England hatte dieses Spiel gegen Neuseeland lange unter Kontrolle und gab es dann selbst aus der Hand. Mit 22:24 ging auch das dritte Duell dieses Jahres verloren, nach dem 15:16 und dem 17:24 im Juli, beide Male in Neuseeland.
Der Druck, den England wieder hergab
Wie wir im Vorpass-Podcast (Folge 224) besprochen haben, war Englands Verteidigung über weite Strecken schnell, hart und aggressiv. Neuseeland verlor im Kontakt den Ball, kassierte früh mehrere Straftritte wegen Tackles auf den Ball und verlor Bälle in der Gasse. Der Angriff der Gäste blieb dadurch stumpf. Die englische erste Reihe setzte Neuseeland zudem im Gedränge unter Druck.
Die Wechsel
Genau diese erste Reihe nahm England komplett vom Feld. Danach wurde Neuseeland im Gedränge besser, der Hebel, mit dem England die Gäste zuvor in Verlegenheit gebracht hatte, fehlte. Dazu kamen Marcus Smith raus und George Ford rein: Ford verpasste einen Straftritt und einen Dropgoal-Versuch. Gedrängehalb Ben Spencer wollte in der eigenen 22 nicht kicken, nahm den Vorteil, ging ins Gedränge und ließ die Uhr herunterlaufen. England spielte nun auf Zeit, mit Kicks ins Aus und Gedrängen. Neuseeland holte danach noch Punkte, darunter die zwei Versuche von Tele'a, beide aus einzelnen starken Aktionen. Eine Zeitstrafe von zehn Minuten gegen Anton Lienert-Brown änderte am Ausgang nichts mehr.
Englands Plan und seine Spieler
Für den Wechsel in den Verwaltungsmodus bekommt Trainer Steve Borthwick viel Kritik. Wir halten sie für berechtigt: England hätte dieses Spiel gewinnen müssen, zumal die beiden Duelle im Juli ähnlich knapp ausgegangen waren. Im Podcast waren wir uns einig, dass der Kader fast überall gut besetzt ist, vor allem in der zweiten und dritten Reihe. Spieler mit Lust auf Risiko passen aber schlecht zu einem konservativen Konzept. Dazu kommt Unruhe durch Trainerwechsel und ein unklarer Gesamtplan bis zur nächsten Weltmeisterschaft. Marcus Smith ist nach fast fünf Jahren im Nationalteam immer noch nicht gesetzt. Positiv fiel George Martin in der zweiten Reihe auf, der sichtbar an Gewicht zugelegt hat. Spencer kickte meist gut, seine Entscheidungen in der eigenen Hälfte werden aber hinterfragt.
Was bleibt
Neuseeland spielte nicht auf dem Niveau der Jahre 2011 bis 2015, gewann aber zum vierten Mal in Folge, nach den Siegen gegen Australien und Japan. Dazu kommt Wallace Sititi, über den alle reden und der eine Antwort auf die Nummer 6 sein könnte. England hat von vier Länderspielen seit Juni nur das gegen Japan gewonnen (52:17) und ist nun drei Spiele in Folge ohne Sieg. England trifft am Samstag, 9. November 2024, um 16:10 Uhr zu Hause auf Australien, Neuseeland spielt schon am Freitag, 8. November, um 21:10 Uhr auswärts gegen Irland.
Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt.