Hannover 78 hat am 4. Spieltag der 1. Bundesliga einen deutlichen Heimsieg gegen den Heidelberger Ruderklub 1872 gefeiert. Nach einer lange ausgeglichenen ersten Halbzeit setzte sich Hannover rund um die Pause entscheidend ab und gewann am Ende 50:19.
Die Vorzeichen waren klar verteilt. Hannover 78 war mit Siegen bei Berliner RC (45:20) und gegen RG Heidelberg (22:19) in die Saison gestartet, verlor dann aber das Stadtderby bei Germania List deutlich mit 24:49. Der HRK wartete dagegen noch auf den ersten Punktgewinn. Nach Niederlagen gegen SC Frankfurt 1880 (5:97), bei TSV Handschuhsheim (12:34) und gegen SC Neuenheim (5:80) stand das Team mit 22:211 Punkten am Tabellenende. Für das schwere Auswärtsspiel stellten die Heidelberger um: Kapitän Max Schmitt rückte auf die Position des Verbinders.
Zähes Ringen bis kurz vor der Pause
Hannover legte furios los und griff schon nach dem Ankick aus der eigenen 22 an. Ein erster Durchbruch wurde noch wegen eines Vorpasses abgepfiffen. In der 8. Minute führte dann ein präziser Crosskick mit anschließendem Offload auf der rechten Seite zum ersten Versuch: Jarrod Saul legte in der Ecke ab (5:0). Danach entwickelte sich eine zähe Partie, in der der HRK früh umstellen musste. Innendreiviertel Luan Dietz verletzte sich in der 12. Minute und wurde durch Mihai-Alexandru Cristea ersetzt. Die Gäste hielten dennoch dagegen und belohnten sich in der 38. Minute: Hakler Aurel Knorr glich zum 5:5 aus. Hannover antwortete umgehend. Kurz vor der Pause brach der gebürtige Australier Saul kraftvoll durch und legte seinen zweiten Versuch zum 10:5.
Hannover nutzt die Überzahl eiskalt
Um die Halbzeitpause herum sah HRK-Kapitän Max Schmitt die Gelbe Karte, und Hannover nutzte die Überzahl konsequent. Schluss Alexander Brosowski erkannte eine Lücke und lief zum 17:5 durch. Kurz darauf legten Flanker Antoine Kaspar Albrand und Zweite-Reihe-Stürmer Tobias Bauer nach (31:5). Bauer war auch beim nächsten Versuch zur Stelle: Nach starker Arbeit an der Gasse brach Hannover durch die Mitte, und Bauer erzielte in der 46. Minute seinen zweiten Versuch (38:5). Albrand machte in der 52. Minute ebenfalls seinen zweiten Versuch. Brosowski hatte bis dahin vier Erhöhungen verwandelt, diese erhöhte Gedrängehalb Jan Piosik zum 45:5.
Der HRK steckte trotz des deutlichen Rückstands nicht auf. Der zur Pause eingewechselte Voigt verkürzte in der 61. Minute, Karaboo van Heerden erhöhte zum 45:12. Den Schlusspunkt für Hannover setzte Flügel Aro Hama in der 70. Minute nach einem starken 20-Meter-Pass nach außen (50:12). In der Schlussphase sah auch Hannovers Mark Hans Fairhurst Gelb (72.). Das letzte Wort hatten die Gäste: Voigt legte seinen zweiten Versuch, Cristea erhöhte zum 50:19-Endstand.
Hannover 78 meldet sich damit eindrucksvoll aus der Derby-Niederlage zurück und erzielt so viele Punkte wie in keinem Spiel zuvor in dieser Saison. Mit 13 Punkten (ein Versuch, vier Erhöhungen) war Brosowski erfolgreichster Punktesammler, Saul, Bauer und Albrand legten je zwei Versuche. Der HRK bleibt zwar weiter ohne Sieg, zeigt aber eine klare Steigerung: Die 19 Punkte sind der Bestwert der Saison, und bis kurz vor der Pause hielten die Heidelberger die Partie offen.
Punkte Hannover: Versuche: Saul (2), Bauer (2), Albrand (2), Brosowski, Hama | Erhöhungen: Brosowski (4), Piosik
Punkte Heidelberg: Versuche: Voigt (2), Knorr | Erhöhungen: van Heerden, Cristea
