Am Ende lag es an den Füßen eines einzigen Mannes. Verbinder Frawley schoss Irland mit zwei Dropgoals in der Schlussphase zum 25:24 gegen Südafrika und drehte damit eine Partie, die lange nach dem Weltmeister aussah.
Spät gedreht
Südafrika hatte die Führung bis zur 55. Minute gehalten. Danach lag Irland zeitweise fünf Punkte zurück, kam aber heran und bekam in der 79. Minute noch eine letzte Gelegenheit: Frawley kickte in die Gasse. Dass Irland am Ende vorne lag, hing an seinen beiden Dropgoals. Im Vorpass-Podcast (Folge 222) haben wir diese Schlussphase eine Meisterleistung genannt. Auch Crowley und Murray sind uns bei den Iren positiv aufgefallen.
Auffällig ist auch die Art dieses Sieges, denn die Iren gewannen ohne Überlegenheit im Gedränge, darin waren wir uns einig. Die alte Regel, ohne starkes Gedränge könne man nicht gewinnen, stimmte an diesem Tag nicht. Eine Gelbe Karte, also zehn Minuten Zeitstrafe, hatte außerdem großen Einfluss auf den Verlauf.
Südafrika und die Gasse
Für die Gastgeber ist die Niederlage vor allem eine Frage der Entscheidungen. Südafrika wird sich fragen, warum es in kritischen Momenten nicht öfter in die Gasse kickte, statt auf die Stangen zu zielen. Pollard hatte zwar seinen Kickschuh dabei, ein Kick zuvor war aber schwach. Wer gegen Irland vorne liegt, muss die Führung über die Zeit bringen, und dafür hatte Südafrika die Mittel nicht.
Irland dagegen kam trotz mehrerer verletzter Stammspieler nach Südafrika und steigerte sich nach dem ersten Spiel deutlich. Mit einem Comeback in dieser Kulisse hatte kaum jemand gerechnet. Der Eindruck von der Weltmeisterschaft bleibt trotzdem bestehen: Südafrika hat sie sehr knapp gewonnen und ist schlagbar, auch wenn die Mannschaft nicht über die Aura der All Blacks von 2011 bis 2015 verfügt.
Was bleibt
Das 20:27 aus dem Duell am 6. Juli ist damit gedreht. Südafrika hatte danach zwei Siege in Folge, diese Serie ist nun beendet, und die Bilanz in dieser Saison steht bei zwei Siegen und einer Niederlage. Irland hat nach zwei Spielen einen Sieg und eine Niederlage.
Die Iren haben aber auch Baustellen, in der ersten Reihe nach Prop Porter und auf den Positionen neun und zehn. Fullback Osborne könnte dagegen ein ganz großer Spieler werden. Südafrika spielt am Samstag, 20. Juli, um 17:00 Uhr zu Hause gegen Portugal, Irland trifft am Freitag, 8. November, um 21:10 Uhr zu Hause auf Neuseeland.
Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt.