos Heimatverein, du bist jetzt wieder zurück im Heimatverein beim Wiedenbrücker TV, aber jetzt aktuell nicht primär als Spieler, sondern als Sportdirektor, oder? Genau, also sportliche Leitung, Sportdirektor, wie man das jetzt genau betitelt. Ja, ich bin halt hier wieder zurückgekommen, um halt auch das, was ich erlebt habe, auch ein bisschen zu vermitteln. Vielleicht auch so eine kleine Strahlwirkung nach außen, dass man Rugby in Wienbrück halt auch nicht vergessen darf, weil wir machen hier extrem gute Arbeit, gerade im Jugendbereich.
1:15:17 ja und wir müssen uns halt eben nicht mit dem anderen Hannoveraner Verein, der auch Bundesliga spielt oder dem anderen Stadtnachbarn aus Heidelberg messen, dass die Spieler für 50 Euro dann wechseln, das haben wir nicht wir haben halt eher Probleme, dass wir dann halt gegen die Freiwillige Feuerwehr oder den Karnevalsverein halt eben bestehen müssen und das sind natürlich ganz andere Probleme, aber das kriegen wir eigentlich ganz gut hin, wie gesagt Wir haben diesen Familiencharakter, diesen breiten Sportcharakter, der uns auch hier so ein bisschen ein Alleinstellungsmerkmal gibt, weil wir halt eben diese Rugby-Werte immer ganz, ganz vorne mitschreiben oder aufschreiben, dass halt alle das sofort irgendwie mitkriegen und auch bei uns gucken.
1:16:02 Wir haben jetzt ein neues Vereinsheim auch hier gebaut, das ja auch jetzt zum Laufe der 50-Jahr-Feier auch dann nochmal eingeweiht werden sollte. Ob das jetzt alles so möglich ist wegen Corona, müssen wir auch nochmal schauen. Aber angedacht ist es auf jeden Fall im September. Da wird vielleicht auch noch die eine oder andere Einladung vielleicht auch noch rausgehen in die Rugby-Welt, dass dann vielleicht auch ein paar Leute uns bestaunen dürfen, was wir hier geleistet haben. Und wir arbeiten halt immer peu à peu immer an kleinen Erfolgen, um uns halt eben hier so aufzustellen, dass wir halt auch bestehen können, versuchen halt das auch ein bisschen leistungsmäßiger jetzt aufzustellen, dass wir halt auch unseren Jugendlichen eine Perspektive geben, die halt aus der U16, U18 in den Herrenbereich kommen und dann wirklich auch Zweite Bundesliga mitspielen können, vielleicht sogar mal irgendwann mal in der Erstbundesliga vielleicht mitspielen können.
1:16:52 Das ist so ein bisschen so die Idee, die wir da im Moment so ein bisschen verfolgen. Sehr schön, dass sich da der Kreis so schließt. Ich weiß, George Donneby ist massiv über der Zeit. Nur eine Frage noch. Wirst du denn selber jetzt auch spielen? Oder hast du die Schuhe an den Nagel gehangen? Offiziell habe ich die Schuhe noch nicht an den Nagel gehangen. Aber ich musste mich einfach auf ein paar andere Sachen im Moment konzentrieren, die einfach jetzt in meinem privaten Leben einfach wesentlich wichtiger waren, als jetzt auch nochmal Rugby zu spielen. Weil Rugby im Moment ja, also auf jeden Fall aktiv, Rugby ja keine, ja, nicht mehr diesen Stellenwert hat, weil ich es halt eben, also wenn ich das machen wollen würde, dann würde ich es wieder so machen, dass ich sagen kann, ich stehe da voll hinter und ich gebe halt alles dafür.
1:17:48 Da sind wir bei diesem Leistungsgedanken. Also ich kann es dann auch nicht leiden, wenn Leute nicht zum Training kommen, weil sie dann irgendwie die Oma, die hat einen Namenstag oder sowas, dann wäre ich dann auch immer so ein bisschen sauer, weil ich ja selber diesen Anspruch habe und das verlange ich dann auch vielleicht manchmal zu Unrecht auch von anderen. Aber wenn ich das halt mache, dann halt wieder nur, dass ich halt sage, ey, wir haben da wieder ein Ziel. Und wenn dieses Ziel Wienbrück, Erste Bundesliga theoretisch, heißen würde, hätte ich ja mit, ich bin jetzt erst 29, hätte ich da bestimmt Lust drauf, wenn die Rahmenbedingungen natürlich alle passen. Okay, dann halten wir auf jeden Fall Ausschau, wie du und wo du vielleicht auftauchst im Rugby-Welt.
1:18:31 Aber ja, ich meine, wir sind auf jeden Fall zu dritt sehr dankbar, dass du die Zeit genommen hast, um uns ein bisschen durch dein Rugby-Leben durchzuführen, vom 6 bis 29. Und ich glaube, das war auf jeden Fall für uns auf jeden Fall und unsere 17 Zuhörer auf jeden Fall irgendwas, was uns alle sehr, sehr begeistert hat. Also Timo, vielen lieben Dank auf jeden Fall für die Zeit. Vielen, vielen Dank für die Zeit. Vielen, vielen Dank euch, dass ich hier so ein bisschen mich erausdrucken durfte. Ich habe noch eine Frage an Donal. Donal, sag mal, warum wusstest du eigentlich, dass ich zu den hübschesten Rugby-Spielern Deutschlands sehle und warum hat es Vivian nicht gesagt? Also da muss ich mir irgendwie wieder Sorgen machen.
1:19:19 Du bist nicht umsonst in verschiedenen Magazinen vorgeführt worden. Ich glaube mal, du hattest ja mal gesagt, dass du Schwierigkeiten hattest, so mit Studium und Kredit zu zahlen und ich dachte mir immer schon, okay, aber Modelkarier würde ich nicht komplett aufgeben. Daher. Ich freue mich auf den Wiedenbrücker TV, oder? Ja, ne? Den in der ersten Bundesliga zu sehen und Vropass wird hoffentlich auch die erste Live-Sendung von der 50-jährigen Vereinsfeier vom Wiedenbrücker TV senden. Da sage ich jetzt mal, da muss einer von uns auflaufen und dann machen wir eine YouTube-Live-Sendung. Das wird dann natürlich in einer Katastrophe enden. Also ich verspreche, Donal wird da sein. Timo, vielen lieben Dank für die Zeit und George, Vivian und die Zuhörer, auf jeden Fall vielen lieben Dank für das Zuhörer und bis bald bei VORPASS.
1:20:17 VORPASS. Vielen Dank für euch. VORPASS. Donal Pippels und Georg Molz auf mein-sport-podcast.de