VorpassPodcast
Vorpass · Folge 103

Aktuelles Geschehen im deutschen Rugby

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Heute dreht sich bei Vivian, Donal und Georg alles um die Geschehnisse der letzten Woche in der deutschen Rugby Gemeinschaft. Es wird auf die in den Medien erhobenen Vorwürfe eingegangen und darüber berichtet. Im zweiten Teil wird Vivian von ihren Erfahrungen erzählen, als sie Sportsoldatin im 7er Kader war und wie sie Dinge wahrgenommen hat, als ihre Nationalmannschaftskarriere im 7er Rugby ein Ende gefunden hat.

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Transkript

Automatisch erstellt, kann Fehler enthalten. Stand: 02.10.2026. Klick auf eine Zeitmarke spielt die Folge ab dieser Stelle.

0:14 Hallo und herzlich willkommen zu unserer aktuellsten Ausgabe, der Podcast Vorpass. Wir sind wieder am Start und ja, ich glaube, es sind Nachrichten in Rugby-Deutschland, auf jeden Fall, wovon einige schon vielleicht mitbekommen habt, ist es vielleicht noch aktuell, aber ja, wir wollen auf jeden Fall noch ein bisschen zusammensprechen, dafür setze ich zumindest digital zusammen mit Bec G und Vivian, ihr beiden herzlich willkommen, wie geht's euch? Bec G, wie geht's dir? Ja, generell geht's mir nicht so gut nach den Nachrichten von letzter Woche, da gab's viel zu besprechen, das hängt mir irgendwie auch schon nach, sag ich mal so. Aber ich will das gar nicht so negativ anfangen, sondern positiv in die Zukunft gucken.

1:02 Und du wurdest geimpft, hab ich erfahren? Das ist schon ein paar Tage her, genau. Ich wurde geimpft mit Astra. Alles gut so halt. Cool, George. Ich bin neidisch. Nee, ich bin nicht neidisch. Ich freu mich für dich. Ja, über die Kollege vom Rugby, das sind Freundin des Zahnärztes, die wiederum eine andere Ärztin kennt. Und ja. Hammer. Genau. Vivian, wie geht's dir? Ja, ich schließe mich an so ein bisschen an dem, was George schon gesagt hat. Crazy Wochenende. Es kamen ja wirklich im Minutentakt neue Nachrichten dazu und Updates und so weiter. Deswegen ist es cool, dass wir das einmal nochmal so zusammenfassen, darüber sprechen. Aber ansonsten geht's mir gut und ja, ich freue mich, euch beide jetzt hier zu hören.

1:47 Top. Du hast es ja gesagt, also man hätte vielleicht irgendwie so, falls irgendwie man im Wald war fürs Wochenende, hat man nichts bekommen. Wir könnten es vielleicht irgendwann ein bisschen kurz zusammenfassen. Also für der eine oder andere, der nicht Spiegel Plus Mitglied war, wahrscheinlich so, gab es halt so einen Artikel im Spiegel natürlich über Themen, die wir halt gleich ansprechen können, wo relativ schwer Vorwürfe halt da aufgezeichnet sind. ein relativ detaillierter und langer Artikel, der dann auch quasi eine Recherche ist von mehreren Monaten und letzten Endes auch in SWR kam als Video, also quasi im Fernsehen und dann auch quasi nochmal, soweit ich das weiß, gestern Abend nochmal im ARD, wo Sportschau kam.

2:38 Also das heißt irgendwas, was nicht nur Rugby Deutschland Leute mitbekommen, sondern ganz Deutschland, die sich dafür interessieren oder belesen. Vielleicht gehen wir einfach die Reihenfolge durch. Also ich glaube, wann war genau der Spiegelartikel das erste? Am Freitag? Genau, am Freitag um circa 13 Uhr ist der online gegangen. Und ab Freitag gab es den ja dann auch zu lesen in der aktuellen Spiegel-Ausgabe, in der Print-Ausgabe. Ja, genau. Und das erste war letzten Endes quasi in Spiegel Plus und dann kam wahrscheinlich in der Reihenfolge, das nächste war quasi die Stellennahme von dem Präsidium, der quasi veröffentlicht wurde, relativ zugriff danach. Genau, der wurde circa am Abend um 17, 18 Uhr veröffentlicht. Ja, vielleicht kann man es noch einmal ganz kurz zusammenfassen, das, was in dem SWR-Bezw. Spiegelartikel gesagt wurde, dass dort Spieler, zwei ehemalige Nationalspieler Raphael Pürasch und Christopher Korn an die Öffentlichkeit gegangen sind mit hohen Vorwürfen, wie du es gerade schon gesagt hast, an Funktionieren des DRVs.

3:49 Da wird gesprochen von einer Kultur der Unterdrückung. Es wird gesagt, dass sie dazu gebracht wurden, ihre Sporthilfe abzugeben, dass sie erpresst wurden, schikaniert wurden. Und der Fokus der ganzen Anschuldigungen steht dort bei dem Sportdirektor des DRVs, Manuel Wilhelm. Und dann am Abend kam dazu dann von dem Präsidium des DRVs eine Stellungnahme. Ja, und darunter hat genau einige Namen zu stehen. Der Bericht an sich hat sich aber ein bisschen im Laufe des Wochenendes ein bisschen angepasst bzw. geändert. Letzten Endes, weiß ich halt nicht, Big G, du hattest auch gelesen, also wenn ich das richtig verstehe, Standart, das können wir vielleicht einfach ein bisschen zitieren, das wäre eine gute Frage.

4:37 Was da drin steht? Ja, genau. Aber zumindest, was wir berichten können, ist, dass die Namen, die da drunter standen, so im Laufe der Zeit irgendwie nicht mehr drunter standen, sag ich mal so. Und das auch dann irgendwie da ausgelöst hatte, dass ein zweiten, sag ich mal, Artikel über Spiegel kam, der dann in Frage gestellt hat, warum verschwindet diesen Namen. Und da war der eine quasi von unserer vorherigen Podcast-Folge-Interviewee, Christopher Mozart, der quasi dann in dem Spiegel zweiten Artikel dann gesagt hat, dass er hat seinen Namen nicht runtergeschrieben hat, beziehungsweise es war ohne seine Einwilligung erstmal veröffentlicht. Aber indem er gefragt hat, könnt ihr das bitte wegnehmen, wurde es dann auch weggenommen.

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5:23 Ja, das Gleiche gilt für Anna Ronshausen. Auch ihr Name war am Anfang noch unter der Stellungnahme und auch bei ihr war es so, dass sie von dieser Stellungnahme zunächst nichts wusste und das ohne ihre Kenntnis sozusagen veröffentlicht wurde. Und dann hat sie auch darum gebeten, diesen Namen wieder entfernen zu lassen. Die Namen sind weiterhin von den anderen Präsidiumsmitgliedern enthalten. Stellt sich vielleicht so ein bisschen die Frage, wer eigentlich dann diese Stellungnahme veröffentlicht hat, ohne die Einwilligung aller Präsidiumsmitglieder. Genau, und das, was da drin steht, kann man natürlich alles lesen. Aus Sicht des Präsidiums hat der Sachverhalt in der dargestellten Art Weise nicht bewahrheiten können. Vielmehr wurde festgestellt, dass die erhobenen Vorwürfe einem unzutreffenden Sachverhalt zugrunde lagen und die Vorwürfe erwiesen sich nach genauer Prüfung als nicht haltbar.

6:28 Für das Präsidium geht der Fall als abgeschlossen. Viele Leute haben sich gefragt, inwiefern der Fall abgeschlossen gelten kann, sage ich mal ein paar Stunden, nachdem das bekannt wurde. Aber was wir zumindest wissen, ist, dass diese Information oder dieser Fall sozusagen ist für das Präsidium halt nicht neu, dann letzten Endes. Oder ist nicht nur vom Freitag? Nee, genau. Also das ist ein Fall, mit dem auch die Spieler, die in dem Artikel genannt sind, Und unter anderem Raphael Püras, die sind schon vor mehreren Monaten auf das Präsidium zugegangen mit diesen Thematiken und damit hat sich das Präsidium des DRVs also schon länger befasst. Und ich glaube, darauf bezieht sich auch dann die Aussage, dass es eine sorgfältige Aufklärung gegeben hat.

7:21 Also ich glaube, dass viele Dinge schon begutachtet wurden, aber so wie man das versteht, dass halt doch dann der Schritt auch zur Presse gegangen wurde, scheint die Aufarbeitung noch nicht so stattgefunden zu haben, wie sich die Spieler das gewünscht haben. Deswegen ist man dann wahrscheinlich auch noch diesen weiteren Schritt zur Presse gegangen. Aber ja, das ist kein neues Thema gewesen und deswegen, glaube ich, hat der DFA auch gesagt, dass es da schon eine Prüfung gab. Also mit dieser Prüfung beziehen die sich auf die Monate davor. Also vielleicht für den Außenstehenden mag es so erscheinen, dass dieser SWR und Spiegelartikel erschienen sind und dass man sich innerhalb von wenigen Stunden damit auseinandergesetzt hätte.

8:12 Und das ist ja nicht der Fall. Das hast du ja gerade gesagt, Vivian. Das wurde schon, hat sich anscheinend über Wochen, Monate anscheinend schon hinter geschlossenen Türen, wenn ich das so richtig interpretiere, hat das so stattgefunden, oder? Weil ansonsten wäre es ja ein bisschen komisch, dass dieser Artikel auf den Donnerstag oder Freitag kommt und so schnell kann man ja die Dinge nicht aufklären, oder? Also überhaupt Nachfragen und Regeln. So sehe ich es auch und ich glaube, das hätte man auch durchaus in der Stellungnahme so noch nennen können. Ja, also uns liegt ja jetzt die Version vor auf der Seite rugbyverband.de. Das sieht man ja zum letzten Mal geändert, am 14.05. um 17.52 Uhr. Und ja, meine Erwartungshaltung als Mitglied eines oder sogar mehrerer deutscher Rugby-Vereine, ist da recht, da bin ich sehr enttäuscht.

9:38 Und das hat auch die Erwartung nicht erfüllt, diese Art der Pressemitteilung. Dieser Stellungnahme des DRVs? Dieser Stellungnahme des DRVs. Also das sage ich jetzt nicht unbedingt als Podcast-Mensch, sondern einfach als Mitglied wahrscheinlich eines deutschen Rugby-Vereins und dem Rugby irgendwie am Herzen liegt. Ich denke, damit hat man sich keinen Gefallen getan. Also was da geschrieben wurde, plus das anscheinend, wie Donner es schon erwähnt hat, dass da zwei Leute dann einfach ihre Namen zurückgezogen haben. Ja, das ist keine gute Außendarstellung. Also das für mich hat ein Geschmäckle. Ich komme zwar nicht aus der Gegend, aber das hat einen sehr faden Beigeschmack. und meine Erwartungshaltung ist auch ganz klar, dass da viel mehr kommen muss.

10:36 Also kommunikationstechnisch im Deutschen Rackfielverband. Also ich hoffe oder erwarte immer noch, dass das nicht abgeschlossen ist, sondern dass da halt noch mehr kommt. Alles andere ist ein absoluter Witz in meinen Augen. Wenn die es aber doch so sehen, da kommt halt nichts mehr. Also man geht halt auf die Seite drauf. da ist die neuste Nachricht jetzt gleich drei Lehrgänge in Heidelberg geplant am 15.05. Das ist auch gut für den deutschen Siebener-Kader, finde ich gut, aber also ich weiß nicht, ob die das ernst meinen, dass das da wirklich jetzt abgeschlossen ist. Und ich glaube denen auch, dass es da schon eine interne Prüfung gab und sie schreiben ja auch, dass unter anderem Kontobewegungen überprüft wurden und zahlreiche Athleten befragt wurden.

11:27 Ich glaube, was in dem Fall auch nochmal gut ist, gerade weil das jetzt auch an die Presse gelangt ist, wäre ein unabhängiges Gutachten, also wirklich eine unabhängige Institution dazu mit beauftragen, sich diesen Fall anzuschauen, wirklich unbefangene Leute. Unser Präsidium, unser Vorstand, das ist alles sehr klein. Einige Stellen sind aktuell gar nicht besetzt. Also das ist wirklich, das besteht nur mit sehr, sehr wenigen Köpfen sozusagen, also dass man da nochmal eine unabhängige Prüfung hat. und ich könnte mir auch vorstellen, es gibt ja auch einfach sehr klare Anklagen oder Beschuldigungen, gerade was so Machtausübung angeht, Erpressung und so weiter und ich glaube, das sind so Sachen, die kann man vor allem wahrscheinlich auch eher anonym klären.

12:15 Also es dann wirklich eine anonyme Befragung gibt, das ist das, was ich mir vorstelle, was so mein erster Gedanke jetzt so ist, eine anonyme Befragung durchzuführen unter den aktuellen Athleten und vielleicht auch rückwirkend der letzten Jahre, die unter dem Präsidium, unter dem Vorstand aktiv waren, um da überhaupt was herauszufinden. Weil wenn das stimmt, was auch gesagt wird, dann kann man sich natürlich auch vorstellen, wenn das vielleicht einige Sportler, Sportlerinnen jetzt nicht so die Motivation haben, sich da vielleicht auch gegen Personen zu äußern, die ihnen übergestellt sind. Ich glaube auch so, das Thema hat ein bisschen, was ihr beide so anschneidet, aber eine Formulierung so zu sagen, dass die Mitglieder des Präsidiums stehen geschlossen hinter die Vorstände und eine beschuldigende Person drücken hiermit ihr Vertrauen aus und bedanken sich bei der Beteiligung für ihre Hilfe bei der Aufklärung.

13:20 Bei mir weckt das Ganze nicht so ein Vertrauen, also bei mir ist es eher so wie ein ein bisschen zu schnell geschossen hat, irgendwie das zu unüberlegtes Antwort auf irgendwas, oder man will halt irgendwie voraus an irgendwas sein, und also ich meine, wir sind alle, also als Mitglieder irgendwie des Verbands hat irgendwie die Leute, die dazugehören, also wenn wir Fragen haben, müsste es doch irgendwie auch, ja, wie du halt gesagt hast, so ein bisschen unabhängig oder von also nicht nur intern geprüft und da ist alles für okay gefunden, also das finde ich irgendwie zu das Gegenteil von sorgfältig, also das unsorgfältige, wenn es nichts gibt, dann ist es doch okay, wenn irgendjemand von draußen guckt. Also du sagst ein Gutachter oder genau, ein Audit, also grundsätzlich irgendwas sowas.

14:23 Man hat ja in Rugby auch so grundsätzlich so nach einem WM Turnier oder irgendwas so in Irland gab es ja wohl WM ausgestiegen sind zu früh, gab es auch so ein Audit quasi. Man kann ja sagen, okay, das ist vielleicht nicht von den richtigen Leuten geführt, aber Aber immer, wenn es einen Grund für irgendwas gibt, kann man auch so sagen, okay, vielleicht so ein, ich weiß, ein Sachverstand oder so. Ein Sachverständiger. Ja, genau. Und das intern weiß ich nicht. Also zum Beispiel, ich glaube, also ja, weiß ich nicht. von extern, wenn man stolz, also nicht stolz drauf ist, aber wenn man sicher dabei ist, dass alles in Ordnung ist, dann wird es auch Bestand haben vor extern. Ja. Ja, und auch dieses Zitat, was du gerade nochmal vorgelesen hast, wir stehen geschlossen hinter den Vorständen und den beschuldigten Personen, ist auch also zum einen kann es ja nicht geschlossen passiert sein, da sich einige wieder zurückgezogen haben von dem Statement.

15:33 Also das ist für mich ein großes Fragezeichen hinter diesem Satz. Und gleichzeitig stehen sie hinter die beschuldigten Personen. Das ist auch sehr so ein Schlag ins Gesicht an die Leute, die aber schon ganz klar auch belegen können, ihre Bedenken an gewissen Personen. Und ich finde, denen kann man schon auch seinem Gehör irgendwie geben oder sagen, okay, wir gehören uns das an, wir checken das und nicht, okay, das ist auf jeden Fall nicht der Fall und wir stehen weiterhin hinter den beschuldigten Personen. Also ich finde das so, gerade weil wir alle in dem gleichen Verband sind, weil wir alle dieser gleichen Sportartmann gehören, ist das nicht sehr respektvoll, diesen Personen gegenüber, die haben die wirklich ihre Bedenken da haben, die ihre Sorgen haben und damit sogar an die Presse gehen.

16:23 Also ich finde, dass man dem nicht so richtig Raum gibt dafür. Ja, was würden wir uns wünschen? Also ich meine, es kommt ja jetzt eigentlich schon raus. Unabhängige Prüfungen, die, also ich weiß nicht, wie sowas abläuft, wer dann, ob deine Anwaltskanzlei sonst wer beauftragt wird, aber es wird ja Menschen geben in Deutschland, bei so viel Sachverstand in Deutschland, die sich mit sowas auskennen oder so. das wird halt Geld kosten, das wird halt Zeit kosten. Ich weiß nicht, von wem das kommt, das Geld oder so. Aber weiß nicht. Also das ist so mein Bauchgefühl jetzt, also mein Wunsch, dass da unabhängiger Sachverstand eingesetzt wird. Und man muss halt alle Sachen einzeln mal durchgehen, alle die Beschuldigungen.

17:15 Und wenn es nichts zu verbergen gibt, dann gibt es nichts zu verbergen. Ja, sehe ich auch so. Man soll es halt auch okay finden, dass es eine Diskussion gibt, das natürlich verschiedene Meinungen geben soll, aber man soll halt nicht irgendwie so alles schlecht reden. Also das ist halt irgendwie so, natürlich ist das halt nicht für die ganze Rugby-Deutschland-Landschaft halt nicht so geil, aber vielleicht ist es auch okay, darüber zu sprechen und einfach mal irgendwie ein bisschen Licht da rein zu leuchten. Und wenn, wie wir gesagt haben, wenn alles in Ordnung ist, das ist doch schlecht, das ist vielleicht so ausgeatmet in der Presse. Das ist ja ein bisschen beschädigend für den Sport, den wir lieben.

18:30 Machen wir mal eine kurze Pause und dann sprechen wir gleich noch mehr. Wir können auch stundenlang wahrscheinlich dazu sprechen, aber sprechen wir gleich noch dazu mehr und holen uns alle gleich ein Glas Wasser. Also bis gleich bei Vorpass. Bis gleich. Herzlich willkommen zurück, Teil 2 Wir sind wieder da und Vivian, Big G und ich sprechen über das gesamte Thema. Sehr ereignisvolle Wochenende auf jeden Fall. Genau, haben jetzt in Teil 1 auf jeden Fall ausgiebig darüber gesprochen. Vivian, du warst ja selber siebener Nationalspielerin und kannst ein bisschen so berichten, wie es halt war, da drin zu sein in dem gesamten Thema. Hattest du irgendwie in deiner Zeit mit Manuel Wilhelm zu tun? Oder wie hast du mit ihm erlebt zum Beispiel?

19:22 Ja, ich hatte ewig gar nichts mit ihm zu tun. Ich war ja auch zwei Jahre lang Sportradatin und habe erst ganz am Ende meiner Sportradatenzeit eigentlich verstanden, dass er auch sozusagen für uns Sportradatinnen verantwortlich ist. Von wann bis wann war das? Ich war Sportradatin von 2012 bis 2014. Und das heißt, Sportartikel für die Zuhörer und Zuhörerinnen. Du bist angestellt bei der Bundeswehr? Bei der Deutschen Bundeswehr. Genau. Und unsere Sportart ist damals ganz frisch olympisch geworden. Wir haben sozusagen ein Projekt gehabt. Rio 2016 hieß das. Dafür wollten wir uns qualifizieren. Im Zuge dessen haben sie auch mehr Sportartenplätzen für Rugby-Spielerinnen auch freigemacht. Es gab schon im Vorfeld welche für die Männer.

20:13 Von zwei Sportartenplätzen der Frauen wurden es dann sechs, beziehungsweise dann auch sieben für die Frauen. Und darunter war ich eine, bin dann auch mit nach Köln gezogen zum Sport, zu unserem Stützpunkt dort. Ja, und so wollten wir uns für die Olympischen Spiele qualifizieren, was wir dann im Endeffekt nicht geschafft haben. Und Hauptverantwortlich war für uns immer damals unsere Nationaltrainerin Susanne Wiedemann. Und sie war für mich Ansprechpartnerin Nummer eins. Wenn ich mit dem Verband irgendwas zu sprechen hatte, war sie da sozusagen. Also ich hatte nie was mit Manuel Wilm in dem Sinne zu tun. Und dann heißt Susanne war ja dann zuständig, wer wird nominiert oder wer geht auf die Reise mit nach Rio sozusagen.

21:00 Ja, genau. Also eigentlich da gab es niemand anderes, der groß reingesprochen hatte, soweit ich weiß. Sie war dafür komplett verantwortlich. Ja, aber natürlich da haben sich die Leute wirklich Mühe gegeben, diese Plätze zu versorgen und dann sollte es schon sein, dass du halt nicht nur Sportstudierter nun wie quasi ein professioneller Rugby-Spielerin bist, sondern sollst auch da mitspielen, also mit oben mit dabei sein. Wie meinst du das? Also das wäre halt blödsinnig, wenn wir sieben geile Sport-Sport-Plätze haben und die werden halt nicht nominiert für die Nationalmannschaft oder sowas. Ja genau, also es sollten schon gute Leute sein. Ja, beziehungsweise wahrscheinlich die Leute, die am meisten Potenzial haben, was da auch alles mit dazugehört.

21:53 Also das ist ja sehr komplex auch. Aber ich war die Glückliche, eine der Glücklichen, die direkt nach der Schule habe ich einen dieser Plätze bekommen und konnte zwei Jahre lang hauptberufliche Rugby-Spielerin sein. Also genau zu deiner Frage nochmal, George, angestellt bei der Bundeswehr. Aber wir haben bis auf sehr, sehr wenige militärische Dienste, die man machen muss, auch einmal im Monat, auch einen Tag lang. Aber sonst hatte ich in den zwei Jahren, hat man einfach, ist es sein Job sozusagen, zwei, drei Mal am Tag zu trainieren. Genau. Und das ist aber auch verbunden an eine olympische Sportart oder potenziell erfolgreiche Teilnahme innerhalb einer olympischen Sportart. Es ist tatsächlich damit verbunden, dass es eine olympische Sportart sein muss.

22:40 Deswegen haben wir auch lange diese Plätze nicht gehabt. Erst dann im Zuge dessen, dass wir olympisch wieder wurden. als Rugby-Siebener, als Feststand irgendwann mal in 2000er Jahren oder sonst irgendwas, das 2016 wird das erste Mal Rugby-Siebener im Turnieraufgebot genau und du hattest ja gesagt, also quasi dass Susanne ja für dich zuständig war also für dich der Ansprechpartnerin warst und also wenn ich das richtig verstanden habe wenig mit Manuel Willen, beziehungsweise gar nichts zu tun hat, aber wie soll man das halt quasi vorstellen Also auf einer Seite war er verantwortlich für alles, aber ihr hattet mit denen keinen direkten Kontakt. Ja, genau. Also sozusagen das Sprachrohr war immer Susanne.

23:28 Und ich habe das dann so zum ersten Mal so richtig verstanden, dass er eigentlich für uns zuständig ist. Als Susanne als Trainerin gegangen ist, das war dann Ende oder Mitte 2014, da gab es auch durchaus Probleme im Verband und das war auch alles kein schönes Ende. Jedenfalls war sie dann nicht mehr für uns verantwortlich. Sie ist als Nationaltrainerin gegangen. Und ich hatte dann so richtig verstanden, dass Manuel für ihn zuständig ist, weil er dann derjenige war, der mich eines Tages angerufen hat und mich als Sportseidratin auch gekündigt hatte. Mein zweijähriger Vertrag ist abgelaufen. Und er hatte das auch damit begründet, dass ich in meiner Zeit als Sportstadatin relativ lange verletzt war.

24:16 Ich hatte mich gleich zu Beginn, das war total crazy, als Sportstadatin habe ich mein erstes Training gemacht und habe mich mit meinem ersten Training am neuen Stützpunkt verletzt, hatte mir den Fuß gebrochen und es hat relativ lange gebraucht, ehe ich dann wieder so in meiner Topform war und das war dann auch die Begründung dafür. Zu der Zeit, wo ich dann entlassen wurde, war ich wieder an meiner Topform. Das war so ein bisschen ärgerlich, dass ich dann sozusagen das in den zwei Jahren nicht genug beweisen konnte. Ist das, passiert das auch in anderen Sportarten, dass Leuten dann gekündigt wird, wenn die verletzt sind? Weiß man das? Ja klar, also im Endeffekt, gerade diese Sportartenplätze sind heiß begehrt.

24:55 Da willst du Leute haben, die fit sind. Ich glaube, da spielt dann auch wieder eine Rolle, okay, wie entwickelt sich der Spieler oder die Spielerin jetzt trotzdem? Ist sie jetzt trotzdem wieder fit? Ist es eine Spielerin, die auch nach einer Verletzung jetzt wichtig ist, die Potenzial hat, die Zukunft hier für das deutsche Wachstum ist? Also ich glaube, unter den Sportseidraten gibt es ja auch viele, die immer mal wieder Verletzungen haben, aber es gibt auch keine bessere Zeit, sage ich mal, sich zu verletzen, weil man einfach in der Sportsurartenzeit ja auch einen super Support hat. Also ich war da, ich kam aus der Verletzung fitter raus, als ich jemals zuvor war. Ich habe trotzdem meine drei Einheiten am Tag gehabt, die aber natürlich dann anders ablaufen. Du hast einen super Physio Support einfach. Also das ist schon, man hat schon eine super Betreuung in der Zeit. Ich habe wirklich Top-Ärzte in der Zeit gehabt.

25:48 Das war wirklich dann auch ein komplizierter Fall bei mir und hatte dann eine sehr gute Betreuung. Also das war, ich kann mir vorstellen, unter anderen Bedingungen hätte man mich sicherlich auch vielleicht verlängern können, aber ich konnte das auch durchaus verstehen, dass man sagt, du warst verletzt und deswegen wirst du jetzt gekündigt. Ja, aber ich meine, dann warst du, also in deinen eigenen Worten warst du wieder in deiner Topform und warst halt fit wie Tourenschuh. Wir haben ja gesagt, dass der professionelle, also quasi wie professionelle Rugby-Spielerin war, war man halt mit den Sportartenplätzen, aber du warst ja das halt nicht mehr, aber du könntest halt weiterhin vor den Nationalmannschaften spielen, oder? Genau, ja, ich habe ja weiter noch in Köln gelebt.

26:30 Ich war weiterhin Kaderathletin. Ja, und das Ding war, dass ich, hat gekündigt wurde und ich hatte gefühlt in den anderthalb, zwei Jahren dann fast gar keinen Urlaub genommen und habe dann gedacht, ich nehme jetzt meinen Resturlaub, ja, am Ende meiner Sportratenzeit, dann habe ich sozusagen einen ganzen Monat Urlaub nehmen können, aufgrund meines ganzen Urlaubs. und ich hatte den auch nehmen wollen, weil ich, es war so, es war wirklich total krass, weil Manuel Willm ruft mich an, gibt mir sozusagen die Kündigung und wirklich an einem Tag danach habe ich eine Mail bekommen von Tribe Sevens, über die Mannschaft haben wir ja auch schon ab und zu gesprochen und die haben mich eingeladen nach Australien zu kommen und für die dort zu spielen, die Spring Season und dann war meine Trauer echt kurz, dass ich keine Sportsoldat mehr bin, weil die Vorfreude auf Australien und dort drüben dann zu spielen, jetzt wo ich wieder fit war, War natürlich extrem groß.

27:25 Deswegen habe ich mal einen Urlaub einreichen wollen. Aber Manuel Wilhelm hat mir dann damals gesagt, hat mir das erstmal nicht genehmigt und meinte, nee, wir brauchen nicht hier in Köln, denn es kommt ja bald auch ein neuer Nationaltrainer oder eine neue Nationaltrainerin und dafür musst du dann am Stützpunkt sein und trainieren mit uns. Mir war aber klar, wir hatten zu dem Zeit einfach keinen Nationaltrainer. Wir waren da schon so ein paar Wochen alleingelassen in Köln so ein bisschen, weil Susanne war weg und so schnell findet man ja auch niemand Neues. Wir haben da also so ein bisschen für uns alle selber hintrainiert in Köln. Und ich wusste, es ist mein Resturlaub, ich muss den jetzt nehmen, weil was passiert sonst damit?

28:02 Also bin ich zur Bundeswehr gegangen, wollte den da auch einreichen. Und meine Vorgesetzten dort, die ja meine richtigen Vorgesetzten waren, das war ja in dem Fall nicht Mulu, der war ja sozusagen nur beauftragt für uns alle über den DAV. Und die Bundeswehr hat ganz klar gesagt, also den musst du nehmen, den Urlaub, sonst verfällt der. Der V müsste den sonst auszahlen, das kann der ja gar nicht. Und die haben mir dann auch sofort den Urlaub genehmigt. Also habe ich den auch genommen und bin auch Australien. Und ich bin pünktlich zurückgekommen. Ich bin am Freitag gelandet oder am Donnerstag gelandet wieder in Köln. Und am Freitag startete der Lehrgang, der erste Lehrgang mit dem neuen Nationaltrainer.

28:41 Das war also Top-Timing. Ich war also wieder pünktlich da, um mit dem neuen Nationaltrainer das Training zu machen. Also quasi quasi, du hast dein Leben auch so ein bisschen danach gerichtet. Es war ja kein Zufall. Du hast ein bisschen dein Leben danach gerichtet, dass du, wenn du zurückkommst, dass du dann sozusagen Video-Frienden-Nationale-Mannschaft spielen kannst und willst dich sozusagen, nachdem du super fit warst und diese Erfahrung im Ausland gemacht hast, dann zur Verfügung gestellt. Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Das habe ich immer auch gesagt. Also ich will das nutzen, die Angebote, die ich hatte dann oder die Möglichkeiten, die ich hatte, im Ausland zu spielen, um die dann wieder für Deutschland einzusetzen.

29:22 Also mir war klar, okay, ich bin keine Sportstätte mehr, aber Nationalmannschaft war für mich ja, das war ja total mein ganzes Leben. Und das wollte ich immer, das, was ich gelernt habe, die Erfahrung, die ich mache, wollte ich immer für die Nationalmannschaft wieder einsetzen. Und deswegen bin ich auch weiterhin in Köln geblieben und bin dann auch weiterhin in das Mannschaftstraining gegangen mit dem Nationaltrainer und mit der Mannschaft dort. Also das war für mich weiterhin komplett so mein Programm, was ich machen wollte. Es kam dann zu einem crazy Vorfall, dass ich zurück aus Australien war. Dann hatte ich dann schon mittlerweile einen Monat mit der Mannschaft in Köln trainiert, ganz normal als Kaderathletin.

30:07 Ich habe damals auch keine Sporthilfe bekommen oder so. Und da kam der Anruf von meinem Trainer aus Australien, Australien, dass sie zu den Dubai Sevens fahren und noch eine Spielerin bräuchten. Und der Anruf kam und zwei Tage später musste ich eigentlich dann in den Flieger steigen. Das war relativ kurzfristig. Und dann habe ich der Mannschaft, den Trainern Bescheid gesagt, dass ich dann in der Woche halt nicht beim Mannschaftstraining bin. Und dann kam ein Anruf von Manuel Wilhelm, dass ich das nicht machen soll, dass ich nicht nach Dubai fahren soll, dass er mir das sozusagen nicht genehmigt. und dass, wenn ich das doch mache, dass es dann Konsequenzen hat. Ich habe das damals nicht so ganz verstanden, weil ich hatte ja keinen Vertrag mit dem Diff-Verband.

30:55 Ich war Kaderathletin, wir hatten keine Maßnahmen vor uns, keinen Lehrgang, keine Turniere. Wir standen kurz vor der Winterpause sozusagen und das war einfach so meine Freizeit, in der ich das mache sozusagen. und mich hat dann auch, also es war wirklich, es war schon extrem. Welches Datum reden wir da genau? Also Winter, sowas mäßig? Das war im Winter, also Dubai Sevens sind immer das erste Dezemberwochenende, also Ende November war das. Okay. Also sozusagen befanden wir uns da so in der längeren Vorbereitung, für was auch immer dein kommenden Jahr kommt. Es war auf jeden Fall extrem. Du hattest ja, also du hattest ja diesen Angebot, das zu machen hat mit Dubai Sevens und dann hast du auf der einen Seite sozusagen die Informationen bekommen, das ist vielleicht nicht so günstig für dich, für deine Karriere weiterhin in Deutschland oder wie soll man das betrachten?

31:53 Weswegen mir gesagt wurde, dass ich da nicht mitfliegen soll? Ja. Ich konnte das nicht ganz verstehen oder begründet wurde das mit, du musst hier beim Training in Köln sein und du kannst da nicht einfach mitfahren. Wurde du ja nicht mehr unter Vertrag mit dem Bundeswehr, also du warst halt quasi wie ein freier Mensch. Ich war ein freier Vogel, genau. Ich weiß mal ganz genau, wie ich das mir auch mal gesagt habe. Ich bin nicht unter Vertrag als Sportstudentin, ich beziehe keine Sporthilfe. Ich bin Kaderathletin, aber auch, das war ja auch ein Sonderfall, es gab ja auch andere Kaderathleten, die nicht in Köln gewohnt haben. Das war ja sozusagen total aus freien Stücken, dass ich gesagt habe, ich bleibe hier in Köln und trainiere hier weiterhin mit der Nationalmannschaft.

32:42 Das wollte ich machen. Ich wollte weiter bei der Nationalmannschaft sein, um da weiter mit denen zu trainieren. Aber es kam dieser Ansage und ich habe das, es wurde nicht gut begründet. Ich konnte das damals nicht ganz verstehen. Und es haben mich viele verschiedene Leute angerufen und mir gesagt, mach das nicht, das sorgt für Ärger und fahr nicht dorthin. Das wird Konsequenzen haben. Ich bin aber hingefahren und... Aber das waren Freunde von dir oder das waren Leute, die dich beraten haben zu sagen, hey, mach das nicht, das ist keine gute Karriereentscheidung oder das waren, also wie soll ich das verstehen? Es waren zum einen halt der Nationaltrainer und es waren Mitspielerinnen. Okay. Wer war der Nationaltrainer damals?

33:31 Das war Michael Hook. Stimmt, das habe ich noch, habe ich nicht mal erwähnt, den haben wir immer Hucki genannt, Hucki war so sein Spitzname und ich glaube, dass Melvin Smith, der ist ja auch im Anschluss dann Siebener-Nationaltrainer geworden von den Frauen, war damals sein Assistant Coach. Also das war das Trainergespann, die beiden, Michael Hook, ein Australier, glaube ich, und Melvin Smith, der Südafrikaner. Michael Hook war auch nicht lange bei uns, ich weiß gar nicht mehr, warum er relativ früh gegangen ist wieder, aber er war nicht lange Nationaltrainer. Ja, jedenfalls bin ich dann in den Flieger gestiegen und hatte eine der absolut coolsten und besten Wochen meines Lebens und auch eines der besten Turniere.

34:21 Und wir haben das Turnier, die Dubai Sammels, auch gewonnen, unsere Competition dort. Also das war irgendwie ein sehr cooler Beigeschmack. Und ich bin zurückgeflogen und bin auch direkt zum ersten Training dann wieder an dem Trainingsplatz erschienen. Wann war das? Das war dann Dezember 2014. Dezember 2014, also wirklich nach den Dubai Sevens direkt im Dezember dann wieder zum Training in Köln. Und es war auch wirklich, Köln im Winter ist furchtbar. es regnet, es ist so eklig kalt und ich weiß ganz genau, es war auch so ein furchtbarer Tag, wo es geregnet hat und ist man zum Platz und man hat sich da immer hingeschleppt und es war irgendwie, ja. Aber ich ging da hin und der Trainer meinte nur auch so, du brauchst dich gar nicht, zieh dich nicht um, sondern komm mal mit ins Büro, so ungefähr.

35:14 Also ich weiß gar nicht mehr, wir hatten da, oder in irgendeine Kabine sind wir dann zusammen und er meinte dann, ja, ich kann dir ausrichten, dass du hier nicht mehr am Training teilnehmen darfst und dass du von der Siebener-Naschen-Namenschaft suspendiert wirst. Und ich bin komplett so in Tränen ausgebrochen. Also das waren sozusagen die Konsequenzen, die mir vorher angedroht wurden irgendwo. Das waren dann die, dass ich halt komplett aus der Siebener-Naschen-Namenschaft ausgeschieden bin. Hast du neben Siebener-Naschen-Namenschaft gespielt? Nein. Nein, nein. Ich bin damit auch damals bewusst sehr diskret umgegangen, weil ich mir selber gedacht habe, wenn ich eine gute Sportlerin und Rugby-Spielerin bin, dann habe ich vielleicht wieder auch eine Chance, nominiert zu werden, weil Trainer das sehen werden, vielleicht, dass ich eine gute Spielerin bin und sich dafür einsetzen werde, dass ich wieder nominiert werden kann.

36:19 und das habe ich dann vor allem auch gedacht, als der neue Trainer kam. Aber das heißt, wenn ich das vielleicht sage, dann warst du grundsätzlich nicht gewollt, egal welcher Trainer dann da ist. Also es war vielleicht auch nicht dann vom Trainer her die Entscheidung? Nee, das war ja das Lustige, nach Michael Hook war Melvin Smith der hauptamtliche Siebener-Trainer und er hatte mir gesagt, dass er mich gerne wieder nominieren möchte und dass er mich auf die Liste geschrieben hat sozusagen, auf die Nominierungsliste, aber dass mein Name wieder gestrichen wird. Und das hat er, das haben wir zwei, drei Jahre in Folge gemacht. Also ich habe immer weiter, auch war ich mit ihm in Kontakt und ich habe weiter trainiert und Sieben Nationalmannschaft war immer mein, das war immer so, mein Ziel irgendwo oder mein Wunsch oder ein Traum oder ich dachte mir, also es gab ja nicht so wirklich Gründe, warum oder ich wollte da gerne spielen und Melvin Smith hat auch, also er als Trainer hat auch gesagt, ich möchte dich gerne aufstellen, nur er hat dann auch relativ klar geäußert, dass Manuel Wilhelm das nicht zulässt, dass er mich wieder von der Liste schreibt und das hat dann wirklich, also ich weiß ganz genau, dass ich zwei Jahre in Folge jedes Mal zu Beginn der Saison wieder mit Melvin Smith dieses Gespräch hatte.

37:53 Vivian, wenn ich jetzt Devil's Advocate spiele, und ich meine, wir kennen uns ja auch ein bisschen, was ist, wenn ich sage, ja, die Vivian denkt sich das aus, die war einfach nicht gut genug. Dann würde ich sagen, was würde ich dann sagen? Hätte der Trainer dich trotzdem aufstellen würden? Also du hast ja mit dem Trainer gesprochen, also der Trainer hat gesagt, ich glaube du bist ja gut genug, ansonsten hätte er ja nicht diesen Gespräch mit dir geführt, oder? Also die genau, so wie er mir das sozusagen immer geschildert hat, war, ich würde dich gerne aufstellen, du bist aufstellen, du bist gut genug, aber es gibt andere Positionen, die das nicht zulassen. ich glaube, ich hätte es sehr geschätzt hätte mir ein Trainer sonst einfach auch gesagt George, wie wenn du bist nicht gut genug ich packe dich nicht auf die Liste wäre für mich voll in Ordnung also weil ich bin, er hätte es super akzeptiert, also auf jeden Fall du bist ja auch danach, also nicht umsonst auch ein bisschen in der Welt gereist, also zum Beispiel Tribes und sowas, du hast ja erwähnt, aber ich meine, zumindest in einem erweiterten Kader hättest du dazugehören können.

39:13 Also ich meine, vielleicht nicht immer bei den Top 7 oder Top 10, besonders mit diesen Sportsoldatenplätzen. Genau, ja. Diese professionelle und vielleicht warst du nicht auf der professionellen Ebene, aber schon hättest du dich auch nüchtern betrachtet im erweiterten Kader gesehen, oder? Ich glaube schon. Ich war gerade, ich war Sportsoldatin, nicht aus, aus welchem Grund ist man Sportsoldatin? Da habe ich zu den besten Top-7-Spielerin in Deutschland gehört sozusagen. Und dann ist man komplett raus und gehört zu den, also zu gar keinem Kader mehr. Also das ist was, was ja sozusagen rein faktisch irgendwie nicht so ganz nachvollziehbar ist. Habe ich mich in dem Jahr so verschlechtert oder bin ich nie wieder so gut geworden?

