XXL Folge heute mit Robert Mohr - Sportdirektor Stade Rochelais
Vor wenigen Wochen hat Stade Rochelais noch in Dublin den wichtigsten europäischen Clubtitel gewonnen. Am Wochenende steht das TOP14 Halbfinale gegen Bordeaux an. Robert Mohr, der in Hannover mit dem Rugby anfing und für die deutsche Nationalmannschaft spielte und dann den Sprung als Spieler nach Frankreich wagte, ist als Sportdirektor Teil des Erfolgs. Donal und Georg sprechen mit Robert über die Anfänge seiner Rugby Karriere, den Sprung ins kalte Wasser zuerst nach zum Club Sportif Bourgoin-Jallieu und dann nach La Rochelle, die anschließende Zeit in Heidelberg, die weitere Entwicklung in Paris und die aktuelle Arbeit als Sportdirektor zusammen mit Ronan O'Gara bei einem der Top Klubs im europäischen Rugby. Danke für deine Seite Robert. Wir hätten noch Stunden weiter sprechen können. Wenn euch der Pod gefällt abonniert uns und gebt uns ein Like auf Spotify, Feedback gerne fragen@vorpass.de
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Transkript
Automatisch erstellt, kann Fehler enthalten. Stand: 02.10.2026. Klick auf eine Zeitmarke spielt die Folge ab dieser Stelle.
0:15 So, herzlich willkommen zu Podcast-Folge wahrscheinlich 160, 170 bei Vorpass mit Donal. Und heute haben wir noch einen Special Guest hier, wo wir sehr dankbar sind. Und internationaler Rugby-Star hat schon in Hannover erfolgreich Rugby gespielt, ist dann nach Frankreich gewechselt. Einer der wenigen Leute, die in Frankreich Erfolg hatten. Nicht nur als Spieler, sondern auch noch später als Sportdirektor bei verschiedenen Vereinen. Und wir sind super happy, heute Robert Mohr begrüßen zu können. Robert, wie geht es dir? Momentan wunderbar. Viel Vorfreude auf das Halbfinale. Champions Cup haben wir jetzt die Seite umgeblättert und sind fokussiert auf Halbfinale und Finale im Top 14. Hast du nach der Champions Cup Erfolg deine Stimme wieder dann?
1:09 Also nach dem bestimmten Singen? Ich habe mich ein bisschen zurückgehalten bei den Feierlichkeiten, weil ich leider das kombinieren muss mit der Arbeit, aber die Jungs haben gut zelebriert und wir hatten das Glück, dass wir das Spiel danach keinen Druck hatten, noch Punkte zu machen, weil unser Ergebnis vor dem letzten Spieltag feststand. Von daher konnten wir gut profitieren. Und die traditionelle, das ist ja mittlerweile traditionell, die Parade durch La Rochelle haben wir sehr genossen. Super, super. Wir reden noch am Ende des Podcasts über die Zeit auf jeden Fall. Fangen wir mal ganz vorne an. Du bist laut Wikipedia 1978 geboren. in Hannover. Ich gehe mal davon aus, ich behaupte mal, Mitte der 80er wirst du in Hannover zum Rugby gekommen sein, oder?
2:01 Das war so ein Übergang. Mein Vater hat gespielt und meine Eltern waren sehr involviert im Rugby. Hatten halt ihren ganzen Freundeskreis da im Prinzip. Da habe ich im Prinzip mein ganzes Leben gespielt und irgendwann hat man mir ein Trikot angezogen und dann haben wir die Seitenlinien abgekreidet. Aber es war im Prinzip fließender Übergang und ich habe immer gespielt eigentlich, weil der ganze Freundeskreis kam im Prinzip aus dem Rugby in Hannover. Und alles bei 78 damals? Angefangen habe ich bei VfR Dörn. Ja, kennt man. Das ist ein Club, den mein Urgroßvater mitgegründet hat. Von daher hat mein Vater da angefangen. Ist dann zu 78 gegangen und wieder zurück zu VfR. und dann habe ich bei VfR angefangen und als ich 10 war, bin ich zu 78 gewechselt.
2:55 Ah, okay, also 88 so ungefähr. Und wie war damals so ganz kurz die Rugby-Wahrnehmung in Deutschland? Ich meine, heute ist es ja schon, naja, semi-gut, aber war Hannover da die Hochburg wirklich, kann man das so sagen? Oder war da auch schon Heidelberg so bekannt und berühmt? Oder wie wurde denn Rugby in Hannover wahrgenommen? Ende der 80er, Anfang der 90er? Ja, das Tolle waren natürlich die Derbys, aber auch die Fahrten nach Heidelberg, Berlin, damals BRC. Das waren dann so ein bisschen die nationale Competition. Aber als ich angefangen habe in der Jugend, waren natürlich die deutschen Meisterschaften überall immer ein Highlight. Ich glaube, wir haben einmal in Holzenstam gespielt, in Heidelberg.
3:44 Und dann die Nationalmannschaften, das waren die tollen Events damals. Wie bist du denn dann in die Nationalmannschaft? Du bist als Jugendspieler schon gesichtet worden und da reingekommen, oder war das erst später in die deutschen Nationalmannschaft? Ja gut, ich bin dem ganz normalen Weg gefolgt. Ich war in der U18-Nationalmannschaft. bei U19 damals, glaube ich. Und bin dann, als ich 19 war, gleich aus der U19 Nationalmannschaft, gab es Sascha Fischer, der damals in der Nationalmannschaft gespielt hat. Es war ein Spiel in Tschechien mit der A-Nationalmannschaft, an dem Sascha nicht teilnehmen konnte, kurzfristig. Und dann wurde ich nachnominiert und habe mein erstes Spiel in der Nationalmannschaft gemacht in Tschechien mit 19 müsste ich gewesen sein.
4:39 Das war so Mitte der 90er? Circa. Sechste. Ja, ich glaube 97, sowas. Okay, okay. Anderes Leben. Hast du gleich gemerkt, dass du auf jeden Fall dahin gehörst? Also war es für dich natürlich von deinen Klubmannschaften, also da hast du gemerkt, es ist ein anderes Level oder hast du gesagt, hier bin ich genau richtig? Es ist ein anderes Level, ganz klar. Wir hatten ja eine ganz große Rivalität damals mit Viktoria vor allem, wo ganz viele tolle Spieler waren und eine große Generation, die alle so 10, 12 Jahre älter waren als ich, der damals angefangen hat. Und mit denen zusammen zu spielen, war schon toll für mich. Unsere Idole aus der Zeit war eine große, die Generation vor uns, da war ja eine riesen Rivalität zwischen 78 und Viktoria.
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5:35 Und natürlich waren das alles die Leute, den wir nacheifern wollten. Und dann kam ja der Sprung, also das, was viele, die wenigsten heute immer noch wahrscheinlich schaffen oder überhaupt gar nicht machen wollen. Du bist dann von Hannover nach Frankreich zum Spielen gegangen, zu CS Bourgeon, das ist zwischen Lyon und Grenoble, oder? Erstmal hatte ich eine ganz, ganz tolle Zeit. Ich glaube, drei Jahre, die ich gespielt habe bei 78. Wir haben mit meinen ganzen Freunden, die heute immer noch meine Freunde sind, das ist ja das Schöne an dem Sport. Jean-Pierre Riff hat mal gesagt, im Rugby sind 15 Freunde und ein Ball in der Mitte und irgendwann ist der Ball weg, aber die Freunde bleiben. Das ist wirklich wahr.
6:28 Ich hatte ganz, ganz viele tolle Abenteuer. Wir haben zweimal den Pokal gewonnen, leider nie die Meisterschaft. Aber das war eine ganz, ganz tolle Zeit mit der Nationalmannschaft damals, mit den Jugendnationalmannschaften. Das sind Erinnerungen, die ich nie vergesse. Und ich hatte mit einem Freund, mit dem ich zusammengespielt habe, mein ganzes Leben im Prinzip, wir hatten immer diese deutsch-französischen Austausche gehabt und immer hoch verloren. Und irgendwann habe ich mir gesagt, jetzt möchte ich mal wissen, ob man es nicht schafft, in der Jugendmannschaft irgendwo mal sechs Monate zu gucken, ob man wirklich das Niveau hat oder ob wir wirklich so weit abgeschlagen sind. Und habe dann jeden Tag trainiert, seit ich 14 bin, jeden Tag trainiert auf dieses Ziel im Prinzip nach der Schule, um die Welt zu sehen, um wegzugehen, um sich zu messen mit den Besten.
7:27 und hatte dann die Möglichkeit, zu Bourgogne-Jalieu zu gehen, weil Sascha Fischer da war und sie haben jemanden gesucht für die U21 für sechs Monate. Bourgogne-Jalieu war damals einer der größten Klubs hier in Frankreich. Sieben, neunzig, drei Finals gespielt. Ich bin 99 da hingekommen. In der Meisterschaft, damals gab es noch einen Pokal im Europacup. Wir hatten eine phänomenale Mannschaft. Ich habe drei Jahre gespielt mit Lionel Nallet, mit Sebastian Chabal, mit Julian Bonner, mit Stéphane Glard. Also wirklich eine sehr, sehr gute Mannschaft. Pascal Papé dann später. James McLaren, schottischer In. Das war phänomenal für mich. Pardon. Du konntest dann auch schon Französisch oder hast dann Französisch angefangen zu lernen?
8:23 Kein Wort, aber das ist das Schöne. Damals war Weil Wougon-Jalieu ist ein relativ kleiner Ort zwischen Grenoble und Lyon. Aber war historisch immer ein Rugby-Hochbord. Ist, glaube ich, einer der Klubs, die am meisten französische Nationalspieler ausgebildet hat. Statistisch gesehen. Jetzt sind sie leider abgestiegen durch die Konkurrenz mit Lyon. Aber war damals, wie gesagt, ein sehr, sehr großer Klub. Also ein unglaubliches Erlebnis für mich. Und ich konnte kein Wort Französisch. und da außer den Ausländern kann keiner ein Wort Englisch, von daher lernst du super schnell, aber abgesehen vom Rugby ich habe die Kultur gemocht, die ja aus Hannover nach Frankreich ist ja ein kompletter Kulturschock, aber mir hat das sehr, sehr gut gefallen und wenn ich gerade in der Zeit, als ich in der U, ich habe sechs Monate in der U21 da gespielt, wo dann keiner wirklich Englisch konnte und habe viel Französisch gelernt, um mich zu integrieren und halt auch Leute kennenzulernen außerhalb des Rakten und das war ein mega, mega, mega tolles Erlebnis für mich. Also du wurdest dich gleich wo wie zu Hause und hast irgendwie nicht so Heimweh gehabt oder irgendwas? Nein, Heimweh nicht und vor allen Dingen, ich wollte unbedingt in dieser Mannschaft spielen und ein schönes Abenteuer erleben in der U21 damals von Bourbon. Wir sind bis ins Finale gekommen, der französischen Meisterschaft war natürlich mega
9:53 toll für mich. Und dann hat man mir einen Vertrag angeboten für die U21. Und da habe ich lange überlegt. Und ich weiß noch, Sascha war im Urlaub in Hannover und ich war in Hannover und ich habe mega lange überlegt, weil dann bist du ja von sechs Monaten zu einem wirklichen Vertrag und wirklich umziehen und wirklich das Land verlassen ist ja ein Riesenstep. Und in Deutschland ist ja sehr oh, und eine Rente. Weiß ich noch, ich war 19, hab noch nicht mal angefangen zu arbeiten. und den Hofe zu dieser Rugby spielen und denk an deine Rente und die Sozialpolitik. Das ist ganz abgefahren. Ich bin dann tatsächlich, ich habe Sascha gesagt, dass ich das nicht mache und habe überlegt und nicht geschlafen und bin dann, ich wusste, wann er abfliegt in Langenhagen und bin dann mit meinem Vertrag zu ihm gefahren zum Flughafen, kurz bevor er abgeflogen ist und habe gesagt, ich mache es doch, sonst werde ich es mein Leben lang bereuen.
10:55 Und dann bin ich, wie gesagt, hatte ich einen Vertrag für die Espoir damals, also die zweite Mannschaft und habe, glaube ich, dann die Saison, ja, logischerweise geht im September los und habe im November mein erstes Spiel für die erste Mannschaft gemacht gegen Kass damals. Wie wurdest du denn so, also als Deutscher in Frankreich, ich kann mich so an ein paar französische Jugendaustauscher erinnern, Wie wurdest du da als Deutscher aufgenommen? Gab es da noch mal ein paar Vorurteile, Vorbehalte? Musstest du dir da irgendwelche Sprüche anhören? Oder hat man die Artmals gar nicht verstanden, weil man kein Französisch kannte? Hattest du das Gefühl, du musstest dich da extra noch mal beweisen, weil du Deutscher bist und dir dir im Rugby nicht zutrauen?
11:40 Oder war das alles vollkommen egal? in der U21 es war eigentlich egal ich glaube den Unterschied macht ob du da hinkommst und sagst du sprichst Englisch und wer dich nicht versteht ist dir egal aber sobald die Franzosen merken dass du dir Mühe gibst die Sprache zu lernen und dich zu integrieren, helfen sie dir zu 100%. Damals war es, wenn ich zurückblicke, für mich sicherlich kompliziert, aber heute habe ich eigentlich nur ganz tolle Erinnerungen an die Zeit. Die Jungs haben mich da mitgenommen am Wochenende in ihre Familien. Die kamen ja auch nicht alle aus Bogor, sondern aus der ganzen Region. Und dann war ich mal hier, mal da und ich wurde eigentlich super toll aufgenommen überall. Aber weil du halt den ersten Schritt machst, indem du Französisch lernst.
12:43 Ich habe die ganze Zeit eine CD gemacht mit französischer Volksmusik, weil das logischerweise dann langsam gesungen wird. Und wenn du 25 Mal das gleiche Lied hörst jeden Morgen, dann fängst du an zu verstehen. Jedes Mal, wenn ich ein Wort nicht wusste, habe ich mir aufgeschrieben, abends angeguckt. Also grammatikalisch bin ich heute noch reine Chorife und damals war ich eine Katastrophe. Aber ich habe halt versucht, viele Wörter zu lernen, um kommunizieren zu können. Und wenn du Und wenn du den ersten Schritt machst und dir Mühe gibst, sind alle hilfreich und haben halt dann auch den Anspruch, dich besser zu integrieren. Also du hattest ja gesagt, dass du quasi irgendwie lange überlegt hattest, aber ursprünglich hattest du als Jugendliche dieses Ziel, sich zu beweisen.
13:27 Dann hast du irgendwann gemerkt, wow, ich bin halt da und ich gehöre halt dahin und ich gehöre quasi auch in die Topmannschaft. Wie war es für dich dann? Was waren quasi die nächsten Ziele? Also da hast du gemerkt, irgendwie ich gehöre hin und ich will das quasi anführen, weil später war es auch mit vielen Mannschaften als Kapitän. Also war das quasi dein inneres Ziel? Dann hast du das quasi Next Level erreicht? Oder wie ging es bei dir dann weiter? Jetzt ist es mega interessant dafür. Es ist ja hunderte von Jahren, die ich gar nicht mehr an die Zeit gedacht habe. Jetzt, wo wir sprechen, kommen mir so die Erinnerung wieder. Das ist ja völlig vermessen zu sagen, dass ich mir gesagt habe, ich spiele in Bourgogne-Jarieu mit Lionel Allee und den ganzen Olivier Mignou, der hatte 80 Spiele für Frankreich, völlig vermessen zu sagen, dass ich mir nach sechs Monaten gesagt hätte, ich gehöre dahin.
14:22 Ich wollte die Chance nutzen, ja, aber ich weiß noch ganz genau, ich habe dann mit der ersten Mannschaft trainiert, aber ich habe nie gedacht, dass ich spiele. und also jetzt zeitnah. Das wäre völlig vermessen gewesen, davon zu träumen. Ich weiß, Donnerstag nach dem Training hat der Manager so einen Halbsatz gesagt, pass auf, dieses Wochenende, vielleicht passiert was. Wo war gegen Kerst und ich dabei? Am nächsten Tag, als die Mannschaft nominiert wurde, war ich auch verbannt gegen Kerst. Thomas Castagnet, Jeremy Davidson, alle die Leute, die damals da gespielt haben, Gregor Townsend, wow. Und da habe ich gemerkt, jetzt spielt sie tatsächlich Top 16 in der Zeit. Aber das wäre völlig vermessen zu gewesen, zu sagen, dass ich da hingegangen bin und gesagt habe, das Ziel ist, in der Mannschaft zu spielen.
15:31 Ich muss dir vorstellen, du kommst ja aus Hannover. weil du damals hast gehofft, wie viele Leute kommen zum Training, ob wir gut trainieren können, ob wir gut arbeiten können. Und dann spielst du im Top 16. Das wäre vermessen. Du hattest aber gesagt, du wolltest nicht irgendwie messen in Frankreich. Du hast diesen Austausch gehabt und immer auf die Presse bekommen und sowas. Aber dann war es dir doch dann relativ, also ich meine nicht, dass du gedacht hast, boah, hier, ich bin der Chef der gesamten Sache. aber du hast doch gemerkt wo ich als robert bin hat vielleicht nicht so weit weg von diesen leuten die ich also ich weiß nicht anhimmeln das wahrscheinlich falsch aber du merkst war krass irgendwie diese krasse leuten neben mir oder gegenüber von mir so weit ich doch nicht also das doch wahrscheinlich relativ schnell gemerkt nicht dass du hast war ich bin der boss oder so aber du gehörst dahin du bist also du wolltest dich irgendwie messen das gemerkt so weit ich doch nicht und ich bin halt relativ jung, also stehen hat Arne Turin halt offen, bestimmt in dem Abend, oder?
16:34 Ja, also ich habe natürlich gesehen, ich war gleich in der Start-15 für die U21, auch alle Spiele gespielt, im Prinzip hatte wenig Konkurrenz und danach in der Sport auch, also in der zweiten Mannschaft habe ich immer gespielt und auch gut gespielt. Also habe ich gewusst, ich habe das Niveau von den vielleicht anders, rugby-technisch ein bisschen weniger, aber dafür war ich physisch weiter als die anderen. Aber ich habe jetzt nicht, ehrlich gesagt, nach sechs Monaten zweiter Mannschaft habe ich nicht gedacht, dass ich in der Top-16 spiele. Das wäre vermessen. Aber ich habe natürlich schon gesehen, dass ich das Niveau habe, zu konkurrieren mit den Leuten aus meinem Alter. Waren die Leute damals auch schon so Rugby-verrückt in Frankreich oder sind sie?
17:36 Also wenn man die Szenen so mitbekommt. Ist Rugby da wirklich die zweite Sportart nach Fußball? Ich weiß gar nicht, ob es noch so ein... Also hier ist es natürlich jetzt unglaublich, aber damals war es auch schon so, aber natürlich liegt ja entfernt von dem, was heute ist. Wenn du überlegst, du bist professionell geworden 1995, ich bin hingegen 1999. 2000 habe ich angefangen zu spielen in der ersten Liga. Das war natürlich sensationell. Bourgogne-Jahieu, du hast halt damals dieses Rugby-Cloché, du hast halt deine Kirche verteidigt in deinem Dorf. Ich glaube, wir haben drei Jahre lang kein Spiel zu Hause verloren und keins auswärts geworden. Das haben wir auch gehört, Donal. und ich, dass Heimspiele extrem wichtig sind, die zu gewinnen.
18:27 Auswärts so ein bisschen, naja. Auswärts, naja. Vor allen Dingen ist es extrem wichtig, für die andere Mannschaft auch zu Hause zu gewinnen. War das schon abgefahren, die Zeit. Es war ganz toll. Du hast halt dieses zwischen familiär und du warst halt über die Woche ging es dir allein durch Borgoman, also jeder kennt dich, jeder sagt hallo, aber du bist ein ganz normaler Mensch und am Wochenende wirst du halt zum Leistungssportler im Prinzip, das war schon eine tolle Zeit, weil du noch beides hattest. Und du bist immer so ein normaler Mensch und am Wochenende ein Superheld. Genau, ja. Deine Zeit war dann da, du hast die sechs Monate gespielt, Du hattest erst die sechs Monate angepeilt, das geschafft und dann hast du diesen Zwei-Jahres-Vertrag bekommen.
19:25 Und dann, wenn ich das auf Wikipedia oder LinkedIn richtig verstehe, dann kam der Wechsel nach Stadt an die Westküste. Das sind ja schon mal 400, 500 Kilometer allein Distanz dazwischen. Wahrscheinlich vielleicht auch ein bisschen andere Kultur. Und Stadt war ja damals noch nicht der Riese, der es vielleicht heute ist, oder? Also die haben damals in der zweiten Liga gespielt, oder? Wir hatten damals in Bourbon der Trainer gewechselt und das Programm sich völlig verändert. Jeff Trudeau kam danach als Trainer und dann kam ein Projekt, Robert, du bist nicht besonders schnell, du bist nicht besonders groß. Für zweite Reihe weiß ich nicht, ob es reicht. Für dritte Reihe bist du zu langsam. haben. Das Projekt war immer, dass ich zweite Reihe spiele und dann irgendwann auf acht wechsle mit dem Trainer davor. Und die neuen Trainer wollten es umgekehrt machen. Die wollten, dass ich erste Reihe spiele. Und für mich war das wahrscheinlich keine schlechte Idee.
20:25 Ich habe tatsächlich in meiner letzten Saison in Boguane alle Positionen in der ersten Liga gespielt, außer Haka. Ich habe ein Spiel erste Reihe links gemacht, ein Spiel erste Reihe rechts, zweite Reihe acht und dritte Reihe außen. Wie groß bist du? 1,92. Ah, 1,92, okay. Also kein Riese auf meiner Position. Und für mich war das super schwer, weil ich hätte dann wieder einen Step zurück machen müssen über die zweite Mannschaft, was vielleicht keine schlechte Idee gewesen ist, aber in dem Moment für mich kompliziert. Ich hatte zusammengespielt mit einem Italiener, Ezio Gallon, in Bourbon und der ist nach La Rochelle gewechselt das Jahr davor und dadurch kam der Kontakt hierher. Und La Rochelle ist damals abgestiegen aus dem Top 16 in die zweite Liga, natürlich mit dem Projekt gleich wieder aufzusteigen, aber wir haben ein bisschen länger gebraucht, um wieder aufzusteigen.
21:30 Und da warst du insgesamt zehn Jahre, oder? Acht Jahre? Also als Spieler. Als Spieler zehn Jahre. Dann scheint es dir gut gefallen zu haben, oder? Am Anfang war es super schwer, weil du wirst halt immer gemessen mit den Generationen davor. Und die Generation davor hat halt drei, vier Jahre in der ersten Liga gespielt, konkurriert mit den Besten, Jean-Baptiste Elisal, diese ganzen Namen sind halt, und du musst halt bei ganz vielen Klubs in jedem Sport, wenn es eine Erfolgskurve nach oben gab und danach geht es nach unten und so die Generationen tauschen sich aus, Du wirst halt immer gemessen mit dem, was an dem, was vorher passiert ist. Und das war ziemlich kompliziert für uns, als eine ganz neue Gruppe, mit den Erwartungen. Wir hatten halt nicht das Niveau, die Erwartungen zu erfüllen.
22:23 Und dann kam zwei Jahre, war es kompliziert. Das dritte Jahr war es auch kompliziert, aber mit einem neuen Trainer, der eine Vision hatte, der einen Weg vorgegeben hat, Serge Mias. Und danach ging es halt im Prinzip bergauf, Jahr für Jahr. und es war halt damals schon so, dass du quasi jedes Jahr, bei jedem Saisonstart war es wie, als wenn du in einen neuen Club gekommen bist. Es gab immer was Neues, es gab immer, es gab ein Ziel, es gab eine Vision, es gab einen Weg und dann denkst du dir das erste Jahr, wow, jetzt haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht. Du kommst wieder und es wird was gebaut, es wird eine neue Tribüne gebaut, es ist ein Plan für ein Trainingszentrum, was weiß ich.
23:05 und dann denkst du, jetzt habe ich die drei, vier Jahre Dreck gefressen im Prinzip und jetzt willst du natürlich auch profitieren von dem, was du vorher erarbeitet hast. Von daher war es eigentlich nie wirklich ein Thema, den Verein zu wechseln. Wir haben halt, um uns herum ist wenig Leistungssport. Du hast Nyon in der zweiten Liga Fußball, aber die sind keine wirklichen Base. Nantes 200 Kilometer weg, Bordeaux ist 200 Kilometer weg. Von daher, alle, die Leistungssport sehen wollen, müssen halt nach La Rochelle. Und wir hatten, ich weiß nicht, 2006 kamen diese Projekte in Rassing und in Toulon auf. Und diese ganzen großen Namen haben damals in der zweiten Liga gespielt. Und auf einmal ist das Stadion bei uns ausverkauft.
24:01 Und es ist eine Schlange, um Tickets zu kaufen. und wir haben uns qualifiziert für die Playoffs. Wir haben das erste Final, das ich 2007 gespielt habe, in Bordeaux, in Chabande-Mas. Das Stadion proppenvoll, Karawanen von Leuten, die aus La Rochelle nach Bordeaux fahren. Das war sensationell. Und dann hast du natürlich große Lust, in dem Club weiter zu bleiben. Du warst ja relativ investiert auch und die Kultur und die Art und Weise in Frankreich dann mehr und mehr war es wahrscheinlich für dich so quasi dein neues Zuhause, oder? Also du hast dich einfach nicht gedacht, oh geil, ich gehe irgendwann zurück nach Deutschland, sondern das ist meine neue Heimat. Es war eigentlich immer das Projekt zu spielen. Ich habe parallel an der Ferne Uni Hagen Wirtschaftswissenschaften studiert und das Ziel war eigentlich immer doch nach der Rugby-Karriere wieder zurück nach Deutschland zu gehen.
24:59 Haben sich in Deutschland dann auch Leute immer noch Gedanken um deine Rente gemacht? der arme Robert, ja, du wolltest sechs Monate gehen, dann sind es zwei Jahre, jetzt hängst du in La Rochelle schon drei, vier Jahre rum, Junge, wann kommst du wieder? Ich meine, es gab ja auch gar kein WhatsApp und kein Instagram und die Verbindung nach Hause, das können sich die wenigsten ja heute vorstellen, sage ich mal. Du warst ja dann wirklich, der Robert ist wirklich an der Westatlantikküste und ja, spielt der Rugby, ne? Ja, das habe ich dann ein bisschen weniger gehört, aber das war tatsächlich so, muss ich mir mal vorstellen. Ich weiß noch ganz genau, ich war super happy, ich habe ein Angebot aus Bourbon, um da zu spielen, ja und deine Rente, wow, mache ich mir jetzt doch keine Sorgen drum, nee, das hat dann aufgehört, aber wie gesagt, ich habe halt auch immer daran gearbeitet, ich fand das auch ganz toll, an der Fernuni, ich weiß nur ganz genau, du arbeitest halt zu Hause und du hast ein Examen in der Deutschen Botschaft in Bordeaux und du kriegst die Resultate und die sind positiv und dann nimmst du dir, wow, das ist ja erfolgreich im Rugby und du kriegst noch was anderes hin, das war super für das Selbstbewusstsein und ich war ich bin in meiner zweiten Saison in La Rochelle Kapitän geworden und geblieben bis ich aufgehört habe also neun Jahre lang und da ist natürlich dann auch eine Verantwortung über das
26:25 rein Spielerische hinaus und wenn du dann noch ein bisschen Selbstvertrauen sammelst außerhalb des Rugby-Platzes ist es mit Sicherheit nicht schädlich, um... Für die mentale, psychologische Entwicklung. Genau. Hattest du gemerkt, dass irgendwie durch, also ist ja, wie George gesagt hat, so in anderer Zeit, aber hattest du gemerkt, dass dein, wie du das gemacht hast, hast vielleicht irgendwie Augen geöffnet von Leuten in Deutschland oder Türen geöffnet, dass Leuten aus Deutschland mehr Aufmerksamkeit hatte für französische Rugby oder auch Hoffnung gemacht hatten, da zu spielen? Ja, ich glaube schon. Es sind ja danach, ist ja auch noch eine Generation gekommen, wenn ich an Chris Hesembeck, Julius Nostert denke.
27:09 Und dann noch viel später an Erik und Max, Tim Menzel davor. Ich glaube schon, dass das genauso wie wer hat mich motiviert, nach Frankreich zu gehen? Das war Klaus Hilmer, der damals nach Frankreich gegangen ist und erfolgreich gespielt hat in Bois Rang. Und Sascha, der danach gekommen ist und auch in Wuhan gespielt hat. Von daher waren das, das waren ja die Idole damals. Und den wollte ich natürlich naheifern. Aber ich meine auch so, dass es hat, also vielleicht, also was für mich einfach interessant war, als Nicht-Deutscher, aber in Deutschland zu sehen, dass Frankreich so nahe liegt. Und es hat ja, wie du auch gesagt hast, 1995 professionalisiert, irgendwie 2000 bis du da in der ersten Mannschaft.
27:54 Das hat vielleicht Leuten gemerkt haben, es ist in Deutschland, vielleicht, wenn ich nach Frankreich gehe, ist es ja möglich, eine Karriere zu machen. Und es müssen nicht nur so Amateur- oder semi-professionell irgendwie in Deutschland bleiben. Also, dass die Touren öffnet, dass du gesagt hast, guck mal, ich schaffe das auf dem Level in einem gut etablierten Club. Ist es halt möglich, für viele andere Leute da wirklich wie einen Beruf draus zu machen und dadurch an die Rente zu denken, natürlich. Ich bin, ich glaube, es ist ja immer vielleicht es ist ja immer die große Diskussion, was macht man? Macht man Breitensport? Macht man Leistungssport in Deutschland, um den Sport zu entwickeln? Die Wahrheit liegt sicherlich irgendwo in der Mitte, aber ich bin fest davon überzeugt, dass du eine Lokomotive brauchst.
28:42 Junge Leute, die zum Rugby gehen, entweder die Eltern bringen sie mit und sagen, du lernst tolle Werte und so weiter und so fort, aber wenn der Junge oder das Mädchen zum Rugby geht, brauchst du eine Lokomotive irgendwo. ein Ziel, wohin du arbeiten willst, eine tolle Nationalmannschaft zu kommen, zu den Olympischen Spielen zu fahren oder halt den Sprung als Profi zu schaffen irgendwo. Ist dir egal, ob du es dann schaffst oder nicht, das spielt keine Rolle, aber von irgendwas musst du ja träumen, wenn du einen Sport machst. Und wenn das, wenn mein Weg dazu beigetragen hat, dann ist das natürlich schön. Die Zeit in La Rochelle, also ich meine, Das waren ja 10 Jahre, die du da warst als Spieler und auch Kapitän.
29:31 Gibt es da ein absolutes Highlight oder zwei, drei Highlights, die du highlighten kannst? Oder sagst du, es ist die ganze Zeit und es ist die Phase des Rebuilding und dann kam man zurück? Ja, das Highlight war natürlich unser Aufstieg für mich 2010. Wir haben gegen Lyon einen Brief gewonnen. wir haben acht Jahre daran gearbeitet aufzusteigen und wir waren sehr sehr lange zusammen also es gab natürlich immer Ab- und Zugänge aber vielleicht drei, vier pro Saison der harte Kern ist immer zusammen und davon sind jetzt auch noch ganz viele im Club heute oder wieder gekommen und das ist natürlich umso schöner wir haben halt eine Verbundenheit die wirklich stark ist und die sicherlich auch ein Baustein von dem Erfolg ist, den wir heute haben.
30:26 Und danach sind wir zurückgefahren aus dem Brief und ich glaube, wir haben an einer Tankstelle irgendeine Amateurmannschaft getroffen, haben mit denen gefeiert, wir haben uns Zeit gelassen, wir haben Bier getrunken und wir sind, glaube ich, um zwei, halb drei in La Rochelle angekommen und es war kein Mensch auf der Straße gut. Wir haben gesagt, wie gut ist das? Mitternacht, zwei, halb drei sind wir hier angekommen. Und wir sind am Hafen angekommen und hier waren 25.000 Leute am Hafen, Feuerwerk und alles Mögliche. Das war natürlich ein unglaublicher Moment. Heute sind es sicherlich mehr Leute, aber heute ist halt alles organisiert, ob überhaupt Flut ist, ob jemand ins Hafen weggefällt oder nicht.
31:16 Ein Bus mit Geländer, wo man oben sitzen kann. Wir haben den Notausgangslupe aufgemacht und haben uns auf den Bus gestellt. Und da waren 25.000 Leute. Das war natürlich sensationell für uns. Und auch komplett unerwartet. Und dann... Brian Jones, Gründer der Rolling Stones, liegt tot in seinem Swimmingpool. Offiziell ist es ein Unglücksfall, doch dann tauchen Zweifel auf. Neue Aussagen, ein Mordverdacht und Jahrzehnte später sogar ein angebliches Geständnis. Plötzlich scheint klar zu sein, was in dieser Nacht passiert ist. Nur gibt es da ein Problem. Je genauer die Geschichte wird, desto weniger lässt sich davon wirklich beweisen. Brian Jones, die Wahrheit versinkt im Pool jetzt bei Tatort Musik überall, wo es Podcasts gibt.
32:07 Zwei Jahre später ging deine Zeit bei Stud vorbei. Du hast noch ein Jahr woanders gespielt, oder? Ja, wie gesagt, mein Ziel war eigentlich, wieder zurück nach Deutschland zu kommen, aber ich war 34. 34, ich hatte zwei Kinder und dann war es schon schwer, wieder in Deutschland Fuß fassen zu können. Und hier in La Rochelle habe ich gesagt, also hier hat sich keiner im Prinzip darum gekümmert, was ich danach mache, weil ich immer gesagt habe, ich gehe nach Deutschland zurück. Und ich habe einmal erwähnt, dass ich vielleicht mir vorstellen könnte, doch hier zu bleiben und hatte am gleichen Tag zwei Jobangebote und dann habe ich gesagt, ja, dann bleibe ich hier und von 100 auf 0 zurück zu gehen, war halt kompliziert.
33:00 Ich habe dann im Controlling gearbeitet bei unserem Präsidenten und fand eine super Gelegenheit für mich, einen Job, der kreiert wurde, genau das, was ich machen wollte und habe dann noch in der dritten Liga gespielt. Alt Amateur. Das war auch super. Das war in der Nähe dann? Ja, im Jahr 80 Kilometer weg. Das war dritte Liga. Und danach kamen die Gespräche, nach Deutschland zu gehen mit Dr. Wild. Ich habe dann auch noch weitergespielt in der Nationalmannschaft, ein bisschen bei 78, bin hin und her gefahren und das war eine interessante Periode. Okay, das war dann wirklich der Ausklang, sag ich mal so, ja, es steht noch zwei, drei Spiele für 78 gemacht, hast du dann, oder? Ja, ich habe noch ein paar Spiele für 78 gemacht und noch weiter in der Nationalmannschaft gespielt, obwohl ich eigentlich aufgehört hatte, nachdem ich halt kein Profi-Raktor mehr gespielt habe, habe ich mir gedacht, das wird kompliziert mit dem Niveau, aber die Gruppe, die wir damals in der Tornamatschaft hatten, hat mir super viel Spaß gemacht.
34:13 Und da, ich habe auch nicht unbedingt immer von Anfang an gespielt, aber als ich da war, wollte ich halt, dass die Leute ein bisschen von meiner Erfahrung profitieren. Corbus war schon Coach, mit Bazi, glaube ich, zu der Zeit noch und dann Corbus alleine und das hat mir super viel Spaß gemacht, da noch Teil von zu sein. Und du hattest schon da, wenn du es erwähnt hast, mit dem Controlling-Job und so ein bisschen, du hattest schon irgendwann Gedanken gemacht, was ist für mich das Leben nach dem aktiven Rugby dazu zu sagen. und du hast schon ein bisschen mit Dr. Wild hat auch schon angeschnitten, kam das einfach so ein bisschen zur Zufahr, das Gesamte, oder war das halt irgendwie so, immer so im Hintergrund hast du so irgendwie gedacht, das wäre interessant, irgendwie vielleicht im Rugby zu bleiben, aber quasi irgendwie so eine Management-Rolle zu machen oder war halt irgendwie Gedanken bei dir irgendwie kein Trainer zu werden oder hast du am Ende deinen aktiven Karrieren sozusagen?
35:17 Ich habe ja dieses Studium gemacht, was mich sehr, sehr viel Energie kostet und ich war ziemlich stolz, dass ich das geschafft habe, ehrlich gesagt. Und danach war eigentlich der Plan, ich wollte im Controlling arbeiten und raus aus dem Rack. Parallel hat La Roche mich gebeten, im Prinzip weiter im Club eine Rolle zu übernehmen. und ich war dann verantwortlich für die Kontakte zu den Klubs um La Rochelle Rom und für das Recruitment von den Jugendmannschaften. Um beides zu kombinieren, war mega schwer, mega kompliziert. Und La Rochelle zu der Zeit hat den Trainer gewechselt, Patrice Colasso. Ich war zehn Jahre da, neun Jahre Kapitän. Von daher kompliziert zu der Zeit, mich wirklich in einer anderen Rolle zu integrieren.
36:18 Das ist ja auch viel Politik immer in so einem Club. Sodass La Rochelle mir keine komplette Rolle anbieten konnte. Aber mir das sehr, sehr viel Spaß gemacht hat. Und dann kam der Kontakt zu Dr. Wild und dann halt die Überlegung, das wäre eigentlich eine unglaubliche Gelegenheit, im Rugby zu bleiben. Und da habe ich darüber nachgedacht, ja. Und das war dann so 2015? Ja, genau. Wir haben diskutiert, ich glaube, das wird im Herbst 2014 gewesen sein und 2015 im Januar bin ich dann mit der Familie nach Heidelberg gezogen. Ah, okay, komplette Familie nach Heidelberg rüber. Und dann hatte Dr. Wild wahrscheinlich, also ich war selber zu der Zeit gar nicht in Deutschland, ich glaube, Don und wir beide waren gar nicht hier, ich habe es auch gar nicht so mit, naja, man hat es schon mitbekommen natürlich, aber der hatte halt eine Vision und der fand Rugby geil und hat dann gesagt, ich möchte jetzt hier was Großes aufziehen und etwas professionalisieren oder Ja, also der Kontakt kam über Kobus, der damals ja Nationaltrainer war und ich habe mich ganz, ganz toll mit dem verstanden von Anfang an.
37:43 Und Dr. Wild hat mich kontaktiert und mir gesagt, wir haben gegen Russland gespielt, in Hamburg, glaube ich. Und dann kurz bevor wir zum Warmlaufen gegangen sind, hat er mich aus der Kabine geholt und wir haben darüber gesprochen. Und ich fand das Projekt mega cool. Und ich fand die Leute mega. Wenn irgendwas funktionieren soll, musst du gute Leute um dich haben und eine gute Gruppe von, nicht unbedingt hyperkompetent, aber gute Werte und man muss sich gut verstehen. Das ist das Allerwichtigste. Und ich habe mich super gut mit Kobus verstanden und super gut mit allen, die damals involviert waren in dem Projekt. Und ich fand Heidelberg auch eine tolle Option und bin dann ins kalte Wasser gesprungen, weil mit einer vierköpfigen Familie so ein Projekt zu starten und wieder das Land zu wechseln und einen sicheren Job aufzugeben und alles war schon ein Risiko, denke ich.
39:02 Aber im Prinzip war es nur eine Frage des Wie und nicht des Ob. Also du warst so mit Herz und Seele dabei und hast einfach gedacht, das ist so, weil du ja vorhin gesagt hast, ganz am Anfang fehlte so vielleicht ein Karrier oder beziehungsweise, wo soll es hingehen? Und das hast du einfach in dem Gespräch gemerkt, da soll es hingehen und ich bin halt von Anfang an dabei. Und für die, die es nicht wissen, vielleicht können wir darauf noch mal kurz eingehen, also das Ziel der Wildakademie war halt schon, die deutsche Nationalmannschaft voranzubringen oder das deutsche Rugby insgesamt voranzubringen und dann auch den HRK? Oder was waren da so die Ziele am Anfang? Die Ziele waren ganz klar, das deutsche Rugby voranzubringen und alles andere waren Mittel dazu.
39:57 Ich habe ja vorhin schon gesagt, meine Überzeugung ist, du brauchst eine Lokomotive. Du brauchst was, wovon die Kinder träumen. Das Erste, was alle immer sagen, ich müsste an die Schulen gehen. Ja, okay, wenn wir an die Schulen gehen, müssen wir aber auch die Kinder aufnehmen können in den Clubs. Und die Kinder, die du da hast, müssen von was träumen. Und ich war immer davon felsenfest überzeugt, dass du eine Lokomotive brauchst. Für eine erfolgreiche Nationalmannschaft brauchst du natürlich als erstes erstmal ein Staff. Also wir haben, abgesehen von dem, ich gehe nicht ins Detail mit den Verträgen, mit dem DRV und so weiter und so fort, aber für mich war das Wichtigste erstmal eine kompetente Gruppe um die Mannschaft rum zu haben und danach eine erfolgreiche Nationalmannschaft aufzubauen.
40:46 Das hat zu der Zeit nur geklappt mit auch Spielern, die ausländischen Spielern, die für Deutschland spielberechtigt sind. an denen dann die deutschen, in Deutschland ausgebildeten Spieler wachsen, das war die Strategie und wir hatten relativ schnell sehr guten Staff, wir hatten relativ schnell eine sehr gute Mannschaft, nachdem wir, und wir haben ja, das ging ja, das war ja, die Erfolge waren ja, das war ja phänomenal, wenn man zurückdenkt, was heute, wir haben, ich glaube, wir sind als erste Mannschaft in der höchsten Spielgruppe geblieben, nicht wieder abgestiegen, wir sind aufgestiegen und haben das Projekt im Prinzip angefangen und sind halt nicht, erstmal nicht wieder abgestiegen, was schon ein phänomenes Ergebnis war.
41:39 Und im nächsten Jahr, in der nächsten Phase, dann hast du um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft gespielt, an Herdorf in Deutschland. Danach haben wir uns so an einem irischen Modell orientiert, was den Leistungssport angeht. Wir haben gesagt, die Deutschen, die im Ausland spielen, ersetzen wir in Deutschland mit Ausländern, mit sehr guten Ausländern. Die Gruppe, die in Deutschland spielt, muss so viel wie möglich zusammenarbeiten. Deswegen die Mannschaft, die im Eurocup unter dem HRK-Label gespielt hat. Ich muss dir mal vorstellen, wir haben uns mit der Klubmannschaft für einen Challenge Cup qualifiziert. Der nächste Schritt war dann, nach der erfolgreichen Mannschaft ein Produkt zu schaffen.
42:30 Weil logischerweise, wenn du performst, muss natürlich auch von Leuten gesehen werden und von Leuten registriert werden. Und deswegen die Organisation der Spiele im Fußballstadien, das Finden von Median-Partnern. Und wir hatten dann im Prinzip nach diesen ersten Erfolgen, Wir haben gegen Uruguay gespielt in den November-Test, die wir organisiert haben, in Frankfurt. Unglaubliches Abenteuer. Unglaubliches Abenteuer. Keine, wir hatten mit Bianca Häusler damals viel organisiert und ich hatte keine Rugby-Goals. Die Rugby-Goals sollten eingebaut werden und die Leute, die einbauen sollten im Stadion, da haben gesagt, das geht nicht, weil der Boden versiegelt ist, da war eine Mülldeponie drunter. Also habe ich den Montag vor dem Spiel Samstagkarte Rugby-Goals gehabt, aber einen Haufen Tickets verkauft.
43:24 Dann war die Auslaufzone nicht groß genug, musste Rollrasen verlegt werden, wir mussten die Bandenwerbung neu machen, dass es Kissen sind, die im Prinzip die Tribüne schützen. Und wow, das war ein unglaubliches Abenteuer. Und es war so schön. Wir haben dann die Rugby-Goals auf die Fußballtore gebaut. den Tag vor dem Training, das Netz hinter das Grau ist und die Stangen sind aus Aluminium, also hat man die Stangen nicht gesehen. Dann haben wir Samstagmorgen vor dem Spiel wieder abgebaut, weiß angemalt, dabei ist alle abgebrochen. Wieder angebaut. Ich habe das ganze Spiel nur gehofft, dass keiner den Ruhstange schiebt. Und natürlich, auf jedem Niveau gibt es natürlich einen Stürmer, der beim Warmlaufen, zum Warmlaufen aus der Kabine kommt und erst mal gegen die Polster von der Goldsteiger rennt.
44:16 Ich habe zu mir gesagt, wenn jetzt alle abbricht, dann sind wir auf unseren Job los. Aber es hat alles geklappt. Wir haben gewonnen. Es war ein mega Event. Super cool. Wie gesagt, die ersten Spiele, die wir organisiert haben im Fußballstadion. Und es war ein toller Erfolg. Und mit dem tollen Erfolg kamen halt auch andere Partner. mit Erfolg und Capri-Sonne und Dr. Wild kam DHL, kam Adidas und parallel haben wir eine U20-Nationalmannschaft aufgebaut und finanziert und mit unseren Trainern ausgestattet und ich glaube 30.000, 30.000, kumuliert 30.000 Kinder oder so 25.000 oder 30.000 Kinder pro Jahr trainiert. Alle Coaches, die wir eingestellt haben, waren halt auch dazu verpflichtet, Vereine und Schulen zu unterstützen. Wir haben Trainer überall nach Deutschland geschickt.
45:27 Es war wirklich ein mega, mega, mega cooles Projekt und es hat mega viel Spaß gemacht. Umso mehr schade, dass es dann ja irgendwann vorbei war, oder? Ja, das war der Anfang meiner Karriere, nach der Spielerkarriere im Prinzip. Und ich war halt auch ziemlich naiv. Kommunikation war jetzt nicht unbedingt das, was für mich am wichtigsten war. Was aber natürlich mega wichtig ist, zu sagen, was willst du überhaupt machen? und da waren andere sicherlich uns einen Schritt voraus. Hätte sicherlich gerade in der Hinsicht vieles anders gemacht, was die Kommunikation angeht, über die, was wir eigentlich machen und erreichen wollten. Aber am Ende kannst du es auch so anders sehen. Du kannst auch sagen, im Sport ist das Schöne, man kann immer einen Strich drunter machen und die Resultate angucken.
46:34 Wir haben ein Fußballstadion gegen Uruguay und Rumänien gewonnen. Und es wurde dann... Die jetzt beide bei der WM sind. Und jetzt wurde ein anderer Weg gewählt. Und man kann die Vergleichen, man kann die Resultate aus allen Nationalmannschaften zu der Zeit und zu jetzt vergleichen und sich dann seine eigene Meinung wählen. Für mich ist es Für mich ist es, abgesehen jetzt von dem Hin und Her, wenn ich ganz, ganz ehrlich bin, war es ein ganz, ganz tolles Projekt mit super Leuten, die zum Glück auch Alve Kobus ist bei Start Francais jetzt. Ich bin La Rochelle. Von daher sind wir vielleicht doch nicht so schlecht, alle beide, aber was es war, ich habe viel Regrets aus der Zeit, weil es ein ganz, ganz tolles Projekt war und ich hätte das gegen vieles eingetauscht, was ich danach gemacht habe, das noch weiterzumachen. Das war für dich wahrscheinlich erst, wenn du das Regret sagst, wahrscheinlich so dieses Learning mit dem Wissen, den du jetzt hast, wenn du diesem Projekt jetzt anfangen würdest, würdest du vielleicht nicht so naiv oder blauaugig da reingehen.
47:54 Vielleicht ist das dann der Übergang zu, wo du, also quasi bei Stadt Voxet und La Rochelle, wo du jetzt dich weiterentwickelt hattest in deiner Karriere, also ich meine von dem Punkt, du warst jetzt in Heidelberg mit der Familie, bist du dann doch irgendwie zurückgelockt nach Frankreich, also auch durch die Dr. Wild Connection dann sozusagen. Ja, wir haben ja ein ganz, ganz großes Infrastrukturprojekt auch gehabt in Heidelberg, denn wir haben ja angefangen mit dem Kunstrasenplatz, das sollte weitergehen mit einem Trainingszentrum und eventuell sogar einem Rugby-Stadion, also das waren ja die Ziele und damit sind wir ein High-Performance-Invest gekommen von World Rugby und im Prinzip stand alles auf Grün.
48:37 Im Zuge dieses Infrastrukturprojekts hat Dr. Wild halt öfter mal, wir sind viel rumgereist, haben viele andere Clubs besucht, Steel with Pride und haben uns da Ideen gesucht und Dr. Wild hat da ein paar Mal erwähnt, es wohl, ob es unser Projekt pushen würde, wenn wir im Ausland schon einen Club besitzen würden, er besitzen würde. Und es gab damals die Diskussion um die Fusion zwischen Racing Metro und Stade Francais. Ich hatte mit Pascal Papé zusammengespielt in Bourgogne, also wir kerten uns gut. Und er war bei Stade Francais und ein kompletter Gegner gegen dieses Projekt. Und wir haben uns getroffen in Paris und über Stade Francais geredet. Und ich habe dann mit Dr. Wild gesprochen, dass es halt da die Möglichkeit gibt, eine große Marke zu kaufen, die sicherlich ganz, ganz viel Aufsehen auch auf unser deutsches Projekt lenken würde.
49:41 Und ja, dann ist so der Kauf von St. Francais im Prinzip zustande gekommen, wo ich dann Sportdirektor war in St. Francais und die Akademie geleitet habe in Heidelberg. Das gleichzeitig so. Ja, kurzzeitig, gleichzeitig und dann eher mehr in Paris. Und parallel ging es dann auch nicht mehr lange weiter, weil dann die Verlängerung der Verträge mit dem DRV nicht zustande gekommen sind. Okay, okay. Wie war dann quasi diese Roller-Fordition, Saat-Francais? Also es hört sich so an, als ob du quasi in deinem Rollen immer mehr gelernt hast, beziehungsweise angeeignet hast. Was war dann bei St. Franze? Weil das ist quasi ein Sporting-Director, einfach komplett andere Herausforderungen. Du hast eben gesagt, wegen in Frankfurt die Goldstangen hat, also Zusammenbau und irgendwie.
50:39 Aber da sind auch andere Fähigkeiten dann gefragt in diesem Club. Also wie du eben gesagt hast, das ist eine existierende Marke. St. Franze ist auch bekannt. Da waren bestimmt irgendwie andere Fähigkeiten benötigt dann in deiner neuen Rolle, oder? Ja, das war schon chaotisch die erste Zeit. Und wir haben ein Projekt geschrieben zusammen, auf das wir hinarbeiten wollten. Aber natürlich, du brauchst, hier in La Roche war es ja genauso, du brauchst halt drei Jahre, bis du die Mannschaft zusammen hast, die du haben willst, bis du den Staff hast, den du haben willst, bis du die Leute so zum Zusammenarbeiten gebracht hast, wie du es gerne haben möchtest. Das war am Anfang relativ chaotisch, was aber auch normal ist.
51:34 Thomas Savard, der den Club verkaufen wollte, hat natürlich ein Rekrutement gemacht für die Saison danach mit dem Minimum an Mitteln, weil er natürlich wusste, dass er den Club verkaufen wollte. und wir sind davon ausgehen, dass es die Mannschaft nicht stark genug gewesen wäre, um die Klasse zu halten, aber wenn du mit La Rochelle arbeiten, wir haben ein Rekrutement für in zwei Jahren, dann kannst du dir vorstellen, wenn du im Juni anfängst, in einem Club, der im Prinzip keine Zukunft hatte, ist wie in der Disco um halb fünf, wenn das Licht ergeht. und wir haben dann aber die Mannschaft noch ziemlich gut verstärkt, aber natürlich nur kurzfristig für die Saison danach. Danach sind natürlich die Ansprüche gestiegen und dementsprechend haben wir weiter an der Mannschaft gearbeitet, aber das erste Jahr war so kompliziert, unser Headcoach Greg Cooper damals ist nach Japan gegangen in der Saison und dann kam Heinicke Meier und wir hatten komplett unterschiedliche Philosophien von Werten in einem Klub und das war dann relativ schnell klar, dass das nicht zusammen funktionieren würde. Aber es lag auch quasi bestimmt daran, wie seine Art und Weise war zu spielen oder was vielleicht irgendwie nicht gepasst hat für die Mannschaft?
53:16 Die Weise zu spielen ist nicht unbedingt mein Problem. Was für mich wichtig war, ist, dass der Club sustainable für die Zukunft aufgebaut wird. Und Heineke war sehr, sehr fokussiert auf das Kurzfristige und das war mit dem Umgang mit den Spielern und mit den Leuten drumherum hatten wir völlig andere Vorstellungen von dem, wie man Leute dazu bringt, ihr Bestes zu geben, sage ich mal. Und da war relativ schnell klar, dass das nicht ich war davon überzeugt, dass es mit ihm nicht funktioniert. was ich dann ja auch bestätigt hatte, ich glaube, als er entlassen wurde, war Stade Francais mit dem höchsten Budget letzter im Top 14 Ich glaube auch natürlich aus meiner Sicht, Paul O'Connell war auf jeden Fall bei Stade Francais und hat es auch nicht lange überlebt und da waren auch so Meinungsunterschiede wahrscheinlich dieser Unterschied weil am Ende, wie du auch gesagt hast, diese Ergebnisse, wie du mit Deutschland verglichen hattest vorhin, die Ergebnisse von Paul O'Connell jetzt und damals sind auf jeden Fall vergleichbar im Sinne von seinen Ergebnissen, was er jetzt macht, ist auf jeden Fall ein besserer Nebber.
54:44 Ein mega schlechter Start mit Paul. Aber ich habe dann in der kurzen Zeit, die wir zusammengearbeitet haben, ganz, ganz viel Respekt vor seiner Leistung. Vom ersten Meeting an hat er sich alles auf Französisch versucht zurechtzulegen. Und es war eine sehr, sehr interessante Zeit. Aber wir hatten einen mega schlechten Start. Ende gut, alles gut, oder? Ja, Paul saß irgendwann in meinem Büro und Heineke hat mir nicht gesagt, dass er Paul O'Connell haben will. Und du hast irgendwann in meinem Büro und hast gesagt, Robert, wo sitze ich? Wo ist mein Computer? Wo ist mein Platz? Ich sage, Paul, ich weiß gar nicht, wie kann das sein, dass du nicht weißt, dass ich komme? Na, frag Heineke. Und irgendwann war ich so sauer.
55:41 Ich habe gesagt, Paul, du hast eine mega Karriere, eine unglaubliche Karriere als Spieler, aber als Trainer fängst du an. Von daher hatten wir einen mega, mega, mega, mega schlechten Start und haben dann aber, zumindest von meiner Seite, ganz, ganz viel Respekt gewonnen. Gleich nach einigen Wochen, als er alles auf Französisch gemacht hat. sehr, sehr professionell gearbeitet hat. Also das war schon eine andere Hausnummer, als die anderen Coaches, die da zu der Zeit rumgelaufen sind. Und dann, oder sorry, dann? Nee, irgendwann, ich glaube, irgendwann müssen wir zu einem Punkt kommen, wo du jetzt bist und was jetzt ist, weil ich glaube, viele Leute, wir hatten es am Anfang angeschnitten, viele Leute interessieren sich für La Rochelle jetzt, das hat ein mega Standing gehabt, da bist du halt jetzt, und jetzt sind wir mehr so im Up-to-Date, wo du jetzt bist, was du jetzt machst und beziehungsweise wie ist es halt in La Rochelle, also du hattest ja auch gesagt, wegen dieses Lokomotive, wo die Leute vielleicht irgendwie drauf springen mussten, das war quasi dein Metapher, das ist irgendwie von der Zeit, wo du als aktiven Spieler warst bei La Rochelle, wo die halt abgestiegen sind, aufgestiegen sind, so ein bisschen irgendwie am Schwanken war zu jetzt einer der, oder wenn nicht der dominanteste Force in Club Rugby.
57:06 Wie ist das überhaupt dazugekommen, beziehungsweise wie ist das für dich jetzt, so wenn du vergleicht, damals und jetzt, das muss einfach so Tage und Nacht ein Unterschied sein, auch von der Professionalisierung wahrscheinlich, oder? Erstmal ist das, ich glaube, das große Geheimnis von dem, oder was heißt das Geheimnis, wir haben immer, wir arbeiten immer an Fünfjahresplänen, das ist immer ein Plan und das ist ein Community-Projekt hier, das heißt, das basiert auf einer realen Wirtschaft. Das heißt, wir können nur das ausgeben, was wir auch einnehmen. Es gibt keinen großen nationalen Partner, es gibt keinen Mäzen. Und das Ziel des Klubs ist nicht einen Cup zu gewinnen oder eine Meisterschaft, sondern das Ziel des Klubs ist, Werte zu vermitteln und allen Mitgliedern, und Mitglieder sind dann halt auch die Leute, die ins Stadion kommen, die sich für La Rochelle interessieren in den Medien, allen diesen Leuten die bestmögliche Erfahrung mit dem Klub zu ermöglichen.
58:06 Das ist das Ziel, das ist die Vision des Klubs, das ist die Mission des Klubs. Jetzt kannst du natürlich nicht viel Werte vermitteln, wenn du in der dritten Liga spielst und 200 Leute gucken zu. Von daher ist es uns schon wichtig, auch Erfolg zu haben. Und ich glaube, das Wichtigste, was wir als ich gekommen bin, war Jono Gibbs hier, Sportdirektor. Und ich habe im Prinzip unter ihm gearbeitet für das Recruitment, für die Organisation des Staffs, für die Entwicklung der Ausbildung und für den Link zum Administrativen. Was aber super schwer ist und das ist nicht seine Schuld und nicht meine Schuld, aber wenn du Sportdirektor bist in Frankreich, im Rugby, 95% der Zeit analysierst du das Spiel, was letzte Woche war, kümmerst dich ums Spiel, was nächste Woche ist und bereitest deine Trainings vor. Und alles andere ist im Prinzip Ballast.
59:07 Und da habe ich halt dran gearbeitet, an der Planung der Mannschaft, am Recruitment, wen behalten wir, wer geht, wer kommt hoch, einen Prozess geschrieben fürs Recruitment. Aber in dem Moment bist du, wenn du nicht Entscheider bist, aber daran arbeitest und jemand entscheidet, der im Prinzip weniger aus der Materie kennt und im Prinzip auch nicht viel Interesse daran hat, weil sein Interesse und daran wird er gemessen, was sind die Ergebnisse der ersten Mannschaft, ist es superschwer für mich zusammenzuarbeiten. Und als Jono dann weg war, nach dem langen Periode Colasso und Jono hatten wir halt jetzt über die ersten zwei Jahre im Prinzip dann die Möglichkeit, wirklich das System und den Staff aufzubauen, den wir wirklich haben wollten und weiter an der Mannschaft zu arbeiten, die wir haben wollten.
1:00:00 Ronan ist halt ganz, ganz, ganz klar und direkt und hat irgendwann das Ziel, eine Nationalmannschaft zu trainieren und hat halt nur ein Interesse daran, im Prinzip die Mannschaft zu trainieren. Und von daher haben wir gesagt, wir organisieren uns anders als die meisten Clubs. Wir installieren einen Sportdirektor und einen Manager der ersten Mannschaft. Das heißt, ich bin Sportdirektor und arbeite klar im Team. Und wir sprechen jeden Tag mindestens eine Stunde, Ronan, Pierre, der CEO und ich. Aber Ronan ist verantwortlich für die Resultate der Profimannschaft und für das Management des Staffs und ich bin verantwortlich für das sportliche Projekt mittel- und langfristig, das heißt das Recruitment für die erste Mannschaft, das Recruitment im ganzen Club, die Organisation, die Trainer und alles, was wir noch organisieren, um die erste Mannschaft rum und dann bist du halt Entscheider und verantwortlich für das, was du entscheidest. Und das funktioniert halt sehr, sehr gut. Ronan will nicht das machen, was ich mache und ich kann nicht das machen, was Ronan macht.
1:01:17 Von daher arbeiten wir mega gut zusammen. Dann haben sich zwei gut gefunden, auf jeden Fall. Ja. Das heißt, oh, sorry. Frag, frag, frag. Du bist dann auch dafür verantwortlich, solche Leute wie Will's gelten, Kerbalo ranzuholen und andere, ich meine, das sind ja Leute, über die reden wir im Podcast absolute Superstars. Ich meine, wie ist da der Prozess? Spricht man da mit Spielerberatern? Wie lockt man die Leute nach La Rochelle? Also wir haben das sind zwölf Etappen Prozess bis zu einem Recruitment. Aber unsere Philosophie gegensätzlich zu vielen anderen Clubs in Frankreich ist, dass wir sind wenig konkurrenzbasiert. Das heißt, der Manager, der vorher da war, hatte vier, fünf Spieler auf jeder Position, aber wir haben Celeray-Camp, das heißt, unser Payroll ist plafoniert und wir haben gesagt, wir wollen uns nicht 80 Prozent unserer Zeit damit verbringen, zu reden über die Spieler, die nicht spielen, sondern wir wollen zwei Top-Leute haben und dahinter ein oder zwei junge Spieler, die rotieren können, aber nicht logischerweise noch keine Stammspieler sind.
1:02:43 Und das ist unsere grundsätzliche Philosophie. Da mussten natürlich viele Leute, die in den Verträgen ausgelaufen sind, haben wir nicht ersetzt und wirklich nur Top-Leute versucht zu holen, auf jeder Position. Tavera war schon da, also den brauchte ich nur verlängern. Und danach Das ist halt das Netzwerk. Wir haben zwei, drei gesucht. Wir hatten tatsächlich von Wuster, ich habe den Namen vergessen, damals jemand unterschrieben, der zweite Reihe, der einen schweren Unfall hatte mit seinem Nacken. Ich war halt ein Norseeländer. Genau, ja. Ich weiß, wen du meinst. Längere Haare. War auch gar nicht klar, dass der jemals wieder laufen kann. Naja, der ist ganz langsam wieder rangekommen und der hatte bei uns unterschrieben, gleich schon am Anfang der Saison.
1:03:36 Dann kam dieser Unfall und ich war ziemlich der Erste, der von den Problemen bei Saracens gehört habe und habe dann gleich meine Direktion kontaktiert und gesagt, es gibt die Möglichkeit, will es gelten. Und dann haben wir ihn am nächsten Tag ins Flugzeug gesetzt, Privatjet nach La Rochelle auf Ile de Reis zusammen gegessen und danach war eingetütet im Prinzip. Aber es ist, wie gesagt, es ist ein zwölf Etappenprozess und wir arbeiten mittlerweile zwei Perioden vom Voraus, also zwei Saisons vom Voraus, um zu scouten, zu gucken, wer kann wen ersetzen, wer kann aus unserer Akademie hochkommen. Und es ist halt einfach gesagt, wir wollen Topspieler und die Anzahl reduzieren, aber das heißt, dass du eine Top-Ausbildungsbereich brauchst.
1:04:35 Das heißt, du musst immer am Celery Cap sein. Das heißt, wir brauchen ein Maximum an Mitteln. Das heißt, wir brauchen mega Medical Stuff, damit die Spieler so lange wie möglich spielen. Wir brauchen mega Fitness Stuff. Das heißt, ich brauche überall Top-Leute, die sich individuell um die Spieler kümmern. Und unsere Philosophie, und ich glaube, das macht den Unterschied zu vielen Klubs, unsere Philosophie ist zu sagen, ihr Spieler seid die Talente in unserem Club und ihr seid das Zentrum von unserem Projekt. Und alle, die drumherum sind, arbeiten nur daran, dass ihr euer volles Potenzial abliefern könnt. Das heißt, Ronan sagt nicht Paul Boudion, ich brauche 15 Tackles von dir und wenn nicht, dann spielt jemand anders.
1:05:20 Ronan geht zu Paul Boudion und sagt Paul, was brauchst du, um performen. Und das macht, glaube ich, den großen Unterschied. Ich bin für das Framework verantwortlich, für die Rahmenbedingungen. und ich glaube, das sind so die Geheimnisse unserer... Aber so ein zweites Geheimnis wäre auch jetzt irgendwie einfach Bilder von den Feiern am Hafen zu zeigen, jetzt zwei Jahre hintereinander vom Champion. Ich meine, das lockt auch schon einige Spieler bestimmt an, oder? Ja, gut. Du brauchst erstmal dieses Credo, dass du nur gute Leute im Gebäude haben willst. Das ist super wahr. Du brauchst, ich glaube, du brauchst für Staff, du brauchst einen Weg, eine Vision, die du vorgeben musst. Du musst und du brauchst Sicherheit.
1:06:17 Sicherheit ist halt im Leistungssport schwer zu gewähren, aber wir haben es ausgetauscht durch Transparenz. Wir sind halt offen und ehrlich und jeder weiß, wo er steht, selbst wenn es nicht unbedingt zu unserem Vorteil ist. Und die Spieler suchen im Prinzip, du hast es ganz richtig gesagt, im Prinzip sucht Spieler, die Top-Spieler, die zu uns kommen, suchen drei Sachen. Erstens natürlichen Gehalt, ganz klar. Das zweite ist, wer spielt neben mir und mit wem kann ich gewinnen und was macht mich besser. Und jetzt kommt noch durch das Salary Cap und so weiter ein vierter Punkt hinzu. Das ist, wo ist meine Familie gut integriert. Was ist ein tolles Clubprojekt, wo sind tolle Fans und wo macht es mir halt auch Spaß zu spielen.
1:07:09 Wo kümmert man sich um mich und das ist diese vierte Säule, die jetzt hinzukommt, wo wir, glaube ich, ganz gut aufgestellt sind. Ja, also Familie ist ja ein wichtiger Punkt. Man hat es gesehen, ich war selber beim Finale in Dublin und habe gesehen nach dem Spiel die ganzen Familien, die Kinder und alles und O'Gara selber hat ja einige Kinder, der ist auf jeden Fall familienbasiert. Und ich glaube, das lebt er bestimmt auch als Club. Dieses Familien ist im Zentrum. Und ich als Spieler kann nur gut spielen, wenn zu Hause auch alles gut ist. Also ich glaube, das ist, wie du auch gesagt hast, dieses Gesamtes rundum und nicht nur. Ja. Ich müsste langsam weiter. Also, muss jemand nach Hause. Genau, dann würde ich sagen, zwei, drei Fragen habe ich noch ganz schnell vielleicht.
1:08:01 Also ihr habt keinen mehr Zählen, hast du gesagt, also niemand, kein einzelnen Billionär oder sonst was, der da viel Kohle reinpumpt, weil irgendwo muss das Geld da herkommen, oder? Das heißt, wo kommt im französischen... Das ist keine Wertung, es ist nur ein anderes Projekt. Also wo kommt denn im französischen Rugby, sind es die TV-Gelder, ist es das Merchandise oder sind es die Ticketverkäufe oder sind es dann die Sponsoren oder ist es einfach alles zusammen, wo das Geld herkommt? Erstmal ist das Top 14, glaube ich, eine der einzigen Ligen, die wirklich auch ökonomisch funktioniert. Ich habe einen Moment gehabt, wir haben im Madnouz-Stadium für 40.000 Leute gegen Bordeaux, in Bordeaux gespielt, in einem ganz normalen Meisterschaftsspiel.
1:08:49 Zur gleichen Zeit hat Bayern gegen Po gespielt, in San Sebastian im Fußballstadion ausverkauft. Perfiniere und Klingel Toulouse gespielt, das gleiche Wochenende. Das heißt, es sind Rekordzuschauerzahlen, es sind Rekordzuschauerzahlen im Fernsehen. Und du hast, die Meisterschaft ist halt unglaublich angesehen hier in Frankreich. Und ja, die Mittel kommen aus unseren, wir sind, glaube ich, unter den Top 3 mit La Rochelle, unter den Top 3 Clubs mit den meisten Business Seats, mit der meisten Hospitality Einnahmen. Aber das ist halt auch Teil von unserem Projekt. Du willst eine tolle Erfahrung liefern und dementsprechend gibst du dir Mühe, dass jeder eine tolle Zeit verbringt, wenn er bei uns ist.
1:09:42 Aber da kommt das Geld her. Einige unserer Partner sind jetzt halt auch Teilhaber im Club. Ohne laue Schäme bei München zu vergleichen, aber das System ist ein bisschen das gleiche. Die Partner, die uns unterstützt haben während der Corona-Krise, weil ansonsten würde es keinen Club mehr geben, sind dementsprechend heute Teilhaber geworden. Das schließt aus, dass andere große nationale Partner dazukommen, aber sichert Sustainability für die Zukunft. Und im Prinzip brauchen wir keine riesen Budget-Sprünge mehr, weil, wie gesagt, die Payroll ist plafoniert und wir sind am Celerie-Cap. Wenn unser Budget langsam ein bisschen steigt, Jahr für Jahr, können wir immer mehr in die Performance investieren.
1:10:39 aber wir haben das Privileg im Vergleich zu anderen Sportarten, dass halt nicht jeder Cent in Spielergehälter investiert wird. Was dann wiederum die vierte Säule umso wichtiger macht, weil wir finanziell halt alle im Top 14 im Prinzip die gleichen Waffen haben. Und der Unterschied macht dann halt, wie gesagt, wer spielt neben mir, was macht mich besser und wo kann ich am besten leben. Wofür ich mich nun kriegen aufgehoben. Jetzt die wirklich allerletzte Frage. Versprochen. Versprochen. Deutsches Rugby, Herren 15er Rugby, Ligaverband und Nationalmannschaft. Ich vermute mal, ein bisschen kriegst du noch mit, auch vielleicht zu deiner Connection zu Hannover. wie siehst du das? Also ich meine nationalmannschaftsmäßig haben sich die anderen Nationen weiterentwickelt, Spielbetrieb in Deutschland ist Amateur also wie soll das da weitergehen?
1:11:46 Ich freue mich für Marc zum Beispiel, Marc Kohlmann der Nationaltrainer jetzt mit Keo unter anderem, dass die ja im Prinzip mit der 15. Nationalmannschaft auch ein schönes Abenteuer jetzt gehabt haben. Was ich an Feedback kriege von der Bundesliga ist ja eher nicht gerade sehr optimistisch. Die Diskussion um Meisterschaften oder nicht. Mein Problem, wenn du einen Strich drunter machst, und das war so ziemlich das allererste, was ich gesagt habe, als ich nach Deutschland zurückgekommen bin. Dieses Diener-Projekt ist natürlich aufgebaut auf staatlichen Subventionen. Zwei Millionen, ja. Das muss man auch mal sagen, wie viel Geld das ist. Dann kann man es kumulieren über die Jahre und dann die Erfolge gegenhalten, die da heute stehen.
1:12:50 Aber was halt ein ganz wichtiger Punkt für mich ist immer, wenn staatliche Subventionen im Spiel sind, bekommst du Subventionen, um Sport zu organisieren oder organisierst du Sport, um Subventionen zu bekommen. Und ich glaube, unser Ziel war immer, den Rugby-Sport zu fördern. Sicherlich hätte man vielleicht vieles anders machen können, besonders in der Kommunikation, aber unser Ziel war, Rugby zu fördern. Und wie gesagt, bekommst du Subventionen für das 7er Rugby und kümmerst dich überhaupt nicht mehr um Rugby im Prinzip. Ist es das dann wert? Das ist die Frage. Ich glaube, in der Zeit, wo wir da waren, sicherlich mit anderen Mitteln standen wir mit dem deutschen Rugby besser da als heute. Ja.
1:13:53 Wenn ich das so sagen kann. Aber wie gesagt, das Problem ist immer, bekommst du Geld, um Rugby zu organisieren oder organisierst du Rugby, um die Förderung zu bekommen. Ja. Okay. So kann man das zusammenfassen. Vielen lieben Dank auf jeden Fall, Robert. und sorry, dass wir auf jeden Fall über das Ziel zu hören ausgeschlossen haben, aber ich glaube, das für die Leute zu Hause, also für mich war es super interessant und wir hätten stundenlang noch sprechen können, aber wir wissen, dass du auch andere Sachen zu tun hast und nicht nur mit uns den ganzen Tag sprechen kannst. Vielen Dank auf jeden Fall.