39:57 Weiß ich nicht. Ich habe das eigentlich immer sehr ernst genommen und das immer sehr als Leistungssport betrachtet und ausgeübt. Ich meine, es war vom Nachteil für die 7-0-Frau in der Schnau-Mannschaft, dass du nicht mitgespielt hast. Also wenn du halt nicht aufgestellt wärst oder geworden bist, dann waren vielleicht nicht die besten Leute immer dabei. Also das hat im Grunde genommen auch eine Entscheidung für gegen so quasi jemand ist auch so eine Entscheidung gegen dass wir die besten Leute auf den Platz stellen und das würden wir alle so immer wollen, oder? Also ich meine grundsätzlich. Ja, eigentlich schon. Eigentlich schon. Also würde ich genauso sehen. Das Problem war ja, dass ich dann auch gar keine Chance mehr gehabt bekommen habe, das zu beweisen.

40:48 Oder weißt du, dass man zum Lehrgang geht und dort spielt gegen die anderen und ich merke, boah, ich hänge richtig hinterher. Ich habe überhaupt gar keine Fitness. Ich bin langsamer als alle anderen und alle meine Pässe kommen nicht an. und ich weiß nicht, was eine Schere ist. Wer das bei einem Lehrgang passiert, dann kann man das, dann fühlt man das, das reicht hier nicht so. Da muss ich mehr machen oder so. Aber diese Chance habe ich nicht mehr bekommen. Und das, obwohl man zwei Jahre Sportstudat war, das ist schon tricky, fand ich. Und vielleicht, also man würde dann sagen, oder ich würde jetzt sozusagen, Melvin Smith könnte man unterstellen, der wollte mich nie aufstehen und hat mir das nur erzählt.

41:25 Aber seine Worte waren, ich würde dich gerne aufstellen, aber es wird mir nicht möglich gemacht. Und es gab durchaus Situationen, wo er schon auch geäußert hat, wenn ich das mache, dann komme ich in Schwierigkeiten. Das wurde mir gesagt, das kann ich so weitergeben. Also das weiß ich aus erster Hand sozusagen. Man kann sich jetzt überlegen, warum sollte ich mir das ausdenken? Fällt mir nichts ein. Ich sage nur, also es ist jetzt unabhängig davon, was ich denke oder so, aber du verstehst, worauf ich hinaus will. Es wird Leute geben, die sagen, die Vivian, die war einfach nicht gut genug, die will jetzt hier nachtreten oder so. Aus irgendwelchen Gründen auch immer oder so. Und daher habe ich diese Frage gestellt bzw. so nachgefragt. Aber du hast ja auch darauf geantwortet, ja.

42:24 Aber du warst ja im Nachgang, also wir haben, ja, also wir können ja vielleicht auch das ein bisschen Gespräch erweitern, zu sagen, dass du auch in der Nationalmannschaft schon gespielt hast im Nachgang, aber nicht nur der Siebener, sondern der 15. Nationalmannschaft. Also irgendwie war es trotzdem okay genug, da hinzuschaffen. Genau, und die 15. Nationalmannschaft, das hat dann wieder funktioniert unter Paul McGuigan und Dirk Fraze, die haben mich wieder in die 15. Nationalmannschaft nominieren können. Man muss dazu sagen, dass die 15-Nationalmannschaft angesiedelt ist oder angehört zur DRF, zu den deutschen Rugby-Frauen. Und die 7-Nationalmannschaft gehört nicht zur DRF, sondern zum DRV sozusagen und ist da auch in der Obhut sozusagen unter den Olympischen Sportarten gehört.

43:22 Da kriegt er Förderung des DOSB und das hat eine andere Ansiedlung im DRV. Ich sage mal, wenn es da wirklich eine bestimmte Person gab, die mich nicht auf einer Nominierungsliste haben wollte, hatte sie die Chance dazu in der Siebener Nationalmannschaft, aber diese Chance hätte sie nicht gehabt in der 15. Nationalmannschaft, weil es da nicht diesen Einfluss gegeben hätte. Habe ich mich jetzt zu kompliziert ausgedrückt, oder kann man dem folgen? Ich habe es eigentlich verstanden. Ja, also es ist quasi wie zwei Bereiche und der eine Bereich hat so der eine Leitung und das andere hat eine andere und deshalb ist es so ein bisschen wie ein anderes Fenster zu vertrachten. Also du könntest dich da präsentieren in der 15. Nationalmannschaft.

44:13 Genau und da haben wirklich einzig und allein dann die Nationaltrainer halt das Sagen gehabt und der Vorstand oder das Präsidium der DRF, aber nicht mehr des DRV. Ja. Warum bist du damals, also, vielleicht anders gefragt, hattest du damals überlegt, in dem Thema, wo du halt ja, also aus dem Kader suspendiert wurdest, also, hattest du überlegt, an jemand heranzutreten und das zu sagen, also du hast gesagt, das würdest du halt irgendwie nicht so groß öffentlich machen, aber gab es halt Leuten, an denen du halt rangehen könntest, zu sagen, hey, das finde ich vielleicht nicht in Ordnung oder warum werde ich halt hier meines Betrachtens unfair behandelt? Ich habe das sozusagen immer mit dem Nationaltrainer bei Vince Smith dann relativ, da habe ich schon auch sozusagen versucht zu sagen, wenn du mich nominieren möchtest, dann musst du dich dafür einsetzen oder warum ist das nicht möglich oder so.

45:30 Und darüber hinaus, also das genau mit der Suspendierung, ich habe das nie sonst wirklich öffentlich gemacht. Ich habe damals mit dem Leiter des OSP drüber gesprochen in Köln und habe mir einen Rat gesucht und es war irgendwie klar, was schaffe ich damit, wenn ich mich jetzt wenn ich an die was kann ich umsetzen, was kann ich ändern, indem ich jetzt irgendwie hier an jemand anderes nochmal herantrete. Ich dachte mir also irgendwie habe ich da keine Möglichkeiten gesehen, dass ich da irgendwie so einen friedlichen Weg für mich finde. Also ich hätte ja okay, ich hätte das öffentlich machen können, okay, derjenige hat mich jetzt hier suspendiert. Punkt, okay. Damit hätte ich aber auch keine Sieben-Nationalmannschaften mehr spielen können. Oder ich hätte irgendwie mutwillig erreichen können, dass ich wieder für die Sieben-Nationalmannschaften nominiert werden kann, dass man irgendwie das rechtlich regelt, keine Ahnung, ob es irgendwie sowas gibt, ob sowas möglich gewesen wäre.

46:34 dann hätte ich aber auch weiterhin in diesen Strukturen gelebt, die mir überhaupt nicht zugesagt haben. Und dann dachte ich mir, nee, ich versuche es weiterhin wirklich auf diese sportliche Ebene. Das war wirklich mein Gedanke. Ich versuche einfach so eine gute Rugby-Spielerin zu sein, dass die Nationaltrainer mich nominieren müssen, weil du gut genug bist. So ungefähr, genau. Dass die schon betrachten, dass die schon sagen, ey, hier und sich dementsprechend dafür einsetzen. Und das habe ich irgendwie auch verlangt von Nationaltrainer. Und ich muss auch ehrlich sagen, dass ich lange gedacht habe, boah, ich hätte fast meinen Respekt auch verloren. Und dachte mir, warum schafft der Nationaltrainer das nicht, sich für die Spieler einzusetzen, die er haben möchte? Warum redet da jemand anders so mit rein? Das fand ich total krass.

47:25 Aber man weiß ja nicht, was im Hintergrund abläuft, was derjenige vielleicht auch für Druck bekommt, oder ob ich dann doch nicht so die wichtigste Spielerin war, für die er sich so aufabbern wollte. Vielleicht hat es dann dafür auch nicht gereicht, also dass man sagt, für die Spieler hätte man hier seine Hand ins Feuerpügel gehalten, für andere nicht. Hattest du das Gefühl, als dir das Ganze vorgefallen ist, du hast ja gesagt, mit Evan Smith hast du darüber gesprochen, aber hattest du oder im OSP, hattest du gefühlt, dass du die Anlaufstellen wusstest oder dass es dir bekannt war, mit wem soll ich darüber sprechen oder wo sind meine Anlaufstellen, wenn ich das teilen will mit irgendjemand oder hast es irgendwie mit den Leuten und das war's.

48:12 Also was ich damit oft sagen will ist, war es dir bewusst, wo deine Anlaufstelle ist, wenn es dir damit schlecht geht? Also meine Anlaufstelle war damals tatsächlich dann das OSP Rheinland, weil wir dort als Nationalmannschaft trainiert haben und es gab einen Leiter, Michael Schaaf war damals Leiter des OSP und mit dem habe ich gesprochen, der war so ein bisschen wie meine Vertrauensperson, kann man schon sagen. Im DRV hätte ich das nicht gewusst, könnte ich dir nicht sagen, was ich da gesagt hätte, wer da meine Bezugsperson gewesen wäre, meine Vertrauensperson, meine Anlaufstelle, könnte ich dir nicht sagen. Ich glaube dann halt auch wieder auf der anderen Seite mein Verein, wo ich dann natürlich auch das erzähle, meine Erfahrungen da mitteile und da den Support bekomme.

49:13 Ja, genau. Aber sonst hätte ich nicht gewusst, glaube ich, an wen man sich da wendet und dass vertraulich behandelt wird. Vivian, ich habe ja noch eine Frage, wenn es halt okay ist. Mir fällt so ein, warum hast du mit Manuel Wilm nicht direkt darüber gesprochen? Also was das Problem war? Warum hast du ihn nicht konfrontiert? das ist das falsche Wort, aber warum hast du nicht Gespräch gesucht mit ihm zu sagen, was geht hier los, warum ist es halt so, was kann ich was ändern, was muss ich dafür tun? Es gab tatsächlich ein Feedback, was ich auch von den Trainern dann bekommen hatte und das lautete von Michael Hook damals relativ schnell konkret entschuldige dich bei Manuel Wilhelm, das war so seine Ansage und das gleiche hatte ich dann mit Melvin Smith er hatte mir gesagt, so als Begründung, warum er mich nicht nominieren konnte, hatte er mir gesagt, entschuldige dich bei Manuel Wilhelm und dann kann ich dich wieder nominieren.

50:24 Das war so ein bisschen die Ansage, die ich bekommen hatte. Wofür solltest du entschuldigen? Das habe ich mich auch gefragt. Wahrscheinlich, warum ich einfach gegen seinen Willen nach Dubai geflogen bin. ich gegen seinen Willen meine Freizeitbeschäftigung so mache, wie ich sie gerne gestalte. Ich habe es damals nicht verstanden. Ich stehe an, dass du es dann auch nicht gemacht hast. Ich habe das nicht gemacht, ich habe das nicht eingesehen. Und ich muss aber auch sagen, ich glaube, heute würde ich mir manchmal ein Gespräch dazu mit Manil Willem tatsächlich wünschen. Ich habe das Gefühl, ich habe da selber so viele Fragen, konnte so viel nicht nachvollziehen. und damals ist man so irgendwie so durchgebrechert durch diese Situation und es war irgendwie krass und es hat viel auf einen eingewirkt und dann kam so die Ansage, man wirst suspendiert und so weiter und ich weiß gar nicht, ob er die Situation noch so kennt, das ist ja auch schon ein paar Jahre her, aber ich würde da glaube ich echt gerne ich wünschte, ich hätte nochmal konkreter mit ihm gesprochen, glaube ich ich weiß gar nicht, ob Ich erinnere mich gar nicht, ich müsste mal mal ein Mails gucken, ob ich da irgendwie vielleicht mal ihn nochmal geschrieben hatte, ob es da mal irgendwie eine Anfrage gab von mir oder ja, das hat auf jeden Fall nicht so konkret stattgefunden und jetzt so im Nachhinein denke ich mir, das wäre vielleicht nochmal ganz gut gewesen.

51:58 Okay. Okay. Ja, also das ist halt natürlich keine schöne Geschichte und es ist auf jeden Fall dankbar, dass du mit uns das teilen kannst und das deutlich schildern kannst und bereit bist, die ganzen Fragen zu beantworten. Wir sind auf jeden Fall dankbar, dass du die Zeit nehmen kannst und das wirklich Schritt für Schritt um uns durchzugehen. Ja, das habe ich auch so bisher noch wirklich tatsächlich nie gemacht, Aber Also world exclusive World exclusive, genau Was nun? Hattest du noch was am Herzen? Jetzt sind wir ja richtig niedergeschlagen Ja, ein bisschen bedrückend ist es schon Ja, aber man will ja positiv in die Zukunft schauen und über Lösungen nachdenken Fallen mir allerdings jetzt auch nicht ein ja, also was musste man wo, wie verbessern, wo muss man die Stellschrauben drehen, so einfach kann man das, glaube ich, nicht so schnell lösen.

53:13 Vieles im Hintergrund, was wir wahrscheinlich gar nicht wissen, was andere gar nicht wissen, ja, ich bin gespannt, keine Ahnung. Ja, ich glaube, für unsere Folge heute ist es auf jeden Fall mehr als genug Gesprächschaft gewesen, Ich hoffe, ihr zu Hause könnt ein gutes Bild über die Sachen machen. Auf jeden Fall, das ist so, dass Kuschonfurt und wir sind glücklich, dass wir darüber sprechen könnten. Vivian, sehr glücklich, dass du bei uns den Verlauf schildern kannst. Und damit würde ich mal sagen, für heute ist es auf jeden Fall mehr als genug und es ist ja spät bei uns. Deshalb würde ich mal sagen, vielen Dank, Big G, vielen Dank, Vivian. Vielen Dank euch zu Hause für das Zuhören und ja, bestimmt hören wir nochmal bald voneinander.

54:06 Also bis bald bei Forbass. Forbass. Problem. Je genauer die Geschichte wird, desto weniger lässt sich davon wirklich beweisen. Brian Jones, die Wahrheit versinkt im Pool jetzt bei Tatort Musik überall, wo es Podcasts gibt.